Am Sonntag ist Maria Horvath, Burgenland-Romni und Holocaust-Überlebende, in Wiener Neustadt verstorben. Nun erreichte uns folgender Aufruf, den ihr Betreuer Karl Halmann (Kontakt: 0676 / 90 03 910, E-Mail: karl.halmann@chello.at) an die „Österreichische Lagergemeinschaft Ravensbrück und FreundInnen“ gerichtet hat, um der Verstorbenen ihren letzten Wunsch zu erfüllen:
Wiener Neustadt, 29. Dezember 2014
Betrifft: Ersuche um Begräbniskostenbeteiligung für Frau Maria Horvath
Sehr geehrte Damen und Herren!
Frau Maria Horvath, geb. Papai, geb. am: 23.9.1923 in Glashütten im Bezirk Oberwart, zuletzt wohnhaft Piestinger Weg 9 b, 2700 Wiener Neustadt, wie Sie ja wissen, von 1939 bis 1945, 6 Jahre ins Lager Ravensbrück verschleppt und als Zwangsarbeiterin tätig. Gestern am 28. Dezember 2014 um 5:52 Uhr früh ist sie im Krankenhaus Wiener Neustadt verstorben.
Ich, Karl Halmann, geboren am 7.2.1956, war viele Jahre ihre Vertrauens- und Betreuungsperson, der ihr den Haushalt wie Reinigen, Waschen und Putzen gemacht hat. Ihr den Garten betreute, da sie eine große Freude hatte, wenn die Blumen blüten, der Rasen gemäht wurde und auch Gemüse gepflanzt wurde. Der ihre ganzen Zahlungen erledigte, sie ins Krankenhaus und zu den Ärzten gebracht hat. Oder sie Sonntags in die heilige Messe begleitete und fuhr. Wie Sie auch sicher wissen, sie konnte nicht lesen und schreiben. Und vor allem sie hat die Deportation nach Deutschland und den Verlust ihrer Familie (beide Eltern und 5 Geschwister) im Krieg durch Umkommen in Konzentrationslagern bis zu ihren Ableben nie wirklich verkraftet. Sonst hätte sie nicht täglich über den Verlust ihrer Familienmitglieder gesprochen. Sie hatte als Roma-Angehörige es nicht leicht!? Read the rest of this entry »
Roma sam Radijo Burgenland: 29.12.2014 (on demand)
„Nikaj kamle“: Na dur pal, i glajchi anaveskeri kenvi le forscheristar Max Matteristar ari ali. Ande aja kenva o pisimaschi o esbe lipe le Romendar taj Sintijendar andi Germanija taj o dur kerde debati pedar o Roma taj i tschoripeskeri migracijona andi Germanija taj andi Europa te sikal kamla.
6 promiltscha le nimtschke dschenendar
„Pal aun diptscha le institutistar le butjakere foroskere- taj butjakere forschinipestar valami 500.000 mauscha andar i Bulgarija taj Rumenija andi Germanija dschin. Poar lendar igen latsche ischkolakere- taj butjakere kisetinipenca. But lendar ande jek butjakero proceso terdschon. Taj te le cilen khetan gentschal, odola akor tschak schov promiltscha le nimtschke dschenendar hi. Adaj akan naschtig pedar jek use roasinipe ando socijali sistemo vakerdo ol“, phenel o Max Matter.
volksgruppen.orf.at:„Nirgendwo erwünscht“: Vor kurzem erschien das gleichnamige Buch von Max Matter. Mit diesem Buch möchte der Autor die Wahrnehmung der Roma und Sinti in Deutschland präsentieren und die lang geführten Debatten über Roma und Armutsmigration in Deutschland und Europa beleuchten.
6 Promille der deutschen Bevölkerung
„Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung leben an die 500.000 Menschen aus Bulgarien und Rumänien in Deutschland. Einige mit sehr guten Schul- und Berufsabschlüssen. Viele von ihnen stehen in einem Arbeitsverhältnis. Und wenn man alle zusammenrechnet, so sind das gerade mal sechs Promille der deutschen Bevölkerung. Hier kann man ja schlecht von einer Massenzuwanderung ins Sozialsystem sprechen“, sagt Max Matter.
Roma sam Radijo Burgenland: 15.12.2014 (on demand)
O Adrian Coriolan Gaspar jek rumenitike-austritiko pijanisto taj komponisto hi. O Gaspar ande Pojejena (Rumenija) taj te ande Mössingen ojs dscheno jeka bara familijatar upre bartschino, savi uso Romengero tschulipe kerinel. Ov jek nimtschka tschibtschakeri ischkola ande Caransebeș kher rodija, kaj ov te pro erschti klavirakero siklipe uschtidija. 1996 pra familijaha andi Austrija lo alo. Usar 1998 dschi 2006 o muschikakero gimnasijum Betschiste kher rodija. 2003 uso cidipeskero beverb le Betschitike Muschikakere Ischkolendar ov pre falatoha Romanes-ke ojs lek terneder adivesakero komponisto patijardo ulo.
2005 o Adrian Gaspar o „Adrian Gaspar Orchestra“, savo ando austritike mediji ojs i „lek terneder ajgeni Jazz Big Band le themestar“ akardo ulo, kertscha. Aja banda o publikumiskero patijaripe uso Austrian World Music Award 2006 uschtidija. La „Adrian Gaspar Gypsy Comboha“, jek avro projekto, savi pe upre Gypsy- taj Balkan muschika schpecijalisirintscha, ov 2007 o pomoschagoskero patijaripe le Austrian World Music Awardendar, jerintscha. Ando glajchi bersch ov o „Adrian Gaspar Trio“ kertscha, saveha ov ande Washington D.C., London, Paris, Madrid, Berlin taj te ande Tunis koncertscha cidlahi.
volksgruppen.orf.at:Adrian Coriolan Gaspar ist ein rumänisch-österreichischer Pianist und Komponist. Gaspar wuchs in Pojejena (Rumänien) und teilweise auch in Mössingen als Mitglied einer großen Familie auf, die zur Roma-Minderheit gehört. Er besuchte eine deutschsprachige Schule in Caransebeș, wo er auch seinen ersten Klavierunterricht erhielt. 1996 kam Adrian Gaspar mit seiner Familie nach Wien. Von 1998 bis 2006 besuchte er das Musikgymnasium in der Bundeshauptstadt. 2003 wurde er beim Wettbewerb der Wiener Musikschulen mit seinem Stück Romanes-ke als jüngster zeitgenössischer Komponist ausgezeichnet.
Vielseitiger Künstler
2005 gründete Adrian Gaspar das „Adrian Gaspar Orchestra“, das in den österreichischen Medien als die „jüngste eigenständige Jazz-Big-Band der Welt“ bezeichnet wurde. Diese Band erhielt den Publikumspreis beim Austrian World Music Award 2006. Mit der „Adrian Gaspar Gypsy Combo“, einem anderen Projekt, das sich ausschließlich auf Gypsy- und Balkanmusik spezialisiert hat, gewann er 2007 den Förderpreis des Austrian World Music Award. Im selben Jahr gründete er das „Adrian Gaspar Trio“, mit dem er unter anderem in Washington D.C., London, Paris, Madrid, Berlin und Tunis konzertierte. Read the rest of this entry »
Roma sam Radijo Burgenland: 22.12.2014 (on demand)
Weihnachtsbräuche einst und jetzt
volksgruppen.orf.at:Weihnachtstraditionen und -bräuche nehmen auch bei der Volksgruppe der Roma einen wichtigen Platz ein. Beginnend bei den zahlreichen Weihnachtsgeschichten, weiter mit dem Weihnachtssingen und -musizieren bis hin zum Weihnachtswünsche Überbringen, reicht die Palette. Wie einst bei den Burgenland-Roma die stille Zeit war und wie sie jetzt verbracht wird, hören Sie in der Sendung Roma sam auf Radio Burgenland.
Adi i boschitscha, o kristscha taj te avre ojs familijakero mulatintschago, mulatinen. Aja tradicija 1535 le Martin Lutheristar ojs alternativa usi dschijakana dipeskeri tradicija upro Nikoloskero Di bulhardi uli, kaj o interesi le tschavendar upro Deloro taj na upro dschelnengero patijaripe te dschal. Ande römischi-katolischi familiji o tschavengero dipe meg dugi cajt upro Nikoloskero Di sina. Use ale phure taj neve tradiciji andral mindenfelitike vilagi, afka sar o betschujakere kheliptscha sajt o 11to schelberschengero, akor o upre schuschardo boschitschano kascht (ando 16to schelberschengero), i adventiskeri keresuja (1839) taj o boschitschano mursch (ando 19to schelberschengero).
Afka sar use avre flogi, te usi flogoskeri grupn le Romendar o tradciji jek barikano than ande len. Usar o but boschitschane historiji, bajder le boschitschane dschilavipeha taj –muschikakere cidipeha dschi otscha uso boschitschane kivaniptscha save prik ande on, i paleta dschal. Read the rest of this entry »
Rangliste der Staaten mit größerem Roma-Bevölkerungsanteil* (d.h. jener sechs Länder, in denen der Anteil der Minderheit mehr als 4 Prozent der Gesamtbevölkerung beträgt):
In kaum einem Bereich ist für die Roma in den letzten Jahren so viel in Bewegung geraten wie in der Gegenwartskunst. Eine neue Generation von Roma-Künstler/innen hat selbstbewusst das Ruder in die Hand genommen und stößt – von der Biennale in Venedig über Roma-Galerien in Berlin und Budapest bis hin zur Grazer Romale – auf begeisterte Resonanz. Diesen furiosen künstlerischen Aufbruch konstatiert auch unser Einstiegsartikel über die Ausstellung „Have a look into my life!“, die gerade durch Europas Kunstmetropolen tourt. Einen der darin vertretenen Künstler, den slowakisch-österreichischen Rom Robert Gabris, hat Michael Teichmann zum Interview getroffen. Auf S. 12 verweisen wir auf einen opulenten Kunstband, der posthum Ceija Stojkas grafische Arbeiten würdigt. Für die (Selbst-)Repräsentation der Roma nicht minder bedeutsam ist das Medium Film: „Ein Festival mit vielen Siegern“, das „Rolling Film Festival“, das sich im Kosovo Filmen von und über Roma widmet, stellt Ihnen Michael Wogg vor. Und abschließend skizziert Roman Urbaner aktuelle Tendenzen im Genre des „Roma-Films“, das derzeit auf den großen Festivals reüssiert.
Ande nisaj avro than le Romenge ando lejcti berscha atschi ando micinipe alo sar andi adivesakeri kunst. Jek nevi generacijona Romengere kinstlerendar latsche gondoha sa ando ajgeni va lija taj – usar i Biennale andi Venecija pedar Romengere galeriji ande Berlin taj Budapest dschi otscha usi Gereciskeri Romale – upre barikani resonanca perel. Ada furijosi kinstlerischi upre phagipe sikal te o pisinipe pedar o artschijipe „Have a look into my life!“, savi akan ando kunstakere metropoltscha andi Europa dromeske hi. Jeke le ande fatretime kinstlerendar, o slovakitiko-austritiko Rom Robert Gabris, o Michael Teichmann use jek vakeripe resla. Read the rest of this entry »
Radio-Feature des DLF von Ruth Jung (Erstausstrahlung: 19.11.2013) >>Beitrag anhören (mp3)
Es waren schockierende Bilder. Gewaltsam räumten Polizisten im Sommer 2010 die Unterkünfte von Roma-Familien in Frankreich. „Ein Vorgehen wie zur Zeit des Vichy-Regimes“, empörte sich damals EU-Kommissarin Viviane Reding. Die angekündigten Sanktionen indessen blieben aus.
Seither hat sich an der Lage der Roma wenig geändert. Und noch immer zählen sie zu den Vergessenen der Geschichte. Dass es noch bis 1946 Konzentrationslager eigens für „Tsiganes“ gab, erwähnt kein Geschichtsbuch. In Montreuil-Bellay, wo das größte Lager war, erstritten Überlebende und ein couragierter Lokalhistoriker die Anerkennung als Gedenkstätte – eingeweiht im August 2010. Denn mittlerweile lässt sich ein Aufbruch ausmachen: Zunehmend selbstbewusster werden französische Roma, sie wollen Diskriminierung und Misere nicht länger hinnehmen.
Dieses Feature war nominiert für den Deutsch-Französischen Journalistenpreis.
Das umfangreiche Manuskript der Sendung finden Sie auf deutschlandfunk.de (unten).
taz.de:Er war Sinto, Profiboxer, Frauenschwarm und NS-Opfer. Stephanie Bart hat einen Roman über Johann „Rukelie“ Trollmann geschrieben – und zeigt, wie er populär werden konnte.
taz: Frau Bart, Ihr Roman handelt von Johann „Rukelie“ Trollmann, einem Profiboxer, der sehr populär war, der 1933 Deutscher Meister wurde und den die Nazis im KZ ermordeten. Wie wurde ein Sinto-Boxer zum Star? Stephanie Bart: Seine besondere Qualität war, dass er ein charismatischer Mensch war. Der kam in den Ring, winkte kurz mit der Hand – und alle fanden es toll und waren entzückt. Wenn unsereins kurz mit der Hand winkte, würde man daran nichts Tolles finden. Außerdem sah er gut aus, das hilft natürlich auch.
Er galt als eleganter Boxer.
Ja, wobei bemerkenswert ist, dass solche Boxer wie er, die sehr technisch geboxt haben, in der Boxsportgeschichte zwar oft erfolgreich waren, aber nicht geliebt wurden. Das Publikum will harte Kämpfe, will Blut sehen. Trollmann aber hat technisch geboxt, und die Leute fanden ihn trotzdem gut. Er hat es also verstanden, einen unpopulären Stil populär zu machen.
Warum war dieser einzigartige Boxer, als den Sie ihn beschreiben, über Jahrzehnte vergessen?
Weil das nationalsozialistische Unrecht an Sinti und Roma nach 1945 bruchlos fortgeführt wurde. Read the rest of this entry »
volksgruppen.orf.at:„Amari Roas – Unsere Reise“ jek projekto hi, savo i historija taj i kultura la flogoskera grupnatar le Romendar le minden-felitike aktivitetenca taj sikavipenca, sikal. O farajn KARIKA Roma- taj Sinti-muschikaschtscha portretirintscha, save pumen, pumare keripeha la flogoskera grupnake andi scena bescharde. Upro kinstlerischi than on pumare dschanipeha use ledschen, hot o rasismusiskero- taj diskriminacijakero gendo tschuleder ol taj jek dialogo taj jek seletoskeri forma usi integracija la flogoskera grupnatar le Romendar kerdi te ol.
O barikano hegedujaschi – Alois „Zipflo“ Weinrich
Alois „Zipflo“ Weinrich (website), dscheno jeka Sinti familijatar hi taj ando kamlo phuripe ofto berschenca, i hegeduja te cidel siklino. Eknaj paloda te i bumba te cidel siklino. Palo siklipe pre papustar, erschtivar pre dadeha Joschi Weinrich taj avre familijakere dschenca cidlahi taj kada lo deschupantsch berscha phurano sina, pro erschti koncerto ando Betschitiko „Jazz Land“, dija.
Dscheno le ternengere lobdakere khelipeskere teamistar
O Zipflo, erschtivar jek lobdakeri khelipeskeri karijera ande tschalatscha taj usi FK Austria Wien ando ternengero team khelahi.O Alois Weinrich te dscheno le ternengere lobdakere khelipeskere teamistar sina, kaj ov trin kheliptscha la austritika nacijonake kisetintscha. Read the rest of this entry »
volksgruppen.orf.at:„Amari Roas – Unsere Reise“ ist ein Projekt, welches die Geschichte und Kultur der Volksgruppe der Roma durch verschiedene Aktivitäten und Darbietungen darstellt. Der Verein KARIKA porträtiert Roma- und Sinti-Musiker, welche sich durch ihr Schaffen für die Volksgruppe in Szene gesetzt haben. Auf künstlerische Ebene tragen sie durch ihr Auftreten und Können bei, die Rassismus- bzw. Diskriminierungsrate erheblich zu senken, um einen Dialog und eine Plattform zur Integration der Volksgruppe der Roma zu schaffen.
Geigenvirtuose – Alois „Zipflo“ Weinrich
Alois „Zipflo“ Weinrich (Website) entstammt einer Sinti-Familie und begann im zarten Alter von acht Jahren mit dem Geigenspiel. Etwas später erlernte er auch den Kontrabass. Ausgebildet vom Großvater, trat er zunächst mit seinem Vater Joschi Weinrich und weiteren Familienmitgliedern auf und gab im Alter von 15 Jahren im Wiener „Jazz Land“ sein erstes Konzert.
Mitglied des Junioren-Fußballnationalteams
Zunächst jedoch entschied sich Zipflo Weinrich für eine Fußballkarriere und spielte beim FK Austria Wien in der Jugendmannschaft. Weinrich war auch Mitglied des Junioren-Fußballnationalteams und absolvierte drei Länderspiele. Read the rest of this entry »
Der diesjährige Preis zur Wahrung und Erhaltung der Menschenrechte wird von der Österreichischen Liga für Menschenrechte an die österreichischen BettelLobbys verliehen, stellvertretend für alle Initiativen, die sich gegen Bettelverbote und für einen solidarischen und respektvollen Umgang mit bettelnden Menschen einsetzen.
Vor dem Hintergrund zahlreicher gesetzlicher Verschärfungen zum Betteln und einer pauschalen Kriminalisierung von bettelnden Menschen in der öffentlichen Diskussion, setzen sich die BettelLobbys für die Rechte von BettlerInnen und gegen Vertreibung und Kriminalisierung ein. Barbara Helige, Präsidentin der Liga für Menschenrechte: „Die Vergabe des Menschenrechtspreises der Österreichischen Liga für Menschenrechte an die BettelLobbys soll ein Zeichen setzen: Gerade Menschen, die in der Leistungsgesellschaft – aus welchem Grund auch immer – auf der Strecke bleiben, haben die öffentliche Solidarität der anderen besonders nötig.“
Über die BettelLobbys
Anlässlich gesetzlicher Verschärfungen und hetzerischer öffentlicher Diskussionen haben sich in mehreren Bundesländern Gruppen und Allianzen gebildet, die sich für das Recht zu betteln und gegen die Vertreibung und Kriminalisierung von bettelnden Menschen einsetzen. So verteidigen die BettelLobbys und andere Initiativen das Grundrecht auf Betteln und kämpfen gegen Polizei- und Behördenwillkür, Vorurteile, falsche Medienberichte und rassistische Hetze. Sie widersprechen vehement den stereotypen und diffamierenden Geschichten über die sogenannte „Bettelmafia“, über ausgebeutete Opfer und reiche Hintermänner. Read the rest of this entry »
Designerin Erika Varga: „Romani“-Kleider als Botschaft
Deutschlandradio Kultur: Erika Varga sitzt in einer großen Altbauwohnung in Budapest an einer ihrer Nähmaschinen. Sie bearbeitet den Stoff einer alten Roma-Tracht, grellbunte Blumenmotive auf gelbem Grund. Am Ende wird das wiederverwendete Teil aus einem früheren langen Roma-Rock, kombiniert mit viel schlichtem Schwarz, zu einem neuen kurzen Design-Kleid. Varga ist gelernte Goldschmiedin, vor einigen Jahren stieg sie auf Mode um: „Vor fünf Jahren kam ich auf die Idee, ,Romani Design‘ (Facebook) zu starten“, erzählt die 44-Jährige. „Ich hatte schon immer zwei Leidenschaften. Die traditionelle Kultur der Roma weiterzugeben und kreativ zu sein. Mit meiner Design-Linie kann ich beides zusammenbringen, Kreativität und Roma-Kultur. Ich wollte immer eine Arbeit machen, die nicht nur für sich selbst steht, sondern auch für die Roma-Gemeinschaft gut ist. Und ich glaube, wenn es für die Roma-Gemeinde gut ist, ist es für die ganze Gesellschaft gut. Weil beide Seiten lernen können, wie man gut zusammenleben kann.“
Sie mache ihre Kleider für Roma und Nicht-Roma-Frauen gleichermaßen, sagt Erika Varga. (…) Gleichzeitig spricht sie von einer gesellschaftlichen Mission: zu zeigen, dass man es aus der Armut heraus schaffen kann, ohne den Bezug zur Roma-Kultur zu verlieren. Erika Varga setzt das verdiente Geld zum Teil in Sozialprojekten ein, Kreativkursen für verarmte Kinder, Nähkursen für Roma-Frauen, die sie für zeitgemäßes Design zu begeistern versucht. Ihr Motto: Kleider als Botschaft ohne viele Worte. Read the rest of this entry »
Klischees aufbrechen: Ausstellung zeigt Vielfalt der Kultur der Sinti und Roma
berliner-woche.de:Im Foyer des Rathauses Neukölln wird seit dem 3. Dezember eine Ausstellung der Initiative Romane Romnja gezeigt. Sie informiert über die Geschichte, Einwanderung und Sprache sowie über die kulturelle, rechtliche und soziale Lage insbesondere der Roma-Frauen in Deutschland.
(…) Auch nach Neukölln kommen seit ein paar Jahren immer mehr Roma, die aus osteuropäischen Ländern einwandern. Wie soll sich eine gute Nachbarschaft mit diesen Menschen entwickeln, wenn die meisten über die Klischees hinaus kaum etwas über sie wissen? Eine Wanderausstellung, die in der zweiten Etage des Rathauses bis Mitte Januar zu sehen ist, will das oberflächliche Bild vertiefen, indem sie einen Überblick über Geschichte, Sprache, Kultur, Zuwanderung, Identität und Religionen der Sinti und Roma gibt.
Die Europabeauftragte Cordula Simon, die die Ausstellung nach Neukölln geholt hat, die Initiative Romane Romnja (Sinti- und Roma-Frauen) und die Kuratorin Gordana Herold wollen Denkanstöße geben und stereotypisierte Wahrnehmungen aufbrechen. „Es geht uns darum, die Menschen vor Ort in den Stadtteilen zu informieren, die meist ein abwertendes Bild von Sinti und Roma haben. Wer sich unsere Ausstellung ansieht, erfährt, wie vielfältig sie tatsächlich sind. (…)“, meint Gordana Herold.
Ande jek baro internacijonali koperacijakero projekto kamla i kulturakeri schtiftung le bundesistar jek digitali archiv le dschanipestar la kulturatar taj kunstatar le taj pedar o Sinti taj Roma andi europa te entviklinel. Vodim informacijatar- taj kulturakere mulatintschagendar ando berscha 2015 dschi 2019 jek internacijonali khetan kedipe kunstatar andar o mindenfelitike koji khetan kedim on.
Oj duach historischi taj privati dokumentscha, savi i historija taj i adiveseskeri cajt le Sintijendar taj Romendar phukan, sar te upre visenschoftlichi posicijontscha arbulhardo lo te ol. Afka o schel- berschengero phuro barvalipe use jek dschivde kunstakere taj kultureli produkcijontscha le pradipeske prado te ol, savi te igen sorale la europtika historiha phandli hi. 3,8 milijontscha euro vasche otscha dim on.
Cilon otscha dija o schtiftungakero rot la kulturakera schtiftungatar use pro khetan beschipe 23,6 milijontscha euro neve kultureli keripenge, telende but musejumiskere projektscha.
O kedveschno dad Franziskuskamla jek talalinipe jeka grupnaha Romenca: Ando 14. decemberi uso aun phendo kherodipe la khangerakera gemajndatar San Giuseppe all-Aurelio andi ostitiki foroskeri rik ando Rom ov dschenenca le Romendar khetan perla, kaj te i gemajndi le dschenenge igen but pomoschoninel. Imar ando april o Franziskus jek gemajndi kherodija savi upri foroskeri rik sina. But esertscha Roma ande blechoschne khera andi peripherie dschin. Sar ando kesdipe le novemberistar te schunel sina, i EU-akere komisijona la Italijake jek arkeripeskero dukajipe vasch i (pedar o berscha upri basis le „Nomaden-Plan“istar sa kerdo ulo) politika la segregacijonake le Romendar fogosintscha. La italijakera regirungatar manglo ulo, hot la EU-akere komisijonake buteder informacija pedar i aktujeli atschipeskeri situacija le Romendar andi Italija, te ando Rom, prik dim te ol.
Opferkonkurrenzen – Debatten um den Völkermord an den Sinti und Roma
Simon Wiesenthal Lecture: Karola Fings
Moderation: Éva Kovács (VWI) Datum:11. Dezember 2014, 18:30 Uhr Ort: Haus-, Hof- und Staatsarchiv,
Dachfoyer Minoritenplatz 1, 1010 Wien
1992 beschloss die Regierung der Bundesrepublik Deutschland, den Opfern des Völkermordes an den Sinti und Roma ein eigenes Denkmal zu widmen. Mitten in Berlin, nahe des ehemaligen Reichstagsgebäudes, wurde im Oktober 2012 das von dem Künstler Dani Karavan gestaltete Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas eingeweiht. Die zwanzigjährige Planungs- und Bauphase war begleitet von Diskussionen über den Stellenwert der NS-Verfolgung von „Zigeunern“ im Vergleich zum Holocaust. Als Höhepunkt gilt die publizistisch ausgetragene Kontroverse zwischen Yehuda Bauer, damals Leiter der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem, und Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma.
In dem Vortrag werden die Debatten vor dem Hintergrund neuerer Forschungsergebnisse zum Völkermord an den Sinti und Roma kritisch reflektiert.
Karola Fings ist Historikerin, stellvertretende Direktorin des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln und Lehrbeauftragte an der Universität zu Köln. Sie promovierte 2002 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit ihrer Studie Krieg, Gesellschaft und KZ. Himmlers SS-Baubrigaden. Seit mehr als zwei Jahrzehnten forscht, publiziert und lehrt sie über die NS-Verfolgung von Sinti und Roma. Read the rest of this entry »
Misho, Zorka und Tsveti leben in Nadeshda, einem der größten Roma-Ghettos Bulgariens. Sie träumen von einer Musikerkarriere in den großen Konzertsälen der Welt, doch außerhalb der Ghettomauern sind sie nur „Zigeunerkinder“.
Sie wollen raus aus Nadeshda, dabei gibt es für die drei Kinder Misho, Zorka und Tsveti kaum Chancen den Teufelskreis aus Vorurteilen und Perspektivlosigkeit zu durchbrechen. Doch ihre Familien wehren sich vehement gegen gesellschaftliche Ausgrenzung und das schlechte Image der „Zigeuner“ bei der bulgarischen Bevölkerung. Eine klassische Violinenausbildung soll den Kindern helfen, die sozialen Grenzen zu überwinden. Der Wunsch die Mauern des Ghettos zu überwinden ist groß. Auf dem Weg dahin müssen die beiden Familien einen Platz finden zwischen der eigenen Gemeinschaft und der Außenwelt.
„Nadeshda“ zeigt die Schwierigkeiten, aber auch die außergewöhnlichen und feierlichen Momente der Roma-Kultur.
Ein Dokumentarfilm von Anna Frances Ewert und Falk Müller, ausgezeichnet mit dem Menschenrechts-Filmpreis 2014 (Kategorie «Filmhochschule»)