Archive for November, 2014

Kontejnertscha la sidlungake „Bangladeš“

November 30th, 2014  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

O Thomas Eckert fatreterenca le schtudentengere khetanipestar andi Serbija taj tschavenca andar i sidlung „Banglades“ (Foto: VHS Roma)Ischkolakere kontejnertscha la serbitika Ro­men­ge­ra sid­lun­ga­ke „Bangladeš“

Pal but kurkeskere butja taj but dombi upro drom ande Novi Sad o verdi le schtar bare kon­tej­ne­renca latsche aun ale. O kon­tej­ner­tscha, la fir­matar TEERAG-ASDAG, la te­lutni austri­ja­kera schpe­di­cijo­na­tar LTS-Neuninger Lo­gistik ande Novi Sad ladim ule. La Flogos­kera Utscha Isch­ko­lake le Bur­gen­lan­di­tike Ro­men­dar (website) o but ber­schen­gero pajtaschi Thomas Eckert o la­dipe vodin­tscha taj doku­men­ti­rin­tscha.

Erschti kontaktscha uso serbitike Ro­men­gere fatre­ter­tscha ando ke­ripe jeka schtu­dija­kera roa­sa­tar 2012 phandle ule. Ande oja cajt o schero la Romen­gera VHSatar Horst Horvath avre dsche­nenca i Romen­geri sid­lung „Bang­ladeš“ ande Novi Sad kher rodine. Na dur pa­loda jek fatre­teri jeke serbi­tike schtu­den­ten­gere khe­ta­nipes­tar vasch pomo­schago uso prik berscha­ripe jek sikli­pes­kere pro­jek­tistar le tscha­venge andar „Bang­ladeš“ mangla. O finan­ci­jeli koji le schtu­den­ten­gera taj meschte­ren­gera butjake imar la Pestza­lozzi-schtif­tun­ga­tar use phen­de sina. Ham ando tikne khera la sid­lunga­tar thana fali­nahi, kaj siklim schaj ol. Afka o gondo bar­vado ulo, o atscha pal kontej­ner­tscha upre te li­kerel.

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Orientierung: Vorbildhaftes Waldhüttl

November 30th, 2014  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Religion

 Waldhüttl: Aufräumarbeiten mit den Bewohnern Wohnprojekt für „Menschen ohne Heimat“ in Tirol

ORF2 – Orientierung: 30.11.2014, 12:30 Uhr
Bericht: Brigitte Wojta, Länge: 7.41 Minuten
(on demand)

Roma aus der Ostslowakei, die nach Inns­bruck kommen, um dort ein paar Wochen lang mit dem Ver­kauf einer Stadt­zeitung ein wenig Geld zu ver­die­nen, um ihre not­lei­den­den Familien zu Hause unter­stützen zu kön­nen – das war der Aus­gangs­punkt der Grün­dung des Wohn­projekts Wald­hüttl in Innsbruck vor zwei Jah­ren. Das Ziel: Diesen Men­schen wäh­rend der Zeit ihres Auf­ent­halts in Österreich ein Ob­dach zu ge­ben (wir berichteten: Das Wohnprojekt „Waldhüttl“ in Tirol). Als „Bei­spiel geleb­ter Nächsten­liebe“ gilt das Wald­hüttl heu­te – und als Mo­dell einer gelun­ge­nen Koope­ra­tion des Stiftes Wilten, der Tiroler Vinzenz­ge­mein­schaf­ten und – quasi als „ideel­ler Geburts­helfer“ – des Sozialworts 10+ des Öku­meni­schen Rates der Kirchen in Öster­reich. Eng ver­knüpft mit der „Erfolgs­ge­schich­te Wald­hüttl“ ist mittler­weile auch der Name des Grün­ders der Initia­tive: Josef „Jussuf“ Windischer, Pax-Christi-Gene­ral­sekre­tär, der dieser Tage von den Ordens­ge­mein­schaf­ten Öster­reich für sein vor­bild­haf­tes Engage­ment mit dem „Preis der Orden“ ge­ehrt wor­den ist.

(Text: ORF Programminformation)

Schul-Container für „Bangladeš“

November 30th, 2014  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

Transport nach Serbien: Thomas Eckert und Horst Horvath, Volkshochschule der Burgenländischen RomaHilfe der VHS Roma für das serbische Roma-Viertel „Bangladeš“

volksgruppen.orf.at: Nach wochenlangen Vorbereitungen und etli­chen Hür­den auf dem Weg nach Novi Sad ist der Trans­port mit vier großen Con­tai­nern sicher an seinem Bestim­mungs­ort an­ge­kom­men. Die Con­tainer, gespen­det von der Fir­ma TEERAG-ASDAG, wur­den von der nieder­öster­rei­chi­schen Spe­di­tion LTS-Neunin­ger Logis­tik nach Novi Sad ge­lie­fert. Für die Volks­hoch­schule der Bur­gen­län­di­schen Roma (Website) hat der lang­jäh­rige Mit­streiter Thomas Eckert die Über­stel­lung beglei­tet und do­ku­mentiert.

Erste Kontakte zu serbischen Roma-Ver­tre­tern wurden im Rah­men einer Studienreise 2012 ge­knüpft. Da­mals besuchte die vom Geschäfts­füh­rer der Bur­gen­län­di­schen Volks­hoch­schule Horst Horvath an­ge­führte Reise­gruppe auch die am Stadt­rand von Novi Sad gele­gene Roma­sied­lung „Bangladeš“. Bald danach mel­dete sich ein Vertre­ter einer serbischen Stu­denten­verei­ni­gung und ersuch­te um Hilfe bei der Rea­li­sie­rung eines Bildungs­projekts für die Kinder von „Bangla­des“. Die finan­ziellen Mittel für die Arbeit von Stu­denten und Lehrern waren bereits von der Pestalozzi-Stif­tung gesi­chert. In den durch­wegs win­zigen Häusern der Siedlung fehl­ten jedoch Räume zum Lernen. So entstand die Idee, nach gebrauch­ten Con­tai­nern Aus­schau zu halten.

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Serbien, (k)ein „sicheres Herkunftsland“?

November 30th, 2014  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Deutschland: Gericht zweifelt an Asylrechtsreform

Der Beschluss des Verwaltungsgericht Münster, die Abschiebung einer serbischen Roma-Familie zu stoppen, könnte die umstrit­tene deutsche Asyl­rechts­reform kippen. Das Gericht, das dem Eilantrag der asyl­suchen­den Familie statt­gab, bezweifelt in seiner Begrün­dung die von der deut­schen Bundes­regie­rung gerade erst ver­fügte Einstu­fung Serbiens, Mazedoniens und Bosnien-Herzegowinas als „sicheres Her­kunfts­land“. Ob das neue Gesetz dem Bundes­verfassungs­gericht vorgelegt werden soll, werde sich im Hauptverfahren klären. n-tv schreibt dazu:

Weil die klagende Familie zur Volksgruppe der Roma gehört, bestehen dem VG zufolge „ernstliche Zweifel” an der Einschätzung des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge, dass der Familie nach ihrer Abschiebung in Serbien “keine relevanten Nachteile” drohen. Das Gericht bezweifelt zudem, dass das Gesetz zu den sicheren Herkunftsländern mit Blick auf die Roma rechtens ist: Bei der Bestimmung eines Staates zum sicheren Herkunftsstaat müsse der Gesetzgeber ein Gesamturteil über die für politische Verfolgung bedeutsamen Verhältnisse in dem jeweiligen Staat bilden. (…) Dem sei der Gesetzgeber aber mit Blick auf serbische Roma und den für sie negativen serbischen Ausreisebestimmungen womöglich nicht ausreichend nachgekommen.

Das Gericht verweist darüber hinaus darauf, dass das Gesetz die bisherige Entscheidungspraxis der Verwaltungsgerichte ignoriere, die der Kategorisierung als „sicheres Herkunftsland“ klar widerspreche: Sowohl das Verwaltungsgericht Stuttgart als auch das Verwaltungsgericht Münster hätten in einer Vielzahl von Fällen den Eilklagen von Asylsuchenden stattgegeben. Read the rest of this entry »

Papst plant Begegnung mit Roma

November 28th, 2014  |  Published in Religion

Papst Franziskus (Foto:Papst Franziskus plant eine Begegnung mit einer Gruppe von Roma: Bei dem für 14. De­zem­ber ange­kün­dig­ten Besuch der Pfarre San Giuseppe all-Aurelio am öst­li­chen Stadtrand von Rom wird er mit Ange­hö­ri­gen der Roma-Min­der­heit zusam­men­tref­fen, die von der Ge­mein­de betreut wer­den. Bereits im April hatte Fran­zis­kus einer ande­ren Pfarre am Stadt­rand einen Besuch ab­gestat­tet.

Tausende Roma leben in Container-Sied­lun­gen und Behelfs­unter­künf­ten an der Pe­riphe­rie. Wie An­fang November bekannt wurde, hat die EU-Kom­mis­sion Italien ein Vertrags­ver­letzungs­ver­fahren we­gen der (über Jahre auf Grund­lage des soge­nann­ten „Noma­den-Plans“ be­trie­be­nen) Politik der Segregation der Roma-Be­völ­ke­rung an­ge­droht. Die ita­lie­ni­sche Regie­rung wurde auf­ge­fordert, der EU-Kom­mission wei­tere Infor­ma­tio­nen über die aktuel­le Wohn­situation der Roma in Italien, ins­beson­dere auch in Rom, zu über­mitteln.

(dROMa)

Gejng i Roma-diskriminacija pe te terdscharel

November 26th, 2014  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland: 17.11.2014 (on demand)

Gedenkstein in Goberling (Foto: volksgruppen.orf.at)O anticiganismus le rasismus gejng o ojs „Zigeuner“ iden­ti­fi­ci­ri­me avre dsche­ne aka­rel, but­var Roma taj Sinti. Anti­ci­ga­nis­ti­schi ste­rejo­tip­tscha bul­he taj but­var te igen phure hi. Adi o ste­rejo­tip­tscha ande but sako dive­ses­kere de­batscha, pasche i fo­ros­keri po­li­tik, vasch so­cijali tscha­tschip­tscha taj bu­teder avre koji, te la­kel hi. O anti­ci­ga­nis­mus but­var na ojs rasis­ti­schi konstruk­ci­jona prin­dschar­do ol, but man­sucha patschan, hot vala­so pedar o Roma taj o Sinti taj len­gero dschi­vipe, dschanen.

So hi anticiganismus taj so schaj gejng oda keras?

Adale phutschajipeha jek workshop la Selena Sika­di­pes­kera Verksch­to­ta­tar andi khe­tani buti le Faraj­niha Karika andar i Erba taj trener­ki­jenca andar o Romano Centro andar Betschi ando Kher la Flogo­skera Kul­tu­ratar andi Uprutni Schica, tel liker­do ulo. Ada work­shop sen­si­bi­li­si­ri­nel le anti­ciga­nis­ti­schi ste­rejo­tip­tscheng taj sikal, sar odo­la vir­kinen taj sar on de­kon­struk­tivi schaj on. Pedar oda ari, dscha­nipe usi his­to­rija le Romen­dar taj Sin­tijen­dar taj pedar len­gere dschi­vi­pes­kere situa­cija an­di Austrija, prik dim ulo.

Goblina: Gondolipeskero bar le Romenge

„Andi cajt le nacijonalsocijalismusis­tar but ese­ri Roma mur­darde ule. Cile sid­lungtscha put­rim ule. Afka te oja Gobli­nate“, phenel o histo­ri­keri Gerhard Baumgartner. „Meg ando 1940te ber­scha va­lami 120 Roma andi sid­lung dschivnahi. But adale manu­schen­dar ando dom­bos­kero bau­ni­nipe butscha­linahi“, afka o Baum­gartner bajder. Read the rest of this entry »

Romafeindlichkeit entgegentreten

November 23rd, 2014  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland: 17.11.2014 (on demand)

Verein Karika in OberwartAntiziganismus bezeichnet Rassismus ge­gen als „Zigeuner“ fremd­iden­ti­fi­zier­te Per­so­nen, ins­beson­dere Roma und Sinti. Anti­ziga­nis­ti­sche Stereotype sind weit ver­brei­tet und teil­weise sehr alt. Heute durch­zie­hen Stereo­type viele tagespolitische De­bat­ten, rund um Stadt­politik, sozia­le Rechte und mehr. Anti­ziga­nis­mus wird häufig nicht als rassis­ti­sche Konstruk­tion erkannt, viele Men­schen glauben, etwas über Roma und Sinti und deren Lebens­weisen zu wissen.

Was ist Antiziganismus und wie können wir ihn bekämpfen?

Mit dieser Frage wurde ein Workshop von der Grünen Bildungswerkstatt in Zusam­men­arbeit mit dem Verein Karika aus Oberwart und Trai­nerin­nen vom Romano Centro aus Wien im Haus der Volkskultur in Oberschützen (Be­zirk Oberwart) ab­ge­hal­ten. Dieser Work­shop sensi­bili­sierte für anti­ziga­nis­ti­sche Stereo­type und zeigte, wie sie wir­ken und wie sie dekonstruiert wer­den können. Darüber hinaus wurde Wissen zur Ge­schichte der Roma und Sinti sowie zu de­ren Lebens­situa­tio­nen in Österreich ver­mittelt.

Goberling: Gedenkstätte für Roma

„In der Zeit des Nationalsozialismus sind tausende Roma ermordet worden. Ganze Siedlungen wurden ausgelöscht. So auch jene in Goberling (Anm.: im Bezirk Oberwart)“, sagt der Historiker Gerhard Baumgartner. Noch in den 1940er Jahren hätten rund 120 Roma in der Siedlung gelebt. Sehr viele dieser Menschen seien im Bergbau beschäftigt gewesen, so Baumgartner weiter. Auf Initiative des Ortsvorstehers Hans Bieler wurde neben der Goberlinger Kirche vor kurzem ein Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus errichtet. Read the rest of this entry »

Gledaloskere kipi: Romnija ando maschkaripe

November 22nd, 2014  |  Published in Frauenrechte, Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland: 10.11.2014 (on demand)

Spiegelbilder: Romnija im Mittelpunkt

M Schmid (Foto Julius Horvath)volksgruppen.orf.at: Kipi, manuschendar nisaj bastalo ke­ri­pe hi. On an­dar oda ari an, so o dsche­ne te sikal dscha­nen vaj kamna, andar oda ari an, so o kipo­sina­schi vaj i kipo­si­nasch­kija te dikel dscha­nen vaj kamna taj andar oda ari an, so o dikasch­tscha esbe len. Min­dig di­kip­tscha del, min­dig and foji­nip­tscha le sik­limes­tar del, imar kojen­dar save dikle ule, phenel o kipo­si­na­schi Michael Schmid.

Khetano than — Trin tikne seriji Romane dschuvla andar o projekto Detva le The­mes­kere Kheres­tar Gereci ando centrum le foros­tar Banska Bystrica ande min­den­fe­li­tike ke­rip­tscha sikal. Ando masch­ka­rut­nipe adale ke­rip­tschen­dar o nu­cini­pe ter­dschol, o and lipe le pra­dime thanes­tar duach o Rom­nija. O kipen­gere seriji andar i khe­tani buti masch­kar o kipo­si­na­schi taj o Romnija kerdi uli. Jek ar gejipes­kere gendo latsche kon­cepti­ha taj le ciliha, o di­kiptscha te iri­nel taj tra­di­rime angle ter­dscha­rip­tscha palal te phut­schel, afka o Schmid. Gleda­los­kere kipi schaj kiva­nipes­kere kipi dschan­garel. Falati avral o diki­pe te sikal. Ande ada peripe o gle­dalo le dsche­nen, save upri rik terdschon vaj upri rik le pra­dime thanes­tar dschu­mim on, an­do centrum ter­dscha­rel. O Romnija na terdschon ando di­kipe, on ando masch­karut­nipe le keri­pes­tar terdschon. Pasche o kipi le Michael Schmidis­tar te o ekspo­natscha le Ro­men­gere kipo­si­na­schis­kere kinst­le­ris­tar Julius Horvath te dikel sina. Buteder pedar, schu­nen tu­men andi sen­dung „Roma sam“ upro Ra­dijo Bur­genland.

volksgruppen.orf.at: Bilder von Menschen sind keine Zufalls­pro­dukte. Auch nicht in der Foto­grafie. Sie ent­ste­hen aus dem, was die Dar­stel­len­den zei­gen kön­nen und wollen, aus dem, was Fotograf oder Fo­to­grafin sehen kön­nen und wollen, und aus dem, was die Betrach­ter wahr­neh­men. Immer gibt es Filter, immer gibt es Ein­flüsse durch Ge­lern­tes, schon Ge­se­he­nes, sagt der Foto­graf Michael Schmid.

Gemeinschaftsraum — Drei Kleinzyklen zeigen Roma-Frauen aus dem Projekt Detva des Welthauses Graz im Zentrum von Banská Bystrica (Slowakei) in un­ter­schied­li­chen Insze­nie­run­gen. Im Mittel­punkt dieser Insze­nie­rungen steht die selbst­ver­ständ­liche Nutzung, In­be­sitz­nahme des öffent­li­chen Raums durch die Romnija. Die Bild­serien ent­stan­den aus der Zusam­men­arbeit zwischen dem Foto­gra­fen und den Dar­stel­lerin­nen auf Basis klarer Teil­kon­zepte mit dem Ziel, Sicht­weisenzu ver­än­dern und tra­dierte Vor­stel­lun­gen zu hinter­fragen, so Schmid. Read the rest of this entry »

Berichterstattung als „geistige Brandstiftung“

November 21st, 2014  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Radio SRF 2 KulturSRF 2 Kultur, Deborah Sutter: Ob Boulevard-Medium oder lin­ke Wochen­zeit­schrift: Geht es um Roma, sind Klischees von steh­len­den Kin­dern oder Zu­häl­tern, die ihre Frauen auf den Stras­sen­strich schicken, so­fort bei der Hand. Das ist das Re­sul­tat ei­ner Studie, die die Schwei­zer Rroma Foun­dation in Zürich vor­stellte.

Hetze auf dem Titelblatt: Weltwoche-Cover 2012 (Foto: SRF)Dicke Goldketten, bettelnde Kinder, ärmliche Hütten, Kinder­bräute: Auf sol­che und ähn­li­che Klischees grei­fen die Deutsch­schweizer Medien bei ihrer Bericht­erstat­tung über Roma ger­ne zurück. «Dass das auf alle unter­suchten Zei­tun­gen zutrifft, hat mich über­rascht», sagt Stéphane Laederich, der Direktor der Schwei­zer Rroma Foundation.

Die Stiftung hat im Zeitraum von 2008 bis 2013 alle Artikel un­ter­sucht, in denen über Roma be­rich­tet wurde. 297 Artikel sind zu­sam­men­ge­kommen, ver­fasst von 147 Jour­na­listen für den «Beobachter», den «Blick», «20 Minuten», den «Tages-Anzeiger», die «NZZ »und die «NZZ am Sonntag», die «Weltwoche», die «Sonntagszeitung» so­wie die «Wochenzeitung».

Stereotype aus dem Mittelalter

«Die Presse beschreibt durchs Band weg eine Minderheit innerhalb einer Minderheit», so Stéphane Laederich. Die gros­se Mehr­heit der rund 80‘000 in der Schweiz leben­den Roma ste­he den weni­gen, dafür sichtbaren Roma gegen­über. «Wir wollen darauf auf­merk­sam ma­chen, dass das Bild der betteln­den Clans nicht der Rea­lität entspricht.»

Die Stereotype, die immer wieder zu finden seien, stamm­ten zum Teil aus dem west­euro­päi­schen Mit­tel­alter. Das Bild der kinder­rauben­den, heid­ni­schen, steh­len­den Roma habe in der Ver­gan­gen­heit mehr­mals die Verfol­gung und Er­mor­dung legi­ti­miert. Stéphane Lae­derich spricht auch im Zusam­men­hang mit der ak­tuel­len Be­richt­erstat­tung in der Schweiz von «geis­tiger Brand­stif­tung, die nur allzu leicht in echte Brand­stif­tung um­schla­gen kann». (…)

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Nur singen, tanzen, betteln?

November 17th, 2014  |  Published in Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Flashmob im Rahmen der Roma-Jugendkonferenz in Wien (Foto:)70 junge Roma aus elf europäischen Ländern weh­ren sich ge­gen Ras­sis­mus und dis­kri­mi­nie­ren­de Vor­ur­tei­le, die sie selbst Lü­gen stra­fen.

Heinz Wagner/Kurier.at: Ein kleiner Massenauflauf Jugendlicher und junger Erwach­se­ner in der Maria­hil­fer Straße bei der Neu­bau­gasse. Ein Skate­boarder zeigt ei­ni­ge Tricks, an­de­re ent­rol­len eine Flag­ge – himmel­blau der obere, wie­sen­grün der un­te­re Teil und in der Mitte ein rotes Spei­chen­rad, Chakra genannt. Letzte­res weist auf die Her­kunft der Roma hin, auch die indi­sche Flagge ent­hält ein sol­ches Chakra.

Putren le Jakha! – Macht die Augen auf!

Andere entrollen handgeschrieben Plakate – in eng­li­scher Sprache mit der Frage, ob die Vorü­ber­ge­hen­den nun erwar­ten wür­den, dass die jungen Leute sin­gen, tan­zen oder bet­teln? Klischee­bil­der de­nen sie sich als Ange­hö­rige der Volks­grup­pe der Roma mehr als oft gegen­über se­hen. „Macht die Augen auf, erweitert euren Blick­win­kel!“ – so lau­tet die Über­set­zung von „Putren le Jakha!“. Dies ist das Motto der aller­ers­ten Jugend­konferenz von Roma aus elf euro­päi­schen Län­dern, die nun in Wien statt­findet. Mit wei­te­ren Buch­sta­ben for­dern die rund 70 Jugend­li­chen und jun­gen Er­wach­se­nen von Spanien bis Rumä­nien, von Tsche­chien bis Alba­nien „Stopp Anti­ziga­nis­mus!“ So wird Diskri­mi­nie­rung und Rassi­smus gegen­über jenen genannt, die oft als „Zigeu­ner“ be­schimpft werden.

Lebende Gegenbeweise

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst strafen alle­samt als leben­dige Bewei­se die Kli­schee­bilder Lügen. Read the rest of this entry »

ORF: „Europa – Der Kampf der Roma“

November 13th, 2014  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

ORF-WELTjournal ORF 2 – WELTJournal, 12.11.2014
Wiederholung.: Fr., 14.11., 12:20 Uhr

Reportage von Julieta Rudich (Länge: 31 min.)
>> ORF-TVthek (7 Tage)

Der Fall des Eisernen Vorhangs vor 25 Jahren und die EU-Ost­er­wei­te­rung der letz­ten 10 Jahre ha­ben Europas größte Min­der­heit auch im Westen wieder sicht­bar gemacht: die Roma. Die meisten der ge­schätz­ten 10-15 Mil­lio­nen euro­pä­i­schen Roma leben nach wie vor in den ehemals kom­munis­ti­schen Ländern Süd­ost­euro­pas, doch ihre Hoff­nun­gen auf ein bes­seres Leben in der EU haben sich nicht er­füllt. „In Ungarn wer­den Roma enteignet und ver­trie­ben und müs­sen sich anhören, Hitler hätte sie alle ver­nich­ten sol­len”, warnt die Roma-Ak­tivis­tin Ágnes Daróczi, „wen wun­dert es, wenn sich im­mer mehr von ihnen über­le­gen, nach West­europa aus­zu­wan­dern?“. Aber auch in den von der Wirt­schafts­krise ge­plag­ten west­euro­päi­schen Län­dern wird die ärmste Minder­heit Euro­pas zum Sün­den­bock ge­macht. „Die ultra­rech­ten Parteien schüren ähn­liche Vor­urtei­le gegen die Roma wie in den 1930er Jah­ren ge­gen die Juden“, sagt die schwe­di­sche Romni Soraya Post, die als EU-Ab­geord­nete gegen Diskri­mi­nie­rung, Aus­gren­zung und Ver­fol­gung kämpft.

WELTjournal-Reporterin Julieta Rudich zeigt in ihrer Reportage auch die neue, selbstbewusste Generation von Roma, die ihre Herkunft nicht mehr in der Assimilation verstecken will. Sie spricht u.a. mit Juan de Dios Ramírez, dem ersten Gitano im Europa-Parlament, darüber, wie es kommt, dass das Zusammenleben mit der Mehrheitsbevölkerung in Spanien einigermaßen friktionsfrei funktioniert, und sie besucht im Süden Ungarns einen Roma-Bürgermeister, der den Schlüssel zur Lösung des Problems zu haben scheint.

(ORF Programminfo)

Wels: Campierverbot illegal, aber in Kraft

November 11th, 2014  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Campierverbot für Roma und Sinti auf dem Messegelände Wels (Foto: wels.osterreich1.at)Der Welser Gemeinderat hat am 18. Novem­ber 2013 mit schwarz-blauer Mehr­heit be­schlos­sen, das Campie­ren auf dem Welser Messe­gelände zu ver­bieten. Das Verbot richtet sich ge­zielt gegen Roma und Sinti, die bis­her jedes Jahr ein paar Tage dort cam­piert und dafür eine Gebühr ent­rich­tet haben. Nach dem Beschluss hagel­te es Proteste (mehr hier), das Messe-Prä­si­dium kündigte sogar an, sich der Verordnung zu wider­setzen und wei­ter­hin Roma-Grup­pen auf­zu­neh­men, bis ein Ersatz­platz ge­fun­den ist. SP-Bürgermeister Peter Koits schaltete die Gemeinde­aufsicht des Lan­des Oberösterreich ein. Die städti­sche Verord­nung wurde von Landes­seite da­rauf­hin am 8. April aus meh­re­ren Grün­den für rechtswidrig erklärt. Zum einen seien die bis­he­ri­gen 18 Auf­ent­halte von Roma und Sinti, von punk­tuel­len Aus­nah­men ab­ge­sehen, stets problem­los ver­lau­fen. Es liege daher im Zusam­men­hang mit campie­ren­den Grup­pen bei der Messe­hal­le kein Miss­stand vor, der eine orts­poli­zei­liche Rege­lung recht­fer­ti­gen würde. Zum ande­ren stell­te das Land fest, dass die Welser Verord­nung eine „nicht zu­läs­sige Ungleich­be­hand­lung“ dar­stelle, weil sich das Verbot gegen das Campieren von Roma und Sinti rich­te, das Cam­pie­ren an­de­rer Grup­pen, etwa im Rah­men von Jahr­märkten, Zirkus­sen oder Messen, je­doch weiter­hin ge­stattet sei.

Obwohl das Verbot also bereits vor Mona­ten für rechts­wid­rig er­klärt wurde, ist es un­verän­dert in Kraft. Die ober­öster­rei­chi­sche Landes­regie­rung könn­te die unzu­läs­si­ge Verordnung auf­heben bzw. eine Än­de­rung be­schlie­ßen, der dazu nö­tige An­trag lässt aber sei einem Jahr auf sich war­ten. Der ressort­zu­stän­dige SPÖ-Lan­des­rat Reinhold Entholzer hat bis­lang keinen sol­chen Antrag ein­ge­bracht. Read the rest of this entry »

Romeo Franz – Sinti-aktivisto taj politikeri

November 9th, 2014  |  Published in Politik, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland: 3.11.2014 (on demand)

Sinto, Aktivist, Politiker: Romeo Franz (Foto: Die Grünen, Deutschland)Sajt 1998 o Romeo Franz le tschatschipen­ge le Sintijenge taj Romenge ande pe bescha­rel. Usar 2003 dschi 2013 o dujto angle beschto le thaneskere khetanipestar nimtschke Sintijendar taj Romendar ande Rhein­land-Pfalz lo sina taj dscheno ando angle beschipe le Centrali Rotis­tar le Nimtsch­ke Sinti­jendar taj Romen­dar. „Mre ter­dscha­viptscha ojs nimtsch­ko Sinto taj o bibas­tale terdscha­vip­tscha mra daja­tar taj mra baba­tar, save o holo­caust prik dschiv­de, o koji sina, kaj me poli­ti­schi buti kerav. O esbe liptscha le Sele­nenca imar ande mri cajt, kada me man le polga­ren­gere tscha­tschi­pende ande bescha­rahi, igen latsche sina taj vascho­da ando bersch 2011 usi partaj use gejom“, phenel o Franz. „Mri fami­lija schov dschene ando nacijen­gere lo­gertscha na­schatscha“, afka o Sin­tijen­ge­ro-ak­tivis­to, Romeo Franz.

I Hildegard Lagrenne Schtiftung

I Hildegard Lagrenne Schtiftung i erschti schtif­tung hi, sava­kere keri­pes­kere dschene tschak Sinti taj Roma hi. Oj le gon­doha kerdi uli, hot le Sinten taj Ro­men vasch o khe­tani­pes­kero anti­ciga­nismus taj i schel­berschen­geri diskri­mi­na­cija te adi meg tschule sika­di­pes­kere scha­jiptscha hi. „Akardi hi i schtif­tung pal i Hil­de­gard Lagrenne (1921–2007), savi o pol­garen­gero tscha­tschi­pes­kero mici­nipe le nimtschke Sin­tijen­dar taj Romen­dar pre­gintscha taj savi pe le sika­di­peske taj le kejmpfi­ni­peske gejng o anti­ci­ga­nis­mus ande be­schar­lahi“, phenel o Romeo Franz. Read the rest of this entry »

Romeo Franz – Sinti-Aktivist und Politiker

November 8th, 2014  |  Published in Politik, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland: 3.11.2014 (on demand)

Romeo Franz (Foto: Die Grünen)Seit 1998 setzt sich Romeo Franz für die Bürger­rechte der Sinti und Roma ein. Von 2003 bis 2013 war er stell­ver­tre­ten­der Vor­sitzen­der des Landes­ver­ban­des deutscher Sinti und Roma in Rhein­land-Pfalz und Mit­glied im Vor­stand des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma. „Meine Erleb­nisse als deut­scher Sinto und das Schick­sal mei­ner Mut­ter und meiner Groß­mutter, die den Holocaust über­lebt haben, führ­ten dazu, dass ich mich poli­tisch enga­giere. Die Erfah­run­gen mit den Grünen waren schon in meiner Zeit als Bürger­rechtler sehr positiv, des­wegen traf ich 2011 den Ent­schluss, mich der Partei an­zu­schließen“, sagt Ro­meo Franz. „Mei­ne Fami­lie ver­lor sechs Ange­hö­rige in den Kon­zentra­tions­la­gern der Nazis“, so der Roma-Ak­tivist.

Die Hildegard-Lagrenne-Stiftung

Die Hildegard-Lagrenne-Stiftung ist die erste Stif­tung, de­ren Grün­dungs­mit­glie­der nur Sinti und Roma sind. Sie wurde in dem Be­wusst­sein ge­grün­det, dass Sinti und Roma durch den gesell­schaft­li­chen Anti­ziga­nis­mus und Jahr­hun­derte dauern­de Diskri­mi­nie­rung auch heute gerin­gere Bil­dungs­chan­cen haben. „Benannt ist die Stiftung nach Hildegard Lagrenne (1921–2007), die die Bür­ger­rechts­be­we­gung der deut­schen Sinti und Roma präg­te und zeit ihres Lebens für Bildung und die Be­kämp­fung des Anti­ziga­nis­mus ein­trat“, sagt Romeo Franz. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (108)

November 6th, 2014  |  Published in Facts & Figures

Seit 2010 besteht in Ser­bi­en ein von der Ro­ma-Volks­grup­pe di­rekt ge­wähl­ter Min­der­hei­ten­rat.

(Quelle)

Griechenland: Angriff auf Romni untersuchen!

November 5th, 2014  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Beim Angriff 2012 schwer verletzt: die Romni Paraskevi Kokoni, Schwägerin des lokalen Roma-Vertreters (Foto: Amnesty International)Amnesty: Griechenland muss endlich an­fan­gen, Hass­ver­bre­chen ge­gen Roma auf­zu­klären!

Amnesty International: Am 4. November begann vor einem Gericht in Mesolongi im Westen Grie­chen­lands das Ver­fah­ren gegen drei Män­ner, die eine An­ge­hö­rige der Roma und ihren Neffen brutal angegriffen haben sollen. Am­nesty er­war­tet, dass das Gericht auch das rassistische Motiv hinter dem Über­griff unter­sucht, bei dem Paraskevi Kokoni und ihr Neffe Kostas vor zwei Jahren von ins­ge­samt sechs oder sieben Män­nern schwer verletzt wurden. Alles an­de­re wäre als Justizv­ersagen zu betrachten.

Paraskevi Kokoni war im Oktober 2012 mit ihrem 11-jäh­ri­gen Sohn und ihrem 23-jäh­ri­gen geistig behin­der­ten Nef­fen Kostas in dem Dorf Etoliko unter­wegs, um ein­zu­kaufen. Plötz­lich wur­den sie und ihr Neffe von einer Gruppe von Män­nern at­tac­kiert, die sie mit Fuß­tritten und Faust­schlägen miss­han­del­ten und mit Holz­stämmen auf sie los­gin­gen. Paras­kevi Koko­ni äußerte gegen­über Am­nes­ty die An­sicht, dass sie an­ge­grif­fen wurde, weil sie mit einem Sprecher der loka­len Roma-Ge­mein­schaft verwandt ist. Der Zeit­punkt des An­griffs fällt in einen Zeit­raum zahl­rei­cher bru­ta­ler Über­griffe auf Roma-Fa­mi­li­en in Etoliko zwi­schen Au­gust 2012 und Ja­nu­ar 2013 (dROMa-Blog berichtete).

Fotis Filippou, Amnesty-Kampag­nen­leiter für Europa und Zentral­asien, sagte: „Paras­kevi Kokoni und ihr Neffe warten schon lange darauf, dass ihnen Gerech­tig­keit wider­fährt. Dies wird nur gesche­hen, wenn das Gericht die eindeu­ti­gen Hin­weise auf ein rassis­ti­sches Tatmotiv prüft – etwas, das die Polizei im Laufe der Ermitt­lun­gen ge­flis­sent­lich ignoriert hat. Das Gericht muss bei der Unter­su­chung die­ses Falls die Möglich­keit eines Hass­ver­bre­chens in Be­tracht ziehen. Read the rest of this entry »

Sikavipe le Romendar andi fotografija

November 5th, 2014  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland: 27.10.2014 (on demand)

Roma-Siedlung im Burgenland (Foto: Bgld. Landesarchiv, via volksgruppen.orf.at)Na del nisaj schuscho, jekoschno dikipe. Sako dikipe papal jek kheta­ni­pes­keri forma sikal. O dikipe upro ojs „Zigeuner“ diskri­mi­niri­mo Sintijen­gero taj Romen­gero tschulipe, ando 19to schel­ber­schen­gero but irini­pes­kere redi duach naschtscha, savo pe ando fesch­time taj fotogra­fi­rime kipi ada­la peri­jo­datar sikal.

Sikavipe taj esbe lipe

„Ando oja cajt but neve konvencijon­tscha ari an, save o sika­vipe taj o esbe lipe le Sinti­jen­dar taj Ro­medar, ando cile dschi­vi­pes­kere falati dschi adi vodinen“, phenel o histo­rikeri Gerhard Baumgartner. „Te o afka akar­de ‚Zigeuner­fotogra­fiji‘ andar o phuro 19to taj aguno 20to schel­ber­schen­gero nan tschak objek­tivi dikiptscha jeka imar fageli cajta­tar, on te o resul­tato jeke kon­dicijo­ni­rime, rajipes­kere taj kate­go­ri­siri­me diki­pes­tar upre aja pol­ga­ren­geri grupn hi“, afka o Baum­gart­ner bajder.

Adala fotografiji andi erschti rik usi ilustra­cijo­na la haren­gera butja­tar taj la doku­men­ta­cija­ke le rajipes­tar taj la kontro­latar pedar o Sinti taj Roma duach o birov­tscha­ge dijanin­lahi. Kaj o haren­gere taj o favoj­ti­ni­pes­kere but­schasch­tscha o cile 130 „Zigeu­ner­sidlung­tscha“ le Bur­gen­landis­tar ojs than la krimi­nali­teta­tar dikna­hi, len­gere dschene tschin­gerde taj tschore sikade ovnahi: Read the rest of this entry »

Darstellung der Roma in der Fotografie

November 4th, 2014  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland: 27.10.2014 (on demand)

Burgenländische Roma-Korbflechter und Polizist (Foto: Bgld. Landesarchiv, via volksgruppen.orf.at)Es gibt keinen unschuldigen, naiven Blick. Jeder Blick spiegelt eine bestimm­te gesell­schaft­li­che Struk­tur wider. Der Blick auf die als „Zigeu­ner“ dis­kri­mi­nier­te Min­der­heit der Sinti und Roma durch­läuft im 19. Jahr­hun­dert eine Rei­he von Ver­än­de­run­gen, die sich an­hand der gemal­ten und foto­gra­fier­ten Bilder die­ser Pe­rio­de nach­zeich­nen lassen.

Darstellung und Wahrnehmung

„In dieser Zeit entsteht die Mehrzahl jener neuen Kon­ven­tio­nen, wel­che die Darstel­lung und Wahr­neh­mung der Sinti und Roma in allen Lebens­be­rei­chen bis heute weit­ge­hend domi­nie­ren“, sagt der Historiker Gerhard Baumgartner. „Auch die so genann­ten ‚Zigeu­ner­fotografien‘ des späten 19. und frü­hen 20. Jahr­hun­derts sind nicht einfach objek­tive Zeug­nis­se einer ver­gan­ge­nen Zeit, sondern ebenso das Produkt eines kondi­tio­nier­ten, herr­schen­den und katego­ri­sie­ren­den Blickes auf diese Bevöl­ke­rungs­gruppe“, so Baum­gart­ner weiter.

Diese Fotografien dienten in erster Linie zur Illustra­tion der Polizei­arbeit sowie zur Doku­men­ta­tion der Be­herrsch­barkeit und Kontrol­le der Sinti und Roma durch die Behörden. Da die Polizei- und Ver­waltungs­beamten die 130 „Zigeuner­siedlungen“ des Bur­gen­landes alle­samt als Hort der Kriminalität ver­stan­den, wurden ihre Bewoh­ner in der Regel auch als zer­lumpte, ver­armte Gestal­ten prä­sen­tiert: Read the rest of this entry »

Politisches Training für Romnija

November 3rd, 2014  |  Published in Frauenrechte, Interview, Jugend & Bildung, Politik, Radio, Podcast & TV

Politisches Training für Roma-Frauen in Tschechien (Foto: Böll-Stiftung, via Radio Praha)„Roma-Frauen in der Politik eine Stimme ver­lei­hen“ – Eva van de Rakt im Gespräch

>>Zum Interview: mp3 (8:40 min)

Acht Studentinnen aus der Minderheit der Roma ha­ben am ver­gan­ge­nen Wochen­ende in Prag feier­lich Diplome über­reicht be­kom­men. Es war eine Aus­zeich­nung für die erfolg­rei­che Teil­nahme an einem ein­jäh­ri­gen politi­schen Training der Hein­rich-Böll-Stif­tung. Die Grü­nen-nahe deut­sche Stiftung möchte damit Roma-Frauen (Romnia) moti­vie­ren, sich poli­tisch zu enga­gieren und selbst zu Entschei­dungs­trägern zu werden. Und damit sollen sie auch das Klischee von Roma als unge­bil­deten, passiven Sozial­hilfe­empfän­gern am eige­nen Beispiel wider­legen. Dazu bringt Radio Praha ein Gespräch mit Eva van de Rakt, Lei­te­rin des Prager Büros der Hein­rich-Böll-Stif­tung. Die Fra­gen stellte Silja Schultheis.

Lesen Sie (bzw. hören Sie) das umfangrei­che Interview auf Radio Praha.

Prag: Romafeindlichkeit gefährdet Demokratie

November 2nd, 2014  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Neonazi-Aufmarsch gegen Roma in Budweis (Foto: Romea.cz)Tschechischer Geheimdienst sieht Anti-Roma-Stimmung als Gefahr für die de­mo­kra­tische Ordnung

In seinem jüngsten Bericht warnt der tschechische Inlands­ge­heim­dienst BIS (Bezpeč­nos­tní infor­mační služ­ba­vor, Sicher­heits­infor­mations­dienst) vor der Gefahr des Anti­ziganis­mus: „Eth­ni­sche Span­nungen“, wie sie im vergan­genen Jahr in einigen Regio­nen beobach­tetet wur­den, bewer­te­ten die Geheim­dienst­ex­per­ten als größten Risiko­faktor für die demokra­ti­sche Ord­nung in Tschechien. Das hält der Dienst in seinem Jahresbericht fest, der am Mon­tag ver­öf­fent­licht wur­de. „Für die Sicher­heit könn­ten die Anti-Ro­ma-Stim­mun­gen in ei­nem Teil der Öffent­lich­keit ein größe­res Problem dar­stel­len als extre­me, aber zahlen­mäßig kleine Grup­pen der Rechts­radikalen“, fasst Radio Prag den Bericht zusammen, der die Ge­fahr viel­mehr in Frustra­tion und Roma­feind­lich­keit in Teilen der gesell­schaft­li­chen Mitte aus­macht. Auch im ver­gan­genen Jahr war es wie­der­holt zu Kund­ge­bun­gen und Auf­mär­schen gegen die Min­der­heit ge­kom­men, die häufig in Gewalt mün­de­ten (siehe z.B. hier oder hier).

Das lokal problematische Zusammenleben in man­chen Orten und Stra­ßen so­wie das Ge­fühl, dass die Poli­tik dabei ver­sage, Lösun­gen herbei­zu­führen, „könnten in radikale Äuße­run­gen mit Unter­stüt­zung von Populisten und Rechtsradikalen und zur Eska­lierung des Problems mü­nden. Dies könne auch zum Anstieg der Skep­sis und des Miss­trauens der Bürger gegen­über den demo­kra­ti­schen Prin­zi­pien in der Tschechischen Republik füh­ren, warnt der Dienst in seinem Bericht.“

(dROMa / Quellen: Radio Prag, Prager Zeitung)