ORF: „Europa – Der Kampf der Roma“
November 13th, 2014 | Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
ORF 2 – WELTJournal, 12.11.2014
Wiederholung.: Fr., 14.11., 12:20 Uhr
Reportage von Julieta Rudich (Länge: 31 min.)
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Der Fall des Eisernen Vorhangs vor 25 Jahren und die EU-Osterweiterung der letzten 10 Jahre haben Europas größte Minderheit auch im Westen wieder sichtbar gemacht: die Roma. Die meisten der geschätzten 10-15 Millionen europäischen Roma leben nach wie vor in den ehemals kommunistischen Ländern Südosteuropas, doch ihre Hoffnungen auf ein besseres Leben in der EU haben sich nicht erfüllt. „In Ungarn werden Roma enteignet und vertrieben und müssen sich anhören, Hitler hätte sie alle vernichten sollen”, warnt die Roma-Aktivistin Ágnes Daróczi, „wen wundert es, wenn sich immer mehr von ihnen überlegen, nach Westeuropa auszuwandern?“. Aber auch in den von der Wirtschaftskrise geplagten westeuropäischen Ländern wird die ärmste Minderheit Europas zum Sündenbock gemacht. „Die ultrarechten Parteien schüren ähnliche Vorurteile gegen die Roma wie in den 1930er Jahren gegen die Juden“, sagt die schwedische Romni Soraya Post, die als EU-Abgeordnete gegen Diskriminierung, Ausgrenzung und Verfolgung kämpft.
WELTjournal-Reporterin Julieta Rudich zeigt in ihrer Reportage auch die neue, selbstbewusste Generation von Roma, die ihre Herkunft nicht mehr in der Assimilation verstecken will. Sie spricht u.a. mit Juan de Dios Ramírez, dem ersten Gitano im Europa-Parlament, darüber, wie es kommt, dass das Zusammenleben mit der Mehrheitsbevölkerung in Spanien einigermaßen friktionsfrei funktioniert, und sie besucht im Süden Ungarns einen Roma-Bürgermeister, der den Schlüssel zur Lösung des Problems zu haben scheint.