Romafeindlichkeit entgegentreten

November 23rd, 2014  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland: 17.11.2014 (on demand)

Verein Karika in OberwartAntiziganismus bezeichnet Rassismus ge­gen als „Zigeuner“ fremd­iden­ti­fi­zier­te Per­so­nen, ins­beson­dere Roma und Sinti. Anti­ziga­nis­ti­sche Stereotype sind weit ver­brei­tet und teil­weise sehr alt. Heute durch­zie­hen Stereo­type viele tagespolitische De­bat­ten, rund um Stadt­politik, sozia­le Rechte und mehr. Anti­ziga­nis­mus wird häufig nicht als rassis­ti­sche Konstruk­tion erkannt, viele Men­schen glauben, etwas über Roma und Sinti und deren Lebens­weisen zu wissen.

Was ist Antiziganismus und wie können wir ihn bekämpfen?

Mit dieser Frage wurde ein Workshop von der Grünen Bildungswerkstatt in Zusam­men­arbeit mit dem Verein Karika aus Oberwart und Trai­nerin­nen vom Romano Centro aus Wien im Haus der Volkskultur in Oberschützen (Be­zirk Oberwart) ab­ge­hal­ten. Dieser Work­shop sensi­bili­sierte für anti­ziga­nis­ti­sche Stereo­type und zeigte, wie sie wir­ken und wie sie dekonstruiert wer­den können. Darüber hinaus wurde Wissen zur Ge­schichte der Roma und Sinti sowie zu de­ren Lebens­situa­tio­nen in Österreich ver­mittelt.

Goberling: Gedenkstätte für Roma

„In der Zeit des Nationalsozialismus sind tausende Roma ermordet worden. Ganze Siedlungen wurden ausgelöscht. So auch jene in Goberling (Anm.: im Bezirk Oberwart)“, sagt der Historiker Gerhard Baumgartner. Noch in den 1940er Jahren hätten rund 120 Roma in der Siedlung gelebt. Sehr viele dieser Menschen seien im Bergbau beschäftigt gewesen, so Baumgartner weiter. Auf Initiative des Ortsvorstehers Hans Bieler wurde neben der Goberlinger Kirche vor kurzem ein Gedenkstein für die Opfer des Nationalsozialismus errichtet. „Seit Kriegsende ehren wir unsere Soldaten. Es ist nur mehr als gerecht, dass wir auch unserer zivilen Goberlinger Opfer gedenken. Sie sollen so ein ehrendes Gedenken erhalten“, sagt Bieler. „Unser aller Aufgabe ist es, aus der Geschichte zu lernen“, sagt Markus Szelinger, Bürgermeister der Großgemeinde Schlaining. „Wir dürfen es nicht zu Tode schweigen, damit die Erinnerung daran nicht innerhalb weniger Generationen wieder verschwindet“, so Szelinger weiter. Mehr darüber hören Sie in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.

(volksgruppen.orf.at)

Comments are closed.