Prag: Romafeindlichkeit gefährdet Demokratie
November 2nd, 2014 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Tschechischer Geheimdienst sieht Anti-Roma-Stimmung als Gefahr für die demokratische Ordnung
In seinem jüngsten Bericht warnt der tschechische Inlandsgeheimdienst BIS (Bezpečnostní informační službavor, Sicherheitsinformationsdienst) vor der Gefahr des Antiziganismus: „Ethnische Spannungen“, wie sie im vergangenen Jahr in einigen Regionen beobachtetet wurden, bewerteten die Geheimdienstexperten als größten Risikofaktor für die demokratische Ordnung in Tschechien. Das hält der Dienst in seinem Jahresbericht fest, der am Montag veröffentlicht wurde. „Für die Sicherheit könnten die Anti-Roma-Stimmungen in einem Teil der Öffentlichkeit ein größeres Problem darstellen als extreme, aber zahlenmäßig kleine Gruppen der Rechtsradikalen“, fasst Radio Prag den Bericht zusammen, der die Gefahr vielmehr in Frustration und Romafeindlichkeit in Teilen der gesellschaftlichen Mitte ausmacht. Auch im vergangenen Jahr war es wiederholt zu Kundgebungen und Aufmärschen gegen die Minderheit gekommen, die häufig in Gewalt mündeten (siehe z.B. hier oder hier).
Das lokal problematische Zusammenleben in manchen Orten und Straßen sowie das Gefühl, dass die Politik dabei versage, Lösungen herbeizuführen, „könnten in radikale Äußerungen mit Unterstützung von Populisten und Rechtsradikalen und zur Eskalierung des Problems münden. Dies könne auch zum Anstieg der Skepsis und des Misstrauens der Bürger gegenüber den demokratischen Prinzipien in der Tschechischen Republik führen, warnt der Dienst in seinem Bericht.“
(dROMa / Quellen: Radio Prag, Prager Zeitung)