Facts & Figures (110)
Februar 28th, 2015 | Published in Facts & Figures
(Quelle)
Februar 28th, 2015 | Published in Facts & Figures
(Quelle)
Februar 28th, 2015 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Atentato upro Romengero farajniskero lokal ande Malmö
Na prindscharde tetertscha ando schvedijakero foro Malmö jek jagakero atentato upre jek Romengero kulturakero centro kerde. Sar o harengere phenen, duj jagengere stakli duach o boklo tschidim ule. Jek mursch savo odoj sina, schaj i „tikni jag“ ar kertscha taj le harengeren akartscha. Jek vakeraschi le harendar phentscha, ada atentato, sar o avre atentatscha upro moscheen, schaj „rasistischi motivirti“ keriptscha hi. Ando lejcti masektscha butvar asaj angleperiptsch upro Roma, save ande Malmö an kerde on. Odola Roma na kamen buter ande odola khera pal te dschal mint bari dar len hi. Ando maschkarutno jeneri i UN phentscha, hot o rasistischi use lipe upro tschuliptscha andi Schvedija mindig buteder ol.
(dROMa, Übersetzung: Josef Schmidt)
Februar 27th, 2015 | Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken
„Kaj le te hajoas, so le Romenca andi Rumenija kerdo ol, iste pal dikes.“ (Radu Jude)
Ostistiki Europa, 1835. Duj prastartscha ande bareskero than, maschkarutnon andi Valachaj. O harengero Costandin taj leskero tschau. Khetan on roden jeke „Zigeunersklaven“, savo pre bojarenistar naschi gelo taj muguli leskera dschuvlahi pe te kamtschahi. Kada o Costandin saki situacija godschar vakeripeha komentirinel, dikel o tschau palgondolipeha upro vilago. Dromeske on mindenfelitike nacijonalitetengere taj mindenfelitike patschnipeske manuschen resen: Turkitike taj rustitike, christen taj dschidovtschen, rumenitike taj ungrike. Upre sake riktscha tel dikiptscha del, on generacija fi generaciji bajder dim on. Taj kada o „Sklave“ Carfin laklo ulo, te akor meg i dromeskeri roas na ar sina.
Jek upre historischi dokumentscha taj dschila paschli parabel pedar o rajipe ande Europa, barvalipe taj hirachija, o söbst- taj o naprindschardo kipo le flogendar, o keripe le tschulipenca taj o konfliktscha , save andar bartschon. Jek balkaniskero vestleri ande kalo / parno kipo, savo i kakafonija la cajtatar dschivdon kerel taj i tematischi karika dschi andi adiveseskeri cajt tschalal.
O film, khetan la polnitika produktcijonaha „Body“, la rupuna medvaha la lek feder reschijake patjardo ulo.
Februar 24th, 2015 | Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Dokumentarfilm von Ioanis Nuguet (mehr hier)
Frankreich 2014, 81 min. (franz., rumän.)
Einige Kritiken finden Sie hier: Euronews, Hollywood Reporter, Cine Vue
Februar 24th, 2015 | Published in Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Dokumentarfilm von Ioanis Nuguet
Frankreich 2014, 81 min. (franz., rumän.)
Etwas sollte klar sein im Leben: dass ein Kind sich auf seine Eltern verlassen und behütet groß werden kann. Dass es ein Zuhause hat. Der 13-jährige Spartacus und seine 10-jährige Schwester Cassandra haben noch nicht einmal ein Dach über dem Kopf, als die Unterkunft der rumänischen Roma-Familie im französischen Saint-Denis abbrennt. Während sie mit staatlicher Unterstützung Zuflucht bei der jungen Trapezkünstlerin Camille finden, geht die Spirale für ihre Eltern weiter abwärts. Die eine Seite bietet Sicherheit, Bildung und eine Kindheit jenseits der Straße. Auf der anderen wartet ein Teufelskreis aus Armut, Alkohol, Selbstmitleid und Handlungsunfähigkeit. Spartacus und Cassandra müssen sich entscheiden. Es ist mehr als die alte Frage, ob man sich aus schwierigen Verhältnissen befreien kann. Wie kann sich ein Kind von seinen Eltern lösen?
In flirrenden, traumverlorenen Bildern und einer impressionistischen Montage lässt Ioanis Nuguet die Kinder schweben zwischen einer Herkunft, die sie nicht abschütteln können, und einer Zukunft, die ihnen nicht ohne Weiteres offensteht. Ein kaukasischer Kreidekreis, an dessen Ende – wie bei Brecht – so etwas wie Hoffnung steht. Aber auch ein bitterer Rap von Spartacus, der klar macht, dass dieses Problem kein privates ist.
Februar 22nd, 2015 | Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
„Antiziganismus in Rom nach dem Mafiaskandal: Die Köpfe wechseln, die soziale Exklusion bleibt“
RDL sprach mit dem italienischen Roma-Aktivisten Roberto Sejdic über die aktuellen Lage der Roma in Rom
>>Anhören/Download (mp3)
Focus Europa/Morgenradio, 20. Feb. 2015, 7,05 min
Im November und Dezember 2014 häuften sich in Rom Proteste und teils gewaltsame Angriffe gegen Flüchtlingsunterkünfte und Roma-Camps. Offener Rassismus, die allgemeine soziale Benachteiligung der Bewohner/innen der Peripherie und der Einfluss der römischen Mafia auf die Verwaltung der Unterkünfte bildeten eine explosive Mischung, wie RDL im Dezember berichtete. Gut zwei Monate nach der Aufdeckung der „Mafia Capitale“ und dem Höhepunkt der rassistischen Ausbrüche wollten wir wissen, wie sich die Situation für Roma in der italienischen Hauptstadt entwickelt hat. Wir sprachen darüber mit Roberto Sejdic aus Rom, der selbst Rom ist und auch von seiner Arbeit gegen die soziale Ausgrenzung in mehreren Roma-Organisationen berichtet.
(Text & Interview: www.rdl.de)
Februar 21st, 2015 | Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken
Berlin: Dokumentartheater zur NS-Geschichte
Historiker und Jugendliche bringen die Verfolgung von Sinti und Roma durch die Nazis auf die Bühne. Originaltexte dokumentieren den Irrsinn der pseudowissenschaftlichen Rassenideologie.
Tobias Krone/taz: Die Wissenschaftler haben gesprochen, nun haben ihre Opfer das Wort. Die Jugendlichen treten vor (…) und beginnen die schier endlose Rede der Zeugen, allesamt Sinti und Roma, die den Nationalsozialismus überlebten. Sie berichten: der Sinto Josef Müller, der aus dem Klassenzimmer zur Zwangssterilisation geführt wird, oder der 15-jährige KZ-Inhaftierte Mongo Stojka, der vom Todesmarsch aus Flossenbürg erzählt. (…) Aus der Reihe der Erwachsenen tritt Beate Niemann: „Einer der Organisatoren der Todesmärsche war Bruno Sattler.“ Die kleine, weißhaarige Frau (…) spricht es sachlich, und doch ist ihr Blick voll Bewegung. Bruno Sattler, Chef der Gestapo in Serbien, verantwortlich für die Liquidierung Tausender Zivilisten, war ihr Vater.
„Zur Endlösung der Zigeunerfrage“ heißt das neue Theaterprojekt des Berliner Kollektivs Historikerlabor. Die Gruppe aus WissenschaftlerInnen und Berliner Jugendlichen hat Quellentexte des Völkermords an den Sinti und Roma erforscht und bringt diese nun auf die Bühne des Max-Planck-Instituts für Wissenschaftsgeschichte in Dahlem. Das Projekt ist nicht nur die Aufarbeitung eines lange ignorierten Kapitels der NS-Geschichte; an diesem Abend hinterfragt die Wissenschaft auch ihre eigene Geschichte. (…) Auf spielerische Gesten verzichtet der Berliner Regisseur Christian Tietz nahezu völlig. Die Texte sind grausam genug, um ein verstörendes Theater im Kopf der ZuschauerInnen zu erzeugen. Und der streng wissenschaftliche Zugang der Gruppe verstärkt noch das Entsetzen: Das alles war ganz real. (…)
Lesen Sie bitte den hier nur auszugsweise wiedergegebenen Artikel von Tobias Krone in voller Länge auf taz.de.
Februar 20th, 2015 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte
Am 1. März wird die Sozialhilfe in Ungarn halbiert (mehr hier). Dabei zeigte der Eurostat-Armutsreport zu Ungarn erst kürzlich einen erschreckenden Anstieg der Armut, von dem besonders Kinder betroffen sind. Im Folgenden ein Auszug aus der Budapester Zeitung:
In Ungarn ist die Armut sukzessive im Steigen begriffen. Selbst gegenüber den drei anderen Visegrád-Staaten (Polen, Tschechien und Slowakei) befindet sich Ungarn in Sachen Armut auf dem absteigenden Ast. Zu diesem Schluss kamen die Mitarbeiter des Instituts für Soziologie an der Ungarischen Akademie der Wissenschaften (MTA). Sie stellten Ende November 2014 eine einschlägige Studie von Eurostat vor.
Die Mitarbeiterin des Instituts (…), Vera Messing, machte darauf aufmerksam, dass der Anteil jener Menschen an der ungarischen Gesamtbevölkerung, die unter schweren Entbehrungen leben müssen, im Zeitraum 2009 bis 2013 von 20,3 auf 26,8 Prozent gestiegen sei. (…) Der Anteil jener Menschen, die dem Risiko ausgesetzt sind, in Armut und damit einhergehend in sozialer Ausgrenzung zu leben, lag in Ungarn 2013 bei 33,5 Prozent (2009: 29,6 Prozent). (…) Das Fazit (…): Ungarn ist nicht nur im Begriff zu verarmen, sondern auch innerhalb der Region den Anschluss zu verlieren. (…) Aus den Erhebungen von Eurostat geht überdies hervor, dass in Ungarn vor allem Kinder ein Dasein in Armut fristen müssen. Je jünger jemand ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass er in einer armen Familie lebt. (…) Was die Kinderarmut anbetrifft, ist Ungarn gemeinsam mit Rumänien und Bulgarien negative Spitze. Im Kreis der Jüngsten in Ungarn, sprich der Unter-sieben-Jährigen, leben 42,2 Prozent der Kinder in Armut. Wie die MTA-Mitarbeiterin Messing erklärte, hat sich die Kinderarmut in Ungarn in den vergangenen Jahren dramatisch verschärft. Bis auf Ungarn ist es jedem EU-Land gelungen, die Kinderarmut zu stoppen oder umzukehren. (…)
Februar 19th, 2015 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Unbekannte Täter haben in der südschwedischen Stadt Malmö einen Brandanschlag auf ein Roma-Kulturzentrum verübt. Sie warfen in der Nacht zum 6. Februar zwei Brandflaschen durch Fenster. Ein Mann, der sich gerade in den Räumlichkeiten aufhielt, konnte das Feuer selbst löschen udn alarmierte die Polizei. Ein Sprecher der Polizei erklärte, dieses Attentat sei, ebenso wie vorangegangene Brandanschläge auf Moscheen, „vermutlich rassistisch motiviert“. In den letzten Monaten waren auch Behelfsunterkünfte zugewanderter Roma in Malmö wiederholt Ziel von Angriffen, sodass sich manche Roma aus Angst nicht mehr dorthin zurückwagten. Erst Mitte Jänner hatte ein Bericht der UN eine besorgniserregende Zunahme von Übergriffen auf Minderheiten in Schweden konstatiert.
(dROMa)
Februar 18th, 2015 | Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Orbán halbiert Sozialhilfe für bedürftige Familien. Das trifft auch viele Roma-Familien.
Pester Lloyd: Bisher erhielten Familien mit einem Monatseinkommen unter 25.650 Forint (82 EUR) eine Hilfszahlung von maximal 45.568 Forint (146 EUR). (…) Das war, z.B., für eine vier- oder fünfköpfige Familie schon wenig genug. Doch für Orbáns Ambitionen ist das immer noch zu viel.
Ab 1. März treten eine Reihe von Änderungen bei der Sozial- und Familienbeihilfe für sozial Schwache in Kraft. (…) Rund 50.000 gänzlich von Sozialhilfe abhängige Familien müssen zum 1. März einen Neuantrag stellen. (…) Hinzu kommt die Möglichkeit, jährlich einen „Kindererziehungszuschuss“ in Höhe von umgerechnet rund 850 EUR zu beziehen – unabhängig von der Zahl der Kinder. Die maximal beziehbare Leistung für eine fünfköpfige Familie (2 Erw., 3 Kinder) erreicht damit rund 53.000 Forint im Monat (170 EUR). Das sind ungefähr 110 EUR weniger als das von der Regierung definierte „Existenzminimum“. (…) Der jährliche Kinderzuschuss wird nur ausgezahlt, wenn keines der Kinder eine Institution besucht, in der ihm eine kostenlose warme Mahlzeit serviert wird. (…) Auch genügt es, dass z.B. eines von drei Kindern ein Schulessen bekommt, damit alle anderen leer ausgehen. Read the rest of this entry »
Februar 16th, 2015 | Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken
Spielfilm, RO / BG / CZ, 2015, 108 min.
Regie: Radu Jude
Mehr hier.
Februar 16th, 2015 | Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken
„Um zu verstehen, was mit den Roma in Rumänien geschieht, muss man zurückschauen.“ (Radu Jude)
Osteuropa, 1835. Zwei Reiter in steiniger Landschaft, mitten in der Walachei. Es sind der Gendarm Costandin und sein Sohn. Gemeinsam suchen sie einen „Zigeunersklaven“, der seinem Bojaren entlaufen ist und sogar eine Affäre mit dessen Frau gehabt haben soll. Während der unerschütterliche Costandin noch jede Situation mit munteren Weisheiten kommentiert, blickt der Junge eher nachdenklich auf die Welt. Auf ihrer Odyssee begegnen sie Menschen unterschiedlicher Nationalität und verschiedenen Glaubens: Türken und Russen, Christen und Juden, Rumänen und Ungarn. Auf allen Seiten gibt es Vorurteile gegenüber den anderen, sie werden von Generation zu Generation weitergegeben. Auch als der „Sklave“ Carfin gefunden wird, ist das Abenteuer noch längst nicht zu Ende …
Eine auf historischen Dokumenten und Liedern beruhende Parabel über das spätfeudale Europa, seine Machtverhältnisse und Hierarchien, das Selbst- und Fremdbild der Völker, den Umgang mit Minderheiten und die Konflikte, die daraus erwachsen. Ein Balkanwestern in Schwarz-Weiß, der die Kakophonie der Zeit lebendig werden lässt und den thematischen Bogen bis in unsere Gegenwart schlägt.
(Text: Berlinale 2015)
Spielfilm, ROM / BG / CZ, 2015, 108 min
Regie: Radu Jude
Der Film wurde, gemeinsam mit der polnischen Produktion „Body“, mit dem Silbernen Bären für die beste Regie ausgezeichnet. Einige Kritiken finden Sie hier: Tagesspiegel, rbb, Welt, Perlentaucher, Deutschlandradio, The European, Festivalblog, Reuters, Le Monde
Februar 14th, 2015 | Published in Geschichte & Gedenken, Medien & Presse, Veranstaltungen & Ausstellungen
STIMME Nr. 93/Winter 2014: Das Begleitheft zur Ausstellung: Romane Thana – Orte der Roma und Sinti
Mit dieser Stimme-Ausgabe begleiten wir die von der Initiative Minderheiten gemeinsam mit dem Romano Centro, dem Wien Museum und dem Burgenländischen Landesmuseum realisierte Ausstellung „Romane Thana – Orte der Roma und Sinti“.
In einem Gasteditorial setzt sich Cornelia Kogoj, Mitkuratorin von „Romane Thana“, mit den gängigen Repräsentationsformen der Minderheiten im musealen Kontext auseinander. Andrea Härle, Ideengeberin der Ausstellung und ebenfalls Mitkuratorin, schildert die Entstehung der Ausstellung und des Erzählkonzepts: konkrete Orte als Anker, um die Geschichte und Gegenwart der Roma und Romnja in Österreich zu erzählen.
Erika Thurner diskutiert die positiven Entwicklungen in Österreichs Roma-Politik seit den frühen 1980er Jahren, die hauptsächlich den Roma-Selbstorganisationen zu verdanken sind. In einem zweiten Text beschäftigt sich Thurner mit der nationalsozialistischen „Zigeuner“-Verfolgung am Beispiel von Sidonie Adlersburg, ermordet mit zehn Jahren im KZ Auschwitz.
Entsprechend dem Themenschwerpunkt geht Vida Bakondy in ihrer Kolumne einem Telegramm des Außenamtes an die österreichischen diplomatischen Vertretungsbehörden in Jugoslawien aus dem Jahr 1965 nach: „Erteilet keine SV an Angehörige jugosl. Zigeunergruppen“.
Wie schon bei „Gastarbajteri – 40 Jahre Arbeitsmigration“ im Wien Museum (2004) haben auch diesmal Personen aus der Community einen Teil der Ausstellungsbeiträge gestaltet, sind also Autoren und Autorinnen ihrer Erzählstationen. Read the rest of this entry »
Februar 13th, 2015 | Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Am Mittwoch haben wir via Twitter das Foto eines anscheinend durch eine Flüssigkeit unkenntlich gemachten, stark verfärbten Gedenksteins in Graz publik gemacht. Die nicht mehr zu entziffernde Inschrift erinnert – direkt vor seinem ehemaligen Wohnhaus in der Oeverseegasse im Stadtteil Gries – an Arnold Körner, der 1939 vor dem NS-Regime flüchten musste. Es handelt sich um einen von bislang 51 Stolpersteinen in der Stadt.
Wenige Stunden nach unserem Tweet wurde der Messingstein von der Polizei, die inzwischen über den Vorfall informiert worden war, behelfsmäßig gereinigt. An Spurensicherung oder Ermittlungen dachte sie nicht. Read the rest of this entry »
Februar 9th, 2015 | Published in Religion
Auf dem Weg zu einem Besuch einer Gemeinde im Nordosten Roms hat Papst Franziskus gestern Sonntag überraschend ein Roma-Lager besucht. Laut Bericht von katholisch.de ließ er dort seinen Wagen anhalten, stieg aus und sprach einige Minuten mit den Bewohnern. Nach einem Segen für die Menschen des Camps begab sich Franziskus in die nahegelegene Gemeinde San Michele Arcangelo im Stadtviertel Pietralata.
Zahlreiche Roma leben in Rom und anderen italienischen Städten in provisorischen Wohnlagern. Erst kürzlich hat die EU-Kommission Italien ein Vertragsverletzungsverfahren wegen der (über Jahre auf Grundlage des sogenannten „Nomaden-Plans“ betriebenen) Politik der Segregation der Roma-Bevölkerung angedroht.
(dROMa)
Siehe auch:
Weltkongress der Roma-Seelsorger (8.6.2014)
Papst plant Begegnung mit Roma (28.11.2014)
Februar 8th, 2015 | Published in Film & Theater, Veranstaltungen & Ausstellungen
17. Februar – 12. Mai 2015
5 Filmabende im Stadtkino und Filmhaus Kino am Spittelberg (Programm)
Von 2005 bis 2015 haben sich die Premierminister der meisten europäischen Länder verpflichtet, im Zuge der Roma-Dekade deren Lebensbedingungen zu verbessern und zu versuchen, die Kluft zwischen Roma und Nicht-Roma zu überwinden. Trotz der guten Vorsätze hat sich die Situation bis heute durch das Anwachsen von Nationalismen in den europäischen Ländern verschlechtert. Es gibt aber auch eine Welle von jungen emanzipierten Roma, die für ihre Rechte kämpfen, ihre eigenen Filme machen und ihre eigenen Geschichten erzählen.
Das Opre Roma Film Festival wird Sie durch diese Dekade führen, und die Ereignisse dieser Zeit, aus unterschiedlichen Standpunkten und subjektiven Perspektiven zeigen. Das Festival hat das Ziel, dem Publikum die Menschen näherzubringen, den Blick für soziale Un-Rechtsverhältnisse zu schärfen und sensibilisieren.
(Text: Saša Barbul, Kurator)
Februar 7th, 2015 | Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Romane Thana. Orte der Roma und Sinti
12. Februar 2015 bis 17. Mai 2015
1040 Wien, Karlsplatz 8
Eine Ausstellung in Kooperation mit Romano Centro, der Initiative Minderheiten sowie dem Burgenländischen Landesmuseum
Im Fokus der Ausstellung stehen „Lebensorte“ der Roma und Sinti in Wien und Burgenland. Dazu zählen die seit dem 18. Jahrhundert bestehenden Siedlungen der Burgenland-Roma, traditionelle Plätze in Wien, aber auch die Orte, die über die lange Verfolgungsgeschichte und den NS-Völkermord erzählen, wie Lackenbach, Auschwitz oder Łódź.
Die Ausstellung will über gängige Klischees (Nichtsesshaftigkeit, Bettelei …) und über die lange Geschichte der Verfolgung aufklären. In den Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft wurden unter starker Beteiligung lokaler Behörden geschätzte 90% der österreichischen Roma und Sinti in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet. Die wenigen Überlebenden standen bei ihrer Rückkehr nicht nur vor dem Nichts, der Auslöschung ihrer Siedlungen, sondern waren neuerlich rassistischen Vorurteilen ausgesetzt. So erhielten viele erst sehr spät den ihnen zustehenden Opferschutz, nicht zuletzt, weil sie durch Gesetze und Behörden systematisch benachteiligt wurden. Dieser Teil der Geschichte der Roma und Sinti ist „gut“ dokumentiert, aber hauptsächlich in dem Sinn, als sie Objekte der Beobachtung seitens Politik und Behörden waren. Gesetzestexte, Polizei- und Gestapofotografien, anthropometrische Vermessungen durch die NS-Rassenhygiene oder zynische Ablehnungen von Opferfürsorgeansuchen sind beredte Zeugnisse.
Das andere starke Motiv der Auseinandersetzung mit Roma und Sinti lässt sich auf den Exotismus des 19. Jahrhundert zurückführen, wo ebenfalls stark stereotypisiert, ihr angeblich freies Leben, ihre Erotik und Musikalität in diversen Bildmedien und -genres intensiv dargestellt wurde.
Abseits dieser starken Zuschreibungen, der offen feindlichen und der exotisierenden, ist es das Ziel der Ausstellung, gerade über Eigenzeugnisse von Roma und Sinti die Frage von „Normalität“ zu diskutieren, auch Geschichten geglückter Integration und gesellschaftlicher Anerkennung aufzuspüren und darzustellen. Read the rest of this entry »
Februar 4th, 2015 | Published in Geschichte & Gedenken

Grafik von Marika Schmiedt
Februar 2nd, 2015 | Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Was bleibt. Fragmente einer fortwährenden Vergangenheit
Marika Schmiedt – Eröffnung der Sonderausstellung im DÖW am 12. Februar 2015
Begrüßung: Dr. Gerhard Baumgartner, Wissenschaftlicher Leiter des DÖW | Karl Ferdinand Kratzl interpretiert Texte der Künstlerin und liest aus dem gleichnamigen Katalog.
Vor 1938 lebten rund 11.000 bis 12.000 Roma und Sinti in Österreich. Ihre Verfolgung begann unmittelbar nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten. Bis 1945 wurden annähernd 90 Prozent der österreichischen Roma und Sinti, 9500 Männer, Frauen und Kinder, in den Konzentrations- und Vernichtungslagern ermordet.
Marika Schmiedt, 1966 im oberösterreichischen Traun geboren, ist bildende Künstlerin, Aktivistin und Filmemacherin in Wien. Seit vielen Jahren beschäftigt sie sich mit der Situation der Roma vor und nach 1945 auch in ihrer künstlerischen Arbeit. Viele Verwandte von Schmiedt wurden ermordet, ihre Mutter überlebte in Pflegefamilien und Heimen.
Marika Schmiedt recherchierte jahrelang in Gedenkstätten, Archiven und Ämtern in ganz Österreich und Deutschland. Sie durchforstete Transportlisten, Häftlingslisten, Todesanzeigen, Karteien aller Art, Polizeiprotokolle, Geburts- und Sterbematrikeneinträge, Opferfürsorgeakten. Stück für Stück rekonstruierte sie die Geschichte ihrer Familie. In den Akten fand sie die einzigen Fotos, die sie bis heute von ihrer Großmutter Amalia Horvath besitzt: aufgenommen von den Mördern im KZ Ravensbrück. Es entstand eine Ausstellung, in der auch die Auswirkungen der Verfolgung auf die nachfolgenden Generationen sichtbar werden.
Eintritt frei!