März 30th, 2015 |
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Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft
Patricia Pientka: Das Zwangslager für Sinti und Roma in Berlin-Marzahn. Alltag, Verfolgung und Deportation, Metropol: Berlin 2013. ISBN 978-3-86331-159-9
Rezension von Tobias von Borcke, erschienen in: H-Soz-Kult, 2.7.2014:
Die bisherigen Arbeiten über die Geschichte des Zwangslagers Berlin-Marzahn, in dem zwischen 1936 und 1945 insgesamt mindestens 1000 als „Zigeuner“ kategorisierte Männer, Frauen und Kinder inhaftiert waren, trugen deutliche Spuren der Auseinandersetzungen um die gesellschaftliche Anerkennung der NS-Verbrechen gegen Roma und Sinti und um ein würdiges Gedenken. Auch der nun vorliegenden Studie der Berliner Historikerin Patricia Pientka geht es um mehr als akademische Wissensproduktion zum Selbstzweck, so spricht sie sich etwa für eine Erneuerung der Erinnerungskultur an das Lager Marzahn aus. Der größere zeitliche Abstand zu den Ereignissen und die Tatsache, dass es wohl zumindest in Fachkreisen nicht mehr nötig sein dürfte, über den Unrechtscharakter und die rassistische Qualität der Verfolgung von Sinti und Roma in der NS-Zeit ernstlich zu streiten, mögen allerdings dazu beigetragen haben, dass nun eine so umfangreiche, differenzierte und gründliche Arbeit über die Vorgänge und das Leben im Marzahner Lager entstanden ist.
(…) Neben einer differenzierten Analyse der unterschiedlichen Formen von Gewalt, die im Zwangslager gegen die dort Inhaftierten ausgeübt wurden, gelingt es ihr, die von diesen Zwangsmaßnahmen Betroffenen nicht als bloße Opfer darzustellen, sondern als Individuen, die im Rahmen des für sie Möglichen widerständige Strategien gesucht und teils auch gefunden haben. (…)
Lesen Sie bitte die hier nur in einem Auszug wiedergegebene Rezension von Tobias von Borcke, Humboldt-Universität zu Berlin, in voller Länge auf H-Soz-Kult.
März 29th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Slovakija: Harengero angle gejipe gejng schov Romane tschave, taj niko na ande tschapim ulo. O Romengero upre dijaschi la regirungatar bari vrischtscha tschalal.
Ando ar le feberistar jek slovakischi kris ande Košice desch agune harengeren savenge panasi tschito ulo, nisaj schtrauf uschtidine, 2009 jek grupn terne Romendar lendar mujsim ule pumen söber te marel. Schov murschore ando phuranipe deschujek dschi deschupantsch berscha jeke ande phagipestar fadechjtigim ule taj ando komiserijat len legede. Odoj but harendar mujsim le ule pumen nange tel te tschil taj ando muj pumen te marel taj te praste le ule le harendar. Ada sa upre jek handy le harendar upre lim, taj ando internet lendar ar bulhardo ulo. O upre limo film, savo te uso mediji pelo uso kris na use muklo ulo. Phendo ulo, hot na tschando ol, saveskere handyha ada upre lipe kerdo ulo. Le enja murschenge taj jeka dschuvlake, savenge o panasi tschito ulo, nischta uso kris arphende taj afka nisaj schrauf uschtidine. O schtotiskero fischgaroschi jek berufinipe ande tschitscha.
But dschene, save use ada proceso use sina, sikade pumen use o na use mukipe le filmistar schokirim. Te o Romengero upre dijaschi la slovakischi regirungatar, Peter Pollák, o krisengero entschajdinipe na ojs latscho dikel taj mangel akan, hot o generaliskero schtostiskero fischgaroschi adale angle peripeske aun pe te lel.
(dROMa)
März 29th, 2015 |
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Medien & Presse
Seit diesem Wochenende ist die Roma-Medienlandschaft um ein Magazin reicher. Herausgegeben wird die neue deutsche Straßenzeitung „Bachtalo“ vom Sozialverein „Mensch ist Mensch e.V.“, der nach neuen Möglichkeiten suchte, die von ihm in Duisburg betreuten Roma-Migranten zu unterstützen. Die Idee: Roma verkaufen ein Magazin, in dem sie von sich selbst erzählen. Dass die frischgebackenen Zeitungsmacher dabei etwas zu dick auftragen und ihr Magazin „als vielleicht erste Romazeitung, die es gibt“ anpreisen, wollen wir ihnen ebenso nachsehen wie so manchen inhaltlichen Fehler. Wir wünschen dem Magazin viel Erfolg. Im Folgenden die Ankündigung des Vereins:
Mensch ist Mensch e.V.: Die Straßenzeitung von „Mensch ist Mensch e.V.“ heißt BACHTALO und wird derzeit von Menschen im Umkreis von Duisburg an verschiedenen Orten angeboten. Wir möchten darüber hinaus jedem die Möglichkeit geben, „Bachtalo“ online zu lesen bzw. als PDF herunterzuladen.
Wir hoffen, dass möglichst viele Menschen BACHTALO lesen, weil es unser Anliegen ist, mit Vorurteilen aufzuräumen. Wir wollen zeigen, dass Roma ganz normale Menschen sind. Die Zeitung besteht aus Gesprächen, Reportagen und vielen Fotos, die wir mit den Roma vor Ort gemacht haben. Wir sind einfach auf die Menschen zugegangen und haben mit ihnen gesprochen. Es sind nette und kontaktfreudige Menschen. Herausgekommen ist eine unmittelbare und unvoreingenommene Sichtweise, die es in dieser Form in Deutschland wohl noch nicht gibt.
Wir geben BACHTALO zum Selbstkostenpreis von 0,50 € an die „Verkäufer“ weiter und empfehlen eine Spende von 1,90 €. Mensch ist Mensch e.V. finanziert sich rein aus Spenden. 100% dieser Spenden fließen in die Unterstützung unserer „Kunden“ im Büro vor Ort.
(Text: Mensch ist Mensch e.V.)
März 27th, 2015 |
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Dokumente & Berichte, Fundstücke, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Nur jeder zehnte österreichische Rom erlebte 1945 die Befreiung vom NS-Regime. Die wenigen, die aus den Konzentrationslagern zurückkehrten, fanden zerstörte Siedlungen vor. Wie Österreichs Behörden mit den KZ-Überlebenden umgingen, illustriert ein Erlass aus dem Jahr 1948. Nur drei Jahre nach der Befreiung, am 20. September 1948, verfügte das von Oskar Helmer (SPÖ), einem Burgenländer, geführte Innenministerium Folgendes (Dokument aus der Ausstellung „Romane Thana“, noch zu sehen bis 17. Mai 2015 im „Wien Museum“):
„Dem ho. Amte ist zur Kenntnis gelangt, dass das Zigeunerunwesen in einigen Gegenden (…) wieder im Zunehmen begriffen ist und sich bereits unangenehm bemerkbar macht. Um auf die Bevölkerung Eindruck zu machen, sollen sich Zigeuner oftmals als KZ-ler ausgeben. Soweit (…) die Möglichkeit einer Ausserlandschaffung gegeben erscheint, wäre gegen lästige Zigeuner mit der Erlassung eines Aufenthaltsverbotes vorzugehen und ihre Ausserlandschaffung durchzuführen.“
(dROMA-Red. | via @bweidin)
Siehe auch: Nachkriegsjustiz: das Schandurteil von 1956
März 26th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Slowakei: Polizeigewalt gegen sechs Roma-Kinder bleibt straffrei. Der Roma-Beauftragte der Regierung schlägt Alarm.
Ende Februar hat ein slowakisches Gericht in Košice zehn angeklagte (Ex-)Polizisten vom Vorwurf freigesprochen, 2009 eine Gruppe minderjähriger Roma misshandelt und gedemütigt zu haben. Sechs Buben im Alter von elf bis 15 Jahren waren eines Raubüberfalls verdächtigt und ins Kommissariat gebracht worden. Dort wurden sie von mehreren Polizisten misshandelt und beschimpft. Die Kinder und Jugendlichen mussten sich nackt ausziehen und wurden gezwungen, einander zu schlagen. All dies ist in Bild und Ton auf Videoaufnahmen dokumentiert. Die Polizeibeamten hatten die Misshandlungen mit einer Handykamera selbst gefilmt und die Aufnahmen verbreitet. Die Videoaufzeichnungen, die auch in die Medien gelangten, wurden vom Gericht jedoch nicht als Beweismittel zugelassen, u.a. weil nicht bekannt sei, mit wessen Handy die Aufnahmen entstanden waren. Die Angeklagten, neun Männer und eine Frau, weigerten sich vor Gericht auszusagen und wurden nun mangels Beweisen freigesprochen, der Staatsanwalt legte Berufung ein.
Viele Beobachter des Prozesses zeigten sich über die Nichtzulassung des wichtigsten Beweismittels und die Freisprüche schockiert (hier, hier und hier). Auch der Roma-Beauftragte der slowakischen Regierung, Peter Pollák, hält die richterliche Entscheidung für unzulässig und ersucht nun den Generalstaatsanwalt, sich des Falls anzunehmen. Read the rest of this entry »
März 25th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
2009 misshandelten und demütigten zehn slowakische Polizisten in Košice eine Gruppe von Roma-Buben im Alter von elf bis 15 Jahren. Die Polizisten selbst filmten die Vorgänge mit einer Handykamera. Am 27. Februar 2015 wurden alle zehn Angeklagten freigesprochen – aus Mangel an Beweisen.
>>mehr hier
(Video: Romea.cz)
März 25th, 2015 |
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Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Sie überlebte im Nationalsozialismus mehrere KZs. Ceija Stojka erzählte als eine der Ersten von dem Leid und benutzt ihre Kunst als Waffe der Emanzipation.
taz.de: (…) In schwarzen Tuschezeichnungen, Gouachen, bunten Gemälden und Gedichten verarbeitete die österreichische Künstlerin, was sie als Kind erlebte und überlebte: Auschwitz, Ravensbrück, Bergen-Belsen. Erst Ende der achtziger Jahre fing die Autodidaktin an zu malen, da war die Zeit gekommen auszukotzen, was sie hatte fressen müssen. Auch nach ihrer Befreiung noch, denn als Romni betrog sie die Gesellschaft um ihre moralische Anerkennung als Opfer der Nationalsozialisten. Heute gehört die 2013 verstorbene Stojka zu den bekanntesten Roma-Künstlerinnen. Vergangenen Sommer holten die Kuratoren Lith Bahlmann und Matthias Reichelt ihre Arbeiten nach Berlin, dann waren sie in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück zu sehen. Jetzt zeigt der Heidelberger Kunstverein sie. Stojkas herausragende künstlerische Position ist auch deswegen so wichtig, weil sie als eine der Ersten von dem Leid erzählte, das Sinti und Roma im „Dritten Reich“ widerfuhr. (…)
Die Kunst sei über Jahrhunderte hinweg ein wichtiges Medium der Tradierung der Feind- und Zerrbilder vom sogenannten „Zigeuner“ gewesen, sagte Romani Rose zur Eröffnung der Heidelberger Ausstellung. (…) Kunst könne aber auch eine Waffe der politischen Emanzipation und der Selbstbefreiung sein. (…) Read the rest of this entry »
März 24th, 2015 |
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Musik
Der Gründer und Leiter der Roma-und-Sinti-Philharmoniker erzählt über sein Leben
volksgruppen.orf.at: Riccardo Sahiti ist ein Rom. Er wurde in Mitrovica, Kosovo, geboren und wohnt seit 22 Jahren in Frankfurt/M. Sein ganzes Leben hat er der Musik gewidmet. Schon als Kind spielte er Akkordeon. Sein erstes Klavier schenkte ihm seine Schwester: „Sie hat es in Mazedonien gekauft und mit einem Taxi zu uns nach Hause transportiert“, sagt Sahiti. Später studierte er Dirigieren in Belgrad und spezialisierte sich am Moskauer Konservatorium in den Bereichen Oper und sinfonisches Dirigieren. Nach seinem Abschluss wollte er zurück nach Belgrad. Seine Mutter riet ihm jedoch davon ab: „Das Leben hier wird gefährlich. Geh zu deiner Schwester nach Deutschland“, sagte sie. Es war 1992. Der erste Jugoslawienkrieg hatte begonnen. Für Sahiti begann eine Zeit des Suchens. Er wollte unbedingt als Dirigent arbeiten, bewarb sich ständig in ganz Europa. Auf seinen unzähligen Fahrten traf er einmal im Zug die polnische Zahnärztin Elisabeth. Sie verliebten sich und heirateten. Diese Frau hat sein Leben verändert. Sie war es, die ihn auf die Idee brachte, ein eigenes Orchester zu gründen: die Roma- und Sinti-Philharmoniker.
„Wir möchten das musikalische Erbe der Sinti und Roma pflegen“, erläutert der Dirigent. Fast 70 Musiker aus ganz Europa sind heute Teil des Orchesters. Sie treten in ausverkauften Konzertsälen in Amsterdam, Prag, Budapest oder Berlin auf. Read the rest of this entry »
März 22nd, 2015 |
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Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher
Papusza ande jek phukajipe o dschivipe la Romengera poetkijatar Bronisława Wajs, savi lakera dajatar vodschikan „Papusza“ akardi ol, phukal. Kada i Papusza 1910 andi ost Polnija upro them ali, o Romna angle lake phende, „hot oj le cilenge baro barikanipe vaj bari ladsch“ anla. Garude, oj ojs terni tschaj use jek dschidovtschengeri kenvakeri biknaschkija te genel taj te pisinel taj o them la poesijatar te prindscharel siklol. Kada oj pal o dujto themeskero habrui le pisimaschi Jerzy Ficowski resel, odo soralisarinel la taj phenel lake, hot oj pre poesiji upre te pisinel. Lakere verktscha phukan pal lakere kivaniptscha taj sune, pal o kamipe usi natura taj o kivanipe pal o khetano roasinipe. Berscha paloda lakere poesiji andi polnischi tschib prik bescharde on taj ando pradipe peren. I Papusza upre jefkar jek prindschaschkija ol. Ham adale prindscharipeske oj jek utscho koja potschinel.
Papusza upri tschatschikani dschivipeskeri historija la erschti poetkijatar le polnischi Romendar basirinel. I Joanna taj o Krzysztof Krauze jek poetischi, ande schukar kale taj parne kipi likerdo film kerde, savo te mindschart jek epischi historijakero panorama sikal. Read the rest of this entry »
März 21st, 2015 |
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Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte
Muslime, Roma, Juden und Asylwerber sind in Österreich im vergangenen Jahr verstärkt rassistischen Angriffen ausgesetzt gewesen. Zu diesem Schluss kommt die Anti-Rassismus-Stelle ZARA in ihrem Jahresbericht 2014 (pdf). Es wurden 794 Fälle erfasst, um rund 60 mehr als 2013.
ZARA, 20.3.2015: „Terror-Moslems, scheissmuselmanisches Dreckspack“, „Friede existiert erst dann, wenn Juden komplett verschwinden… Hitler hat eindeutig zu wenig gemacht“ und „Z*banden“, die „alles an sich reißen, was nicht niet- und nagelfest ist“: Diese und andere abwertende Bezeichnungen wurden vergangenes Jahr besonders häufig gegen MuslimInnen, JüdInnen sowie Roma/ Romnija gerichtet. Ebenso in ein schlechtes Licht wurden AsylwerberInnen gerückt, so etwa von einem Politiker, der sie als „Erd- und Höhlenmenschen“ bezeichnete.
Besonders dominant dabei – auch in Medien und sozialen Netzwerken – war der Generalverdacht, unter den MuslimInnen gestellt wurden. Allein die Anzahl der rassistischen Vorfälle gegenüber als MuslimInnen wahrgenommenen Personen hat sich seit August 2014 nahezu verdoppelt, diese Vorfälle fallen somit zeitlich zusammen mit der Verbreitung der Gräueltaten des IS/ISIS über das Internet. Die Übergriffe reichen von verbalen Attacken in Parks und öffentlichen Verkehrsmitteln, über tätliche Angriffe, Vandalismus gegen Einrichtungen bis hin zu Hetze und Morddrohungen im Netz.
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März 20th, 2015 |
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Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
DISS: Extreme Rechte und antiziganistische Stimmungsmache. Analyse und Gefahreneinschätzung am Beispiel Duisburg
In der Reihe kostenloser Online-Broschüren des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) erschien nun der dritte Band. Die vereinfachte Web-Version der Broschüre finden Sie hier. Das DISS empfiehlt den Download der Original-PDF-Datei mit zahlreichen Abbildungen, zusätzlichen Infokästen und ausführlichem Literatur- und Quellenverzeichnis.
Einleitung:
Seit dem EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens im Jahr 2007 machen Bürger_innen dieser Länder von ihrem Recht Gebrauch, sich in Duisburg, Dortmund, Berlin, aber auch vielen anderen deutschen Städten niederzulassen. Duisburg ist eine arme Stadt, und viele der Migrant_innen sind ebenfalls arm. Viele von ihnen sind nicht nur arm, sondern gehören auch der diskriminierten Minderheit der Rom_nija an. In Duisburg und in anderen Städten gab es in den letzten Jahren heftige öffentliche Debatten, die stark von Antiziganismus geprägt waren. Die Stimmung in Teilen der Bevölkerung spitzte sich so zu, dass sich viele an die rassistischen Pogrome gegen Asylsuchende Anfang der 1990er Jahre erinnert fühlten. Es dürfte kaum überraschen, dass Gruppierungen und Parteien der extremen Rechten versuchten, diese Stimmung für sich zu nutzen. Dies ist ihnen zum Teil gelungen, sie zogen z.B. mit einem Rekordergebnis in den Duisburger Stadtrat ein.
Diese Broschüre untersucht exemplarisch am Beispiel der Stadt Duisburg, wie die extreme Rechte das Thema Antiziganismus aufgriff. Sie agierte dabei nicht isoliert im luftleeren Raum. Vielmehr besteht ein Zusammenhang zwischen Alltagsrassismus, etablierten Medien, Kommunalpolitik und den Erfolgschancen der extremen Rechten. Dieses komplizierte Wechselspiel ist Gegenstand dieser Broschüre.
(weiterlesen)
Herausgeber: AK Antiziganismus im DISS/Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung. Veröffentlicht als kostenlose Online-Publikation im März 2015
Autor_innen: Martin Dietzsch, Anissa Finzi, Alexandra Graevskaia, Ismail Küpeli, Zakaria Rahmani, Stefan Vennmann
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März 18th, 2015 |
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Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Roma sam
Radijo Burgenland: 16.3.2015 (on demand)
Roma taj Sinti sikadipeskeri schtudija arbutschalinde
Andar o anglutno kerdo projekto „Roma upri universiteta“, savo maschkar 2010 taj 2012 le organisacijendar – Initiative Minderheiten, Romano Centro taj Farajan Roma-Service – kerdo ulo, Roma & Sinti jerim ule, save uso arbutschalinipe la ROMBAS-sikadipeskera schtudijatar, use sina.
Ando keripe le ESF-projektostar ROMBAS (Roma-sikadipeskeri- taj arsiklipeskeri-schtudija) i Initiative Minderheiten ando khetanipe le Romano Centroha, le Austritike Khetanipeha le politischi sikadipeske, le Farajniha Roma-Service taj le Betschitike Flogoskere Utsche Ischkolenca jek buti ar dija, sava o cil sina, i adivesakeri sikadipeskeri situacija le Romendar taj Sintijendar andi Austrija pascheder te forschinel. Na dschanipe pedar o grupnakero baripe, o pharo uso gejipe uso grupnakere dschene, o schtatistischi etnischi telschtaminipeskere datscha, save butvar na del taj o koja – Roma taj Sinti heterogeni etnischi grupn hi – asaj empirischi butja, phareder keren.
Vaschoda o ROMBAS-projekto jek participativi forschinipeskero keripe, kaj o Roma & Sinti ojs forschertscha jek centrali than khelen, kertscha. Afka dschene andar o anglutno projekto jerim schaj ule, save uso arbutschalinipe le ROMBAS-schtudijatar use sina. Odola sina dschene sar i Gilda-Nancy Horvath, i Žaklina Radosavljević taj o Manuel Weinrich, save pumare esbe liptscha, save on uso arbutschalinipe la sikadipeskera schtudijatar khetan kedine, phukan. Buteder pedar schunen tumen andi sendung „Roma sam“ upro Radijo Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)
März 17th, 2015 |
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Facts & Figures
Kaiser Karl VI. ordnete 1726 an, alle männlichen „Zigeuner“ hinzurichten und allen Frauen und Kindern ein Ohr abzuschneiden.
(Quelle)
März 16th, 2015 |
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Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Roma sam
Radio Burgenland: 16.3.2015 | Live: 20:50 Uhr (on demand)
Im Rahmen des ESF-Projekts ROMBAS initiierte die Initiative Minderheiten in Zusammenarbeit mit dem Romano Centro, der Österreichischen Gesellschaft für politische Bildung (ÖGPB), dem Verein Roma-Service und den Wiener Volkshochschulen eine Untersuchung, die das Ziel verfolgte, die gegenwärtige Bildungssituation von Roma und Sinti in Österreich näher zu erforschen. Fehlendes Wissen über die Gruppengröße, erschwerte Erreichbarkeit der Gruppenangehörigen und mangelnde Verfügbarkeit statistischer Daten nach ethnischer Herkunft sowie der Umstand, dass es sich bei Roma und Sinti um äußerst heterogene ethnische Gruppen handelt, erschweren derartige empirische Untersuchungen. Das ROMBAS-Projekt verfolgte daher einen partizipativen Forschungsansatz, bei dem Roma und Sinti als Forscher/innen eine zentrale Rolle spielen. So konnten Roma- und Sinti-Angehörige aus dem Vorgängerprojekt „Roma an die Universität“, das zwischen 2010 und 2012 von der Initiative Minderheiten gemeinsam mit dem Romano Centro und dem Verein Roma-Service durchgeführt wurde, gewonnen werden. Gilda-Nancy Horvath, Žaklina Radosavljević und Manuel Weinrich schildern ihre Erfahrungen, die sie beim Erarbeiten der Bildungsstudie gesammelt haben. Mehr darüber hören Sie in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)
März 15th, 2015 |
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Geschichte & Gedenken, Recht & Gericht
Deutschland: Der Bundesgerichtshof distanziert sich erstmals von einem folgenschweren Urteil von 1956, das NS-Opfer zu Verbrechern stempelte
Der deutsche Bundesgerichtshof (BGH) hat sich vergangenen Donnerstag mit deutlichen Worten von einem rassistischen Urteil aus dem Jahr 1956 distanziert. Man könne sich für diese Rechtsprechung nur schämen, erklärte BGH-Präsidentin Bettina Limperg anlässlich eines Besuches im Dokumentationszentrum deutscher Sinti und Roma. Am 7. Jänner 1956 hatte ein Urteil des Gerichtes Sinti und Roma, die Opfer des NS-Regimes waren, Entschädigungen verwehrt, weil die nationalsozialistische „Zigeunerverfolgung“ bis 1943 nicht rassistisch motiviert, sondern Teil der „üblichen polizeilichen Präventivmaßnahmen“ zur „Bekämpfung der Zigeunerplage“ gewesen sei. Die Verfolgung und Zwangsmaßnahmen seien demnach lediglich als Instrumente der Kriminalitätsbekämpfung zu sehen. In der Urteilsbegründung des BGH heißt es unter Verweis auf die vermeintliche „Eigenart“ dieses Volkes:
Sie neigen, wie die Erfahrung zeigt, zur Kriminalität, besonders zu Diebstählen und Betrügereien, es fehlen ihnen vielfach die sittlichen Antriebe zur Achtung von fremdem Eigentum, weil ihnen wie primitiven Urmenschen ein ungehemmter Okkupationstrieb eigen ist.
Zudem rechtfertigte die Nachkriegsjustiz die NS-Politik gegen Sinti und Roma mit angeblichen „militärischen“ Erfordernissen. Zwangsmaßnahmen gegen die Minderheit seien nötig gewesen, um herumziehende „Zigeuner“ daran zu hindern, Spionage zu treiben.
„Der BGH übernahm damals die Rechtfertigungsstrategie der Nationalsozialisten und deren demagogische Hetze“, kritisierte Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats der Sinti und Roma, im Oktober auf einer Veranstaltung in Karlsruhe. Read the rest of this entry »
März 12th, 2015 |
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Film & Theater
Pădurea e ca muntele, vezi?
The Forest is like the Mountains
Dokumentarfilm von Christiane Schmidt & Didier Guillain
Deutschland, Rumänien 2014, 101 min.
Ein Roma-Dorf schmiegt sich in die märchenhafte Hügellandschaft Rumäniens. Die Menschen dort gewähren uns einen selten nahen Einblick in ihre Alltagsfreuden und Sorgen. Der beobachtende Film stellt in der Schönheit seiner Bilder ein Geschenk der Zuneigung und Würde dar. (DOK.fest München)
(mehr hier)
März 11th, 2015 |
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Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Wissenschaft
ROMBAS – Studienbericht zur Bildungssituation von Roma und Sinti in Österreich
Hrsg. von Mikael Luciak für die Initiative Minderheiten
>>Download: Studienbericht (PDF)
Die Studie gewährt neue Einblicke in die gegenwärtige Bildungs- und Ausbildungssituation von in Österreich lebenden Roma und Sinti. Die mittels eines inklusiven Forschungsansatzes durchgeführten 125 qualitativen Interviews weisen auf maßgebliche Veränderungen betreffend den Bildungszugang und die Bildungsbeteiligung von autochthonen und allochthonen Roma im Verlauf der Generationen hin. Trotz einer verbesserten Bildungslage ist das formale Bildungsniveau von Roma und Sinti im Vergleich zur Gesamtbevölkerung nach wie vor niedriger. Der Studienbericht gibt Aufschlüsse darüber, welche Bedeutung dabei der Schule, dem Elternhaus, den sich wandelnden gesellschaftlichen Verhältnissen und der ethnischen Zugehörigkeit der Befragten zukommt, und beinhaltet entsprechende bildungspolitische Empfehlungen.
Die Studie ist gegen einen Unkostenbeitrag (Versand) von 6.- bei der Initiative Minderheiten erhältlich: office(AT)initiative.minderheiten.at
(Text: Initiative Minderheiten)
März 9th, 2015 |
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Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Roma sam
Radijo Burgenland: 9.3.2015 | Live: 20:50 orenge (on demand)
ROMBAS: Sikadipeskeri schtudija le Romendar taj Sintijendar andi Austrija
Historischi diklo, o Roma taj o Sinti uso lek soraleder grupn andi Austrija genen, save ando sikadipe tel dschum hi taj savengeri sikadipeskeri situacija dugi cajt la politikatar taj le forschinipestar tschak tschulo esbe lim ulo. Ando EU-akero keripe nacijonali strategijenge usi integracija le Romendar, dschi ando bersch 2020 koji kerde te on.
I angli paschlardi ROMBAS-schtudija and dikipe ando igen heterogeni sikadipeskere esbe liptscha le andi Austrija dschivde Romendar taj Sintijendar del. Andar buteder sar 60 ori hangoskere upre liptscha taj buteder sar 1.500 riktscha transkricijontscha probalim ulo, barikane koji ari te buschalinel, save sorale o sikadipeskere droma le dschenendar, savenca vakerdo ulo, vodinde.
Sar ando metodischi falato sikado, na handlinel pe adaj vasch jek representativi schtudija savi sikal, sar i adivesakeri sikadipeskeri situacija le Romendar taj Sintijendar andi Austrija arditschol. Ande aja sikadipeskeri schtudija o atscha upro sikajipe le dikipestar le phutschle dschendar hi, save pedar phukan, saj koji lenge upre lengero sikadipeskero drom pomoschinde vaj na. Uso 13to Romengero-dialogiskero seleto le nacijonali Romengere-kontaktoskere thanistar ando bundakero kancleriskero birovtschago, i ROMBAS schtudija usi sikadipeskeri situacija le Romendar taj Sintijendar andi Austrija presentirim uli. Buteder pedar, schunen tumen andi sendung „Roma sam“ upro Radijo Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)
März 9th, 2015 |
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Dokumente & Berichte, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Roma sam
Radio Burgenland: 9.3.2015 | Live: 20:50 Uhr (on demand)
ROMBAS: Studienbericht zur Bildungssituation der Roma & Sinti in Österreich
Historisch gesehen gehören Roma und Sinti zu den am stärksten bildungsbenachteiligten Gruppen in Österreich, doch lange Zeit wurde ihre Bildungssituation von Politik und Forschung nur wenig betrachtet. Im EU-Rahmen für nationale Strategien zur Integration der Roma sollen bis zum Jahr 2020 Maßnahmen gesetzt werden. Der vorliegende ROMBAS-Studienbericht (erstellt von der Initiative Minderheiten in Kooperation mit Romano Centro, Roma-Service und ÖGPB) bietet Einblicke in die Bildungserfahrungen von in Österreich lebenden Roma und Sinti.
Aus über 60 Stunden Tonbandaufnahmen und mehr als 1.500 Seiten Interviewtranskriptionen wurde versucht, wichtige Merkmale und Bedingungen herauszuarbeiten, die maßgeblich die Bildungswege der interviewten Personen beeinflussten. Wie im methodischen Teil angemerkt, handelt es sich dabei nicht um eine repräsentative Studie, die zeigt, wie die gegenwärtige Bildungslage aussieht. In dieser Bildungsstudie ist das Hauptaugenmerk auf die Darstellung der Sichtweisen der befragten Personen gerichtet, die Auskunft darüber geben, was ihnen auf ihrem Bildungsweg als förderlich und hinderlich erschien. Bei der 13. Roma-Dialogplattform der nationalen Roma-Kontaktstelle im Bundeskanzleramt wurde die ROMBAS-Studie präsentiert. Mehr darüber erfahren Sie in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)
März 8th, 2015 |
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Frauenrechte