Das Zwangslager in Berlin-Marzahn

März 30th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, Wissenschaft

Zwangslager MarzahnPatricia Pientka: Das Zwangslager für Sinti und Roma in Berlin-Marzahn. Alltag, Verfolgung und Deportation, Metropol: Berlin 2013. ISBN 978-3-86331-159-9

Rezension von Tobias von Borcke, erschienen in: H-Soz-Kult, 2.7.2014:

Die bisherigen Arbeiten über die Geschichte des Zwangslagers Berlin-Marzahn, in dem zwischen 1936 und 1945 ins­gesamt mindes­tens 1000 als „Zigeuner“ kate­gori­sierte Männer, Frauen und Kinder inhaf­tiert waren, trugen deut­liche Spuren der Ausei­nan­der­setzun­gen um die gesell­schaft­liche Anerken­nung der NS-Ver­bre­chen gegen Roma und Sinti und um ein wür­diges Gedenken. Auch der nun vor­liegen­den Studie der Berliner His­to­ri­kerin Patricia Pientka geht es um mehr als akade­mi­sche Wissens­produk­tion zum Selbst­zweck, so spricht sie sich etwa für eine Erneue­rung der Erinnerungs­kultur an das Lager Marzahn aus. Der größere zeit­liche Ab­stand zu den Ereig­nis­sen und die Tat­sache, dass es wohl zumin­dest in Fach­kreisen nicht mehr nötig sein dürfte, über den Unrechts­charakter und die rassis­tische Quali­tät der Ver­folgung von Sinti und Roma in der NS-Zeit ernst­lich zu streiten, mögen aller­dings dazu bei­getra­gen haben, dass nun eine so umfang­reiche, diffe­ren­zierte und gründ­liche Arbeit über die Vor­gänge und das Leben im Marzah­ner Lager ent­standen ist.

(…) Neben einer differenzierten Analyse der unter­schied­lichen Formen von Gewalt, die im Zwangs­lager gegen die dort Inhaf­tier­ten aus­geübt wur­den, gelingt es ihr, die von diesen Zwangs­maß­nahmen Betrof­fe­nen nicht als bloße Opfer dar­zu­stel­len, son­dern als Indivi­duen, die im Rahmen des für sie Mögli­chen wider­stän­dige Strate­gien gesucht und teils auch gefun­den haben. (…)

Lesen Sie bitte die hier nur in einem Auszug wiedergegebene Rezension von Tobias von Borcke, Humboldt-Uni­ver­si­tät zu Berlin, in voller Län­ge auf H-Soz-Kult.

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