April 30th, 2015 |
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Interview, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV
Radio Freirad | KulturTon, 20.4.2015
>> zum Beitrag (7:51 Min)
Im einem Beitrag von Michael Haupt geht es um Romani-Literatur, und zwar konkret um Jovan Nikolić, der im Mai auf Einladung der Uni Innsbruck als Writer in Residence nach Innsbruck kommt. Michael Haupt hat mit Beate Eder-Jordan von der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät gesprochen.
(Programminfo: Freirad)
April 30th, 2015 |
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Literatur & Bücher, Veranstaltungen & Ausstellungen
Writer in Residence an der Universität Innsbruck: Jovan Nikolić
Do. 7. Mai 2015, 18:00: Plenarsaal des Rathauses (Maria-Theresien-Straße 18, 6. Stock, Innsbruck):
Auftaktveranstaltung: Begrüßung durch die Bürgermeisterin der Stadt Innsbruck, Mag.a Christine Oppitz-Plörer und den Dekan der Philologisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck, Univ.-Prof. Dr. Sebastian Donat.
Lesung: Jovan Nikolić liest auf Serbisch und Romanes, Eleonore Bürcher auf Deutsch.
Jovan Nikolić spricht zum Thema: „Das Engagement von Roma-AutorInnen, -KünstlerInnen und -Kulturschaffenden in Europa“.
Musik: Balkan Fratelli Band | Moderation: Beate Eder-Jordan
Zum Autor:
JOVAN NIKOLIĆ (geb. 1955 in Belgrad, Ex-Jugoslawien, Serbien), Schriftsteller (Lyrik, Drama, Kurzprosa), Journalist, Songtexter
Jovan Nikolić wurde 1955 in Belgrad geboren. Beide Eltern sind Musiker, der Vater Rom, die Mutter Serbin. Seine Kindheit verbrachte Nikolić auf Reisen mit den Eltern, dann in einem Roma-Viertel in der Kleinstadt Čačak (Serbien). Seine ersten Gedichte veröffentlichte er 1977 im Literaturmagazin Gradac in Čačak. Seit seiner Emigration im Jahr 1999 lebt er in Deutschland, zurzeit in Köln. Jovan Nikolić ist einer der bedeutendsten Vertreter zeitgenössischer Roma-Literatur. Als Lyriker, Dramatiker, Kolumnist, Kabarettist und Songtexter (unter anderem für Kusturicas Film „Schwarze Katze, weißer Kater“) kommt Jovan Nikolić zu literarischen Ehren und einer bemerkenswerten Popularität. Neben seinen Lyrik- und Prosa-Bänden veröffentlichte er auch Theaterstücke und satirische Texte. Read the rest of this entry »
April 29th, 2015 |
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Film & Theater
Spielfilm, CZ/F 2014, 102 min (Website)
Regie & Buch: Petr Václav
Kamera: Štepán Kucera
Darsteller: Klaudia Dudova, David Istok, Sara Makulova, Maria Ferencova
Die Roma Žaneta und David träumen in Tschechien von einem normalen Leben. Doch die Vorurteile und Anfeindungen ihrer Umgebung und der Behörden machen diesen Traum unmöglich. Auf ihrer Suche nach regulären Jobs erfährt das Paar nur Zurückweisung. Es gelingt den beiden kaum, sich und ihre kleine Tochter mit dem Notwendigsten zu versorgen. Während David mit einem Überfall auf das schnelle Geld hofft, will Žaneta das Roma-Klischee nicht erfüllen und nimmt einen Job als Fabrikarbeiterin an. Das intensive Drama erreicht eine fast dokumentarische Wirkung durch seine außergewöhnlichen Laiendarsteller. (Text: Filmfest Hamburg)
Petr Václav (*1967) machte Dokumentarfilme, ehe er zur Fiktion kam. Marian, sein Spielfilmdebüt über einen vernachlässigten Roma-Jungen, gewann 1996 den Silbernen Leoparden in Locarno.
Eine ausführliche Kritik finden Sie auf „ecoleusti“.
April 28th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte
Die belgische Polizei hat angekündigt, in ihren Berichten in Hinkunft das Wort „Zigeuner“ nicht mehr zu verwenden. Sie reagiert damit auf Beschwerden des Minderheitenforums und des Interföderalen Zentrums für Chancengleichheit. „Das Wort stigmatisiert eine Personengruppe und ist daher inakzeptabel“, zitiert das Nachrichtenseite „Flanders Today“ den Leiter des Minderheitenforums Wouter Van Bellingen. Die Verwendung des Begriffs in Polizeiberichten käme einer Form von „Ethnic Profiling“ gleich, was in Belgien verboten sei. Als Alternative verweist Van Bellingen auf den Begriff „Wohnwagenbewohner“ („caravan resident“). Die Polizei will mit unterschiedlichen Interessensgruppen zusammenarbeiten, um sich auf einen neutralen Ersatzbegriff zu einigen.
(dROMa | Quelle: www.flanderstoday.eu)
April 27th, 2015 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Roma sam
Radijo Burgenland: 27.4.2015 (on demand)
Ando 1. 10. 1941 o Himmler i deportcija le 5.000 Romendar & Sintijendar andar i Austrija ando gheto Litzmannstadt (Łódź) kertscha. O gemajntscha loj na pekamle buter ar te del taj tschak odolen pal likerde, save lenge nucinipe anahi. Butvar o Burgenland-Roma resle sina. Maschkar o 4to taj 8to novemberi sako di jek srastuni 1.000 opferenca ladlahi. Korkore andar Lackenbach 2.000 ledschim ule (buteder: Łódź).
„Porajmos“ o akaripe le Romendar taj Sintijendar le murdaripeske duach o nacijonalsocijalistscha hi. Eseri burgenlanditike Roma tradim taj murdarde ule. Tschak valami 10 procenti le burgenlanditike Romendar o nacijengero bibstalo rajipe prik dschivde, odola save prik dschivde taj kher ale butvar sorale traumatisirim sina. Jek khetanipeskero upre butschalinipe le kojendar, so terdschivde, na ulo kerdo, o opfertscha dur ando pobisteripe atschine taj meg dugi cajt paloda ojs opfertscha la dujta klastar tel dikle le ule. But dschene le avre generacijendar tschak tschule pedar o koji, so lengere daja taj dada taj lengere babi taj papi terdschivde, schunde. Saj koji le phukajipe vaj le na phukaripe hi, palal phutschlo ulo. Buteder peda schunen tumen andi sendung „Roma sam“ upro Radijo Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)
April 26th, 2015 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Roma sam
Radio Burgenland: 27.4.2015 (on demand)
Am 1. 10. 1941 ordnete Himmler die Deportation von 5.000 Roma und Sinti aus Österreich in das Ghetto von Litzmannstadt (Łódź) an. Die Gemeinden wollten Fürsorgekosten einsparen und nur jene Roma wurden behalten, die nutzbringend eingesetzt werden konnten. Betroffen waren fast nur Burgenland-Roma. Zwischen dem 4. und 8. November fuhr täglich ein Zug mit 1.000 Opfern. Allein aus Lackenbach wurden 2.000 deportiert (mehr hier: Infotext: Die Łódź-Deportationen 1941).
„Porajmos“, das „Verschlingen“, ist eine Bezeichnung der Roma und Sinti für die Massenvernichtung durch die Nationalsozialisten. Tausende Burgenland-Roma wurden verfolgt und ermordet. Nur ca. 10% der Burgenland-Roma überlebten die Nazi-Schreckensherrschaft, die überlebenden Heimkehrer waren meist stark traumatisiert. Eine gesellschaftliche Aufarbeitung des Erlebten fand nicht statt, die Opfer blieben lange im Vergessenen und wurden noch lange als Opfer zweiter Klasse abgestempelt. Viele Angehörige der nachfolgenden Generationen erfuhren nur wenig über das Schicksal ihrer Eltern und Großeltern. Welche Folgen das Erzählen oder das Schweigen hat, wurde bei einem Symposium der Volkshochschule der Burgenländischen Roma zum Internationalen Roma-Tag im Offenen Haus Oberwart hinterfragt. Mehr darüber in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)
April 24th, 2015 |
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Facts & Figures
47% der Italiener sagen, Roma wären ihnen als Nachbarn „unangenehm“. Europaweit sind es halb so viele (24%).
(Quelle)
April 23rd, 2015 |
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Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Ende 2014 wurden in Italien die Ermittlungen gegen die sogenannte „Mafia capitale“ publik, ein kriminelles Netzwerk, das sich die Verwaltung der Flüchtlings- und Romalager in Rom unter den Nagel gerissen hatte. Enorme Geldsummen, die eigentlich für die Betreuung vorgesehen waren, wurden von der Mafia abgezweigt. Insgesamt gab es 37 sofortige Verhaftungen, mehr als 100 Ermittlungsverfahren wurden eröffnet. Kurz darauf veröffentlichte „Le Monde diplomatique“ einen umfangreichen Artikel Stefano Libertis über Roms Mafiasystem, das aus dem sogenannten „Nomaden-Notstand“ reichlich Kapital zu schlagen verstand. Dieser Notstandsplan wurde 2008 für fünf italienische Regionen erlassen, um gegen vermeintliche Nomaden vorzugehen: Diese Sonderverordnungen ebneten den Weg für die Zwangsräumung und teilweise Umsiedlung Tausender Roma in neue oder erweiterte Lager am Stadtrand. Erst fünf Jahre später wurde der Nomaden-Plan im Mai 2013 vom italienischen Höchstgericht endgültig als verfassungswidrig aufgehoben. Im Folgenden einige kurze Auszüge aus dem Artikel:
„Mit den Flüchtlingen lässt sich mehr Geld machen als mit dem Drogenhandel.“ Mit diesem Satz beschrieb Salvatore Buzzi, Vorsitzender der Genossenschaft “29. Juni”, in einem abgehörten Telefongespräch, worum es bei den Ermittlungen namens „Mafia capitale“ (Hauptstadtmafia) geht. Die Untersuchung, die derzeit die Regierungspaläste der Stadt Rom erschüttert, hat ein gigantisches Netzwerk systematischer Korruption aufgedeckt, in dem mit sozialen Diensten, insbesondere mit den Auffangstrukturen für Flüchtlinge, im großen Stil Geld verdient wurde.
(…) „Es ist eine Mafia neuen Typs“, sagt Staatsanwalt Giuseppe Pignatone. (…) „Die Organisation (…) investiert in etliche mafiöse Unternehmen im Stadtgebiet. Sie (…) ist wie eine Holding in mehrere Geschäftsfelder gegliedert.“ Einzelne Personen, die über exklusiven Zugang zu den Schaltstellen der Stadtverwaltung und zum Innenministerium verfügen, haben im Lauf der letzten Jahre eine Reihe von kommunalen, sozialen Dienstleistern unter ihre Kontrolle gebracht, darunter mindestens zwei Hühnchen, die wahrhaft goldene Eier legen: die Asylbewerberheime und die Lager für die Roma. Die Summen, um die es dabei geht, sind stattlich: Read the rest of this entry »
April 19th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte
Use jek brutali harengero angle gejipe ande jek slovakischi Romengeri sidlung valami 15 manuscha dukade ule. O angle gejipe le harendar akan le generalschtotiskere fischgaroschistar taj le andrutne ministerijumistar aun diklo te ol, phentscha idsch o Peter Pollak, o Romengero upre dijaschi la regirungatar. Angloda o biro le gavestar Vrbnica ando ostslovakischi becirk Michalovce phare angle periptscha gejng o harengere asdija: O pradime butschaschtscha use jek fandungakeri akcijona upre sakoneske ande marde, kaj 15 dschene muguli andi schpita iste ande ule. O harengere i Roma sidlung aunastarde, o vudura upre prutschinde taj le cilen marde, save pumen angle lende terdscharde, phentscha o biro le medijenge. Kada ov le gavengere dschenendar akardo ulo taj le harendar mangla so on adaj keren, te ov söbst rasistisch prasto ulo. Jeke harengere vakeraschistar adala angle periptscha tel tagadim ule. O slovakischi harengere imar ando lejcti berscha butvar vasch brutali angle gejiptscha gejng o Roma kritisirim ule.
April 16th, 2015 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen
Roma sam
Radijo Burgenland: 13.4.2015 (on demand)
Auf den Spuren der Vergangenheit
O historischi phagipe le holocaustistar igen hor ando gondo le tschulipestar and pe hantscha taj meg te avre generaciji preginla. Le artschijipeha „Upro jomi odolestar, so imar sina“ andi HBLA Erba, i historija la flogoskera grupnatar le Romendar ande mindenfelitike kipi, scentscha taj simboltscha, sikadi ol. Uso temtscha „Holocaust“ taj o „Erbakero bombakero atentato“ desch schtacijontscha kerde ule. O imar prindschardo Rom taj kinstleri Julius Horvath pre kipenca adala bibastale keriptscha uso ardschumipe anel. Leske barikano hi, hot o manuscha adale temtschenca donde pumen bescharen. Jek avro utschipeskero gendo ando artschijipe hi o dschivipeskere historiji le burgenlanditike Romendar. Aja jekoschni taj vodschikani dokumentacija „Mri Historija“ – „Meine Geschichte“, savi le farajnistar Roma-Service kerdi ulio, upre jek pobistero falato la khetana austritika historijatar prik dchivde dschenendar sikal taj te jek nevo gondo ar dschuminel, savo o tschatschipe upro aunprindscharipe mangel.
Der historische Bruch des Holocaust hat sich tief in das kollektive Gedächtnis der roma-Minderheit eingegraben und wird auch noch künftige Generationen prägen. Mit der Ausstellung „Auf den Spuren der Vergangenheit“ (Anm. d. dROMa-Red.: Ausstellung des Vereins Karika) in den Räumlichkeiten der HBLA Oberwart wird die Geschichte der Volksgruppe der Roma in verschiedenen Fotos, Szenen und Symbolen dargestellt. Zu den Themen „Holocaust“ und „Bombenattentat von Oberwart“, wurden zehn Stationen gestaltet. Mit Fotos bringt der mittlerweile bekannte Fotokünstler und Rom Julius Horvath diese Verbrechen zum Ausdruck. Ihm ist es wichtig, dass sich die Menschheit mit diesen Themen auseinandersetzt. Ein weiter Höhepunkt in der Ausstellung sind die Lebensgeschichten der burgenländischen Roma. Diese einzigartige, berührende Dokumentation „Mri Historija“ – „Meine Geschichte“, welche vom Verein Roma-Service produziert wurde, verweist auf einen vergessenen Teil der gemeinsamen österreichischen Geschichte überlebender Zeitzeugen und drückt auch ein neues Selbstbewusstsein aus, das das Recht auf Anerkennung offen einfordert.
(volksgruppen.orf.at & volksgruppen.orf.at)
April 14th, 2015 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Härtekurs gegen ausländische Roma: Koalition findet keine Mehrheit für radikales Bettelverbot
Die norwegische Regierung, eine Koalition aus Konservativen (Høyre) und Rechtspopulisten (Fremskritspartiet), plädiert für einen radikalen Kurs der Härte gegen osteuropäische Bettler: Seit Juli 2014 können Kommunen in Norwegen ein örtliches Bettelverbot aussprechen. Nun sah eine Gesetzesvorlage vor, Betteln landesweit unter Strafe zu stellen. Für Aufsehen sorgte hierbei vor allem eine Ausweitung der Pläne, wonach nicht nur das Bitten um Almosen, sondern auch das Gewähren von Hilfe bestraft würden: „Bettlerfreunde sollten mit bis zu einem Jahr Gefängnis bestraft werden. Strafbar wäre laut dem Regierungsentwurf jede Art von Gabe gewesen, die Bettelei erleichtert, ob es sich nun um Geld oder Unterkunft handelt“, schreibt dazu die Wiener Zeitung.
Große Teile der Bevölkerung reagierten mit Empörung auf die geplante Verschärfung, viele riefen zum zivilem Ungehorsam auf. Die Zentrumspartei, die die Regierungsvorlage ursprünglich mittragen wollte, verweigerte daraufhin den Regierungsparteien überraschend die nötige Unterstützung. Die norwegische Regierung zog die Pläne für ein landesweites Bettelverbot schließlich Anfang Februar zurück.
(dROMa)
April 13th, 2015 |
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Geschichte & Gedenken, Politik
Norwegens Premierministerin Erna Solberg bat die Roma des Landes vergangene Woche aus Anlass des Internationalen Tags der Roma um Verzeihung für die Behandlung, die der Minderheit vor und nach der deutschen Besetzung im Zweiten Weltkrieg zuteil wurde: „Im Namen der norwegischen Regierung entschuldige ich mich bei den Roma Norwegens. Ich bedauere die rassistische Ausgrenzungspolitik, die in den zehn Jahren vor und in den zehn Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg durchgeführt wurde. Und ich bedauere die fatalen Konsequenzen, die diese Politik während des Holocausts hatte.“
Solberg stellte den Roma Entschädigungszahlungen in Aussicht. Damit reagierte die konservative Regierungschefin auf jahrzehntelange Forderungen der zahlenmäßig sehr kleinen Volksgruppe (Schätzungen zufolge etwa 500 Personen). „Es ist Zeit für eine moralische Aufarbeitung dieses dunklen Teils unserer Geschichte. Der Staat stellt sich seiner Verantwortung für die Fehler, die gemacht wurden, und für das Unrecht, das norwegischen Roma angetan wurde“, so Stolberg.
Hintergrund dieses Schrittes ist ein von der Regierung in Auftrag gegebener Historikerbericht, der seit Februar vorliegt. Darin wird ausgeführt, wie norwegischen Roma in den 1930er Jahren nach Auslandsaufenthalten die Wiedereinreise in ihr Heimatland verweigert wurde. Der Bericht des „Zentrums zur Erforschung des Holocausts und religiöser Minderheiten“ nennt 32 Namen von Personen, die infolgedessen in den Konzentrationslagern der Nationalsozialisten umkamen. Auch nach der Befreiung wurde Überlebenden des Roma-Holocausts jahrelang die Rückkehr nach Norwegen verweigert. Das 1927 verabschiedete Gesetz, das es den Behörden ermöglichte, „Zigeunern“ die Einreise nach Norwegen zu verbieten, blieb bis 1956 in Kraft.
(dROMa)
April 12th, 2015 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Nackt unter Wölfen – Zentralrat Deutscher Sinti und Roma erhebt schwere Vorwürfe gegen die ARD: Das Schicksal des Sinto Willy Blum, der an Stelle von Stefan Jerzy Zweig in das Vernichtungslager Auschwitz geschickt wurde, bleibt beim ARD-Themenabend systematisch verschwiegen.
Presseaussendung: Das Schicksal von Stefan Jerzy Zweig, das von UFA-Geschäftsführer Hofmann für die ARD in der Neuverfilmung von „Nackt unter Wölfen“ (MDR-Mediathek, ab 20 Uhr) gezeigt wird, ist untrennbar mit dem Schicksal von Willy Blum verbunden. Willy Blum war der 16-jährige Sintojunge, der gegen den damals dreijährigen Stefan ausgetauscht wurde, als ein Transport von Juden vom Konzentrationslager Buchenwald für das Vernichtungslager Auschwitz zusammengestellt wurde.
Gerade das Schicksal dieser beiden Kinder, Stefan Jerzy Zweig und Willy Blum, zeigt, daß es innerhalb des unmenschlichen Lagersystems der Nazis und der SS es keine Rettung gab, daß oft für jeden Menschen, der überleben konnte, ein anderer Mensch sterben mußte. An dieser ausweglosen Situation litten und leiden bis heute die Überlebenden – im Gegensatz zu den Tätern der SS und der Wachmannschaften.
Als deshalb völlig unbegreiflich bezeichnet es der Vorsitzende des Zentralrates Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, daß sowohl die Neuverfilmung als auch die anschließende Dokumentation über das Lager Buchenwald trotz der genauen Kenntnis der historischen Wahrheit das Schicksal von Willy Blum komplett verschweigen. Es sei unglaublich, daß trotz einer Riege von historischen Fachberatern die ARD im gesamten Themenabend weder Willy Blum noch die tausende Sinti und Roma, die Häftlinge im Konzentrationslager Buchenwald waren, nicht ein einziges Mal erwähnt werden. In allen großen deutschen Medien, von Zeit und Spiegel bis zur FAZ wurde darauf hingewiesen, daß Willy Blum an Stelle des jüdischen Jungen Stefan auf die Todesliste für Auschwitz gesetzt worden war.
Dies wiegt um so schwerer, als der Film durch seine para-dokumentarische Darstellung, die Einblendung von historischen Filmaufnahmen aus dem Lager und der Darstellung des Kriegsgeschehens, den Anschein von historischer Objektivität erwecken will. Tatsächlich aber wird, mehr noch in der nachfolgenden Dokumentation über das Lager Buchenwald, die historische Wahrheit manipuliert, indem das Schicksal von Willy Blum und damit generell der Völkermord an Sinti und Roma systematisch und bewußt verschwiegen wird.
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April 9th, 2015 |
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Einrichtungen, Sport
Tschechien: Der Verein „Aver Roma“ leistet Hilfe zur Selbsthilfe – mit Fußball
Radio Prag: Am Rande des nordböhmischen Most / Brüx gibt es eine große Plattenbausiedlung namens Chanov. (…) Chanov hat seit Jahren den Ruf eines Roma-Ghettos, um das Fremde einen großen Bogen machen. Vor etwa zwei Jahren formierte sich jedoch genau dort eine Gruppe von engagierten Roma, die die triste Situation verbessern möchten. „Aver Roma“ heißt sie, zu deutsch „Andere Roma“. Die Mitglieder haben einen einfachen Weg gewählt: Sie spielen Fußball mit den Jugendlichen. Jindřich Vaňo ist Sekretär des Clubs: „Am Anfang war es schwierig mit unseren Jungen, sie sind einfach Heißsporne. Disziplin hat also die höchste Priorität. (…) Das heißt, während andere Teams vor dem Spiel angespornt werden müssen, sind unsere Jungen eher zu beruhigen. Die Ergebnisse sind schon sichtbar: Wir sind zum fairsten Team im Bezirk Chomutov / Komotau erklärt worden. (…) Unsere Spieler meckern nicht und tragen keine Konflikte aus, sondern konzentrieren sich auf das Spiel.“
Der Club FK Chanov spielt mittlerweile in der Kreisliga und trifft dort auf Nicht-Roma-Mannschaften. Die erste Saison beendete der Verein sogar auf dem dritten Platz. Auf diese Weise können die Jungen auch ihre „weißen“ Altersgenossen kennenlernen und mit einigen sogar Freundschaft anknüpfen (…). Außerdem werden die Fußballspieler aus Chanov relativ leicht an Schulen aufgenommen und schaffen es auch, dort zu bestehen. (…)
Irena Petráková ist Angestellte der Stadtverwaltung Most. Sie hilft dem Verein seit den Anfangstagen: „Ich erinnere mich an das erste Spiel des Clubs, das ich gesehen habe. (…) Für die ‚weißen‘ Jungen war es wahrscheinlich das erste Treffen aufeinandertreffen. Und sie haben dabei erkannt, dass man mit Roma ganz normal umgehen kann.“
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April 8th, 2015 |
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Musik
Mahala Raï Banda & Vali Rupita: „Gelem, gelem“
„Gelem, gelem“ ist die Hymne der Romabewegung. Der Liedtext, verfasst von Jarko Jovanović nach einer traditionellen Melodie, erzählt von der Verfolgung der europäischen Roma unter den Nationalsozialisten. Seinen Status als Roma-Hymne verdankt es der ersten internationalen Konferenz, mit der die junge Roma-Bürgerrechtsbewegung 1971 in London ihren ersten Durchbruch feierte: »Ausgehend von der Existenz einer so genannten „Romani-Nation“, erklärte man das Lied „Gelem, Gelem“ zur offiziellen Hymne und entwarf eine gemeinsame Flagge. Das Motto „Opre Roma!“ wurde zum Wahlspruch der sich formierenden Romani-Bewegung und ihres Kampfes um gesellschaftliche Gleichberechtigung. Mit der Wahl des Terminus „Rom“ als offizielle Selbstbezeichnung sollten alte Vorurteile überwunden und ein neues Selbstbewusstsein errungen werden.« (Mehr dazu auf: Rombase)
April 5th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte
Brand in Roma-Siedlung in Rom: Ermittler gehen von Brandstiftung aus.
In der Nacht auf Montag ist in einer Roma-Siedlung in der via Armellini in La Rustica an der östlichen Peripherie Roms ein Brand ausgebrochen. Rund 100 Roma mussten ihre Unterkünfte fluchtartig verlassen, verletzt wurde niemand. Die Flammen hatten sich in dem Gebäude, einer ehemaligen Zementfabrik, blitzartig ausgebreitet. Laut ersten Aussagen der Ermittler dürfte der Brand, der in mehreren Räumen und Stockwerken zugleich entstand, gelegt worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Laut Angaben von NGOs verbrachten die Roma, darunter viele Kinder, die Nacht im Freien; die Behörden verteilten lediglich Wasserflaschen und Decken. Auf der Straße kam es in der Folge zu aufgeheizten Szenen zwischen Polizei und obdachlos gewordenen Roma. In einer Aussendung vom 31. März berichtet die NGO „Nazione Rom“ von Übergriffen der Stadtpolizei (hier ein Video). Zudem seien die Familien, anders als von den Behörden bekanntgegeben, nicht in anderweitige Unterkünfte evakuiert worden.
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April 4th, 2015 |
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Rassismus & Menschenrechte
Bei einem brutalen Polizeieinsatz in einer slowakischen Roma-Siedlung sind am Donnerstag mindestens 15 Personen verletzt worden.
Der Bürgermeister des Dorfes Vrbnica im ostslowakischen Bezirk Michalovce, der von den Bewohnern zu Hilfe gerufen worden war, erhob schwere Vorwürfe gegen die Polizei: Die Beamten hätten die Roma-Siedlung im Zuge einer Fahndungseinsatzes gestürmt, Haustüren eingetreten und wahllos auf alle eingeprügelt, die sich ihnen in den Weg stellten. 15 Bewohner seien daraufhin im Krankenhaus behandelt worden. Er selbst sei von den Polizisten rassistisch beschimpft worden. Der Vorfall soll nun von Generalstaatsanwaltschaft und Innenministerium untersucht werden. Ein Polizeisprecher bestritt alle Vorwürfe.
(dROMa | Quelle: derstandard.at)
April 4th, 2015 |
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Brauchtum & Tradition, Literatur & Bücher
Rezepte zum Nachlesen und Erinnerungen zum Nachkochen
Die Literaturwissenschaftlerin Katharina Janoska (mehr hier) und der Küchenchef Martin Kugler haben ein Lesekochbuch kreiert – ein Kochbuch, verfeinert mit Geschichten zu den Gerichten: „Auf die Idee sind die beiden durch ihre Großmütter gekommen“, berichtet der Kurier: „Janoskas Vater stammt aus einer Roma-Familie in der ungarischsprachigen Slowakei. Martin Kugler kommt aus Gols und wurde durch die typisch burgenländische Küche seiner Großmutter geprägt. (…) Ursprünglich sollte es ein Roma-Kochbuch werden, doch schon bald haben sie erkannt: ‚Beide Kulturen haben sehr viel gemeinsam, die typische Roma-Küche gibt es nicht. Unsere Omas kochen viele Gerichte ähnlich.‘ Warum also nicht die Rezepte beider Kulturen miteinander verbinden, dachten sich die beiden Golser und machten sich ans Werk.“
Aus der Beschreibung auf der Seite ihres neu geschaffenen Verlags:
Dieses Buch ist nicht wie viele andere Bücher, kein großer Verlag steht dahinter, sondern unserer eigener. Kein Fooddesigner steht hinter den Bildern sondern wir. Keine Firmenpolitik steht hinter den Worten und Geschichten sondern wir. Ein Buch über das Burgenland und seine kulturelle Diversität von Burgenländern.
Daher auch die Idee Teile der Romaküche mit Teilen der österreichischen Küche zu verbinden und wenn es diese Verbindung schon gab, diese aufzuzeigen. Die Küche zeigt hier auf, was schon immer der Fall war und wovor manche die Augen verschließen: Als Rom/ni ist man nicht nur Rom/ni, sondern immer auch Teil einer Mehrheitsgesellschaft. Read the rest of this entry »
April 3rd, 2015 |
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Facts & Figures, Geschichte & Gedenken
Das NS-„Zigeunerlager“ Berlin-Marzahn wurde erst 2001 auf Bundesebene als „entschädigungswürdiger“ Haftort anerkannt.
(Quelle)
April 1st, 2015 |
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Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte
FAZ: Im ungarischen Miskolc geht die Verwaltung drastisch gegen Roma vor. Sie vertreibt sie aus ihren Wohnungen. Und lässt ihnen nur die Hoffnung auf Kanada.
(…) Im Sommer vergangenen Jahres beschloss der Stadtrat, die „Gettos und Slums“ von Miskolc zu beseitigen. (…) Angeblicher Grund dafür ist, dass Platz für eine moderne Fußball-Arena geschaffen werden soll (…). Tatsächlich sieht es vor allem so aus, dass die in Miskolc führende Fidesz-Partei die Roma aus der Siedlung einfach loswerden möchte. Es gibt Wegziehprämien, und wer mit Mietzahlungen für die stadteigenen Häuschen im Rückstand ist oder wessen Vertrag ausläuft, bekommt einen Räumungsbescheid. (…). 36 Wohnungen seien inzwischen leer, 38 weitere sollten bis Ende April geräumt werden. (…)
Die Romasiedlung war ein großes Thema im Kommunalwahlkampf des vergangenen Jahres. (…) Im nahe gelegenen Ózd, wo es auch viele Roma gibt, triumphierte ein Jobbik-Mann. (…) Schon haben sich in den umliegenden Gemeinden Bürgerinitiativen gebildet, die diese Leute auch nicht haben wollen. (…). Die neue Hoffnung heißt Kanada. Seit ein Gericht dort ungarische Roma als Asylbewerber akzeptiert hat, wollen alle dorthin auswandern. (…)
Lesen Sie bitte den hier nur in einigen kurzen Auszügen wiedergegebenen Artikel von Stephan Löwenstein in voller Länge auf www.faz.net.
Siehe auch:
Ónod bei Miskolc: Brandanschlag auf Roma
Ungarn: „Wegziehprämien“ für Roma
Ungarische Roma flüchten in die Schweiz
Ungarisches Filmfestival streicht Roma-Filme