Rom: Ermittlungen nach Brand in Romasiedlung
April 5th, 2015 | Published in Rassismus & Menschenrechte
Brand in Roma-Siedlung in Rom: Ermittler gehen von Brandstiftung aus.
In der Nacht auf Montag ist in einer Roma-Siedlung in der via Armellini in La Rustica an der östlichen Peripherie Roms ein Brand ausgebrochen. Rund 100 Roma mussten ihre Unterkünfte fluchtartig verlassen, verletzt wurde niemand. Die Flammen hatten sich in dem Gebäude, einer ehemaligen Zementfabrik, blitzartig ausgebreitet. Laut ersten Aussagen der Ermittler dürfte der Brand, der in mehreren Räumen und Stockwerken zugleich entstand, gelegt worden sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.
Laut Angaben von NGOs verbrachten die Roma, darunter viele Kinder, die Nacht im Freien; die Behörden verteilten lediglich Wasserflaschen und Decken. Auf der Straße kam es in der Folge zu aufgeheizten Szenen zwischen Polizei und obdachlos gewordenen Roma. In einer Aussendung vom 31. März berichtet die NGO „Nazione Rom“ von Übergriffen der Stadtpolizei (hier ein Video). Zudem seien die Familien, anders als von den Behörden bekanntgegeben, nicht in anderweitige Unterkünfte evakuiert worden.
In dem Gebäude hatte die Stadtverwaltung in den letzten Jahren zahlreiche Roma-Familien untergebracht, die ihr Zuhause bei den Zwangsräumungen in den Camps in Ponte Mammolo, Casilino 900 und La Martora verloren hatten. Geführt wird die Einrichtung von der Organisation „Domus Caritatis“, die in den Mafiaskandal rund um die Verwaltung der römischen Flüchtlings- und Romalager verwickelt sein soll.
In den vergangenen Monaten war es in Rom wiederholt zu Angriffen gegen Roma-Camps und Flüchtlingsunterkünfte gekommen. Rechtsextremisten schüren mit gezielten Aktionen die romafeindliche Stimmung in den Außenbezirken der italienischen Hauptstadt. So versperrten erst kürzlich Neofaschisten der „Casa Pound“ Roma-Kindern den Zutritt zur Schule.
(R. Urbaner/dROMa)