Wenn keiner mehr erzählen kann

April 26th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
27.4.2015 (on demand)

"Zigeunerghetto" (Foto: www.sintiundroma.de)Am 1. 10. 1941 ordnete Himmler die Deportation von 5.000 Roma und Sinti aus Österreich in das Ghetto von Litzmannstadt (Łódź) an. Die Gemein­den woll­ten Für­sorge­kos­ten ein­sparen und nur jene Roma wur­den be­hal­ten, die nutz­brin­gend ein­gesetzt wer­den konn­ten. Betrof­fen waren fast nur Burgen­land-Roma. Zwi­schen dem 4. und 8. Novem­ber fuhr täg­lich ein Zug mit 1.000 Opfern. Allein aus Lackenbach wur­den 2.000 depor­tiert (mehr hier: Infotext: Die Łódź-Deportationen 1941).

Porajmos“, das „Verschlingen“, ist eine Bezeich­nung der Roma und Sinti für die Massen­ver­nich­tung durch die National­sozia­listen. Tausende Burgen­land-Roma wurden ver­folgt und er­mor­det. Nur ca. 10% der Burgen­land-Roma über­lebten die Nazi-Schreckens­herr­schaft, die über­leben­den Heim­kehrer waren meist stark traumatisiert. Eine gesell­schaft­liche Auf­arbei­tung des Erlebten fand nicht statt, die Opfer blieben lange im Ver­ges­senen und wur­den noch lange als Opfer zweiter Klasse ab­gestem­pelt. Viele Ange­hö­rige der nach­folgen­den Gene­ra­tio­nen er­fuh­ren nur wenig über das Schick­sal ihrer Eltern und Groß­eltern. Welche Folgen das Erzählen oder das Schweigen hat, wurde bei einem Symposium der Volks­hoch­schule der Burgen­län­di­schen Roma zum Internationalen Roma-Tag im Offenen Haus Oberwart hinter­fragt. Mehr darüber in der Sen­dung „Roma sam“ auf Radio Bur­gen­land.

(volksgruppen.orf.at)

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