Online-Broschüre „Stimmungsmache“

März 20th, 2015  |  Published in Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

StimmungsmacheDISS: Extreme Rechte und antiziganistische Stimmungsmache. Analyse und Gefahreneinschätzung am Beispiel Duisburg

In der Reihe kostenloser Online-Broschüren des Duisburger Instituts für Sprach- und Sozialforschung (DISS) er­schien nun der drit­te Band. Die ver­ein­fachte Web-Version der Bro­schüre finden Sie hier. Das DISS empfiehlt den Down­load der Original-PDF-Datei mit zahlreichen Abbildungen, zusätzlichen In­fo­käs­ten und aus­führ­li­chem Litera­tur- und Quel­len­ver­­zeich­nis.

Einleitung:

Seit dem EU-Beitritt Rumäniens und Bulgariens im Jahr 2007 ma­chen Bürger_innen dieser Län­der von ihrem Recht Gebrauch, sich in Duisburg, Dortmund, Berlin, aber auch vielen anderen deutschen Städten nieder­zu­lassen. Duisburg ist eine arme Stadt, und viele der Migrant_innen sind eben­falls arm. Viele von ihnen sind nicht nur arm, sondern gehören auch der diskri­mi­nier­ten Minder­heit der Rom_nija an. In Duis­burg und in ande­ren Städten gab es in den letz­ten Jah­ren heftige öffent­liche Debatten, die stark von Anti­ziga­nis­mus geprägt waren. Die Stim­mung in Teilen der Bevöl­ke­rung spitzte sich so zu, dass sich viele an die rassis­ti­schen Pogrome gegen Asyl­su­chende An­fang der 1990er Jahre erinnert fühl­ten. Es dürfte kaum über­ra­schen, dass Grup­pie­run­gen und Parteien der extremen Rechten ver­such­ten, diese Stim­mung für sich zu nutzen. Dies ist ihnen zum Teil gelun­gen, sie zogen z.B. mit ei­nem Rekord­ergeb­nis in den Duis­bur­ger Stadtrat ein.

Diese Broschüre untersucht exemplarisch am Beispiel der Stadt Duisburg, wie die extre­me Rechte das Thema Anti­ziganismus aufgriff. Sie agierte dabei nicht isoliert im luft­leeren Raum. Viel­mehr besteht ein Zusam­men­hang zwischen Alltags­rassis­mus, etablier­ten Medien, Kom­munal­politik und den Erfolgs­chan­cen der extre­men Rechten. Dieses kompli­zierte Wech­sel­spiel ist Gegen­stand dieser Broschüre.

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Herausgeber: AK Antiziganismus im DISS/Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung. Veröffentlicht als kostenlose Online-Publikation im März 2015
Autor_innen: Martin Dietzsch, Anissa Finzi, Alexandra Graevskaia, Ismail Küpeli, Zakaria Rahmani, Stefan Vennmann
Dank an: Miriam Rosin, Maren Voetzsch. Wir danken für die Förderung durch die Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Inhaltsverzeichnis:

Zakaria Rahmani:
Überlastung und Populismus. Die Migration aus Südost­europa in lokalen Medien am Beispiel der West­deutschen All­gemei­nen Zeitung (WAZ)

Alexandra Graevskaia:
Anknüpfungspunkte zwischen extrem rech­ten und etablier­ten Medien

Alexandra Graevskaia und Stefan Vennmann:
Extreme Rechte: In den Strömungen getrennt – im Anti­ziga­nis­mus geeint

Martin Dietzsch:
Benzin ins Feuer gießen. Das Agieren der extre­men Rech­ten in Duisburg

Ismail Küpeli:
Antirassismus in der Zwickmühle zwi­schen Ver­drän­gung und Ex­per­tentum

AK Antiziganismus im DISS:
Handlungstipps

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