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Nedjo Osman: Schauspieler & Roma-Aktivist

März 4th, 2015  |  Published in Film & Theater, Radio, Podcast & TV

Nedjo Osman (Foto: BR)BR | InterKulturMagazin puzzle,
ARD-alpha: Sa., 7.3.2015, 22:00 bis 22:30 Uhr
Filmbeitrag von Fatema Mian

Livestream in Mediathek verfügbar

In Film und Fernsehen ist der Mazedonier hier­zu­lande häufig in der Rolle des Böse­wichts zu se­hen. Vor allem aber macht Nedjo Osman in Köln eige­nes Theater, eine Mi­schung aus Schau­spiel, Tanz und Per­for­mance – klas­si­sches Reper­toire, aber auch Roma-Themen. Denn Nedjo Osman ist selbst Rom[a].

(…) Nach Deutschland kam Nedjo Osman nach Aus­bruch des Balkan­krieges, so wie seine kroa­tische Frau Nada Kokotovic, eine Regisseu­rin und Choreo­grafin. Gemein­sam leiten sie in Köln das TKO Theater. „Engagiertes Theater“ nen­nen sie es, weil sie immer Themen und Stoffe des realen Lebens auf­greifen.

Wir arbeiten mit klassi­schen Themen und Schrift­stellern, von Heiner Müller, Lorca, Strindberg, Camus, Shakespeare bis Roma-Thema­ti­ken. Die Themen sind all das, was mit unse­rer Rea­lität zu tun hat. Weil das Theater von der Rea­lität nimmt – wir über­setzen das, was im Leben ist. (…) Ich enga­giere mich beson­ders für Roma, weil die Roma in einer beson­deren, speziel­len Rolle sind: sie sind unter­halb von den Unteren, die es in dieser Welt gibt.
Nedjo Osman

Nedjo Osman engagiert sich ganz konkret. Zwei­mal im Monat geht er in ein Kölner Wohn­heim für Flücht­linge, darun­ter auch Roma. Gemein­sam mit einer Sozial­arbeiterin bietet er den Bewoh­nern eine Gesprächs­runde an. (…) Die Flücht­linge ver­trauen Nedjo Osman. Er weiß um ihre Probleme und hilft, wo er kann. Gerade für jugend­liche Roma und Sinti ist der Schau­spieler natür­lich auch ein Vor­bild und diese Rolle hat Nedjo Osman gerne über­nommen. Auf seiner Theater­bühne prä­sen­tiert er wei­tere Vor­bilder. In dem Theater­stück „Rukeli“, nach dem Text „Zigeuner-Boxer“ von Rike Reiniger, spielt Nedjo Osman den Profi-Boxer Johann „Rukeli“ Trollmann, ein Sinto, der von den Nazis ermor­det wurde. (…) Read the rest of this entry »