Ausstellung: Robert Olaf Gabris – „I“
Januar 15th, 2015 | Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Berlin: Ausstellungseröffnung
mit Werken von Robert Olaf Gabris:
Freitag, den 23. Januar 2015, 19 Uhr
Die Berliner Galerie Kai Dikhas präsentiert mit „I“ – gemeint ist das englische „Ich“ – die erste Einzelausstellung des slowakischstämmigen Künstlers Robert Olaf Gabris außerhalb Österreichs, wo er bis 2013 an der Akademie Wien studierte und mit Diplom abschloss. Die Welt ist in den seinen, in guten Händen, denn behutsam zeichnet er seine Umgebung. Er reduziert die Zeichenwelt auf eine eigene Essenz, so dass das Abgebildete zu einem Selbstbild wird. Dem Bewusstsein von Vergänglichkeit setzt er sein Schaffen entgegen.
‚I‘ ist sowohl Subjekt, Objekt als auch Bewusstsein des Künstlers. ‚I‘ kann aber auch als Initial für Identität und die Frage nach der Zugehörigkeit gelesen werden. Ich bearbeite mein Leben und meine Herkunft, die Widersprüche meines Lebens. (R.O. Gabris)
Mit einem kolorierten Kupferstich eines Herzens beginnt die Ausstellung. Die Bilder thematisieren einen Akt der Entblößung, der uns an die intime Verletzlichkeit des Menschen mahnt. Gabris zeichnet mit äußerster Sorgfalt und entwickelt seine sehr persönliche Welt. Die Serie „Im Schlaf“ zeigt den Künstler im traumhaften Zwischenzustand mal in Gesellschaft von in an die Renaissance erinnernder Klarheit gezeichneten Tieren. Es entfaltet sich aus der Klaviatur realistisch und anatomisch präzise dargestellter Körper eine schwebende Innenwelt. Die Ausstellung mit dem Titel „I“ erzählt von Einsamkeit genauso wie von Selbstbehauptung. Denn während die Realität der Roma oft von Unterdrückung und Armut dominiert ist, wohnt diesen zarten Bildern eine Sehnsucht nach Frieden inne – und im Bezug auf die Renaissance auch nach individueller Selbstentfaltung.
Es erwartet uns in der Galerie auch seine Installation „Tod“, eine Zeichenmaschine, die eine einfache Linie, wie sie das englische „I“ darstellt, angetrieben vom Impuls seines Herzschlags weiterführt. Diese Linie ist Anfang, Fortdauer und Ende in einem.
Ich entwickle eine Reihe von mechanischen Zeichnungen, die einen konstruierten Schlag meines Herzens definieren und damit die Spur meines Lebens verewigen. Es ist der Traum der eigenen Unsterblichkeit, eine gezeichnete Biografie der eigenen künstlerischen Schöpfung. Getrieben vom Leben und unvorstellbaren Tod meines Seins.“ (R. O. Gabris)
(Text: Moritz Pankok, Kurator)
Ein ausführliches Interview mit dem Künstler finden Sie in der aktuellen Ausgabe unseres Magazins dROMa.