August 29th, 2020 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Fatretertscha le organisacijendar Lebenszeichen, Hango Roma, Newo Ziro taj Roma-Service le aunsesinipeske le SOS Mitmensch gejng o dujto scheroskero „Klubobmann“ la FPÖ-atar schtacko vasch fahetcinipe aun pumen phandle.
Ando ar le julistar o Stefan Hermann taj i FPÖ schtacko upro Facebook jek prasajipeskero videjo gejng o Roma taj Sinti arbulharde. „Amen igen holi hi, kaj austritike politikertscha prasajipeskere videjos gejng Roma taj Sinti arbulharen. Ada keripe prasajipestar bare hangi dschalan taj but Romenge taj Sintijenge andi Austrija phare gondi keren“, phenen o fatretertscha le Roma-organisacijendar andi Austrija. Amen kamaha, kaj i „Staatsanwaltschaft“ Gereci o aunsesinipe vascho fahecinipe godschikan peske aun te dikel taj hofinas, hot o auntradipe prasajipestar afka ar kerdo te ol. Read the rest of this entry »
August 20th, 2020 |
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Rassismus & Menschenrechte
Eine Chronologie der relevanten Er
eignisse
Eine Recherche von Lebenszeichen! (GfbV)
12.07.2020: Ankunft von Caravans in Tulln
Die religiöse Veranstaltung wurde vorab bei den Stadtbehörden angemeldet. Es reihen sich die ersten Caravans auf der großen Wiese ein. Es werden von der Stadt sanitäre Anlagen zur Verfügung gestellt. Diese wurden vorab bezahlt, sowie auch die Entsorgungskosten des anfallenden Mülls.
12.07. bis 15.07.2020: diverse Vorfälle
Es kommt zu den ersten Spannungen zwischen der Bevölkerung von Tulln und der religiösen Gemeinde. Die teuren Autos der Minderheit führen zu Fragestellungen: „Wie können die sich sowas leisten? Das kann ja nicht mit rechten Dingen zugehen.“ Das dahinter hart arbeitende Menschen stehen, die Steuern in Österreich bezahlen, weiß keiner. Wie jedes Jahr bieten Roma und Sinti wieder verschiedene Dienstleistungen legal an.
Die Situation spitzt sich zu – es kommt zu dem ersten Angriff auf die Gemeinde. Ein Feuerwerkskörper wurde neben einen Wohnwagen geworfen. Man ist froh, dass keiner dabei verletzt wurde und man macht eine Anzeige bei der Polizei.
16.07.2020, 22:22: erster Bericht erscheint in der Zeitung HEUTE
Der Beitrag in der Zeitung HEUTE ist der erste zu dem Thema. Die Veranstaltungsbetreiber werden offenbar nicht befragt – der Sinn und Zweck der Veranstaltung von Tulln bleibt verborgen. Man spricht von Massencamping und Verstöße gegen die Corona-Regeln. Die Zeitung zitiert den FPÖ-Politiker Bors:
„‚So kann es nicht weitergehen! Wer die Gastfreundschaft der Stadt mit Füßen tritt, hat sein Gastrecht verloren‘, so FPÖ-Gemeinderat Andreas Bors. Er kritisiert auch, dass die Roma und Sinti Arbeiten im ‚Pfusch‘ anbieten würden. Bedenken hat der Freiheitliche auch wegen des Coronavirus. ‚Veranstaltungen und Zusammenkünfte größerer Menschenmengen werden momentan nur unter strengen behördlichen Auflagen zugelassen. Unter diesem Hintergrund ist es umso unverständlicher, dass hier ein Massencamping ohne grundlegende Hygienestandards von der Stadtgemeind;e genehmigt wurde. Es gibt dort weder Sanitäranlagen noch fließendes Wasser. Wer übernimmt dafür die Verantwortung?‘, will er wissen.“ Link: →www.heute.at Read the rest of this entry »
August 20th, 2020 |
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Einrichtungen, Internet & Blogothek, Rassismus & Menschenrechte
„Es kommt zu einem Angriff mit einem Feuerwerkskörper gegenüber den Campingplatz-Bewohnern …“
Lebenseichen! (GfbV): Alles begann am 25. Juli 2020, als NGOs nach Tulln fuhren, um dort ein Roma-Fest zu besuchen. Aufmerksam wurde der Verein Newo Ziro darauf, dass ein hetzerisches Video sich auf Facebook rasant verbreitete. Die Telefone des Vereins liefen heiß. Natalie Weinrich, Geschäftsführerin vom Verein Newo Ziro, war plötzlich mit großen Ängsten der Community konfrontiert. Nicht nur die Roma/Sinti in Tulln, sondern auch die gesamte Community waren besonders geschockt, als auch FPÖ-Politiker begannen, das Video zu kommentieren und zu teilen. Deswegen setzt die Community nun ein „Zeichen gegen rechts“ mit einer weiteren Anzeige. Lebenszeichen!, Newo Ziro, Hango Roma und Roma-Service schließen sich der Anzeige von SOS Mitmensch an (wir berichteten).
Roma/Sinti in Österreich: Beim Beten bedroht
An der Einfahrt zur großen Wiese fällt ein Schild ins Auge: „Jesus rettet“ steht dort. Dahinter reihen sich 150 geräumige Wohnwagen um ein Festzelt. An der Südumfahrung Tulln am Stadtrand sind rund 600 Sinti und Roma zu einer christlichen Zeltmission zusammengekommen. Diese offene Veranstaltung, zu der jeder kommen kann, ist für Roma und Sinti auch eine Chance, sich als wichtigen Teil der Gesellschaft zu präsentieren.
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August 14th, 2020 |
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Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Roma-Vertreter/innen schließen sich Verhetzungsanzeige gegen FPÖ Steiermark an. Anti-Roma-Hassvideo sorgt bei Roma-Organisationen für Entsetzen
Vertreterinnen und Vertreter der Organisationen Lebenszeichen, Hango Roma, Newo Ziro und Roma-Service schließen sich der Anzeige von SOS Mitmensch gegen den stellvertretenden Klubobmann der FPÖ Steiermark aufgrund des Verdachts der Verhetzung an. Anlass ist ein Ende Juli von Stefan Hermann und der FPÖ Steiermark auf Facebook verbreitetes Hassvideo mit wüsten Beschimpfungen gegen Roma und Sinti (wir berichteten).
„Wir sind zutiefst entsetzt darüber, dass österreichische Politiker Hassvideos gegen Roma und Sinti verbreiten. Dieses Schüren von Hass hat große Wellen geschlagen und bei vielen Roma und Sinti in Österreich große Sorgen hervorgerufen“, so die Vertreter/innen namhafter Roma-Organisationen in Österreich.
Wir wollen, dass die Staatsanwaltschaft Graz die Verhetzungsanzeige sorgfältig prüft und wir hoffen, dass dem Anstacheln von Hass Einhalt geboten wird. Read the rest of this entry »
Juli 31st, 2020 |
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Rassismus & Menschenrechte
Aussendung der GfbV zum Roma-Holocaust-Gedenktag am 2. August:
Antiziganismus in weiten Teilen Europas noch immer verbreitet – Sinti und Roma werden zu Sündenböcken in der Pandemie gemacht – Rassistische Hetze in Sozialen Medien führt oft zu tätlicher Gewalt
Zum Gedenktag für den Holocaust an Sinti und Roma am kommenden Sonntag, den 2. August, fordert die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Antiziganismus konsequenter zu bekämpfen. Die Menschenrechtsorganisation zeigt sich besorgt über die weltweite Zunahme von Hassverbrechen gegen Roma. Diese Form rassistischer Gewalt müsse besser dokumentiert und engagierter verfolgt werden. „Gerade in Corona-Zeiten hat die Ausgrenzung von Roma wieder stark zugenommen. Oft werden sie zu Sündenböcken abgestempelt, um sie noch weiter zu marginalisieren“, erklärte GfbV-Direktor Ulrich Delius am Freitag in Göttingen.
Antiziganismus äußere sich nicht nur in tätlichen Übergriffen, sondern auch in zunehmender rassistischer Hetze in sozialen Medien. Internetanbieter und Behörden müssten das Problem ernster nehmen und der gezielten Stimmungsmache gegen Sinti und Roma entgegenwirken. „Denn der verbalen Verunglimpfung folgt oft die tätliche Gewalt“, warnt Delius.
Die Covid-19-Krise und zunehmender Rechtsextremismus drohten die jahrzehntelangen Bemühungen um Anerkennung und Respekt für Sinti und Roma wieder zurückzuwerfen. „Es ist das Vermächtnis der rund 500.000 Opfer des Völkermordes an Sinti und Roma, dass die Überlebenden und ihre Nachkommen niemals mehr ausgegrenzt und verfolgt werden dürfen. Wer über den Kampf gegen Rassismus in Europa spricht, darf die Sinti und Roma nicht vergessen. Denn sie waren und sind oft die ersten Opfer rassistischer Brandstiftung“, erinnert Delius.
Rassismus gegenüber Sinti und Roma sei nicht nur ein Problem in Deutschland, sondern in der gesamten Europäischen Union und in den EU-Beitrittsländern auf dem West-Balkan. So seien in dieser Woche erneut Roma in Frankreich gewaltsam von Stellplätzen vertrieben worden. In Bulgarien seien seit März 2020 mindestens sieben von Roma bewohnte Stadtviertel von der restlichen Stadt abgeriegelt worden, angeblich um die Corona-Prävention zu stärken. In einem Fall wurde eine Roma-Siedlung sogar aus einem Flugzeug mit Desinfektionsmitteln besprüht. Read the rest of this entry »
Juli 29th, 2020 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Offener Brief an den Hessischen Rundfunk
Der Förderverein Roma und das Hausprojekt NiKa protestieren entschieden gegen den hessenschau-Beitrag „Bahnhofsviertel nach Lockdown“ vom 28. Juni 2020 der Autorinnen Ana Radic und Katharina Schol.
Die Anmoderation zum hessenschau-Beitrag anlässlich der Petition der RestaurantbesitzerInnen stimmt die ZuschauerInnen auf „Junkies“ im „berühmt-berüchtigten“ Frankfurter Bahnhofsviertel ein, auf Zustände, die „Angst machen“. Doch gleich in den ersten beiden Einstellungen werden eine Gruppe unkenntlich gemachter Personen und eine Frau im langen Rock gezeigt: Damit ist die Minderheit der Roma bereits markiert. Daran geschnitten der O-Ton eines Restaurantbetreibers: „Wir haben Angst …„. Dann folgen verschiedene Kameraeinstellungen, undeutlich, abgebrochene Schwenks, immer wieder unkenntlich gemachte Leute, eine Frau, die auf Taschen am Rande des Bürgersteigs sitzt und in ihrer Kleidung nicht den „Deutsch-Deutschen“ zuzuordnen ist.
Was als Personenschutz durch Unkenntlichmachung daherkommt, dient als Kennzeichnung: Das sind die Menschen, die „Probleme“ machen. Das diffuse Szenario der Bedrohlichkeit geht mit der Diffamierung einher, dass die „Probleme“ im Viertel, „Junkies“ und „Penner“ mit der Minderheit der Roma bebildert werden. Durch die Kameraeinstellungen auf die immer selbe Personengruppe aus unterschiedlichen Blickwinkeln wird das Gefühl einer bedrohlichen Anzahl suggeriert.
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Juli 27th, 2020 |
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Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte
SOS Mitmensch: Besorgniserregende Radikalisierung der steirischen FPÖ. Parteiobmann und Stellvertreter schüren Hass gegen Roma und Sinti, Asylsuchende und Menschen mit Migrationshintergrund.
Die Menschenrechts-NGO SOS Mitmensch ortet eine besorgniserregende Radikalisierung der steirischen FPÖ. In sozialen Netzwerken würde vom Parteiobmann und seinem Stellvertreter immer unverhohlener Hass gegen Minderheiten geschürt. Jüngste Beispiele seien die Verbreitung eines Videos mit Hasstiraden gegen Roma und Sinti und der Versuch, Asylsuchende zu Sündenböcken für die Ausweitung der Corona-Schutzmaskenpflicht zu machen.
„Wir beobachten seit einiger Zeit, dass die steirische FPÖ-Parteispitze in sozialen Netzwerken in der Manier politischer Hassprediger auftritt und immer radikaler gegen Minderheiten aufwiegelt und hetzt“, so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch. Das betreffe insbesondere die Facebook-Auftritte des früheren Verteidigungsministers und jetzigen Klubobmanns der FPÖ im steirischen Landtag, Mario Kunasek, und von dessen Stellvertreter Stefan Hermann, erklärt Pollak. Laut Pollak habe Hermann am Samstag ein Video mit wüsten Hasstiraden und Beschimpfungen gegen Roma und Sinti, die bei Tulln campen, verbreitet.

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Juli 16th, 2020 |
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Interview, Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Antiziganismus in Ungarn: Staatliche Schikane und strukturelle Diskriminierung – Radio Corax im Gespräch mit der Kulturwissenschaftlerin Magdalena Marsovsky
Radio Corax (Halle), Sendung vom 10.7.2020
11:37 min, 15 MB, →Anhören (mp3)
Antiziganismus, der strukturelle Hass und die strukturelle Diskriminierung von Sinti und Roma, nimmt in ganz Europa zu. In Ungarn, wo Romnja und Roma seit Jahrhunderten leben, ist der Antiziganismus einerseits ein kulturelles Erbe, das nicht „aufgearbeitet“ wurde. Andererseits wird er seit 2010 von der Regierung unter Ministerpräsident Viktor Orbán stark befeuert. Die strukturelle Diskriminierung der Romnja und Roma wird dabei verschärft durch die so genannte „Roma-Strategie“ der Regierung aus dem Jahr 2011. Read the rest of this entry »
Juli 10th, 2020 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Nach Berichten über einen Angriff auf das Auto eines Kamerateams wurde nun ein Video bekannt, das den Vorfall in einem neuen Licht erscheinen lässt: Auf dem Mitschnitt sind grob rassistische Aussagen des RTL-Teams zu hören.
Am Dienstag wurde ein Kamerateam von RTL während der Dreharbeiten angegriffen. Das RTL-Team filmte Personen und Wohnhäuser in einer kleinen Seitenstraße in Köln, in der Angehörige einer Roma-Großfamilie wohnen. Gegen mehrere Familienmitglieder bzw. deren Umfeld werde derzeit wegen mutmaßlicher krimineller Machenschaften ermittelt. Ein querstehender Wagen soll den RTL-Van über viele Minuten an der Weiterfahrt gehindert haben. Einige der um den Van stehenden Personen führten schließlich aufgebracht einige Schläge und Tritte gegen das Auto aus; Personen wurden allerdings nicht attackiert. RTL machte den Angriff auf sein Kamerateam daraufhin publik.
Nun zeigt jedoch ein Video: Das TV-Team im Wagen nannte die Personen „Drecksviecher“ und „Zigeuner, die wir in Deutschland mit Hartz IV unterstützen“ und die sich „auf deutschen Straßen“ aufführten, als hätten sie „die Hoheit in diesem Land“.
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Juni 30th, 2020 |
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Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Seit dem Ausbruch der Corona-Pandemie beobachten Roma-Organisationen eine wachsende Zahl von Diskriminierungen gegenüber Sinti und Roma. Ein Beispiel ist der Umgang mit Infektionen in einem Wohnblock in Berlin-Neukölln.
Violeta Balog und Georgi Ivanov vom Verein Amaro Foro sprechen über Klischees und wie Roma in Berlin leben.
→Anhören: www.inforadio.de
Juni 25th, 2020 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte
Amnesty-Bericht: Hartes Vorgehen der Polizei gegen Minderheiten während der Lockdowns in Europa
Die Behörden müssen damit aufhören, diskriminierende Quarantänemaßnahmen für Roma sowie Geflüchtete und Migrant/innen zu verhängen und diese Menschen rechtswidrig aus Lagern und informellen Siedlungen zu vertreiben. Stattdessen müssen sie die Rechte auf Gesundheit und angemessenes Wohnen für alle sicherstellen.
Barbora Černušáková,
Expertin für Osteuropa bei Amnesty International
Amnesty International hat am gestrigen Mittwoch einen Report über Menschenrechtsverletzungen durch die Polizei bei der Durchsetzung von Lockdowns und ähnlichen Maßnahmen in 12 europäischen Ländern veröffentlicht. →Amnesty-Bericht Demnach waren ethnische Minderheiten und marginalisierte Gruppen überproportional von Personenkontrollen und Strafen sowie von Gewalt und erzwungener Quarantäne betroffen.
Zum Beispiel war in Seine-Saint-Denis die Zahl der Strafen wegen Lockdown-Verstößen dreimal höher als im französischen Durchschnitt. Seine-Saint-Denis ist das ärmste Gebiet Frankreichs, wenn man von den Überseegebieten absieht. Die Mehrheit der Bevölkerung ist schwarz oder nordafrikanischer Herkunft. Die lokalen Behörden wiesen den Vorwurf zurück, dass der Lockdown in Seine-Saint-Denis besonders häufig gebrochen wurde. In Nizza wurden in neun Nachbarschaftsbezirken, in denen hauptsächlich Arbeiter/innen und ethnische Minoritäten wohnen, längere nächtliche Ausgangssperren verhängt als im Rest der Stadt. In London stieg die Zahl der Polizeikontrollen bei Schwarzen überproportional. Read the rest of this entry »
Juni 17th, 2020 |
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Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Die Legende von den Roma-„Großfamilien“ am Corona-Hotspot
Stefan Lauer/Belltower.News: Göttingen kämpft seit Tagen mit einem Corona-Ausbruch. Zunächst heißt es, 170 Bewohner/innen eines Hochhauses seien betroffen und hätten sich während des islamischen Zuckerfestes angesteckt. „Großfamilien“ hätten zusammen gefeiert und sich unter anderem beim Moscheebesuch und in einer Shisha-Bar angesteckt. Medien und Behörden machen vor allem muslimische Roma-Familien verantwortlich. Eine Geschichte, die bei näherer Betrachtung auseinanderfällt.
In Göttingen dreht sich zur Zeit alles um das „Iduna“-Zentrum. Ein Hochhauskomplex mit 700 Bewohner/innen, der als „sozialer Brennpunkt“ gilt. Erbaut wurde das Zentrum in den 70er Jahren und galt zunächst als Modellprojekt, mit Wohnraum für Studierende und Familien. Doch die Verantwortlichen verloren recht schnell das Interesse an dem Gebäude, das Umfeld fing an zu verfallen. In den 1990er Jahren wurden hier Bürgerkriegsflüchtlinge aus Jugoslawien untergebracht. Mittlerweile leben im Komplex viele migrantische Bewohner/innen, Geflüchtete und andere Menschen mit wenig Einkommen. Diese Wohnungen werden besonders gern an Empfänger/innen von Transferleistungen vermietet. So bekommen die Besitzer/innen auch für kleine und heruntergekommene Wohnungen gutes Geld von den Behörden, ohne sich um Verbesserungen kümmern zu müssen.
Vor wenigen Tagen wurde nun bekannt, dass im „Iduna“-Zentrum ein Corona-Hotspot entstanden sei. Der Krisenstab der Stadt Göttingen, geleitet von Petra Broistedt, spricht von 170 Infizierten aus mehreren „Großfamilien“, die sich angesteckt hätten, weil sie unter Missachtung der Vorschriften gemeinsam das Ende des islamischen Fastenmonats Ramadan, das Zuckerfest, gefeiert hätten. Auch in einer Moschee sollen die ominösen „Großfamilien“ gewesen sein.
Die Medien reisen an. In der Stadt werden Bewohner/innen befragt, in praktisch jedem Fernsehbeitrag werden ausschließlich weiße Menschen interviewt, die ihrer Empörung wegen der Verantwortungslosigkeit der Hochhausbewohner/innen, Luft machen. Rücksichtlosigkeit wird den Menschen vorgeworfen. In Boulevardmedien sind „arabische Clans schuld an Göttinger Massenausbruch“. Jetzt stellt sich heraus: Alles ist ganz anders. Read the rest of this entry »
Juni 6th, 2020 |
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Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Hetze wegen Corona-Ansteckungen in Göttingen breitet sich aus
Seit Tagen verfolgen wir mit zunehmender Besorgnis die Berichterstattung über Göttinger Corona-Infektionen. Permanent werden stigmatisierende Begriffe verwendet und die betroffene Personen als leichtsinnige und verantwortungslose Menschen dargestellt. Ort des Geschehens ist ein Hochhaus mit 700 Bewohner/innen, das in Göttingen als „sozialer Brennpunkt“ gilt. Dort leben vielfältige Menschen: Migrant/innen, Geflüchtete, aber auch Deutsche. Den meisten gemein ist ihre soziale Deklassierung.
Ein Bewohner des Hauses, der nicht zu den in den Medien beschuldigten „Großfamilien“ gehörte, hatte sich mit Corona infiziert und befand sich unter Quarantäne. Gegen diese verstieß er mehrere Male. Andere Bewohner/innen des Hauses, unter anderem aus den Familien, die jetzt kriminalisiert werden, wiesen die Behörden mehrfach darauf hin, dass sich der Mann nicht an die Quarantäne hielt. Die Behörden reagierten nicht.
Ein älterer Mann erkrankte schwer, und seine Familie brachte ihn am 25. Mai ins Krankenhaus. Dort wurde er positiv auf Corona getestet. Seine Familie machte sich natürlich auch Sorgen um ihre weiteren Angehörigen und wollte sich ebenfalls testen lassen. Da keine/r Symptome hatte, weigerte sich das Klinikum, sie zu testen, bzw. sie hätten finanziell selbst für die Tests aufkommen müssen. In der Presse war dagegen vielfach davon die Rede, dass die Bewohner/innen der Aufforderung, sich testen zu lassen, nicht nachgekommen seien.
In der Presse wird behauptet, die Infektionen hätten primär bei Familienfeiern anlässlich des Zuckerfestes am 24. Mai stattgefunden, also bevor der Mann die Corona-Diagnose hatte. Die Familien hatten eine Genehmigung des Ordnungsamtes für die Zusammenkunft in der Moschee. Nur dort hat eine Zusammenkunft mehrerer Personen unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregeln stattgefunden. Weitere Feierlichkeiten gab es nicht.
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Juni 5th, 2020 |
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Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte
Verein ZARA – Zivilcourage & Anti-Rassismus-Arbeit (Hg.): Rassismus Report 2019. Analyse zu rassistischen Übergriffen & Strukturen in Österreich. 20 Jahre Anti-Rassismus-Arbeit, Wien, März 2020, 100 S.
→Zum Download: www.zara.or.at
ZARA berichtet alljährlich im Rassismus-Report über rassistische Übergriffe und Vorkommnisse in Österreich. Er ist eine wichtige Informationsquelle für nationale und internationale Organisationen und noch immer die einzige qualitative Datenquelle in Österreich. (Anm.: Das Romano Centro dokumentiert romafeindliche Vorfälle in Österreich, der letzte „Antiziganismus-Bericht“ erschien im Dezember 2017). Die ausgewählten, detailliert dargestellten und anonymisierten Einzelberichte repräsentieren die Qualität und Strukturen des rassistischen österreichischen Alltags.
Im Jahr 2019 gingen in der ZARA-Beratungsstelle für Betroffene und Zeug/innen von Rassismus 1.950 Meldungen von rassistischer Diskriminierung ein – sichtbar wird damit allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Besonders viele Meldungen betreffen das Internet – das hat sich umso mehr in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen aufgrund des Coronavirus gezeigt.
Auch eine Reihe romafeindlicher Vorfälle fand Eingang in den Bericht. Die publizierte Falldokumentation umfasst u.a. unter Punkt 7 eine „antiziganistische Beschmierung“ in Wien; unter Punkt 14 einen „antiziganistischen sowie sozialdarwinistischen ,Dokumentarfilm‘“ einer deutschen TV-Produktionsfirma (wir berichteten hier, hier und hier); sowie unter Punkt 29 „Antiziganismus am Arbeitsplatz“. Im vergangenen Jahr 2019 dokumentierte ZARA insgesamt 54 antiziganistische Vorfälle, 2020 bislang elf (Stand Anf. April 2020). [ZARA-Newsletter, Nr. 5/2020]
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Juni 2nd, 2020 |
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Rassismus & Menschenrechte, Religion
„Es ist ein großes Geschenk, das Ihr besitzt“
Heute vor einem Jahr, am 2. Juni 2019 besuchte Papst Franziskus, am letzten Tag seiner Rumänienreise, die Roma des Städtchens Blaj (deutsch: Blasendorf) in Siebenbürgen. In seiner historischen Rede, die wir für dROMa übersetzt haben, bittet er die Roma um Verzeihung für das Unrecht, das ihnen im Lauf der Geschichte auch von Christen – und auch von der katholischen Kirche – zugefügt wurde. Im Folgenden geben wir die Rede in einigen Auszügen auf Deutsch sowie auf Romani wieder:
Ich trage im Herzen eine Last. Es ist die Last der vielen Erfahrungen von Diskriminierung, Ausgrenzung und Misshandlung, die Eure Gemeinschaften erlitten haben. Die Geschichte zeigt uns, dass auch Christen, Katholiken solch Böses nicht fremd ist. Dafür möchte ich Euch um Vergebung bitten. Ich bitte um Vergebung im Namen der Kirche und des Herrn, und ich erbitte Vergebung von Euch. Für all jene Zeiten in der Geschichte, in denen wir Euch benachteiligt, misshandelt oder schief angesehen haben, mit dem Blick Kains und nicht Abels, und in denen wir unfähig waren, Euch anzuerkennen, zu schätzen und in Eurer Einzigartigkeit zu verteidigen.
Wie oft urteilen wir vorschnell, mit verletzenden Worten, mit Haltungen, die Hass und Spaltung säen! Wann immer jemand zurückgelassen wird, kann die Familie der Menschheit nicht vorwärtskommen. Tief im Inneren sind wir keine Christen, ja nicht einmal gute Menschen, wenn wir nicht fähig sind, die Person vor ihren Taten, vor unseren eigenen Urteilen und Vorurteilen zu sehen.
Liebe Brüder und Schwestern, Ihr als Volk habt eine große Rolle auszufüllen. Scheut Euch nicht, die besonderen Gaben, die Ihr besitzt und die Eure Geschichte geprägt haben, zu teilen und anzubieten. Wir brauchen diese Gaben: Read the rest of this entry »
Mai 27th, 2020 |
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Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Zentralrat begrüßt Urteil von Ungarns Oberstem Gericht zur schulischen Segregation von Roma-Kindern
Ungarns Oberstes Gericht hat nun (Anm.: am 12. Mai 2020, wir berichteten) ein Urteil des Debrecener Berufungsgerichts bestätigt, welches den ungarischen Staat bereits im September 2019 zu Schadenersatzzahlungen für die rechtswidrige segregierte Beschulung von ca. 60 Roma-Kindern im ostungarischen Ort Gyöngyöspata verurteilt hatte. Die staatlichen Stellen hatten die Auszahlung des Geldes verweigert und Berufung eingelegt. Ungarns Oberstes Gericht hat nun die finanzielle Entschädigungen der betroffenen Familien in Höhe von 99 Millionen Forint (280.000 Euro) angeordnet.
„Das Urteil des Obersten Gerichtshofs ist ein wichtiges Signal zur Durchsetzung einer gleichberechtigten Bildungsteilhabe für Roma in Ungarn“, so der Zentralratsvorsitzende Romani Rose. „Das Urteil zeigt unmissverständlich, dass die gesonderte Beschulung von Kindern auf ethnischer Grundlage nicht nur falsch ist, sondern den Staat auch teuer zu stehen kommt. Das Urteil zeigt auch, dass es in Ungarn noch immer Gerichte gibt, die den rechtsstaatlichen Prinzipien verpflichtet sind. Dieser Entscheid ist auch ein Signal an die ungarische Gesellschaft und die ungarische Regierung, dem zunehmenden Antiziganismus in Staat und Gesellschaft deutlich entgegenzutreten“, so Rose weiter. „Den betroffenen Kindern können die verlorenen Jahre nicht mehr zurückgegeben werden. Für sie ist ein bleibender Schaden im Hinblick auf ihre Zukunftschancen entstanden. Es muss jetzt von den verantwortlichen Behörden erwartet werden, dass sie ihrer gesetzlichen Verpflichtung, den gleichberechtigten Zugang zu Bildung für alle Kinder zu gewährleisten, auch tatsächlich nachkommen“, so der Zentralratsvorsitzende.
Trotz ihres gesetzlichen Verbots im Jahre 2003 ist die schulische Segregation von Roma-Kindern, die diese systematisch vom Zugang zu qualifizierter Bildung ausschließt, nach wie vor weit verbreitet. Read the rest of this entry »
Mai 24th, 2020 |
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Rassismus & Menschenrechte
Ein Camp rumänischer Roma im französischen Argenteuil (Île-de-France) wurde in diesem Monat bereits mehrmals attackiert. Nun sind rund 70 der unter einer Autobahn errichteten Hütten bei einem Brandanschlag in der Nacht zum 19. Mai abgebrannt. Verletzt wurde niemand.
Die Bewohner/innen wurden im Schlaf von Molotow-Cocktails überrascht, die das Camp in Brand steckten und die Hütten weitgehend abbrannten. Florin, einer der Bewohner sagt: „Ich habe draußen auf einer Matratze gelegen. Ich habe nicht geschlafen, um Wache zu halten.“ Er hat gesehen, wie vier Benzinflaschen von der Autobahnbrücke geflogen kamen. Daraufhin hat er den anderen gesagt, sie sollen rauskommen, und die Feuerwehr gerufen. Das Feuer breitete sich schnell aus. Ein anderer Bewohner, Imed, sagt, sie hätten nicht einmal Zeit gehabt, Wasser aus der Seine zu holen, um zu versuchen, den Brand zu löschen. Ein Molotow-Cocktail traf den Generator, und es gab eine Explosion. Etwa 70 Hütten sind abgebrannt. Es stehen nur noch sieben oder acht. Der Feuerwehreinsatz hat fünf Stunden gedauert. Neun anwesende Personen wurden in einer Sporthalle untergebracht.
Es ist bereits der vierte Vorfall. Zu den ersten Ereignissen kam es am 1. und 2. Mai. In der Nacht vom 4. auf den 5. gab es einen weiteren Anschlag. Die Bewohner/innen konnten das Feuer jedoch selbst löschen. Seit es angefangen hat, hält immer jemand Wache. Die Kinder haben sie laut Florin bereits in Sicherheit gebracht habe. Read the rest of this entry »
Mai 23rd, 2020 |
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Rassismus & Menschenrechte
Deutschland: Zentralrat Deutscher Sinti und Roma fordert lückenlose Aufklärung von Polizeigewalt gegen Roma-Familie in Freiburg
Am Dienstag, dem 28. April 2020, wurden in der Nähe von Freiburg bei einem Einsatz von Polizei- und Ordnungsamt Angehörige einer Roma-Familie zum Teil schwer verletzt. Ein 48-jähriger Familienvater erlitt schwere Verletzungen durch Bisse eines Polizeihundes, zwei Frauen und ein weiterer Mann wurden durch Schläge verletzt. Der Polizeieinsatz erfolgte anlässlich einer Bagatelle, bei der es um eine Parkplatzfrage vor der Haustür der Geschädigten gegangen sein soll. Die beteiligten Beamten sollen von Beginn an aggressiv aufgetreten und die Situation vorsätzlich eskaliert haben, im weiteren Verlauf soll ein Polizeihund auf den Mann gehetzt und seine Familienangehörigen mit Faustschlägen traktiert worden seien. Die Verletzungen wurden in einem Krankenhaus behandelt und dokumentiert.
Die Geschädigten suchten später eine Polizeidienststelle auf, um Strafanzeige zu erstatten. Nachdem sie den Sachverhalt geschildert hatten, sollen sie jedoch von dem oder den Polizeibeamten abgewiesen worden sein.
Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, kritisiert deutlich das vollkommen unverhältnismäßige Vorgehen der Polizeibeamten und erklärt: „Dieser Vorfall muss lückenlos aufgeklärt werden, damit das Vertrauen unserer Minderheit in die Polizei nicht beschädigt wird. Sollten die Vorwürfe zutreffen, hätten wir es mit Fällen von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung und Nötigung zu tun. Sollte die Annahme der Strafanzeige dieses Vorfalls durch die Freiburger Polizei tatsächlich verweigert worden sein, besteht zudem der Verdacht der versuchten Strafvereitelung im Amt durch weitere Polizeibeamte.“ Read the rest of this entry »
Mai 20th, 2020 |
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Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Offener Brief zu Prozess über Brandanschlag auf Roma in Deutschland
Am 11. Mai 2020 startete in Deutschland der Prozess gegen fünf Angeklagte wegen versuchten Mordes. Am späten Abend 24. Mai des Vorjahres war in Erbach-Dellmensingen in Baden-Württemberg ein Brandanschlag auf eine französische Roma-Familie verübt worden. Die Täter hatten aus einem Wagen eine brennende Fackel auf die Roma geschleudert, diese landete jedoch knapp vor dem Wohnwagen auf der Wiese (wir berichteten hier und hier). Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg, der den Prozess beobachtet, richtet nun einen Offenen Brief an den Bürgermeister der Stadt Erbach. Der Landesverband fragt sich, „ob der gesellschaftliche Druck und die antiziganistischen Ressentiments der Dorfgemeinschaft die Angeklagten zur Tat motiviert haben“. Wir geben das Schreiben im Folgenden wieder:
Offener Brief an den Bürgermeister der Stadt Erbach bezüglich des antiziganistischen Brandanschlags, der seit 11.5.2020 am Landgericht Ulm verhandelt wird:
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Gaus,
ich habe Ihre Pressekonferenz und den Artikel der SWP vom 19.5.20 zur Kenntnis genommen. Gerne würde ich das tolerante und weltoffene Erbach-Dellmensingen, in dem rechtes Gedankengut (k)einen Platz hat, besuchen und das Gespräch mit Ihnen suchen.
Die Angeklagten sagten am 19.5.2020 aus, dass sie zum Tatzeitpunkt geschätzt hätten, dass sich auf der Wiese 30 bis 40 Personen aufhielten. Zunächst mit Böllern, Schildern mit der Aufschrift „55 [8155 Erbach] bleibt deutsch“ und einem toten Schwan wollten sie die Familien vertreiben. Als ihnen das nicht gelang, warfen sie eine brennende Fackel auf einen Wohnwagen, in dem eine Mutter mit ihrem neun Monate alten Baby schlief. Die Angeklagten gaben beim Prozessauftakt an, dass sie „offen rechts“ seien, was in ihrem Dorf „normal“ sei. Am 19.5.2020 wurde im Prozess die Auswertung der Handys der Angeklagten thematisiert. In einem Chat bezichtigten mehrere Personen die Roma-Familien, die nach dem Anschlag bereits vertrieben waren, in ein Sportheim eingebrochen zu sein. Daraufhin schrieb der Angeklagte Robin D., man sollte ihnen „am besten hinterherfahren und sie ausrotten, die Pest“.
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Mai 15th, 2020 |
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Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Sport
Deutschland: Stolperstein von Johann „Rukeli“ Trollmann mit SS-Runen beschmiert
Im Hamburger Schanzenviertel wurde am Dienstag, den 12. Mai, ein Stolperstein, der an die Verfolgung und Ermordung des Sinto Johann „Rukeli“ Trollmann erinnert, von unbekannten Tätern mit SS-Runen beschmiert. Anwohner, die die Beschädigung entdeckten, haben die NS-Symbole umgehend entfernt und den Gedenkstein gereinigt. Der Landesverein der Sinti in Hamburg e.V. erstattet Anzeige bei der Hamburger Polizei.
Der Gedenkstein vor dem Flora-Theater erinnert an den berühmten Sinto-Boxer Johann „Rukeli“ Trollmann, der 1933 dort seinen letzten Sieg als Profiboxer erkämpfte. 1942 wurde Trollmann in Hannover verhaftet und ins Konzentrationslager Neuengamme verschleppt. Nachdem er von einem SS-Aufseher als der Boxer Trollmann erkannt worden war, musste er abendlich gegen Männer der SS kämpfen. Im Sommer 1944 wurde Trollmann im Außenlager Wittenberge von einem Kapo erschlagen.
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