Brandanschlag auf Roma in Frankreich

Mai 24th, 2020  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Frankreich LPEin Camp rumänischer Roma im fran­zö­si­schen Argenteuil (Île-de-France) wur­de in diesem Mo­nat be­reits mehr­mals attackiert. Nun sind rund 70 der unter einer Auto­bahn er­rich­te­ten Hüt­ten bei einem Brand­an­schlag in der Nacht zum 19. Mai ab­ge­brannt. Ver­letzt wur­de nie­mand.

Die Bewohner/innen wurden im Schlaf von Molo­tow-Cock­tails über­rascht, die das Camp in Brand steck­ten und die Hütten weit­gehend ab­brannten. Florin, einer der Be­wohner sagt: „Ich habe draußen auf einer Matratze ge­legen. Ich habe nicht ge­schla­fen, um Wache zu halten.“ Er hat ge­sehen, wie vier Benzin­flaschen von der Autobahn­brücke ge­flogen ka­men. Darauf­hin hat er den an­deren gesagt, sie sol­len raus­kommen, und die Feuerwehr ge­rufen. Das Feuer breitete sich schnell aus. Ein ande­rer Bewoh­ner, Imed, sagt, sie hät­ten nicht ein­mal Zeit gehabt, Wasser aus der Seine zu holen, um zu ver­suchen, den Brand zu löschen. Ein Molotow-Cock­tail traf den Ge­nerator, und es gab eine Explosion. Etwa 70 Hütten sind ab­gebrannt. Es stehen nur noch sieben oder acht. Der Feuer­wehr­einsatz hat fünf Stun­den gedauert. Neun an­wesende Per­sonen wurden in einer Sport­halle unter­gebracht.

Es ist bereits der vierte Vorfall. Zu den ersten Ereignissen kam es am 1. und 2. Mai. In der Nacht vom 4. auf den 5. gab es einen weite­ren Anschlag. Die Be­woh­ner/in­nen konn­ten das Feuer jedoch selbst löschen. Seit es an­gefangen hat, hält immer je­mand Wache. Die Kinder haben sie laut Florin bereits in Sicher­heit ge­bracht habe. Er er­wähnt auch, dass alle ihre Vorräte ver­brannt seien und er nicht wisse, was er seinen Kindern zu es­sen geben soll.

Anne-Marie, die Médecins du Monde und einer Gruppe angehört, die Roma­familien im Val d’Oise unter­stützt, hat die Leute zur Polizei be­gleitet, um Anzeige zu er­statten. „Sie haben mich nach Decken ge­fragt. Sie haben gar nichts mehr. Sie brau­chen alles. Ich glaube, ihr Geld ist in einer der Hütten ver­brannt. Wir sind alle erstaunt darüber, wel­ches Aus­maß die Sache an­genommen hat.“

Nun geht es in erster Linie darum, eine neue Unterkunft für die Bewoh­ner/in­nen des zer­störten Lagers zu finden. Angesichts der aktuel­len Gesund­heits­lage, ist es noch schwieri­ger als sonst, einen Platz für sie zu finden, sagen die Unter­stützer/in­nen.

Zusammenfassende Übersetzung eines Artikels in Le Parisien, publiziert auf ran.eu.com

Siehe auch:
Argenteuil : 3 heures du matin, le campement s’embrase, 19.5.2020

Comments are closed.