Lernbetreuung des Vereins Roma-Service

November 19th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 18.11.2021 | 10.28 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

Siklipeskero pomoschago farajn Roma-Service

Die seit 1990 angebotene Lernbetreuung in Oberwart ver­sucht durch täg­li­chen Förder­unterricht, Intensiv­betreu­ung sowie durch Hilfe­stellung bei Haus­aufgaben junge Schü­lerIn­nen und Jugend­liche zu fördern. Der Verein Roma-Ser­vice er­mög­licht vielen Roma-Schü­lerIn­nen und Jugend­lichen eine Chance auf eine gute Aus­bildung. Das Lern­programm unter­teilt sich in ver­schiedene Kate­gorien: Lernen mit allen Sinnen, Lernen mit neuen digitalen Medien, Außer­schuli­scher Roman-Un­ter­richt und Jugend-Pro­jekte, wie die musi­ka­lische Früh­erziehung.

Sajt deschuenja taj enjavar deschto bersch o palopla­nes­kero sikli­peskero pomo­schago ando foro Erba del. Ande dujeseri taj deschuen­jato bersch o farajn Roma-Ser­vice Erbate o palopla­nes­kero sikli­peskero pomo­schago le Romane tscha­venge prik lija. Jek le mesch­ter­ki­jendar i Susanna Gärtner-Horvath mindig ando kon­takto le peda­gogki­jenca taj peda­gogenca, dajenca taj daden­ca terdschol, kaj pedar o sikli­peskere plantscha taj o pomo­scha­gos­kere koji le jekoschne tscha­vendar schaj vakerdo ol. O tschave ande duj klastscha upre ulade hi, kaj i dujti mesch­terkija Jasmin Koger o pomo­scha­gos­kero siklipe tel likerel. Siklipe le compju­teriha sar skuli, taj aver koji upro pa­lepla­nes­kero programo terdschol. Read the rest of this entry »

Schajipe andi populariteta

November 18th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Kher, Romafuturismo, ROLIK: Trin literaturakere-inicijativtscha le Romenge

Büchertaufe: Präsentation von "O Mulo!" (Foto: Kher)Te la kultura lakere kore flatschki hi. Tschu­lip­tschen­ge pharo hi, pe upro lite­ra­ri­schi than duach te be­scha­rel. Andi Tsche­chi­ja taj andi Slo­va­ki­ja pro­ba­li­nen ada te ir­nel – kaj ajgeni struk­tur­tscha scho­finen.

Kher (Prag)
Jek barikano than uso institu­ci­jo­nali­siri­nipe la Ro­men­gera-lite­ra­turatar andi Tsche­chija o ken­va­kero falog „Kher“ ande lel. O falog an­dar Prag, ari alo an­dar jek on­li­ne-sele­tos­keri forma, le pomo­scha­goske taj le bul­hari­peske litera­rischi but­jendar andar o tschu­lipe, vid­minel pe. Kerdo ulo o falogis­kero pro­jekto 2012 aka­demischi isch­kola­schendar la bara rani­jatar la roma­ni­ja­lo­gijatar andi Tsche­chi­ja, Milena Hübschmannová, savi 2005 muli: „But Romen­gere pisima­schenge sina oj sar jek daj, jek pomo­scha­gosch­kija“, phenel o falo­giskero keraschi Lukáš Houdek: „Kada oj muli, leha te but pisima­schenge i aun tradi­peskeri sor bejg sina. Taj vascho­da phentscham, hot valaso iste keras. Amen diklam, hot o pisi­masch­tscha te pisinel kam­nahi, te publi­cirinel kamnahi, ham len nisaj schajip­tscha sina.“

„Kher“ vaschoda phureder taj te neve­der literari­schi hangi­jenge andar i Tschechija taj andar i Slovakija po­mo­schinel, butvar ande Romani, ham te ande but tschib­tscha­kere edici­jontscha. „Akan andi repub­lika Tschechija, valami schtar­var­desch pisi­maschkiji taj pisi­masch­tscha del, save uso Romen­gero-tschu­lipe kerinen; valami epasch lendar tscha­tschi­kan aktivi hi“, phu­kal i Karolína Ryvolová, andar o falog. Read the rest of this entry »

„Diebstahl und Willkür“: Vorwürfe gegen Stadtpolizei in Frankfurt

November 17th, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Betteln ist kein Verbrechen (Foto: G. Kraftschik CC-BY)Deutschland: Stadtpolizei in Frankfurt am Main nimmt ru­mä­ni­scher Rom­ni Bar­geld ab – Roma-Verein spricht von „Dieb­stahl“

Der Förderverein Roma in Frankfurt kri­ti­siert in einer Aus­sen­dung das Vor­gehen des städti­schen Ord­nungs­amts als „ord­nungs­po­li­ti­sche Will­kür“. Wir ge­ben im Fol­gen­den den Wort­laut der Pres­se­aus­sen­dung wie­der:

Der Romni Eszter R. wurde am 25.10.2021 die gesamte Barschaft durch das Ordnungsamt Frank­furt weg­genom­men. Grund war an­geb­lich das nach­haltige An­sprechen von Pas­santen. Es ging also nicht um „aggres­sives Betteln“, wie es an­sonsten im Jargon des Amtes heißt. Der Frau wurde per Unter­stellung das Geld zum Über­leben für sich und die Familie ent­zogen, um sicher­zu­gehen, dass eine mög­liche spätere Ord­nungs­widrig­keit auch bezahlt wer­den kann. Man könnte die Praxis als Diebstahl be­zeichnen, denn allein die Restrik­tion der Behörde war aus­schlag­gebend, nicht die Klage von Men­schen, die sich ge­vnötigt fühlten.

Eine besondere Bedeutung hat die Vorgehensweise des­halb, weil es sich bei der Frau um die­selbe Person handelt, in deren Pass 2018 ein Mit­arbeiter des Ordnungs­amtes unrecht­mäßig den Ver­merk „Beim aggres­siven Betteln an­getroffen“ hand­schriftlich ein­trug (wir berichteten). Der Pass wurde durch den Vermerk un­gültig und die Betrof­fene de­nunziert. Die Dienst­handlung kriti­sierten die zu­ständi­gen Institu­tionen in Land und Kommune nach­drücklich und schlu­gen Schadens­ersatz vor. Zu dem Aus­gleich kam es nicht, da die Frau un­mittel­bar nach dem Vorfall zu­rück nach Rumänien ging.

Es stellt sich offensichtlich die Frage, was letzten Endes eil­fertige Be­kundun­gen wert sind, wenn sich an der Ver­fahrens­weise der Behörde nichts ändert. Read the rest of this entry »

Lackenbach: Gondolipeskero mulatintschago

November 16th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 16.11.2021 | 9.34 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

Gedenken an NS-Opfer der Roma und Sinti im Burgenland

Ande Lackenbach suboton le Romenge taj Sintijen­ge anglo gondo­li­pes­kero than gondolim ulo. Odotar esertscha Roma taj Sinti ando minden­felitike logertscha ledschim taj murdarde ule. Ando bi­schutrito no­vem­beri de­schuenja schtar­var­deschto bersch ande jek aguni gadschen­geri vora o „Zigeuner­lager Lackenbach“ kerdo ulo. O ande­tscha­pime Roma taj Sinti ande schtali dschiv­nahi taj mujsini­peskeri buti iste kernahi. Le schtar eseri ande tscha­pime Romendar taj Sinti­jendar ando logeri Lackenbach ando terno dschend de­schuenja taj schtarvar desch taj jekto bersch, duj eseri ando gheto Lodz ledschim taj mur­darde ule. Valami trin vaj schtar schel dschene o logeri ande Lacken­bach prik dschivde. Buteder sar 100 khero­dasch­tscha andar i politik, khan­geri, Roma taj opferis­kere orga­ni­saciji le Romenge taj Sintijenge gondolinde. Imar tradicija hi, kaj ischko­lasch­tscha taj isch­kolasch­kij andar o gimnasijum Uprutni Puja uso gon­dolipes­kero mula­tin­tschago anglo gondoli­peskero than le Romenge taj Sinti­jenge ande Lackenbach, savi sako bersch ando novem­beri telikerdi ol, use hi. Te ada bersch o isch­kolasch­tscha taj isch­kolasch­kiji jek barikano vodschi­kano vakeripe likerde. Le khero­da­schenge akan anglo gondo­li­peskero than jek duj­tschib­tschen­geri tablina Romanes taj nimtschke QR-Codiha kerdo ulo, kaj pedar i historija andar o logeri Lackenbach infor­ma­cija te usch­tiden.

Vertreter der Politik, der Kirche und des Kulturvereins Öster­reichi­scher Roma haben am 13. Novem­ber 2021 in Lackenbach gemein­sam mit Über­lebenden und An­gehö­rigen der Roma- und Sinti-Opfer des National­sozialis­mus gedacht. Bei der Gedenk­ver­anstaltung, an der als Ver­treter der burgen­ländischen Landes­regierung LR Heinrich Dorner auch Bundes­ministerin Alma Zadić, Land­tags­prä­siden­tin Verena Dunst und der Lacken­bacher Vize­bürger­meister Norbert Cserinko teil­nahmen, wurde eine neue Tafel mit den wich­tigsten Informa­tionen zum Anhalte­lager in Lacken­bach enthüllt. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (400)

November 15th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

In Ústí nad Labem in Tsche­chi­en ließ der Bür­ger­meis­ter 1999 eine 65m lan­ge Trenn­mau­er zwi­schen Roma und Nicht-Ro­ma er­rich­ten.

(Quelle/pdf)

Zadić bei Gedenken in Lackenbach

November 14th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken

Mahnmal in LackenbachJustizministerin Zadić gedenkt der vom Nazi-Re­gime ver­folg­ten Roma und Sinti: „Alles beginnt mit der Hassrede. Sie de­fi­niert künf­ti­ge Opfer.“

Am Samstag, den 13.11.2021, nahm Justizministerin Alma Zadić an einem Gedenk­akt vor dem Mahn­mal für die im bur­gen­län­di­sche Lackenbach in­ter­nier­ten An­ge­höri­gen der Roma und Sinti teil. In ihren Er­öffnungs­worten be­dankte sich Bundes­minis­terin Alma Zadić für die Or­gani­sa­tion dieser wich­tigen Ver­an­stal­tung. „Wir gedenken heute der dun­kelsten Jahre in der Geschichte unseres Landes. Unter der Herr­schaft der National­sozialisten sind Men­schen auf­grund ihrer ethnischen Her­kunft, ihrer poli­tischen Über­zeugun­gen oder ihrer sexuellen Orien­tierung verfolgt und er­mordet worden“, sagt Justiz­minis­te­rin Zadić in ihrer Rede in Lacken­bach. Die Ver­ant­wortung der Nach­gebore­nen sei es aus der Geschichte zu lernen.

Eine wesentliche Gruppe unter den Opfern dieses Regimes waren Roma und Sinti. Lacken­bach war für viele von ihnen die letzte Station, bevor sie in Ver­nichtungs­lager ver­schleppt und ermordet wurden. In Lackenbach sind tau­sende Men­schen vor ihrer Depor­tation in das Ghetto Lodz oder nach Auschwitz in­haftiert ge­wesen. Nur wenige über­lebten die Lager bis zur Befreiung durch die sowjeti­schen Truppen. „Es ist be­schä­mend und er­schütternd, was hier während der Zeit des National­sozialismus pas­sierte“ sagt Justiz­ministerin Zadić an­lässlich der Gedenk­ver­anstal­tung in Lackenbach. Read the rest of this entry »

dROMa 63: „Bücher | Kenvi“

November 13th, 2021  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)  |  4 Comments

droma_63 Themenheft „Bücher“ | Temakeri heftlina „Kenvi“

Download (PDF) | Inhalt

Bei uns stapeln sich die Bücher: Neu­er­schei­nun­gen von Roma-Au­to­ren und über Roma-The­men, die es ver­dient haben, in dROMa be­spro­chen zu werden. Wir möch­ten Ihnen daher in dieser und der kom­men­den Aus­gabe eine Reihe von ihnen vor­stellen – als Rezension, Text­auszug oder Auto­ren­gespräch. Das Heft er­öffnet die Wiener Romni Ioana Spataru, die ihrem Vater, dem Autor und Künstler Mircea Lacatus, eini­ge Fragen ge­stellt hat. Drei Gedichte aus seinem neuen Lyrik­band flan­kie­ren das Interview. Einen pracht­vol­len (Foto-)Band über den Alltag der Sinti in der DDR hat sich Roman Urbaner ge­nauer an­ge­sehen. Raluca Bianca Roman in Schott­land be­rich­tet im dROMa-Ge­spräch über den Sammel­band „Roma Writings“ und die ver­blüf­fende pub­li­zis­ti­sche Tätig­keit der frühen Roma-Be­wegung in der Zwischen­kriegs­zeit. An­schlie­ßend holen wir noch einige Initia­ti­ven (einen Verlag, eine Bibliothek und einen Autoren­klub) vor den Vor­hang, die der Roma-Literatur in Tschechien und der Slowakei un­ter die Arme grei­fen. Und auf der Rück­seite fin­den Sie einen Aus­zug aus dem hier zum Nachwort um­funktio­nier­ten Vor­wort aus dem Gedicht­band von Samuel Mago.

Use amende o kenvakere dombi mindig utsche­der on: Neve kenvi Rome­ngere-pi­si­ma­schen­dar taj pedar Romen­gere-te­matscha, pedar save ande dROMa vaker­do iste ol. Vaschoda kamaha amen tu­menge ande ada ardipe jek redo lendar angle te terdscharel – ojs re­cen­sijona, ojs tekstos­kero falato vaj ojs pisi­maschen­gero vake­ripe. I heftlina pral i betschi­tiki Romni Ioana Spataru, savi lakere dades­ke, le pisi­ma­schiske taj kinst­le­riske Mircea Lacatus, poar phutscha­jiptscha terdschar­tscha. Trin poesiji andar leskeri nevi liri­kakeri kenva o vakeripe vo­di­nen. Jek igen schukar (kipen­ge­ri-)kenva pedar o sako diveses­­kero dschi­vipe le Sintijendar andi DDR, o Roman Urbaner aun peske dikla. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (399)

November 9th, 2021  |  Published in Facts & Figures

In den um­fang­rei­chen Schrif­ten, die Jo­sef Stalin ver­fasst hat, gibt es kei­ne ein­zi­ge Stel­le, die auf Ro­ma Be­zug nimmt.

(Quelle)

Podcast: Antiziganismuskritische Bildungsarbeit

November 5th, 2021  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Transfer TogetherAntiziganismus, ein gesamtgesellschaftliches Problem

Podcast Transfer Together, Folge 35 (24:45 min, 59,4 MB)
→Anhören/Download (mp3)

Nadine Küßner im GesprächSinti und Roma werden seit Jahr­hunder­ten dis­krimi­niert, be­nach­teiligt und als Minderheit ver­folgt. Wie akut dieses Problem auch in Deutschland ist, unter­strich im Juli 2021 der Ab­schluss­bericht der Un­ab­hängi­gen Kom­mis­sion Anti­ziganis­mus. Der Bericht zeigte: Die Dis­kri­minie­rung von Sinti und Roma geht auch von staat­li­chen Insti­tutio­nen aus, wie etwa Schulen. Es man­gelt vor allem an Auf­klärung und Sen­si­bi­lisie­rung. Nadine Küßner hat im Rah­men von TRANSFER TOGETHER ein Weiter­bildungs­angebot ent­worfen, das genau das leisten soll. Im Pro­jekt-Pod­cast spricht sie mit Max Wetterauer über das Format und über ihre Arbeit in der anti­ziga­nismus­kriti­schen Bil­dungs­arbeit.

Arbeitsstelle Anti­ziganismus­prävention der PH Heidel­berg: Home­­page, Twitter, Face­­book

(Sendung und Text: Transfer Together)

Facts & Figures (398)

November 4th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

86% der 15- bis 30-Jährigen in Tschechien be­trach­ten das Zu­sam­men­le­ben von Roma u. Mehr­heit als „proble­ma­tisch“. 2014 wa­ren es 91%.

(Quelle)

„Kind in Handschellen abgeführt“: Interview

November 2nd, 2021  |  Published in Interview, Rassismus & Menschenrechte

Streifenwagen (Bild von Cornell Frühauf/Coernl auf Pixabay)RDL.de: →Anhören (9.16 min)

Das deutsche Radio Radio Dreyeck­land sprach mit Chana Dischereit, der Wis­sen­schaft­li­chen Re­feren­tin für Politik und Öf­fent­lich­keits­arbeit beim Ver­band Deut­scher Sinti & Roma Lan­des­ver­band Ba­den-Württem­berg e.V., über den Fall in Singen (wir be­rich­­te­­ten hier, hier und hier).

(Sendung von RDL.de, 26.10.2021)

Siehe auch:
Update: Neue Entwicklung im Fall in Singen, 23.10.2021
Kind in Handschellen: zweite Strafanzeige, 10.3.2021
Deutschland: Kind in Handschellen, 10.2.2021

HÖR: Eine Lobby für studierende Roma

November 1st, 2021  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

Sladi Mirković ist die Präsidentin der HÖR (Foto: Esteban Hoyos/via UniStandard)Ein neuer österreichischer Verein setzt sich für die In­teres­sen der Roma und Sinti an Hoch­schu­len ein. Stereo­type und Bil­dungs­un­ge­rech­tig­kei­ten sol­len so über­wun­den wer­den

Tobias Mayr/UniStandard: Sladi Mirković freut sich: „Wir haben im letzten halben Jahr den Diskurs über Roma an Hoch­schulen sehr stark mit­be­stimmt.“ Die 33-jäh­rige Romni ist Prä­sidentin der im April ge­grün­deten Hoch­schü­lerIn­nens­chaft ös­ter­rei­chi­scher Roma und Romnja (HÖR). Ge­mein­sam mit fünf Kol­legen möchte Mirković die Bildungs­interes­sen junger Roma in Österreich ver­treten und dabei die Sicht­bar­keit von studie­renden Roma an der Uni er­höhen.

Denn diese sind nicht nur in der österreichischen Be­völ­ke­rung eine Min­der­heit, son­dern auch an den Hochschulen. Zahlen, wie viele Roma stu­dieren, gibt es keine. Für die HÖR steht aber außer Zweifel, dass es „ver­hältnis­mäßig wenige“ sind. Doch auch genaue Zahlen, wie viele Roma in Österreich le­ben, gibt es nicht. Die ethnische Zu­ge­hörig­keit zu Volks­gruppen wird wegen rassisti­scher Er­fah­rungen mit Volks­zählungen im Natio­nal­sozialis­mus nicht erhoben. Das Kanzler­amt geht von zehn­tausenden An­ge­höri­gen aus, die meisten von ihnen leben in den östlichen Bundes­ländern, vor allem im Ballungs­raum Wien. Der Über­begriff Roma wird dabei stell­ver­tre­tend für alle Men­schen ver­wendet, die sich als Roma, Sinti oder Lovara iden­ti­fi­zieren.

Kein Verstecken mehr

Jene, die heute studieren, versteckten meist ihre Identität, sagt Mirković: „Ab einer ge­wis­sen Bildungs­stufe sehen viele davon ab, sich zu outen – aus Angst, sich damit Steine in den Weg zu legen.“ In der Schule und zu Be­ginn ihres Studiums der Trans­kultu­rel­len Kom­mu­ni­kation sei es ihr ähn­lich ge­gangen: Read the rest of this entry »

Samuel Mago im Ö1-Gespräch

Oktober 31st, 2021  |  Published in Interview, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV

Samuel Mago„Wir Roma sind nicht Bettler und Kri­mi­nel­le!“: Vik­to­ria Wald­häusl im Ge­spräch mit Samuel Mago, Schrift­stel­ler und Anti­zi­ga­nis­mus-Ak­ti­vist

Ö1, Im Gespräch, 28.10.2021 (→7 Tage online)

Samuel Mago ist stolz, Rom zu sein. Der 1996 in Budapest ge­bo­rene Schrift­steller mit jüdi­schen Wurzeln setz­te sich schon als Schüler in der Wiener Al­bert­gasse ge­gen anti­ziga­nis­ti­sche Klischees ein. An der Uni­ver­sität Wien, wo er „Trans­kul­tu­relle Kom­mu­ni­ka­tion“ stu­diert, war er Mit­be­grün­der der „Hoch­schü­ler*in­nen­schaft Öster­rei­chi­scher Roma und Romnja“. Samuel Magos Literatur ist nicht nur poe­tisch, son­dern auch politisch. Wenn er in seinen Texten posi­tive Gegen­bilder er­schafft und seine von starken Frauen ge­prägte Fa­milien­ge­schichte er­zählt, ist das immer gleicher­maßen Akti­vis­mus wie Ge­denk­arbeit. Viktoria Waldhäusl spricht mit Samuel Mago über des­sen Fami­lien­ge­schichte, über en­ga­gier­te Litera­tur und den Reich­tum der Roma.

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Dumm gefragt: Kriminelle Roma?

Oktober 29th, 2021  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Dumm gefragt: „Neigen Sinti und Roma zur Kri­mi­na­lität?!“
WDR/1LIVE, Podcastfolge vom 4.3.2021, 54:02 Min.
Verfügbar bis 4.3.2022

Sinti und Roma werden oft als „fahrendes Volk“ be­zeich­net, und darin steckt schon das erste Vorurteil gegen sie. Den Sinti und Roma wird nach­ge­sagt, sie seien faul, kriminell, wür­den in Wohn­wagen und Zelten leben und viel zu viele Kinder be­kommen. Diese Klischees existie­ren schon seit Jahr­hun­der­ten, wes­halb Sinti und Roma immer wieder ver­folgt und dis­kri­mi­niert wurden.

Fritz Schaefer klärt mit Taisiya und Sejnur, was dran ist und wie Men­schen der Sinti und Roma heute mit Vor­ur­tei­len um­gehen.

(Text: WDR/1Live)

Facts & Figures (397)

Oktober 28th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Jugend & Bildung

Bis heute er­wäh­nen nicht alle deut­schen Schul­bü­cher, die den Na­tio­nal­so­zia­lis­mus be­handeln, die NS-Ver­fol­gung von Ro­ma und Sin­ti.

(Quelle)

Novi Glas: Antiziganismus & Repräsentanz

Oktober 27th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Interview, Radio, Podcast & TV

Ein Podcast-Gespräch des bur­gen­land­kroa­ti­schen Me­di­ums „Novi Glas“ mit dem Roma-Ak­ti­vis­ten Mar­tin Hor­vath (Verein Hango Roma)

Martin HorvathAnfang 2021 wurde im deutschen WDR eine Sendung aus­gestrahlt, in der aus­schließ­lich mehr­heits­an­gehö­rige Promis über die Ver­wendung von Be­griffen wie „Zigeunersauce“ dis­kutier­ten. Die Sendung hat hohe Wellen in den sozia­len Medien ge­schlagen und auch Roma-An­gehörige in Österreich em­pört (wir be­rich­te­ten: hier, hier und hier). Martin Horvath (38) aus Siget in der Wart ist Grün­der und Vor­stands­mitglied des Vereins HANGO ROMA, einer der Schwer­punkte des Vereins ist Antizi­ganismus­arbeit. Das ganze Telefon­gespräch mit Horvath ist als Podcast nach­zu­hören und unter­halb in ge­kürzter Form zu lesen.

→Kroatische Zusammenfassung einblenden

/Novi Glas: Wie ist es dir ergangen, als du von dieser Sendung im WDR er­fahren hast?
Martin Horvath: Es ist in den letzten Monaten nicht neu, dass gegen die Volks­gruppe der Roma gehetzt wird. Als Corona ang­efangen hat, in Ungarn, Rumänien, Slowakei hat man Schuldige gesucht und die Schuldigen waren die Roma. Die Sen­dung beweist, dass oft ein Thema ge­wählt wird, mit dem man Quoten erreicht: Die Diskus­sion – soll man das „Zigeunersauce“ nennen oder nicht? – ist aber ver­antwor­tungs­los. Das sind Personen in der Öffent­lichkeit, die man liebt, die Vorbilder sind. Wenn man so diskutiert, ist das nicht in Ordnung. Man kann über die Ver­wendung des Begriffs „Zigeuner“ eine Diskussion halten, aber dann muss man Ver­treter von diver­sen Roma-Or­ga­nisa­tionen einladen, damit man ge­meinsam darüber dis­ku­tieren kann.

NG: Wie stehst du zu diesem Begriff? Verwendest du ihn?
Der Begriff ist nicht in unserem Wortschatz, in Romanes gibt es das Wort „Zigeuner“ nicht einmal. Man ver­bindet es mit dem „ziehenden Gauner“, es ist ein negatives Wort, das uns auf­ge­drückt worden ist. Wir sind so bezeich­net worden. Es gibt Leute, die sich als „Zi­geuner“ be­zeichnen, aber das ist eine per­sönliche Ge­schichte. Das sind Einzelne, aber man kann keine ge­samte Gruppe als „Zigeuner“ be­zeichnen. Es ist jedem über­lassen, wie er sich be­zeich­net. Für mich per­sönlich ist das Wort abscheulich. Read the rest of this entry »

Jomakero rodipe ande Auschwitz-Birkenau

Oktober 26th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 25.10.2021 | 8.19 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

Johann Trattner: Spurensuche in Auschwitz-Birkenau

Johann Baranyai jomakero rodipe ande Auschwitz-Bir­kenau Betschiste de­schu­duj orenge o dschene, sar dschi­dov­tscha, Roma taj but­jaschtscha andar o nacijo­nal­fonds, save Auschwitz uso pra­dipe le blokistar de­schuefta akarde ule, pumen reste taj busiha upro drom pumen kerde. O cile dschene, save pumen upro drom Ausch­witzate kerde, jek bara dukaha ham te jek gondoha valaso te schunel taj valsao pedar i ajgeni familija te phukal so lenge adaj upre ada than kerdo ulo, jek aun­pasch­laripe sina. Na ar te gon­dolinel sina, so adaj sa upre ada than kerdo ulo taj soske? O pharo drom uso block deschutrin, kaj o art­schijipe ande Auschwitz le Ro­mendar hi, le Johann Baran­yaiske, sar lo agun butscho­lahi akan Trattner leskero fami­li­jakero anav hi, na loke sina. Kipi le Romendar, le fami­lijen­dar, muschi­ka­scherndar taj le tscha­vendar andar minden­felitike vilagi, kaj Roma anglo haburi dschiv­nahi ando block deschutrin butvar te dikel hi. So adaj le manu­schenca sa kerdo ulo taj saj idijo­logija adaj palal terdschini schoha te hajol ovla. Ando artschi­jipe ando block deschutrin te o anava le dsche­nendar, save ande Ausch­witz-Bir­kenau ledschim ule upre jek tab­lina hi. O Hansi, sar ov le Romen­dar ando Burgenland akar­do ol mindschart te rodel kes­dintscha le anevstar Baranyai. Upre jek kipo le artschi­ji­pestar o Johann Baranyai pra muam prin­dschartscha, savi ande Auschwitz Birkenau ledschim uli.

O Erich Finsches, dschido ando porintschago le Jo­hann Baran­yaiha phukal pedar pri terdschi­vi­pes­keri historija. O barakn, kaj o dschene iste sov­nahi, vaj upri khulali kaj iste dscha­nahi sikan saj sako­di­ves­kero bibastalo dschivipe le manu­schen odoj sina. Read the rest of this entry »

Romabiz unterstützt Unternehmer

Oktober 24th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 22.10.2021 | 6.11 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

Ziel des Projektes ROMABIZ ist die Steigerung der Innova­tions- und Wett­bewerbs­fähig­keit von kleinen und mitt­leren Unter­nehmen (KMU) von Roma und Sinti durch Stär­kung ihrer Manage­ment- und unter­nehme­ri­schen Kom­pe­ten­zen. Es wird derzeit eine Er­hebung durch persön­li­che Be­fragung zur unter­neh­meri­schen Situa­tion von Roma- und Sinti-Un­ter­neh­men in der bur­gen­län­disch-un­gari­schen Grenzregion durch­geführt, um vor­herr­schende Charak­te­ristika und Bedürfnisse punktgenau aufzugreifen. Die Unternehmen werden an­schlie­ßend im Rahmen von Einzel­beratungen sowie bei Bedarf durch Mentoring von ge­schulten Be­raterIn­nen unter­stützt. Daneben wer­den Gruppen­coachings zur Ent­wicklung besonders wett­bewerbs­wirks­amer Kom­petenzen und Strategien an­geboten. „Treffen am Runden Tisch und Exkursio­nen zum Kennen­lernen von Best-Prac­tice-Bei­spie­len fördern die Inten­si­vie­rung des Er­fahrungs­aus­tausches und die Vernetzung“, ist BFI-Pro­jekt­manager Christoph Greiner über­zeugt. Es wird zudem eine inno­vative, internet­basierte und mit mobilen An­wen­dungen aus­ge­stattete Unter­nehmens­platt­form auf­gebaut, wo Roma-Un­ter­neh­merInnen die Mög­lich­keit haben, ihre Unter­nehmen zu prä­sen­tieren und nützliche Infor­ma­tionen zu platzieren. Read the rest of this entry »

Update: Neue Entwicklung im Fall in Singen

Oktober 23rd, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht  |  2 Comments

Streifenwagen (Bild von Cornell Frühauf/Coernl auf Pixabay)Deutschland: „Kind in Handschellen abgeführt“ – Arbeit des Lan­des­ver­bands der Sinti und Roma (VDSR-BW) zeigt Wir­kung

Die Staatsanwaltschaft Konstanz soll diese Woche Strafbefehl gegen zwei der vier Be­amten aus­ge­stellt haben, die am 6. Febru­ar 2021 ein elf­jähriges Kind in Singen (Ba­­den-Württem­­berg) in Hand­schellen ab­geführt und auf die Polizei­wache ge­bracht hatten (wir berich­te­ten hier und hier). Gegen zwei wei­tere tat­ver­dächtige Beamten soll das Verfahren gegen Auf­lagen ein­gestellt worden sein. Die Vor­würfe gegen das Kind haben sich als voll­kom­men haltlos er­wiesen.

Daniel Strauß, Vorstandsvorsitzender des VDSR-BW: „Alle vier Beamten haben dem­nach rechts­widrig ge­handelt. Der Landes­verband be­grüßt, dass die Staats­anwalt­schaft dies fest­gestellt hat. Der Vorfall hat großes öffent­liches Interesse und Em­pörung aus­gelöst. Wir wün­schen uns und erwar­ten auch, dass es zu einer öffent­li­chen Verhandlung kommt.“

Die zwei Beamten, die einen Strafbefehl erhalten haben sollen, haben der Staats­anwalt­schaft zufolge Einspruch ein­gelegt. Eine öffent­liche Haupt­ver­hand­lung ist daher nicht aus­ge­schlossen. Die Staats­anwaltschaft soll bisher nicht von einer rassis­ti­schen bzw. anti­ziganis­ti­schen Motivation aus­gehen. Daniel Strauß, Vor­stands­vorsitzen­der: „Die mehr­fache Ver­wendung des antiziganistischen ‚Z.‘-Be­griffs ist belegt. Die Tat­moti­va­tion muss beim Namen ge­nannt werden.

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Facts & Figures (396)

Oktober 21st, 2021  |  Published in Facts & Figures

Bei der rumän. Volks­zäh­lung 2011 de­kla­rier­ten sich 621.573 Per­so­nen selbst als Ro­ma; eine Ex­per­ten­er­he­bung vor Ort er­gab das Dop­pel­te: 1,2 Mio. (So­cio­Ro­Map).

(Quelle)