O schtar momeltscha upri adventiskeri keresuja

Dezember 16th, 2021  |  Published in Brauchtum & Tradition, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 15.12.2021 | 4.59 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath

Schtar momeltscha thabonahi upri adventis­keri ke­re­suja. Mirno sina, asaj mirno, hot te schu­nel sina, sar o mo­meltscha te vakerel kes­dinde. I erschti mo­meli phari diha cidija taj phen­tscha: „Me mirnipe butscho­jav. Mro udud thabol, ham o manuscha na kamna mir­nipe, on na kamen man.“ Lakero udud min­dig tik­neder ulo taj akor ar gelo.

I dujti momeli jagarlahi taj jagarlahi taj phentscha: „Me patschaji­pe butscho­jav. Te me na som buter pe­kamlo. O manu­scha na kamna nischta le Devlestar te dschanel. Nan buter bari­kano, hot me tha­bojav.“ Jek diha duach o kher cidija taj i mo­meli ar sina.

Mirno taj igen brigaschno phentscha akan i triti momeli: „Me kamipe butschojav. Man buter sor nan te thabol. O manu­scha upri rik man terdscha­ren. On tschak pumen diken taj na le avren, saven te kam­nahi.“ Taj jeke lejcti upre tha­boji­peha te lakero udud ar sina.

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Bayern: Polizei erforschte „Landfahrerstelle“

Dezember 15th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Präsentation der Forschungsarbeit von Eveline Diener in München (Foto: Bayerisches Landeskriminalamt)Zentralrat begrüßt Beginn der Auf­ar­bei­tung der Nach­kriegs­ge­schich­te des Bayeri­schen Lan­des­kri­mi­nal­amts durch die Be­hörde

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, hat auf der Presse­kon­ferenz des Bayeri­schen Landes­kriminal­amts in München die histo­rische Arbeit von Kriminal­haupt­kom­mis­sarin Eveline Diener kritisch be­leuch­tet, die dort der Öffent­lich­keit vor­gestellt wurde. Die Arbeit be­schäftigt sich mit der Geschichte und perso­nellen Kon­ti­nui­tä­ten der beim BLKA an­ge­siedel­ten „Landfahrerstelle“ bis zu deren Auf­lösung im Jahr 1965. Rose for­dert weiter­füh­rende Unter­suchun­gen der Kontinuität auch über 1965 hinaus durch un­ab­hän­gi­ge Historiker.

Romani Rose lobte auf der Pressekonferenz, an der neben der Autorin auch der Prä­si­dent des Bayeri­schen LKA Harald Pickert teil­nahm, die Forschungs­arbeit von Eveline Diener und das BLKA dafür, dass es sich nun diesem Teil seiner Ge­schich­te stellt:

Eveline Diener hat in ihrer Arbeit eine Vielzahl an Quellen, die der For­schung bisher in weiten Teilen un­zu­gäng­lich waren, er­schlossen, durch­gearbeitet und analy­siert. Sie kann damit den bisher äu­ßerst lücken­haften Kenntnis­stand zur frühen Bayeri­schen ‚Landfahrer­stelle‘ enorm er­weitern und em­pirisch unter­füttern. Bei­spiels­weise war 1963 mit 11.092 Fa­milien­akten mit ca. 55.000 er­fass­ten Per­so­nen bei der ‚Landfahrerstelle‘ ein enor­mer Daten­bestand an­ge­legt. Das BLKA hat mit dieser nun vor­ge­legten For­schungs­arbeit die Forde­rung des Zentralrats an die Polizei­behörden der Länder um­gesetzt und be­gonnen, ihre Geschichte in den Grün­dungs­jahren der Bundes­republik Deutschland auf­zu­arbeiten. Da mit der Auf­lösung der „Land­fahrer­stelle“ im Jahr 1965 die rassisti­sche Sonder­erfassung von Sinti und Roma auch nicht im BLKA ge­endet hat, kann die heute vor­gestellte Arbeit nur ein Anfang sein. Aus un­serer Sicht muss es nun auch eine weiter­führende Unter­suchung der Kon­tinui­tät nach 1965 durch un­ab­hän­gige Historiker folgen.

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Facts & Figures (405)

Dezember 11th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Anders als die Roma in den ru­mä­ni­schen Fürs­ten­tü­mern Mol­dau und Wa­la­chei wa­ren die Roma in Sie­ben­bür­gen nie der Skla­ve­rei un­ter­wor­fen.

(Quelle/pdf)

„Marie Blum – ich lege meinen Namen ab“

Dezember 9th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie

"Man muss innehalten, um niederzuknien. Auf einer Forschungsreise im KZ Auschwitz-Birkenau sehe ich von allen performativen Gesten ab und knie nieder." Esther Strauß [Himmel (Oświęcim), Performancefotografie, 2020]Marie Blum – ich lege meinen Namen ab, um ein Jahr lang den dei­nen für dich zu tra­gen. Am 8. März 2020 brin­ge ich meine erste Toch­ter zur Welt. Dein Name ist auf ihrer Geburts­urkunde in der Rubrik Namen der Mut­ter ver­merkt.“

„Marie, kein Stein, ein Mensch trägt deinen Namen.

[„Marie Blum“, performatives Denkmal, 2020/21]

Die österreichische Künstlerin Esther Strauß über ihre Ar­beit „Marie Blum“:

Marie Blum ist eines jener Kinder, die im national­sozialisti­schen Kon­zentrations­lager Auschwitz-Bir­kenau zur Welt ge­kom­men sind. Laut einem Ein­trag in das Haupt­buch wurde Marie Blum am 5. Sep­tem­ber 1943 in Sektor BIIe – je­nem Lager­ab­schnitt, in dem Roma, Romnja, Sinti und Sintize inter­niert wor­den sind – ge­boren. Dort wird sie am drit­ten Tag ihres Lebens er­mordet.

Da Zeitzeug*innen zur Ermordung von Neugeborenen weit­gehend ge­schwiegen haben, ist die Quellen­lage auch heute noch dürftig. Nur we­nige Kinder haben im Versteck oder dank der Hilfe von Mit­häft­lin­gen überlebt. Viele brachte man direkt nach der Geburt um oder ließ sie ver­hungern. Die meisten der Neu­geborenen lebten nur weni­ge Stunden oder Tage.

Um an diese Kinder zu erinnern, entwickle ich ein perfor­mati­ves Denkmal: Ich lege den Namen Esther Strauß ab, um ein Jahr lang den Namen Marie Blum zu tragen. Dafür be­antrag­te ich die rechts­kräftige Änderung meines Vor- und Nach­namens im Namens­ände­rungs­referat der MA 63 in Wien. Die Namens­änderung wird mir nach vier­ein­halb Monaten Warte­zeit schließ­lich gewährt – zu­fällig aus­gerech­net am 27. Jänner 2020, dem 75. Jahres­tag der Befreiung des Kon­zentra­tions­lagers Auschwitz-Bir­kenau, der gleich­zeitig der Inter­natio­na­le Holocaust-Ge­denktag ist.

In den darauffolgenden Wochen und Monaten entste­hen zahl­reiche Per­forman­ces, Fotografien, Texte und perfor­mative Objekte. Manche von ihnen ent­stehen auf Drängen des Staates, wie die Namens­ände­rungs­urkun­den oder Marie Blums Pass. Read the rest of this entry »

Ignorierter Völkermord: Belarus 1941–1944

Dezember 8th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Deutschland: Ausstellung über den NS-Genozid in BelarusAusstellung in Göttingen: Ignorierter Völkermord. Der Genozid an den Roma in Belarus 1941–1944

Mit dem Überfall auf die Sowjetunion vor 80 Jahren be­gann auch die Ver­nichtung der sowje­tischen Roma. Der Genozid der deutschen Besatzer an den Roma ist dabei weder im kollek­ti­ven Gedächtnis der bela­russischen noch der deutschen Be­völkerung ver­ankert. Die Aus­stellung „Igno­rierter Völker­mord“ spiegelt die Erin­nerung der Zeit­zeug/in­nen an die Verbrechen, die ihnen von den Besatzern an­getan wurden, enthält histo­rische Überblicks­texte zum Ablauf des Völker­mords, seiner Auf­arbeitung und zum Thema Rassismus gegen Roma. Thema­tisiert werden Über­lebens­strate­gien und Widerstand, Re­aktio­nen der Mehr­heits­bevöl­kerung und Er­inne­rungs­politik.

Die Ausstellung ist vom 16.12.2021 bis 27.1.2022 im Foyer des Neuen Rat­hauses in Göt­tin­gen, Hiro­shima­platz 1–4, während seiner Öff­nungs­zeiten zu se­hen. Read the rest of this entry »

Gedenkort in Dortmund rassistisch beschmiert

Dezember 7th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Schriftzug in Dortmund (© Lukas Wittland)In Dortmund wurde das Mahn­mal für die vom NS-Regime depor­tier­ten Sinti und Roma geschändet. Der Schriftzug „Den Le­ben­den zur Mahnung – Den ermor­deten Sinti und Roma zum Ge­denken“ wurde mit dem Wort „Zigeuner“ über­sprüht. Die Tat er­eig­nete sich ver­mutlich be­reits am 22. No­vem­ber. Die Täter konn­ten bis­lang nicht aus­gef­orscht werden.

Das Mahnmal an der Ecke Weißenbur­ger­stra­ße/Gronau­straße wurde auf Initia­tive des Landes­vervbands Deut­scher Sinti und Roma in Nord­rhein-West­falen im De­zember 1998 ein­geweiht. Das Denkmal dient dem Ge­denken an die über 150 Sinti, die 1943 vom Dort­munder Ost- bzw. Süd­bahnhof nach Auschwitz-Bir­kenau de­por­tiert wurden. Der Schrift­zug hinter dem eigent­lichen Gedenk­stein war erst im Au­gust an einer 18 Meter brei­ten Wand angebracht worden. Read the rest of this entry »

Waldhüttl: Der Mensch im Mittelpunkt (2019)

Dezember 7th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV

Aus dem Radio-Archiv (Mai 2019):

Kultur am Rande der Stadt. Das Inns­brucker Wald­hüttl als res publica. Vor­trag von Jussuf Windischer

Am 26. April 2019 fand in der Kulturscheune im Waldhüttl bei Innsbruck die erste von ins­gesamt drei Ver­an­stal­tun­gen statt mit dem Titel „Be­geg­nun­gen – Kultur am Rande der Stadt“. An drei Tagen im April, Mai und Juni er­wartet den Besucher dabei eine Ver­bindung von Literatur und Musik, Per­for­mance und Dis­kussion. Den Auf­takt machte am 26. April das Konzert „Stojka meets Bach“: eine Kom­bina­tion aus Musik des Harri Stojka Hot Trio und den Cello­suiten von J. S. Bach, ge­spielt von den Stu­dieren­den des Tiroler Landes­konser­vato­ri­ums Isabella Haas & Pan Cheng.

Und als inhaltlicher Input zum Waldhüttl und seinen Bewoh­nern gab es einen Vortrag von Jussuf Windischer, der vor mittler­weile fast sieben Jahren das Waldhüttl mit­begründet und zu­sammen mit den spä­teren Be­wohnern auf­gebaut hat. Ein guter Anlass, um die Ge­schich­te des Waldhüttls als „Herberge für die Seele“ und seiner Kultur­scheune als „res publica“ den Be­suchern der Ver­anstal­tung näher­z­ubringen.

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Facts & Figures (404)

Dezember 6th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Im NS-Sammellager auf dem Salz­bur­ger Trab­renn­platz wur­den im Som­mer 1940 über 220 Sin­ti und Ro­ma in Pferde­boxen zu­sam­men­ge­pfercht.

(Quelle/pdf)

Maxglan: Stadt Salzburg übernimmt Mahnmal

Dezember 5th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken

Schenkung des Mahnmals an die Stadt Salzburg. Im Bild v. li: Christian Klippl (Obmann Kulturverein österreichischer Roma), Stadträtin Martina Berthold, Ludwig Csépai (Archivar Kulturverein österreichischer Roma), Alf Altendorf (Geschäftsführer Radiofabrik), Andreas Sarközi (Geschäftsführer Kulturverein österreichischer Roma) [© Stadt Salzburg/Susi Berger]Schenkung der Radiofabrik an die Stadt erfolgte am 8. Oktober. Bau­stadt­rä­tin Mar­ti­na Berthold dankt der Ra­dio­fabrik für En­gage­ment ge­gen das Ver­gessen

Der Schwarzgrabenweg an der Glan in Salzburg-Maxglan (bzw. im Leopolds­kro­ner Moos) ist ein idyl­li­scher Natur­raum. Was vielen Salz­bur­ger/in­nen nicht be­kannt ist: Wäh­rend der NS-Zeit befand sich hier das so­genannte „Zigeuner­anhalte­lager“ Salz­burg-Max­glan. Hun­derte Roma und Sinti waren hier ein­ge­sperrt und wurden zur Zwangs­arbeit ge­zwungen. Die mei­sten von ihnen wurden in Kon­zentra­tions­lagern er­mordet. 2009 hat die Radiofabrik (Anm.: das Salzburger Freie Radio) im Rah­men des Pro­jekts „Niemals vergessen“ vom Salz­bur­ger Bildhauer Zoltan Pap dort ein Mahnmal er­richten las­sen. Im Bei­sein von Ver­tretern des Kultur­vereins öster­rei­chi­scher Roma wurde es am 8. Oktober of­fiziell in die Obhut der Stadt über­geben. (Anm.: Im Februar 2020 wurde die Metall­skulptur von Un­bekann­ten be­schädigt.)

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Piräus: Keiner half sterbendem Roma-Kind

Dezember 3rd, 2021  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Griechenland: Aufnahmen der Sicherheitskamera, rechts das vom Metalltor eingeklemmte Kind, in der Mitte ein Mann, der vorbeigeht (Foto: StarGR)Griechenland: Achtjähriges Roma-Mädchen wird von Fabrik­tor er­drückt und nie­mand hilft. Drei Per­so­nen we­gen fahr­läs­si­ger Tö­tung an­ge­klagt, Polizei spricht von Ver­tu­schung.

RAN: Am 17. November gegen 17.30 Uhr sucht das acht­jäh­rige Roma-Mäd­chen Olga Zuflucht im Hof einer Fabrik in Keratsini, einem Vor­ort von Piräus bei Athen. Als sie ver­sucht, das Ge­lände zu ver­lassen, wird ihr kleiner Körper nicht nur ein­mal, sondern zwei­mal von einem schweren Metall­schiebe­tor ge­troffen. Nie­mand hilft ihr.

Fünf Tage nach dem Tod des kleinen Mädchens wer­den Auf­nahmen einer Sicher­heits­kamera ver­öffent­licht. Sie zeigen, wie Fabrik­arbeiter eine bei­spiel­lose Gleich­gültigkeit ge­gen­über dem acht­jährigen Ro­ma-Mäd­chen an den Tag le­gen, das vor ihren Augen stirbt. Sie tun nichts, um zu helfen – wahr­schein­lich auf An­weisung der Ge­schäfts­leitung.

20 Minuten lang scheint das kleine Mädchen nach Luft zu ringen, aber nie­mand hilft ihr. Ein Fabrik­arbeiter geht an dem Mädchen vorbei, wen­det den Kopf und geht weg. Fast eine Minu­te später kehrt der Arbeiter zurück, und an­statt dem Kind zu helfen, geht er in die Lager­halle. Die Aufnahmen zeigen, wie er mit seinem Handy tele­foniert, wieder an dem kleinen Mädchen vorbei­geht und sich zum zweiten Mal gleich­gültig ver­hält. Er schaut sie an, legt auf und geht weiter. Vom ersten Mo­ment an haben zwei bis drei Arbeiter ge­sehen, dass Olga an dem Fabrik­tor zu­sammen­gebro­chen ist, aber keiner hat etwas unter­nom­men, um ihr zu helfen.

17:55:02: Das Video zeigt, wie ein Angestell­ter an dem kleinen Mädchen vorbei­geht, das wieder zwi­schen Tür und Wand ein­geklemmt ist, und sie an­sieht, aber nicht an­spricht.

17:57:13: Die Tür öffnet sich schließlich und das Mädchen fällt zu Boden. Zwei Arbeiter nähern sich ihr und stehen mit einer Taschen­lampe über ihr. Dann gehen sie ein paar Schritte zu­rück, reden mit­einander und gehen weg, wäh­rend sie das hilflose Mädchen zu­rück­lassen. Read the rest of this entry »

„Selbstrepräsentation ist mein Widerstand“

Dezember 2nd, 2021  |  Published in Film & Theater, Frauenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

5. Ausgabe des Roma-Filmfestivals "Ake Dikhea?" in Deutschland 5. Roma-Filmfestival AKE DIKHEA?

2. bis 6.12.2021: 16 Filmbeiträge, Podiumsdiskussionen und Events im Ber­li­ner Kino Movie­mento und on­line via Stream

Vom 2. bis 6. Dezember 2021 feiert das Roma-Filmfestival AKE DIKHEA? sein 5-jäh­riges Jubi­läum in Berlin und welt­weit. Das dies­jährige Thema des Fes­tivals ist Widerstand – ge­gen die Fremd­be­stim­mung, ge­gen das Ver­gessen, gegen inter­sektio­nale Unter­drückung.

Roma und Sinti sind im Kino seit seiner Entstehung präsent. Doch allzu oft wurde ihr Bild von ande­ren definiert, ihre viel­fäl­tigen Iden­titäten wurden un­sichtbar ge­macht, dafür gefähr­liche Stereo­typen immer wieder aufs Neue re­produ­ziert. AKE DIKHEA? schafft seit 2017 einen Ort, an dem andere, authen­tische und selbst­bestimmte Narrative Raum be­kommen. Und auch dieses Jahr nutzen Filme­macher/in­nen auf der ganzen Welt die Selbst­darstel­lung als Mittel des Wider­stands, um Gegen­erzählungen zu den vor­herr­schenden Medien­diskursen über Sinti und Roma zu schaffen.

16 Filmbeiträge insgesamt, Fokus auf femi­nis­ti­sche Per­spek­tiven

Insgesamt 16 Dokumentar-, Spiel und Kurzfilme bilden dieses Jahr das Haupt­programm, darun­ter der Dokumentar­film WIE ICH PARTISANIN WURDE (3.12., 19:30) von Vera Lacková. Darin recher­chiert Lacková die Geschichte ihres Ur­groß­vaters und die anderer Roma-Partisanen, die Wider­stand gegen die Nazis leisteten (hier unsere Film­bespre­chung). Oder OUR VOICES OUR FREEDOM (4.12., 17:30) von Laurence Doumic und Jo Béranger, die den Kampf von zwei Geschwis­tern gegen die Zer­störung ihrer Heimat und ihres Lebens­stils im Norden von Paris portrai­tiert. Das Film­portrait TAIKON (2.12., 21:00) von Lawen Mohtadi und Gellert Tamas erzählt vom Leben der gleich­nami­gen Aktivis­tin. Taikon gilt als eine der meist­gelese­nen Autor/in­nen Schwedens und wird als „weib­licher Martin Luther King Schwedens“ be­zeich­net. Der Spielfilm GIPSY QUEEN (3.12., 22:00) von Hüseyin Tabak, mit Alina Șerban in der Haupt­rolle als Boxerin Ali (Deut­scher Schauspiel­preis 2020), er­gänzt das Programm.

Ein starker Fokus liegt auf feministischen Perspektiven: Zehn der sech­zehn Filme wurden von Regisseurin­nen gedreht. Der Spiel­film BIBI SARA KALI (4.12., 20:00) von Simonida Selimović und Nina Kusturica um­webt die gleich­namige, mystische Figur der Patro­nin der Roma (wir berich­te­ten). Read the rest of this entry »

Radio Freirad: 30 Jahre Initiative Minderheiten

Dezember 1st, 2021  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Der gemeinnützige Verein wurde 1991 gegrün­det und enga­giert sich für einen Kultur­transfer zwi­schen Minder­heiten und Mehr­heiten in Österreich, sie ver­steht sich als Platt­form, Netzwerk und Ver­mitt­lung. Was ver­steht man in die­sem Kontext unter Minder­heiten? Wie können mino­ritäre Allianzen un­ter­stützt werden?

Der Geschäftsführer der Initiative Minderheiten Tirol, Michael Haupt, ist zu Gast im Studio. Im Ge­spräch blickt er zurück, aber auch auf aktu­elle Pro­jekte, wie die Aus­stellung „Was wir fordern! Minder­heiten­­bewe­gun­gen in Öster­reich“, die noch bis 16. De­zem­ber in Inns­bruck zu sehen ist.

Der Beitrag von Livi Sojer wurde im Rahmen von Kul­turTon/Ra­dio Freirad (Innsbruck) am 1.11.2021 aus­ge­strahlt.

(Sendung: Radio Freirad)

Siehe auch:
„Was wir fordern!“ – Ausstellung in Innsbruck, 22.9.2021

25 Jahre Literaturpreis „edition exil“

November 30th, 2021  |  Published in Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV

Heimat fremde HeimatORF 2/Heimat Fremde Heimat, 28.11.2021
→Online in der ORF-TVthek

Seit 1996 wird der renommierte Literaturpreis des Wiener Ver­lages „edition exil“ in acht Kate­go­rien an Schrift­steller/in­nen mit Migra­tions­bio­gra­fie ver­liehen. B

e­kannte Namen wie je­ne von Barbara Marković, Dimitré Dinev, Julya Rabinowich, Seher Çakır, Thomas Perle, Didi Drobna, Mercedes Spannagel oder Ana Drezga fin­den sich un­ter den Preis­trä­gerin­nen und Preis­trä­gern der ver­gan­ge­nen 25 Jahre.

(Text und Sendung: tvthek.orf.at)

Facts & Figures (403)

November 30th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

„Das sind dun­kel­häu­ti­ge Leu­te, nicht Euro­pä­er wie Sie und ich“, begründete Mailands Vi­ze­-Bgm. De Corato 2010 die Po­li­tik gegen Ro­ma-Camps.

(Quelle)

Radio Freirad: Literatur der Roma (2015)

November 29th, 2021  |  Published in Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV

Aus dem Radio-Archiv (April 2015):

Beate Eder-Jordan vom Institut für Ver­glei­chende Literatur­wissen­schaf­ten an der Uni Inns­bruck hat 2014 das Buch „Die gekrön­ten Schlangen“ des unga­ri­schen Roma-Autors József Holdosi (1951–2005) neu heraus­ge­ge­ben. Eine Sen­dung von Michael Haupt für KulturTon/Ra­dio Freirad (Innsbruck).

(Sendung: Radio Freirad/archivert auf cba.fro.at)

Siehe auch:
Buchtipp: Die gekrönten Schlangen
dROMa 48 (2016): „Literatur | Literatura“

Deutschland: Koalitionsvertrag nimmt Antiziganismus in den Blick

November 28th, 2021  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Ampel (Foto:Pixabay/Didgeman)Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma be­grüßt, dass der nun vor­gelegte Entwurf eines Koali­tions­ver­trags zwi­schen SPD, Grünen und FDP den Anti­ziganis­mus als ein Problem von ge­samt­gesell­schaft­li­cher Rele­vanz in den Fokus nimmt. Um einen echten Para­digmen­wechsel in der Be­kämpfung des An­ti­ziganis­mus zu be­wirken, muss eine neue Bundes­regierung die For­derun­gen und Hand­lungs­empfeh­lun­gen der Un­abhän­gigen Kom­mission Anti­ziganismus (UKA) um­fassend um­setzen.

Der Vorsitzende des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma, Romani Rose, lobt den in den Koalitions­ver­handlun­gen aus­ge­arbeite­ten Entwurf, der den Anti­ziganismus stärker als bisher in den Blick nimmt. Er fordert aber auch konkrete Um­setzungs­vorschläge:

„Der Entwurf des Koalitionsvertrags der Ampel­parteien zeigt, dass auf politisch höchs­ter Ebene der Anti­ziganismus ver­stärkt als eine Bedro­hung unserer gesam­ten demo­kratischen Verfasst­heit wahr­genom­men wird. Es ist gut, dass sich einige zentrale Forderun­gen des Zentralrats wieder­finden. Wir nehmen die kom­mende Regierung jedoch nun in die Pflicht, ihren in dem vor­gelegten Vertrags­entwurf ins­gesamt noch sehr vage for­mulier­ten Worten, Taten folgen zu lassen und schnell eine um­fassende Strategie zur Be­kämpfung des Anti­ziganismus aus­zu­arbei­ten. Die Handlungs­empfeh­lungen und For­derun­gen des Ab­schluss­berichts der Unabhän­gigen Kommission Anti­ziganismus (UKA) sollen hier­bei die Grund­lage sein. Der Zentral­rat Deut­scher Sinti und Roma wird mit seiner Expertise auch die neue Bundesregierung unter­stützen.“

Eine wichtige Forderung, die der Zentral­rat an die Parteien vor und nach der Wahl ge­stellt hat und die auch eine zentrale For­derung der UKA war, hat in dem Papier der poten­ziellen Koali­tions­partner Nieder­schlag gefunden: die Ein­setzung einer oder eines Anti­ziganismus­beauftragten der Bundes­regierung. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (402)

November 27th, 2021  |  Published in Facts & Figures

In der Schweiz pfle­gen Schät­zun­gen zu­fol­ge ak­tu­ell 2.000 bis 3.000 Sinti und Je­ni­sche eine fah­ren­de Le­bens­weise.

(Quelle/pdf)

Romeo Franz: Polizeigewalt zerstört Vertrauen

November 26th, 2021  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

MEP Franz im EU-Parlament in Straßburg, 2018 (Videostill: Europ. Parlament)MEP Romeo Franz (Grüne) im SWR-Pod­cast: Polizeigewalt in der EU ge­gen Sinti und Roma zer­stört Ver­trau­en in den Staat

Interview anhören: →SWR Podcast: 6.41 min (mp3/6,3 MB)

SWR2 am Morgen: Antiziganismus sei eine der ältesten Formen von Rassismus, werde den­noch in der Gesell­schaft am we­nigsten wahr­ge­nommen und kaum verurteilt, sagt Romeo Franz, deutscher Ab­geord­neter für die Grünen im EU-Par­lament und selbst Sinto, in SWR2. Das Euro­päi­sche Parla­ment debat­tiert am 23. Novem­ber die Polizei­gewalt gegen Roma in der EU. Aus­löser ist der Tod des Rom Stanislav Tomáš in Tschechien. Ähn­lich wie beim Tod des schwar­zen George Floyd hatte ein Polizist minu­ten­lang auf dem Nacken von Tomas ge­kniet. Die Ver­urtei­lung solcher anti­ziga­nis­ti­schen Gewalt habe nie den­selben Level gehabt wie die Verurteilung des Antisemitismus, so Franz. Dabei zerstöre die Polizei mit solcher rassisti­schen Gewalt das Vertrauen in den Staat. Der Fall Tomáš sei alles andere als ein Einzel­fall. Bei der Durch­setzung von Covid-19-Qua­ran­tänen sei die Polizei in Tschechien, Bulgarien oder Rumänien mit gro­ßer Gewalt gegen Roma vor­ge­gan­gen. Er verfüge über Videos, so Franz, die zeigten, wie ganze Fa­milien mit größ­ter Bruta­lität von der Polizei zu­sammen­geschla­gen worden seien. Viele Fälle lan­deten gar nicht erst vor Gericht, würden schon vorher ab­ge­schmet­tert. Read the rest of this entry »

Sprungbrett in den Mainstream

November 22nd, 2021  |  Published in Einrichtungen, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Kher, Romafuturismo, ROLIK: Drei Literatur-Initiativen für Roma

BÜCHERTAUFE: Präsentation von "O Mulo!" (Foto: Kher)Auch der Kulturbetrieb hat seine blinden Flecken. Min­der­hei­ten haben es schwer, sich auf dem lite­ra­ri­schen Par­kett zu be­haup­ten. In Tsche­chi­en und der Slo­wakei ver­sucht man das zu än­dern – in­dem man eige­ne Struk­tu­ren schafft.

Kher (Prag)
Eine Schlüsselrolle bei der Institutionalisierung von Roma-Literatur in Tschechien spielt der Buch­verlag „Kher“ (Romani: „Haus“, „Zu­hause“). Der Prager Verlag, hervor­ge­gan­gen aus einer On­line-Platt­form, widmet sich der För­derung und Ver­breitung von literari­schen Arbeiten aus der Minder­heit. Initiiert wurde das Verlags­pro­jekt 2012 von aka­demi­schen Schülern der 2005 ver­stor­benen Grande Dame der Romani Studies in Tsche­chi­en, Milena Hübschmannová: „Für viele Roma-Au­toren war sie wie eine Mutter, eine Unter­stützerin“, so Verlags­gründer Lukáš Houdek: „Als sie ver­starb, ver­schwand mit ihr für viele Autoren auch die trei­bende Kraft. Und des­halb haben wir beschlos­sen, etwas zu unter­nehmen. Wir sahen, dass die Autoren schreiben wol­len, pub­lizieren wol­len, aber keine Mög­lich­keiten hatten.“

„Kher“ fördert daher ältere wie neuere literarische Stim­men aus Tschechien und der Slowakei, vor­zugs­weise auf Romani, aber auch in mehr­sprachi­gen Editionen. „Zur Zeit gibt es in der Tsche­chi­schen Repub­lik, grob ge­schätzt, vierzig Autorin­nen und Autoren, die der Roma-Min­derheit an­gehören; ungefähr die Hälfte von ihnen ist derzeit tat­säch­lich aktiv“, er­zählt die Ver­legerin Karolína Ryvolová. Ergänzt wird das Verlags­programm durch Über­setzungen. Der Verlag, der an­fangs auf E-Books setzte, hat sich in­zwischen zu einem Print­verlag ge­wandelt. Dabei greift man auch auf Crowd­funding zurück – etwa bei der Antho­logie „O mulo!“ mit Er­zählungen über Toten­geister.

Romafuturismo (Chánov)
Eröffnet wurde die „Romafuturismo-Bibliothek“ An­fang 2018 in An­bindung an die Kunst­initia­tive „tranzit“ in Prag mit einem zwölf­stündigen Lese­marathon aus dem Werk der Roma-Au­torin Elena Lacková. Der Fokus der „Bibliothek für Roma-Literatur“, deren Samm­lung rasch auf mehrere Hun­dert Titel an­ge­wachsen ist, liegt auf dem litera­rischen Schaffen euro­päischer Roma-Au­toren. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (401)

November 20th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

Im Zuge der „eth­ni­schen Säu­be­run­gen“ des Ko­so­vo-Konf­likts 1998/99 wur­den etwa 14.000 von 19.000 Ro­ma-Häu­sern zer­stört.

(Quelle/pdf)