Maxglan: Stadt Salzburg übernimmt Mahnmal

Dezember 5th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken

Schenkung des Mahnmals an die Stadt Salzburg. Im Bild v. li: Christian Klippl (Obmann Kulturverein österreichischer Roma), Stadträtin Martina Berthold, Ludwig Csépai (Archivar Kulturverein österreichischer Roma), Alf Altendorf (Geschäftsführer Radiofabrik), Andreas Sarközi (Geschäftsführer Kulturverein österreichischer Roma) [© Stadt Salzburg/Susi Berger]Schenkung der Radiofabrik an die Stadt erfolgte am 8. Oktober. Bau­stadt­rä­tin Mar­ti­na Berthold dankt der Ra­dio­fabrik für En­gage­ment ge­gen das Ver­gessen

Der Schwarzgrabenweg an der Glan in Salzburg-Maxglan (bzw. im Leopolds­kro­ner Moos) ist ein idyl­li­scher Natur­raum. Was vielen Salz­bur­ger/in­nen nicht be­kannt ist: Wäh­rend der NS-Zeit befand sich hier das so­genannte „Zigeuner­anhalte­lager“ Salz­burg-Max­glan. Hun­derte Roma und Sinti waren hier ein­ge­sperrt und wurden zur Zwangs­arbeit ge­zwungen. Die mei­sten von ihnen wurden in Kon­zentra­tions­lagern er­mordet. 2009 hat die Radiofabrik (Anm.: das Salzburger Freie Radio) im Rah­men des Pro­jekts „Niemals vergessen“ vom Salz­bur­ger Bildhauer Zoltan Pap dort ein Mahnmal er­richten las­sen. Im Bei­sein von Ver­tretern des Kultur­vereins öster­rei­chi­scher Roma wurde es am 8. Oktober of­fiziell in die Obhut der Stadt über­geben. (Anm.: Im Februar 2020 wurde die Metall­skulptur von Un­bekann­ten be­schädigt.)

Beitrag zur Aufarbeitung der eigenen Geschichte

„Dieses Mahnmal am Schwarzgrabenweg erinnert nicht nur an die hunderten Insass/innen des Zwangs­lagers, sondern an alle 500.000 Roma und Sinti, die dem Völkermord der National­sozialis­ten zum Opfer gefallen sind. Es war mir ein gro­ßes Anliegen, dass die Stadt Salzburg das Mahnmal als Bei­trag zur Auf­arbeitung der eige­nen Geschichte in die eige­ne Ver­antwortung über­nimmt. Ich danke der Radio­fabrik für ihr Engage­ment gegen das Ver­gessen“, so die ressort­zu­stän­di­ge Bau­stadträtin Martina Berthold.

Neue Infostehle geplant

Die Stadtgemeinde Salzburg beabsichtigt, im Nahbereich des Mahnmals eine Info­stehle über die Ent­stehung, die erfolgte Schenkung und die Be­deutung des Mahnmals und dessen histori­schen Standort zur Auf­stellung zu bringen. Im Zuge dessen soll die im Mahnmal selbst an­gebrachte Infotafel aufgrund der vor­hande­nen Ver­wit­te­rung ent­fernt werden.

(Text: Stadt Salzburg/Christine Schrattenecker, 8.10.2021)

Siehe auch:
Salzburger NS-Mahnmal geschändet, 3.3.2020

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