Maxglan: Stadt Salzburg übernimmt Mahnmal
Dezember 5th, 2021 | Published in Geschichte & Gedenken
Schenkung der Radiofabrik an die Stadt erfolgte am 8. Oktober. Baustadträtin Martina Berthold dankt der Radiofabrik für Engagement gegen das Vergessen
Der Schwarzgrabenweg an der Glan in Salzburg-Maxglan (bzw. im Leopoldskroner Moos) ist ein idyllischer Naturraum. Was vielen Salzburger/innen nicht bekannt ist: Während der NS-Zeit befand sich hier das sogenannte „Zigeuneranhaltelager“ Salzburg-Maxglan. Hunderte Roma und Sinti waren hier eingesperrt und wurden zur Zwangsarbeit gezwungen. Die meisten von ihnen wurden in Konzentrationslagern ermordet. 2009 hat die Radiofabrik (Anm.: das Salzburger Freie Radio) im Rahmen des Projekts „Niemals vergessen“ vom Salzburger Bildhauer Zoltan Pap dort ein Mahnmal errichten lassen. Im Beisein von Vertretern des Kulturvereins österreichischer Roma wurde es am 8. Oktober offiziell in die Obhut der Stadt übergeben. (Anm.: Im Februar 2020 wurde die Metallskulptur von Unbekannten beschädigt.)
Beitrag zur Aufarbeitung der eigenen Geschichte
„Dieses Mahnmal am Schwarzgrabenweg erinnert nicht nur an die hunderten Insass/innen des Zwangslagers, sondern an alle 500.000 Roma und Sinti, die dem Völkermord der Nationalsozialisten zum Opfer gefallen sind. Es war mir ein großes Anliegen, dass die Stadt Salzburg das Mahnmal als Beitrag zur Aufarbeitung der eigenen Geschichte in die eigene Verantwortung übernimmt. Ich danke der Radiofabrik für ihr Engagement gegen das Vergessen“, so die ressortzuständige Baustadträtin Martina Berthold.
Neue Infostehle geplant
Die Stadtgemeinde Salzburg beabsichtigt, im Nahbereich des Mahnmals eine Infostehle über die Entstehung, die erfolgte Schenkung und die Bedeutung des Mahnmals und dessen historischen Standort zur Aufstellung zu bringen. Im Zuge dessen soll die im Mahnmal selbst angebrachte Infotafel aufgrund der vorhandenen Verwitterung entfernt werden.
(Text: Stadt Salzburg/Christine Schrattenecker, 8.10.2021)
Siehe auch:
Salzburger NS-Mahnmal geschändet, 3.3.2020