Burgenland bekommt „Haus der Volksgruppen“

Januar 23rd, 2022  |  Published in Einrichtungen, Politik

Landeshauptmann Hans Peter Doskozil gemeinsam mit VertreterInnen aller burgenländischen Volksgruppenorganisationen, der Stadtgemeinde Oberwart und der Landesimmobilien Burgenland (LIB) vor dem früheren Städtischen Internat, dem zukünftigen „Haus der Volksgruppen“ (Foto: Bgld. Landesmedienservice)Jahrhundertprojekt zu 100 Jahre Burgen­land: Land und Volks­grup­pen stel­len Wei­chen für „Haus der Volks­grup­pen“ in Oberwart. Lan­des­haupt­mann Dos­kozil, bur­gen­län­di­sche Volks­grup­pen­ver­treter und Bür­ger­meis­ter Georg Rosner un­ter­zeich­ne­ten „Letter of Intent“

Ein Meilenstein in der Volksgruppen­politik des Burgen­landes wurde am Freitag mit der gemein­samen Unter­zeich­nung eines Letter of Intent be­siegelt: Das Land Burgen­land wird gemein­sam mit Vertretern aller Volks­gruppen­organi­satio­nen ein „Haus der Volks­gruppen“ im früheren Städti­schen Internat von Oberwart errichten. Damit soll der Beitrag der Volks­gruppen zur Identität, Ge­schichte und Gegen­wart des Burgen­lands ge­würdigt und ein neues Kapitel in der Volks­gruppen­politik auf­ge­schlagen werden, betonte Landes­haupt­mann Hans Peter Doskozil. „Wir reali­sieren gemeinsam ein Jahr­hun­dert-Pro­jekt zum 100-jäh­rigen Jubiläum des Burgenlands. Im Jubiläums­jahr haben wir das Mit­einander in das Zentrum unserer Feier­lich­keiten gestellt. Gleich­zeitig haben wir in konstruk­tiven Ge­sprächen dieses wichtige Vor­haben vor­bereitet, das jetzt in die Um­setzung gehen kann. Das ‚Haus der Volksgruppen‘ wird ein einzig­artiger Ort der kulturel­len Vielfalt und Begeg­nung sein.“

Neben der Ausrichtung von Veranstaltungen und Festen inner­halb und mit den Volks­gruppen soll im neuen Zentrum ver­stärkt auf inten­sive Jugend­arbeit und Integration ge­setzt werden. „Dieses Haus wird einer­seits koordinie­rende Stelle inner­halb der Volks­gruppen sein, anderer­seits ist es nach außen ein sicht­bares Zeichen der Wert­schätzung und des Mit­einanders. Daher wird es auch öffent­lich zu­gänglich sein und Platz für Infor­mation, Schulungen, Works­hops und Feste bieten“, so der Landes­haupt­mann.

Das Haus der Volksgruppen wird den Burgenlän­disch-Un­garischen Kultur­verein, den Kroatischen Kultur­verein im Burgen­land, das Roma-Service, das hkdc – Kroatisches Kultur- und Doku­mentations­zentrum sowie die VHS der Roma und die VHS der Ungarn be­heimaten. Durch die gemein­same Örtlich­keit wird die Ent­stehung neuer Projekte er­leichtert. Read the rest of this entry »

„… vergiss die Photos nicht“ in Mannheim

Januar 20th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Unku (Erna Lauenburger) wurde in Auschwitz ermordet. Ein biografischer Kinderroman aus dem Jahr 1931, der in der DDR neu aufgelegt wurde, machte sie berühmt. Hanns Weltzel hat sie als Jugendliche porträtiert. (Bild: University of Liverpool Library)24.1.2022: Ausstellungseröffnung im Kulturhaus der Sinti und Roma in Mannheim

„… vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig …“ – Die Ver­fol­gung mit­tel­deut­scher Sinti und Roma im Natio­nal­so­zia­lismus

Kulturhaus RomnoKher, B 7, 16, 68159 Mannheim
24.1.2022 bis 28.2.2022

Das Kulturhaus RomnoKher zeigt einzigar­tige Fotografien von Männern, Frauen und Kindern, die weni­ge Jahre später bei­nahe alle dem Völker­mord an den Sinti und Roma Euro­pas zum Opfer fielen. Doch diese Bilder zeu­gen von gegen­sei­tigem Respekt zwischen den Foto­grafier­ten und dem Foto­grafen. Sie sind völlig anders als die gleich­zei­ti­gen Dar­stel­lun­gen in der national­sozia­lis­ti­schen Pro­pa­ganda.

Zwischen 1932 und 1939 fotografierte Hanns Weltzel mittel­deutsche Sinti und Roma in Dessau-Roß­lau. Der in Roßlau lebende Foto­journalist pflegte freund­schaft­liche Be­ziehun­gen zu den Familien. Bis 1938 konnte er Artikel über Sinti und Roma in der Anhalti­schen Presse ver­öffent­lichen. Zudem stand er mit der „Gypsy Lore Society“, deren Sitz sich in Liver­pool befand, im Kontakt und schrieb Artikel für deren Journal. So gelang­ten schon damals erste Foto­grafien nach Liverpool. Der ge­samte Bestand von ca. 200 Foto­grafien be­findet sich heute in der Biblio­thek der Uni­versi­tät Liverpool.

Anfang 1938 wurden Sinti und Roma aus Dessau-Roßlau und ganz Anhalt in das „Zigeuner­lager am Holzweg“ in Magde­burg ge­zwungen. Dieses Inter­nierungs­lager hatte die Stadt Magdeburg 1935 am Stadtrand er­richtet. Im Juni 1938 wurden zahl­reiche Männer und männ­liche Jugend­liche in das Kon­zentra­tions­lager Buchenwald ver­schleppt. Damit begann das Aus­einan­der­reißen der Fami­lien, die Hanns Weltzel foto­grafiert hatte. Bald trafen erste Todes­nachrich­ten aus Kon­zentrations­lagern in Magdeburg ein. Mit der Ver­haftung aller Men­schen mit romanes­spra­chigen Hinter­grund in Magdeburg am 1. März 1943 und deren Depor­tation nach Auschwitz einen Tag später wurde das Lager am Holzweg auf­gelöst.

Eve Rosenhaft, Professorin an der Universität Liverpool, und Jana Müller vom Alter­na­tiven Jugend­zentrum Dessau sind der Geschichte dieser einzig­arti­gen Fotos nach­ge­gan­gen – zu­nächst un­abhängig von­einander, dann ge­meinsam. Im Gedenken an die Opfer des Völkermords und in engem Aus­tausch mit den Über­leben­den und ihren Nach­fahren ist eine Wander­ausstellung ent­standen.

„… vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig …“ – Die Verfolgung mittel­deutscher Sinti und Roma im National­sozia­lismus doku­men­tiert die Lebens- und Leidens­wege der Fami­lien Laubinger, Lauen­bur­ger, Thormann, Stein, Steinbach und Ansin. Auch über Erna Lauenburger, das Vorbild für die be­kannte Roman­figur Unku, die Hanns Weltzel mehr­fach in Dessau-Roß­lau ab­lichtete, berichtet die Ausstellung. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (411)

Januar 18th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

Falsche Ge­rüch­ten über Ro­ma, die Kinder steh­len wür­den, um de­ren Or­ga­ne zu ver­kau­fen, führ­ten 2019 in Frank­reich zu über 30 An­grif­fen auf Ro­ma.

(Quelle)

No Roses on a Sailor’s Grave (Trailer)

Januar 16th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken

No Roses on a Sailor’s Grave
Dokumentarfilm von Daniel Oron (Regie) und John Henry Phillips
Go Button Media, UK 2020, 83 Min.

In einem Dokumentarfilm und einem Buch be­rich­tet der Eng­län­der John Henry Phillips von einer un­ge­wöhn­li­chen Freundvschaft und dem letz­ten Wunsch eines See­manns. Aber eigent­lich erzählt er viel mehr. Was das al­les mit Roma zu tun hat, lesen Sie in der neuen Aus­gabe unse­res Ma­ga­zins dROMa.

Facts & Figures (410)

Januar 12th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Roma/Sinti-Aktivisten führten mehr­fach Be­set­zun­gen u. Hun­ger­streiks in KZ-Ge­denk­stät­ten durch: 1980/93 in Dachau, 1983/89 in Neu­en­gam­me.

(Quelle)

O hajaschiskero grobo

Januar 8th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)

Der alte Seemann und der junge Archäologe: Patrick Thomas und John Henry Phillips (Foto: Go Button Media)So o rodipe pal jek phagerdo hajo pe­dar o Ro­ma phu­kal

Ande jek dokumentacijakero film taj an­de jek ken­va phu­kal o brita­ni­tiko John Henry Phillips jeke bari­ka­ne paj­tasch­tscha­gos­tar taj le lejc­ti kiva­ni­pestar jeke haja­schis­tar. Tscha­tschi­kan, ov ham bu­te­der phu­kal.

Nisaj koja, adaj upro Roma te gondolinel mukel: Jek terno mursch pomo­schi­nel jeke brita­niti­ke marine­ja­kere vetera­niske (94) leskere haburis­kere trau­maha ando tscha­tschipe te al. Uso auna­vipe andi Norman­dija 1944 les­kero hajo upre jek mina upre nasch­tscha taj le pajta­schenca tel gelo. ­Jek trauma, savo le phure, savo bojd kor­kore buter te dschal na dscha­nel, ham le dschuv­lenge mindig jek vodschi­kano probo hi, les­kero cilo dschi­vipe vodinel.

Leskero pajtaschi John Henry Phillips kamla le na lakle hajasch­tschen­ge jek gon­do­li­pes­kero bar te kerel taj vascho­da upro drom pe kerel, o phager­do hajo ando Ärmel­kanal te rodel. Ov histo­ri­ker­tschen taj bare pajis­kere arche­jo­logtschen mobi­li­siri­nel, andi Nor­man­dija ladel taj muguli te tauchi­nel siklol – mindig vodim jeka ka­meratar.

O dokumentacijakero film No Roses on a Sailor’s Grave (reschi: Daniel Oron), savo andral kerdo ulo, akan jerim upro festival­tscha sika­do ol, lejc­tivar uso filmis­kero kurko „Ake dikhea?“ ande Berlin. Ham andi masch­karutni cajt o John o materijal te jeka ken­vake prik butscha­lintscha: The Search akan bojd use Robinson ande London ari al. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (409)

Januar 7th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung

Obwohl ca. 10% sei­ner Be­völ­ke­rung Ro­ma sind, kom­men Ro­ma in den Lehr­plä­nen Bul­ga­ri­ens (Ge­schich­te/So­zial­kun­de/Geo­gra­fie) nicht vor.

(Quelle)

Das Seemannsgrab

Januar 6th, 2022  |  Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)  |  1 Comment

Der alte Seemann und der junge Archäologe: Patrick Thomas und John Henry Phillips (Foto: Go Button Media)Was die Suche nach einem Schiffswrack über Roma erzählt


In einem Dokumentarfilm und einem Buch be­rich­tet der Eng­län­der John Henry Phillips von einer un­gewöhn­li­chen Freund­schaft und dem letz­ten Wunsch eines See­manns. Aber eigent­lich er­zählt er viel mehr.

Nichts lässt hier an Roma denken: Ein junger Mann hilft einem engli­schen Marine­vete­ra­nen (94), mit seinem Kriegs­trauma ins Reine zu kom­men. Bei der Lan­dung in der Normandie 1944 war des­sen Boot auf eine Mine auf­ge­laufen und mit­samt seinen Kamera­den in den Fluten ver­sunken. Ein Trauma, das den pfif­fi­gen Alten, der zwar kaum noch alleine gehen kann, doch für die Damen stets einen char­man­ten Scherz parat hat, ein Leben lang be­gleitet.

Sein Freund John Henry Phillips will den verscholle­nen See­männern einen Gedenk­stein errich­ten und macht sich auf, das Schiffs­wrack im Ärmel­kanal zu suchen. Er mobi­lisiert Historiker und Meeres­archäolo­gen, fährt in die Nor­man­die und lernt sogar tauchen – stets be­gleitet von einer Kamera.

Der Dokumentarfilm No Roses on a Sailor’s Grave (Regie: Daniel Oron), der daraus ent­standen ist, wird der­zeit erfol­greich auf Festivals gezeigt, zu­letzt bei der Roma-Film­woche „Ake dikhea?“ in Berlin. Doch in­zwi­schen hat John den Stoff auch für eine Buch­ver­öffentli­chung adaptiert: The Search er­scheint dem­nächst bei Robinson in London.

Unter der Oberfläche
Auf den ersten Blick verrät nichts an dieser Geschichte – nicht das Sujet, nicht der Ort, nicht die Prota­go­nisten –, dass hier zu­gleich auch die Ge­schichte einer Min­der­heit ver­handelt wird. Mit keinem Wort er­fährt man, dass der junge Mann der englischen Roma-Min­der­heit an­ge­hört.

Unter der Oberfläche enthält die Erzählung aber Motive, die selt­sam be­kannt an­muten. Denn alles hier kreist um das Trauma der Welt­kriegs­jahre und um den Versuch, einem ver­ges­senen Schicksal Gehör zu ver­schaffen. Es geht um An­erken­nung und ein würdi­ges Gedenken: Wenn John beim Bürger­meister eines fran­zö­si­schen Küsten­städt­chens vor­stellig wird, um eine Gedenk­feier für die britischen Soldaten vor­zu­schlagen, erinnert das frap­pierend an Szenen im slowa­ki­schen Film Wie ich Partisanin wurde (siehe dROMa 62) – mit dem Unter­schied, dass John bei dem Franzo­sen offene Türen ein­rennt.

Auch das titelgebende Seemannsgrab hat seine Entspre­chung in den Er­fahrun­gen der Roma: Read the rest of this entry »

Rassismus in Social Media und Kinderfilmen

Januar 5th, 2022  |  Published in Internet & Blogothek, Interview, Medien & Presse, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Die Vorsitzende des neuen Verbands: Esther Reinhardt-Bendel (Foto: Verband Deutscher Sinti und Roma e. V. - Landesverband Schleswig-Holstein)Radio Dreyeckland, Freiburg, 7.12.2021
9:21 min, 21 MB | →Anhören (mp3)

Esther Reinhardt-Bendel über stereo­type und anti­ziga­nis­ti­sche Dar­stel­lun­gen in den Medien

Esther Reinhardt-Bendel ist politische Medienaktivistin und Mit­begrün­derin der Initia­tive Sinti-Roma Pride. Sie setzt sich für gleich­berech­tigte Teil­habe von Sinti und Roma ein und ist Vor­sitzen­de der Bundes­verei­ni­gung deutscher Sinti und Roma, die sich 2021 als Zu­sam­men­schluss und Dach­ver­band ver­schie­dener Vereine ge­grün­det hat.

(Sendung: RDL auf freie-radios.net)

Siehe auch:
Bundesvereinigung in Deutschland gegründet
, 5.8.2021

Facts & Figures (408)

Januar 4th, 2022  |  Published in Facts & Figures

Über die Hälfte (55%) der Ro­ma und Sin­ti, die in Italien in of­fi­ziel­len oder in­for­mel­len Ba­ra­cken­sied­lun­gen le­ben, sind min­der­jäh­rig.

(Quelle)

„Hessenschau schürt Hass gegen Roma“

Januar 2nd, 2022  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

VideostillDeutschland: Rassismusvorwürfe gegen Hessischen Rundfunk

Wir geben im Folgenden eine Aussendung des Fördervereins Roma in Frankfurt am Main wieder:

In einem Beitrag von „hr“-Fernsehen vom 21.12.2021 zum Thema „Bettelmafia“ instru­men­ta­li­siert die Hessen­schau Unter­stel­lungen und Vor­urteile in einer Sen­dung, die ohne das Wort „Roma“ zu nen­nen, ziel­gerich­tet den Hass gegen­über der Minder­heit schürt.

Trotz Informationen über die Gründe zu betteln, nämlich Elend, mangel­hafte Ver­sorgung und Aus­grenzung, kol­por­tiert das Magazin genau platzier­te Bilder, in denen Behaup­tungen über eine so­ge­nann­te Bettel­mafia stets mit der schemen­haften Dar­stellung, die Roma-Frauen er­ken­nen lassen, ver­bunden werden. Selbst die Aus­führun­gen einer Mit­arbei­terin des Landes­kriminal­amtes und des Leiters einer inner­städti­schen Hilfe­ein­rich­tung, die beide den Begriff ne­gieren, Ursachen be­schreiben und er­klären, dass es keine Anhalts­punkte für eine „Bettel­mafia“ gibt, haben keine kor­rekti­ve Wirkung.

Maßgabe für den rassistischen Beitrag ist allein die dominie­rende Be­trach­tungs­weise der Re­daktion, die sich auf die Eigen­schaf­ten ost­europäisch, dunkle Hautfarbe, lange Röcke be­schränkt und zur Bestä­tigung eine be­schwerde­füh­rende Bettlerin und einen auf­merk­samen Flaschen­sammler an­führen, die genau im Gegen­satz zu dem konstru­ier­ten Bild stehen. Die Wider­sprüche können nicht offen­sicht­licher sein: einer­seits die Asso­zia­tion Roma, Migranten, kriminell und an­derer­seits deutsch, ehrlich und hilfs­bedürftig. Eine An­schauung, die aus dem Gift­schrank der Menschen­ver­ach­tung stammt.

Der Förderverein Roma hat in der Vergangenheit wieder­holt (wir berichteten) auf die dis­krimi­nie­rende Be­richt­erstat­tung der Hessen­schau hin­gewie­sen und ein Gespräch mit dem ehe­maligen Chef­redak­teur Theisen geführt. Änderun­gen hatte das nicht zur Folge. Read the rest of this entry »

Caritas-Broschüre „Roma/Romnia in Graz“

Dezember 31st, 2021  |  Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte

BroschuereDie Caritas in Graz betreibt seit einigen Jahren meh­rere Pro­jekte, die Roma aus Ost­europa in Graz Beratung und Unter­stützung an­bieten. So­eben hat das Caritas-Arbeits­markt­integra­tions­pro­jekt KAMBUKE eine Broschüre über Roma und Rom­nija in Graz heraus­ge­ge­ben. Hier gibt es die Endfassung der Info­bro­schüre zum Download (pdf).

Aktivi schveditike

Dezember 30th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Romani, dROMa (Magazin)

Roma-Bibliotheken in Malmö und Bukarest (Foto: Pixabay)Romengere-biblijotektscha ande Malmö taj Bukarest


Ande Malmö jek nevi Romen­geri-bibli­jo­teka kerdi ol. Ando foro akor mindschart duj Ro­men­gere-bib­li­jotek­tscha pasche terdscho­na. Taj te jek Ro­men­geri-tscha­ven­ge­ri bibli­joteka, savi sajt pantsch berscha an­de Bukarest del, pro kes­dipe an­di Schvedija lija.

Schvedija jek pradimi Romengeri-biblijoteka uschtidel. I nevi biblijoteka ojs integrali falato la foros­kera bibli­jo­tekatar andar Malmö, o triti bareder foro le tha­nestar, kerdi ol. Imar ando arto terno dschend i bibli­joteka pradi te ol. „Ada jek vusko cajta­kero plan hi“, phenel o foros­kero bibli­jotekari Torbjörn Nilsson, mind pharo ovla, Romen­geri-lite­ra­tura te lakel. Kaj ada schofim te ol, iste amen dur pedar i tha­nes­keri granica ari dschas taj avre bibli­jo­te­kenca taj Romen­ca ande but gava khetan iste butscha­linas.“

Andi biblijoteka publikaciji ande mindenfelitike Romengere-dijalekti, pisimi litera­tura Ro­mendar taj kenvi pedar i Ro­men­geri-kultura dela. I literatura ando telva­keripe fatrete­renca le Romen­gere-khe­ta­nipestar khetan terdschar­di ol. Adaj o orga­ni­sa­tortscha butvar le gaves­kere Romen­gere-bi­rov­tscha­goha (Romskt informa­tions- och kuns­kaps­center, RIKC) khetan butscha­linen, savo – sar i foros­keri bibli­joteka – uso foros­kero kultu­rakero favojti­nipe use tschito hi.

Favurclim taj fanecim
Barikano vert upre fochis­kere butschasch­tscha pasch­lardo ol: „Barika­no hi, i tschib taj o minden­felitike dija­lekti te prindscha­rel. O butschasch­tscha iste dschene on, save i Romen­geri-kul­tura prindscha­ren vaj save ande late fa­vurclim hi. On iste le Romen­ca fanecim on“, phe­nel o Torbjörn Nilsson.

„Me patijardo som, hot amen o pradipe la erschti Romen­gera-bib­li­jote­katar le thanestar pla­ninas“, phenel i kultu­rakeri foros­keri rotkija andar Malmö, Frida Trollmyr. „Ada jek jekoschno koja hi, le tscha­tschip­tschenge le Ro­mendar te pomo­schinel taj use jek feder dscha­nipe pedar i kultura taj i historija le Romen­dar use te ledschel.“

Hot vasch i erschti Romengeri-biblijoteka andi Schvedija pe hand­linel, tschak eknaj tschatscho hi. Ande bute­der fori imar schpe­cijeli bibli­joteka­kere falati Romenge­ra-lite­ra­turake del. Taj ande Malmö jeke Romen­ge­re-khe­tanipe, o Romska Kultur­centret (RKC), jek ajgeni, eknaj phuri falatos­keri bibli­joteka hi. Read the rest of this entry »

Rührige Schweden

Dezember 28th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Romani, dROMa (Magazin)

Roma-Bibliotheken in Malmö und Bukarest (Foto: Pixabay)Roma-Bibliotheken in Malmö und Bukarest


In Malmö entsteht eine neue Roma-Bi­b­lio­thek. In der Stadt wer­den dann gleich zwei Ro­ma-Bü­che­rei­en ne­ben­einan­der be­ste­hen. Und auch eine Ro­ma-Kin­der­bib­lio­thek, die seit fünf Jah­ren in Bu­ka­rest exis­tiert, nahm ihren An­fang in Schwe­den.

Schweden bekommt eine öffentliche Roma-Bibliothek. Die neue Ein­richtung ent­steht als integra­ler Bestand­teil der Stadt­biblio­thek von Malmö, der dritt­größ­ten Stadt des Landes. Schon im kom­men­den Herbst soll die Bibliothek er­öffnet werden. „Das ist ein en­ger Zeitplan“, sagt Stadt­biblio­the­kar Torbjörn Nilsson, „denn es wird schwie­rig sein, Roma-Literatur zu finden. Um dies zu er­reichen, müs­sen wir weit über die Landes­grenzen hinaus­gehen und mit ande­ren Biblio­theken und der Roma-Be­völke­rung an vielen Orten zu­sam­men­arbeiten.“

Die Bücherei wird Publikationen in verschiedenen Roma-Dialekten, von Roma ver­fass­te Literatur und Bücher über Roma-Kultur ent­halten. Die Litera­tur wird in Ab­sprache mit Ver­tretern der Roma-Ge­mein­schaft zu­sammen­gestellt. Dabei ar­beiten die Organi­satoren ins­beson­dere mit dem ört­lichen Roma-Büro (Romskt infor­ma­tions- och kunskaps­center, RIKC) zu­sam­men, das – wie die Stadt­bibliothek – der städti­schen Kultur­verwaltung an­ge­gliedert ist.

Verwurzelt und vernetzt
Besonderen Wert lege man auf fachkundige Mitarbeiter: „Es ist wichtig, die Sprache und die ver­schiedenen Dialekte zu kennen. Das Personal muss auch aus Per­sonen bestehen, die die Roma-Kultur ken­nen oder in ihr ver­wurzelt sind. Sie müs­sen mit der Roma-Be­völ­kerung ver­netzt sein“, er­klärt Torbjörn Nilsson.

„Ich bin stolz darauf, dass wir die Eröffnung der ersten Roma-Bib­lio­thek des Landes planen“, sagt Malmös Kultur­stadt­rätin Frida Trollmyr. „Das ist eine einzig­artige Ge­legen­heit, die Rechte der Roma zu fördern und zu einem bes­seren Wissen über Kultur und Ge­schichte der Roma bei­zu­tragen.“

Dass es sich um „Schwedens erste Roma-Bibliothek“ handle, stimmt aller­dings nur bedingt. In meh­reren Städten exis­tieren bereits spe­zielle Biblio­theks­abtei­lun­gen für Roma-Li­te­ratur. Und in Malmö selbst unter­hält ein Roma-Ver­band, das Romska Kulturcentret (RKC), eine eigene, etwas ver­altete Be­stands­bibliothek. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (407)

Dezember 26th, 2021  |  Published in Facts & Figures, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Beim Zensus in den „cam­pi no­ma­di“ in Rom wur­den 2008 nur Roma polizeilich mit Fin­ger­ab­drü­cken re­gist­riert, an­de­re Be­woh­ner aber nicht.

(Quelle)

Latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch

Dezember 24th, 2021  |  Published in Allgemeines, Literatur & Bücher

O farajn Roma-Service
latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch 2022 kivaninel!

Der Verein Roma-Service wünscht Ihnen
ein schö­nes Weihnachts­fest und ein gutes neues Jahr 2022!

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Dschend (Winter)

Le Jovan Nikolićistar [Romani-prikbescharipe: Josef Schmidt]

Igen phuri jag upre phadschol upro agengere
gombi, irinel o thuveskero tradipe
i niro ududarel le dschiveha o putrimo drom.

Kaputi, kocki sar andar le Devleskero va tschidim
Akora, pora, schutsche pelvi …

Kermusengere mujore
And dschumim ande jek tschavengero suno.

Sentelimo maro – khangeri upro stolo
Nisaj felhi, tschak schuvlipe.

Sako boklo –
Dschelno kipo!

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Aja poesija andar o liri­ka­kero khe­tan ke­dipe „Der Gast nir­gend­woher. Ge­sam­mel­te Lyrik“, savo ando Drava-fa­log 2021 ari alo, hi. Read the rest of this entry »

Weihnachtserinnerungen von Josef Schmidt

Dezember 22nd, 2021  |  Published in Brauchtum & Tradition, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
20.12.2021 | (on demand)

Josef Schmidt (Foto: volksgruppen.orf.at)Die vierte Kerze des Advent­kran­zes brennt be­reits und es sind nur noch eini­ge Tage bis Hei­lig­abend. Vie­le Men­schen in Öster­reich be­rei­ten sich auf das Weihvnachts­fest vor. In den meis­ten Haus­halten wird ge­backen und die letz­ten Besor­gun­gen für das be­vor­ste­hen­de Weih­nachts­fest wer­den ge­trof­fen. In unse­rer heu­ti­gen Sen­dung ha­ben wir den 50-jäh­ri­gen Josef Schmidt bei uns zu Gast.

Als Roma-Aktivist der ersten Stunde ist er heute die rechte Hand des Vor­sitzen­den des Volks­grup­pen­bei­rats der Roma, Emmerich Gärtner Horvath. Er er­zählt wie er die Adventszeit in Er­in­ne­rung hat und welch tra­ditio­nelle Köst­lich­keiten seine Groß­mutter da­mals ge­backen hat.

Josef Schmidt erblickte am 3. August 1971 im alten Oberwarter Kranken­haus das Licht der Welt. Bis er acht Jahre alt war, lebte er in der Roma-Sied­lung in Klein­bachselten in einem Drei-Ge­ne­ratio­nen-Haus­halt, wie es bei den Roma-Fa­mi­lien im Burgenland d­amals üb­lich war. Danach lebte er mit seinen zwei Brüdern, seiner Schwes­ter und den Eltern in der Roma-Siedlung in Unterwart. Nach der Pflicht­schule schloss Josef die Handels­schule in Oberwart ab. Im Laufe seiner Kindheit musste sich Josef sehr oft mit Dis­kriminierung und Roma-Feind­lichkeit auseinan­der­setzen.

Heute lebt Josef mit seiner Lebenspartnerin in Oberwart. Er ist stolzer Vater eines Sohnes, einer Tochter und einer Stief­tochter. Für den Roma-Ak­ti­visten war es schon immer wich­tig die Jugend zu för­dern. So zögerte er auch nicht lange, als er im Jahre 1990 das An­gebot bekam, in der außer­schuli­schen mutter­sprach­lichen Lernbetreuung des da­maligen Vereins Roma tätig zu sein. Im heurigen Schul­jahr unter­richtet Josef die un­verbind­liche Übung „Burgenland-Romani“ in der Volks­schule in Oberwart. Read the rest of this entry »

Palgondoliptscha upri boschitscha le Josef Schmidtistar

Dezember 20th, 2021  |  Published in Brauchtum & Tradition, Interview, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
20.12.2021 | | (on demand)

Duach i sendung vodinel Susanne Horvath

Josef Schmidt (Foto: volksgruppen.orf.at)I schtarti momeli upri adventis­keri ke­re­suja imar thabol taj tschak poar divesa dschi usi Ked­veschni Rat hi. But manu­scha andi Austrija kise­tinen pumen upri boschitscha. Ando lek buteder khera peklo ol taj o lejcti koji la bo­schi­tschake kerde on. Ande amari adiveses­keri sen­dung o 50-ber­schen­gero Josef Schmidt amaro khe­­rodaschi hi.

Ojs Romengero-aktivisto la erschti oratar hi ov adi o tschatscho va la angle­bescha­schistar le flogos­kere grupna­kere bajrotistar le Romen­dar, Emmerich Gärtner-Horvath. Ov phukal sar agun i adven­tiskeri cajt sina taj saj tradi­cijo­neli latsche koji leskeri baba agun peklahi.

O Josef Schmidt ando 3ti august 1971 andi phuri schpita Erbate upro them alo. Dschimeg ov ofto berscha phurano sina, dschivlahi ov andi Romen­ge­ri-sid­lung andi Tikni Boslina ande jek trin gene­ra­ci­ja­kero kher, sar oda uso Romen­ge­re-fa­miliji ando Burgenland agun sina. Paloda dschiv­lahi ov pre duj phra­lenca, pra phen­jaha taj pra dajaha taj pre dadeha andi Romen­geri-sid­lung Tenu Erbate. Pal i flogos­keri ischkola taj i hauptschul, o Josef i bun­dakeri hand­li­ni­pes­keri ischkola Erbate kise­tintscha. Ando naschipe leskera tscha­ven­gera cajtatar, o Josef butvar dis­krimi­na­cijaha taj bibastel kojenca gejng o Roma, donde iste pe bescharlahi.

Adi o Josef pra pajtaschkijaha Erbate dschil. Ov patijardo dad jeke tschauistar, jeka tscha­jatar taj jeka mosch­tovna tschajatar hi. Le Romen­gere-ak­ti­vis­tiske imar mindig bari­kano sina, le ternen­ge te pomo­schinel. Afka ov dur pal na gondo­lintscha, kada lo ando bersch 1990 phutschlo ulo, ando aguno farajn Roma ojs dajakero tschib­tscha­kero meschteri le tscha­venca pal i ischkola, te butscha­linel. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (406)

Dezember 18th, 2021  |  Published in Einrichtungen, Facts & Figures, Geschichte & Gedenken

Schon 1946 kam es mit dem „Ko­mitee Deut­scher Zi­geu­ner Mün­chen“ in Deutsch­land zu einem frü­hen Ver­such einer Sin­­ti-und-Ro­ma-Or­­ga­­ni­­sa­­tion.

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dROMa 64: „Bücher 2 / Kenvi 2“

Dezember 17th, 2021  |  Published in Literatur & Bücher, dROMa (Magazin)  |  4 Comments

dROMa 64 Themenheft „Bücher 2“ | Temakeri heftlina „Kenvi 2“

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Das alte Jahr beschließen wir mit neuen Büchern – und mit Roma-Literatur: Den Be­ginn macht eine hier zum ersten Mal auf Deutsch ver­öffent­lich­te Weihnachts­ge­schich­te des ungari­schen Schrift­stellers Tamás Jónás (dessen Gedichte übri­gens soeben in deut­scher Über­setzung er­schie­nen sind). Christina Dongowski wür­digt die Doku­men­ta­ris­tin und Buch­autorin Nina Gladitz, die im April 2021 ver­stor­ben ist. Gladitz’ Lebens­thema waren die Aus­einan­der­setzung mit Leni Riefenstahl und der Wunsch, den Sinti-Häftlingen, die Rie­fen­stahl als Film­kom­par­sen miss­brauchte, Ge­rech­tig­keit wider­fahren zu las­sen. Roman Urbaner be­richtet von der Schaf­fung einer gro­ßen Roma-Bibliothek in Schweden und einer Kinder­biblio­thek in Rumänien. Und wir blicken nach England, wo der Freund­schafts­dienst eines jungen Mannes für einen Kriegs­vete­ra­nen den Stoff für einen Film („No Roses on a Sailor’s Grave“) und ein Buch („The Search“) ab­gab: Wir überlegen, was das ins­geheim mit Roma zu tun hat. Und zu guter Letzt stellt Chana Dischereit vom Sinti- und Roma-Lan­des­ver­band Ba­den-Württem­berg das von ihr mit­heraus­gege­bene Kochbuch „Romno Chabpen“ vor, das die Küche der Roma und Sinti mit Ge­schich­ten von ihrem Kampf um Gleich­berech­ti­gung ver­knüpft.

O phuro bersch neve kenvenca kisetinas – taj Romen­gera-li­te­ra­turaha: O kesdipe kerel adaj jek ersch­tivar andi nimtschki tschib ari dimi boschi­tschani his­torija le ungrike pisi­maschistar Tamás Jónás (saveskere poesiji akan ando nimtschko prik bescha­ripe ari ale). I Christina Dongowski la doku­mentaristkija taj kenva­kera pisi­masch­kija Nina Gladitz, savi ando april 2021 muli, patijarel. La Gladitzake­ri dschi­vi­pes­keri tema sina o donde bescha­ripe la Leni Riefen­stahlaha taj o kivanipe, le and tscha­pime Sinti­jenge, saven i Riefenstahl ojs filmiskere kom­parstscha lija, tschatschipe use te mukel te anel. Read the rest of this entry »