Jahrhundertprojekt zu 100 Jahre Burgenland: Land und Volksgruppen stellen Weichen für „Haus der Volksgruppen“ in Oberwart. Landeshauptmann Doskozil, burgenländische Volksgruppenvertreter und Bürgermeister Georg Rosner unterzeichneten „Letter of Intent“
Ein Meilenstein in der Volksgruppenpolitik des Burgenlandes wurde am Freitag mit der gemeinsamen Unterzeichnung eines Letter of Intent besiegelt: Das Land Burgenland wird gemeinsam mit Vertretern aller Volksgruppenorganisationen ein „Haus der Volksgruppen“ im früheren Städtischen Internat von Oberwart errichten. Damit soll der Beitrag der Volksgruppen zur Identität, Geschichte und Gegenwart des Burgenlands gewürdigt und ein neues Kapitel in der Volksgruppenpolitik aufgeschlagen werden, betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil. „Wir realisieren gemeinsam ein Jahrhundert-Projekt zum 100-jährigen Jubiläum des Burgenlands. Im Jubiläumsjahr haben wir das Miteinander in das Zentrum unserer Feierlichkeiten gestellt. Gleichzeitig haben wir in konstruktiven Gesprächen dieses wichtige Vorhaben vorbereitet, das jetzt in die Umsetzung gehen kann. Das ‚Haus der Volksgruppen‘ wird ein einzigartiger Ort der kulturellen Vielfalt und Begegnung sein.“
Neben der Ausrichtung von Veranstaltungen und Festen innerhalb und mit den Volksgruppen soll im neuen Zentrum verstärkt auf intensive Jugendarbeit und Integration gesetzt werden. „Dieses Haus wird einerseits koordinierende Stelle innerhalb der Volksgruppen sein, andererseits ist es nach außen ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung und des Miteinanders. Daher wird es auch öffentlich zugänglich sein und Platz für Information, Schulungen, Workshops und Feste bieten“, so der Landeshauptmann.
Das Haus der Volksgruppen wird den Burgenländisch-Ungarischen Kulturverein, den Kroatischen Kulturverein im Burgenland, das Roma-Service, das hkdc – Kroatisches Kultur- und Dokumentationszentrum sowie die VHS der Roma und die VHS der Ungarn beheimaten. Durch die gemeinsame Örtlichkeit wird die Entstehung neuer Projekte erleichtert. Read the rest of this entry »
24.1.2022: Ausstellungseröffnung im Kulturhaus der Sinti und Roma in Mannheim
„… vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig …“ – Die Verfolgung mitteldeutscher Sinti und Roma im Nationalsozialismus
Kulturhaus RomnoKher, B 7, 16, 68159 Mannheim
24.1.2022 bis 28.2.2022
Das Kulturhaus RomnoKher zeigt einzigartige Fotografien von Männern, Frauen und Kindern, die wenige Jahre später beinahe alle dem Völkermord an den Sinti und Roma Europas zum Opfer fielen. Doch diese Bilder zeugen von gegenseitigem Respekt zwischen den Fotografierten und dem Fotografen. Sie sind völlig anders als die gleichzeitigen Darstellungen in der nationalsozialistischen Propaganda.
Zwischen 1932 und 1939 fotografierte Hanns Weltzel mitteldeutsche Sinti und Roma in Dessau-Roßlau. Der in Roßlau lebende Fotojournalist pflegte freundschaftliche Beziehungen zu den Familien. Bis 1938 konnte er Artikel über Sinti und Roma in der Anhaltischen Presse veröffentlichen. Zudem stand er mit der „Gypsy Lore Society“, deren Sitz sich in Liverpool befand, im Kontakt und schrieb Artikel für deren Journal. So gelangten schon damals erste Fotografien nach Liverpool. Der gesamte Bestand von ca. 200 Fotografien befindet sich heute in der Bibliothek der Universität Liverpool.
Anfang 1938 wurden Sinti und Roma aus Dessau-Roßlau und ganz Anhalt in das „Zigeunerlager am Holzweg“ in Magdeburg gezwungen. Dieses Internierungslager hatte die Stadt Magdeburg 1935 am Stadtrand errichtet. Im Juni 1938 wurden zahlreiche Männer und männliche Jugendliche in das Konzentrationslager Buchenwald verschleppt. Damit begann das Auseinanderreißen der Familien, die Hanns Weltzel fotografiert hatte. Bald trafen erste Todesnachrichten aus Konzentrationslagern in Magdeburg ein. Mit der Verhaftung aller Menschen mit romanessprachigen Hintergrund in Magdeburg am 1. März 1943 und deren Deportation nach Auschwitz einen Tag später wurde das Lager am Holzweg aufgelöst.
Eve Rosenhaft, Professorin an der Universität Liverpool, und Jana Müller vom Alternativen Jugendzentrum Dessau sind der Geschichte dieser einzigartigen Fotos nachgegangen – zunächst unabhängig voneinander, dann gemeinsam. Im Gedenken an die Opfer des Völkermords und in engem Austausch mit den Überlebenden und ihren Nachfahren ist eine Wanderausstellung entstanden.
„… vergiss die Photos nicht, das ist sehr wichtig …“ – Die Verfolgung mitteldeutscher Sinti und Roma im Nationalsozialismus dokumentiert die Lebens- und Leidenswege der Familien Laubinger, Lauenburger, Thormann, Stein, Steinbach und Ansin. Auch über Erna Lauenburger, das Vorbild für die bekannte Romanfigur Unku, die Hanns Weltzel mehrfach in Dessau-Roßlau ablichtete, berichtet die Ausstellung. Read the rest of this entry »
Falsche Gerüchten über Roma, die Kinder stehlen würden, um deren Organe zu verkaufen, führten 2019 in Frankreich zu über 30 Angriffen auf Roma.
No Roses on a Sailor’s Grave
Dokumentarfilm von Daniel Oron (Regie) und John Henry Phillips
Go Button Media, UK 2020, 83 Min.
In einem Dokumentarfilm und einem Buch berichtet der Engländer John Henry Phillips von einer ungewöhnlichen Freundvschaft und dem letzten Wunsch eines Seemanns. Aber eigentlich erzählt er viel mehr. Was das alles mit Roma zu tun hat, lesen Sie in der neuen Ausgabe unseres Magazins dROMa.
So o rodipe pal jek phagerdo hajo pedar o Roma phukal
Ande jek dokumentacijakero film taj ande jek kenva phukal o britanitiko John Henry Phillips jeke barikane pajtaschtschagostar taj le lejcti kivanipestar jeke hajaschistar. Tschatschikan, ov ham buteder phukal.
Nisaj koja, adaj upro Roma te gondolinel mukel: Jek terno mursch pomoschinel jeke britanitike marinejakere veteraniske (94) leskere haburiskere traumaha ando tschatschipe te al. Uso aunavipe andi Normandija 1944 leskero hajo upre jek mina upre naschtscha taj le pajtaschenca tel gelo. Jek trauma, savo le phure, savo bojd korkore buter te dschal na dschanel, ham le dschuvlenge mindig jek vodschikano probo hi, leskero cilo dschivipe vodinel.
Leskero pajtaschi John Henry Phillips kamla le na lakle hajaschtschenge jek gondolipeskero bar te kerel taj vaschoda upro drom pe kerel, o phagerdo hajo ando Ärmelkanal te rodel. Ov historikertschen taj bare pajiskere archejologtschen mobilisirinel, andi Normandija ladel taj muguli te tauchinel siklol – mindig vodim jeka kameratar.
O dokumentacijakero film No Roses on a Sailor’s Grave (reschi: Daniel Oron), savo andral kerdo ulo, akan jerim upro festivaltscha sikado ol, lejctivar uso filmiskero kurko „Ake dikhea?“ ande Berlin. Ham andi maschkarutni cajt o John o materijal te jeka kenvake prik butschalintscha: The Search akan bojd use Robinson ande London ari al. Read the rest of this entry »
Was die Suche nach einem Schiffswrack über Roma erzählt
In einem Dokumentarfilm und einem Buch berichtet der Engländer John Henry Phillips von einer ungewöhnlichen Freundschaft und dem letzten Wunsch eines Seemanns. Aber eigentlich erzählt er viel mehr.
Nichts lässt hier an Roma denken: Ein junger Mann hilft einem englischen Marineveteranen (94), mit seinem Kriegstrauma ins Reine zu kommen. Bei der Landung in der Normandie 1944 war dessen Boot auf eine Mine aufgelaufen und mitsamt seinen Kameraden in den Fluten versunken. Ein Trauma, das den pfiffigen Alten, der zwar kaum noch alleine gehen kann, doch für die Damen stets einen charmanten Scherz parat hat, ein Leben lang begleitet.
Sein Freund John Henry Phillips will den verschollenen Seemännern einen Gedenkstein errichten und macht sich auf, das Schiffswrack im Ärmelkanal zu suchen. Er mobilisiert Historiker und Meeresarchäologen, fährt in die Normandie und lernt sogar tauchen – stets begleitet von einer Kamera.
Der Dokumentarfilm No Roses on a Sailor’s Grave (Regie: Daniel Oron), der daraus entstanden ist, wird derzeit erfolgreich auf Festivals gezeigt, zuletzt bei der Roma-Filmwoche „Ake dikhea?“ in Berlin. Doch inzwischen hat John den Stoff auch für eine Buchveröffentlichung adaptiert: The Search erscheint demnächst bei Robinson in London.
Unter der Oberfläche
Auf den ersten Blick verrät nichts an dieser Geschichte – nicht das Sujet, nicht der Ort, nicht die Protagonisten –, dass hier zugleich auch die Geschichte einer Minderheit verhandelt wird. Mit keinem Wort erfährt man, dass der junge Mann der englischen Roma-Minderheit angehört.
Unter der Oberfläche enthält die Erzählung aber Motive, die seltsam bekannt anmuten. Denn alles hier kreist um das Trauma der Weltkriegsjahre und um den Versuch, einem vergessenen Schicksal Gehör zu verschaffen. Es geht um Anerkennung und ein würdiges Gedenken: Wenn John beim Bürgermeister eines französischen Küstenstädtchens vorstellig wird, um eine Gedenkfeier für die britischen Soldaten vorzuschlagen, erinnert das frappierend an Szenen im slowakischen Film Wie ich Partisanin wurde (siehe dROMa 62) – mit dem Unterschied, dass John bei dem Franzosen offene Türen einrennt.
Auch das titelgebende Seemannsgrab hat seine Entsprechung in den Erfahrungen der Roma: Read the rest of this entry »
Esther Reinhardt-Bendel über stereotype und antiziganistische Darstellungen in den Medien
Esther Reinhardt-Bendel ist politische Medienaktivistin und Mitbegründerin der Initiative Sinti-Roma Pride. Sie setzt sich für gleichberechtigte Teilhabe von Sinti und Roma ein und ist Vorsitzende der Bundesvereinigung deutscher Sinti und Roma, die sich 2021 als Zusammenschluss und Dachverband verschiedener Vereine gegründet hat.
Deutschland: Rassismusvorwürfe gegen Hessischen Rundfunk
Wir geben im Folgenden eine Aussendung des Fördervereins Roma in Frankfurt am Main wieder:
In einem Beitrag von „hr“-Fernsehen vom 21.12.2021 zum Thema „Bettelmafia“ instrumentalisiert die Hessenschau Unterstellungen und Vorurteile in einer Sendung, die ohne das Wort „Roma“ zu nennen, zielgerichtet den Hass gegenüber der Minderheit schürt.
Trotz Informationen über die Gründe zu betteln, nämlich Elend, mangelhafte Versorgung und Ausgrenzung, kolportiert das Magazin genau platzierte Bilder, in denen Behauptungen über eine sogenannte Bettelmafia stets mit der schemenhaften Darstellung, die Roma-Frauen erkennen lassen, verbunden werden. Selbst die Ausführungen einer Mitarbeiterin des Landeskriminalamtes und des Leiters einer innerstädtischen Hilfeeinrichtung, die beide den Begriff negieren, Ursachen beschreiben und erklären, dass es keine Anhaltspunkte für eine „Bettelmafia“ gibt, haben keine korrektive Wirkung.
Maßgabe für den rassistischen Beitrag ist allein die dominierende Betrachtungsweise der Redaktion, die sich auf die Eigenschaften osteuropäisch, dunkle Hautfarbe, lange Röcke beschränkt und zur Bestätigung eine beschwerdeführende Bettlerin und einen aufmerksamen Flaschensammler anführen, die genau im Gegensatz zu dem konstruierten Bild stehen. Die Widersprüche können nicht offensichtlicher sein: einerseits die Assoziation Roma, Migranten, kriminell und andererseits deutsch, ehrlich und hilfsbedürftig. Eine Anschauung, die aus dem Giftschrank der Menschenverachtung stammt.
Der Förderverein Roma hat in der Vergangenheit wiederholt (wir berichteten) auf die diskriminierende Berichterstattung der Hessenschau hingewiesen und ein Gespräch mit dem ehemaligen Chefredakteur Theisen geführt. Änderungen hatte das nicht zur Folge. Read the rest of this entry »
Die Caritas in Graz betreibt seit einigen Jahren mehrere Projekte, die Roma aus Osteuropa in Graz Beratung und Unterstützung anbieten. Soeben hat das Caritas-Arbeitsmarktintegrationsprojekt KAMBUKE eine Broschüre über Roma und Romnija in Graz herausgegeben. Hier gibt es die Endfassung der Infobroschüre zum Download (pdf).
Ande Malmö jek nevi Romengeri-biblijoteka kerdi ol. Ando foro akor mindschart duj Romengere-biblijotektscha pasche terdschona. Taj te jek Romengeri-tschavengeri biblijoteka, savi sajt pantsch berscha ande Bukarest del, pro kesdipe andi Schvedija lija.
Schvedija jek pradimi Romengeri-biblijoteka uschtidel. I nevi biblijoteka ojs integrali falato la foroskera biblijotekatar andar Malmö, o triti bareder foro le thanestar, kerdi ol. Imar ando arto terno dschend i biblijoteka pradi te ol. „Ada jek vusko cajtakero plan hi“, phenel o foroskero biblijotekari Torbjörn Nilsson, mind pharo ovla, Romengeri-literatura te lakel. Kaj ada schofim te ol, iste amen dur pedar i thaneskeri granica ari dschas taj avre biblijotekenca taj Romenca ande but gava khetan iste butschalinas.“
Andi biblijoteka publikaciji ande mindenfelitike Romengere-dijalekti, pisimi literatura Romendar taj kenvi pedar i Romengeri-kultura dela. I literatura ando telvakeripe fatreterenca le Romengere-khetanipestar khetan terdschardi ol. Adaj o organisatortscha butvar le gaveskere Romengere-birovtschagoha (Romskt informations- och kunskapscenter, RIKC) khetan butschalinen, savo – sar i foroskeri biblijoteka – uso foroskero kulturakero favojtinipe use tschito hi.
Favurclim taj fanecim
Barikano vert upre fochiskere butschaschtscha paschlardo ol: „Barikano hi, i tschib taj o mindenfelitike dijalekti te prindscharel. O butschaschtscha iste dschene on, save i Romengeri-kultura prindscharen vaj save ande late favurclim hi. On iste le Romenca fanecim on“, phenel o Torbjörn Nilsson.
„Me patijardo som, hot amen o pradipe la erschti Romengera-biblijotekatar le thanestar planinas“, phenel i kulturakeri foroskeri rotkija andar Malmö, Frida Trollmyr. „Ada jek jekoschno koja hi, le tschatschiptschenge le Romendar te pomoschinel taj use jek feder dschanipe pedar i kultura taj i historija le Romendar use te ledschel.“
Hot vasch i erschti Romengeri-biblijoteka andi Schvedija pe handlinel, tschak eknaj tschatscho hi. Ande buteder fori imar schpecijeli biblijotekakere falati Romengera-literaturake del. Taj ande Malmö jeke Romengere-khetanipe, o Romska Kulturcentret (RKC), jek ajgeni, eknaj phuri falatoskeri biblijoteka hi. Read the rest of this entry »
In Malmö entsteht eine neue Roma-Bibliothek. In der Stadt werden dann gleich zwei Roma-Büchereien nebeneinander bestehen. Und auch eine Roma-Kinderbibliothek, die seit fünf Jahren in Bukarest existiert, nahm ihren Anfang in Schweden.
Schweden bekommt eine öffentliche Roma-Bibliothek. Die neue Einrichtung entsteht als integraler Bestandteil der Stadtbibliothek von Malmö, der drittgrößten Stadt des Landes. Schon im kommenden Herbst soll die Bibliothek eröffnet werden. „Das ist ein enger Zeitplan“, sagt Stadtbibliothekar Torbjörn Nilsson, „denn es wird schwierig sein, Roma-Literatur zu finden. Um dies zu erreichen, müssen wir weit über die Landesgrenzen hinausgehen und mit anderen Bibliotheken und der Roma-Bevölkerung an vielen Orten zusammenarbeiten.“
Die Bücherei wird Publikationen in verschiedenen Roma-Dialekten, von Roma verfasste Literatur und Bücher über Roma-Kultur enthalten. Die Literatur wird in Absprache mit Vertretern der Roma-Gemeinschaft zusammengestellt. Dabei arbeiten die Organisatoren insbesondere mit dem örtlichen Roma-Büro (Romskt informations- och kunskapscenter, RIKC) zusammen, das – wie die Stadtbibliothek – der städtischen Kulturverwaltung angegliedert ist.
Verwurzelt und vernetzt
Besonderen Wert lege man auf fachkundige Mitarbeiter: „Es ist wichtig, die Sprache und die verschiedenen Dialekte zu kennen. Das Personal muss auch aus Personen bestehen, die die Roma-Kultur kennen oder in ihr verwurzelt sind. Sie müssen mit der Roma-Bevölkerung vernetzt sein“, erklärt Torbjörn Nilsson.
„Ich bin stolz darauf, dass wir die Eröffnung der ersten Roma-Bibliothek des Landes planen“, sagt Malmös Kulturstadträtin Frida Trollmyr. „Das ist eine einzigartige Gelegenheit, die Rechte der Roma zu fördern und zu einem besseren Wissen über Kultur und Geschichte der Roma beizutragen.“
Dass es sich um „Schwedens erste Roma-Bibliothek“ handle, stimmt allerdings nur bedingt. In mehreren Städten existieren bereits spezielle Bibliotheksabteilungen für Roma-Literatur. Und in Malmö selbst unterhält ein Roma-Verband, das Romska Kulturcentret (RKC), eine eigene, etwas veraltete Bestandsbibliothek. Read the rest of this entry »
O farajn Roma-Service
latschi Boschitscha taj latscho Nevo Bersch 2022 kivaninel! Der Verein Roma-Service wünscht Ihnen
ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2022!
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Dschend (Winter)
Le Jovan Nikolićistar [Romani-prikbescharipe: Josef Schmidt]
Igen phuri jag upre phadschol upro agengere
gombi, irinel o thuveskero tradipe
i niro ududarel le dschiveha o putrimo drom.
Kaputi, kocki sar andar le Devleskero va tschidim
Akora, pora, schutsche pelvi …
Kermusengere mujore
And dschumim ande jek tschavengero suno.
Roma sam
Radio Burgenland: 20.12.2021 | (on demand)
Die vierte Kerze des Adventkranzes brennt bereits und es sind nur noch einige Tage bis Heiligabend. Viele Menschen in Österreich bereiten sich auf das Weihvnachtsfest vor. In den meisten Haushalten wird gebacken und die letzten Besorgungen für das bevorstehende Weihnachtsfest werden getroffen. In unserer heutigen Sendung haben wir den 50-jährigen Josef Schmidt bei uns zu Gast.
Als Roma-Aktivist der ersten Stunde ist er heute die rechte Hand des Vorsitzenden des Volksgruppenbeirats der Roma, Emmerich Gärtner Horvath. Er erzählt wie er die Adventszeit in Erinnerung hat und welch traditionelle Köstlichkeiten seine Großmutter damals gebacken hat.
Josef Schmidt erblickte am 3. August 1971 im alten Oberwarter Krankenhaus das Licht der Welt. Bis er acht Jahre alt war, lebte er in der Roma-Siedlung in Kleinbachselten in einem Drei-Generationen-Haushalt, wie es bei den Roma-Familien im Burgenland damals üblich war. Danach lebte er mit seinen zwei Brüdern, seiner Schwester und den Eltern in der Roma-Siedlung in Unterwart. Nach der Pflichtschule schloss Josef die Handelsschule in Oberwart ab. Im Laufe seiner Kindheit musste sich Josef sehr oft mit Diskriminierung und Roma-Feindlichkeit auseinandersetzen.
Heute lebt Josef mit seiner Lebenspartnerin in Oberwart. Er ist stolzer Vater eines Sohnes, einer Tochter und einer Stieftochter. Für den Roma-Aktivisten war es schon immer wichtig die Jugend zu fördern. So zögerte er auch nicht lange, als er im Jahre 1990 das Angebot bekam, in der außerschulischen muttersprachlichen Lernbetreuung des damaligen Vereins Roma tätig zu sein. Im heurigen Schuljahr unterrichtet Josef die unverbindliche Übung „Burgenland-Romani“ in der Volksschule in Oberwart. Read the rest of this entry »
Roma sam
Radijo Burgenland: 20.12.2021 | | (on demand)
Duach i sendung vodinel Susanne Horvath
I schtarti momeli upri adventiskeri keresuja imar thabol taj tschak poar divesa dschi usi Kedveschni Rat hi. But manuscha andi Austrija kisetinen pumen upri boschitscha. Ando lek buteder khera peklo ol taj o lejcti koji la boschitschake kerde on. Ande amari adiveseskeri sendung o 50-berschengero Josef Schmidt amaro kherodaschi hi.
Ojs Romengero-aktivisto la erschti oratar hi ov adi o tschatscho va la anglebeschaschistar le flogoskere grupnakere bajrotistar le Romendar, Emmerich Gärtner-Horvath. Ov phukal sar agun i adventiskeri cajt sina taj saj tradicijoneli latsche koji leskeri baba agun peklahi.
O Josef Schmidt ando 3ti august 1971 andi phuri schpita Erbate upro them alo. Dschimeg ov ofto berscha phurano sina, dschivlahi ov andi Romengeri-sidlung andi Tikni Boslina ande jek trin generacijakero kher, sar oda uso Romengere-familiji ando Burgenland agun sina. Paloda dschivlahi ov pre duj phralenca, pra phenjaha taj pra dajaha taj pre dadeha andi Romengeri-sidlung Tenu Erbate. Pal i flogoskeri ischkola taj i hauptschul, o Josef i bundakeri handlinipeskeri ischkola Erbate kisetintscha. Ando naschipe leskera tschavengera cajtatar, o Josef butvar diskriminacijaha taj bibastel kojenca gejng o Roma, donde iste pe bescharlahi.
Adi o Josef pra pajtaschkijaha Erbate dschil. Ov patijardo dad jeke tschauistar, jeka tschajatar taj jeka moschtovna tschajatar hi. Le Romengere-aktivistiske imar mindig barikano sina, le ternenge te pomoschinel. Afka ov dur pal na gondolintscha, kada lo ando bersch 1990 phutschlo ulo, ando aguno farajn Roma ojs dajakero tschibtschakero meschteri le tschavenca pal i ischkola, te butschalinel. Read the rest of this entry »
Schon 1946 kam es mit dem „Komitee Deutscher Zigeuner München“ in Deutschland zu einem frühen Versuch einer Sinti-und-Roma-Organisation.
Das alte Jahr beschließen wir mit neuen Büchern – und mit Roma-Literatur: Den Beginn macht eine hier zum ersten Mal auf Deutsch veröffentlichte Weihnachtsgeschichte des ungarischen Schriftstellers Tamás Jónás (dessen Gedichte übrigens soeben in deutscher Übersetzung erschienen sind). Christina Dongowski würdigt die Dokumentaristin und BuchautorinNina Gladitz, die im April 2021 verstorben ist. Gladitz’ Lebensthema waren die Auseinandersetzung mit Leni Riefenstahl und der Wunsch, den Sinti-Häftlingen, die Riefenstahl als Filmkomparsen missbrauchte, Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Roman Urbaner berichtet von der Schaffung einer großen Roma-Bibliothek in Schweden und einer Kinderbibliothek in Rumänien. Und wir blicken nach England, wo der Freundschaftsdienst eines jungen Mannes für einen Kriegsveteranen den Stoff für einen Film („No Roses on a Sailor’s Grave“) und ein Buch („The Search“) abgab: Wir überlegen, was das insgeheim mit Roma zu tun hat. Und zu guter Letzt stellt Chana Dischereit vom Sinti- und Roma-Landesverband Baden-Württemberg das von ihr mitherausgegebene Kochbuch „Romno Chabpen“ vor, das die Küche der Roma und Sinti mit Geschichten von ihrem Kampf um Gleichberechtigung verknüpft.
O phuro bersch neve kenvenca kisetinas – taj Romengera-literaturaha: O kesdipe kerel adaj jek erschtivar andi nimtschki tschib ari dimi boschitschani historija le ungrike pisimaschistar Tamás Jónás (saveskere poesiji akan ando nimtschko prik bescharipe ari ale). I Christina Dongowski la dokumentaristkija taj kenvakera pisimaschkijaNina Gladitz, savi ando april 2021 muli, patijarel. La Gladitzakeri dschivipeskeri tema sina o donde bescharipe la Leni Riefenstahlaha taj o kivanipe, le and tschapime Sintijenge, saven i Riefenstahl ojs filmiskere komparstscha lija, tschatschipe use te mukel te anel. Read the rest of this entry »