Facts & Figures (416)
Februar 21st, 2022 | Published in Facts & Figures
(Quelle)
Februar 21st, 2022 | Published in Facts & Figures
(Quelle)
Februar 20th, 2022 | Published in Rassismus & Menschenrechte
In Graz-Eggenberg attackierte ein 25-Jähriger am Samstagnachmittag zwei Bettler (50 und 54 Jahre alt) vor einem Supermarkt. Der Mann wurde festgenommen.
Im Folgenden die Pressemitteilung der LPD Steiermark vom 19.2.2022:
Gegen 13.30 Uhr verständigte eine Zeugin via Notruf die Polizei über einen Raufhandel vor einem Supermarkt in der Gaswerkstraße. Beim Eintreffen der Polizisten berichteten zwei Bettler, die vor dem Supermarkt Musik abgespielt hatten, dass sie von einem vorerst unbekannten Mann attackiert worden seien. Der Mann hatte sich bereits beim Betreten des Supermarktes abfällig über die Musik geäußert und schließlich beim Herauskommen dem 54-Jährigen aus dem Bezirk Weiz einen Faustschlag versetzt.
Anschließend versuchte der Mann, auf den am Boden sitzenden 50-jährigen ungarischen Freund einzutreten. Dieser wehrte sich und versetzte dem Angreifer einen Faustschlag in die Bauchgegend. Daraufhin zog der Verdächtige ein Messer und stach damit in Richtung des 50-Jährigen. Dieser wehrte sich abermals, woraufhin der Verdächtige in eine Straßenbahn flüchtete.
Polizisten stellten den 25-Jährigen aus Graz kurze Zeit später in der Straßenbahn und nahmen ihn fest. Read the rest of this entry »
Februar 19th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Gesellschaftliche Vorurteile haben tödliche Auswirkungen: Der Anschlag des 19. Februar 2020 in Hanau und seine gesellschaftlichen Bedingungen
Pressemitteilung des Hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma:
Am 19. Februar 2020 erschoss ein Täter neun Menschen aus rassistischen Motiven und schließlich seine Mutter und sich selbst. An diesem Tag verloren Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov ihr Leben, weil sie nicht in sein Weltbild passten.
Das rassistische Weltbild des Täters ist nicht allein erklärbar mit einer Radikalisierung in geschlossenen digitalen Gruppen. Vielmehr wurden in den letzten Jahren antiziganistische, rassistische und antisemitische Positionen immer salonfähiger. Die Anschlagsorte sind hierbei ein Beispiel. In den Monaten bevor der Täter eine Shisha-Bar und eine Sportsbar als Anschlagsorte aussuchte, wurde bundesweit Stimmung gemacht gegen Shisha-Bars und migrantisch geprägte Orte als vermeintliche Orte von Kriminalität. In der Arena-Bar war darüber hinaus der Notausgang abgeschlossen. Überlebende berichten, dass dies bereits seit circa einem Jahr der Fall und auch offiziell bekannt gewesen sei. Der verschlossene Notausgang hätte in der Vergangenheit polizeiliche Razzien erleichtert.
„Kriminalität wird hier zu einer Eigenschaft von Minderheiten gemacht. Kriminell, das sind in der Vorstellung immer ‚die Anderen‘. Dabei ist egal, ob diese bereits seit Jahrhunderten in Deutschland leben oder nicht“, so Adam Strauß, Vorsitzender des Hessischen Landesverbandes Deutscher Sinti und Roma. „Clan-Kriminalität, Bettel-Mafia und jüdische Verschwörung sind kriminalisierende Bilder von Minderheiten, die auch heute noch in der breiten Bevölkerung verankert sind und verheerende Auswirkungen haben.“
Februar 17th, 2022 | Published in Interview, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 16.2.2022 | 13.28 min
Manuela Horvath im Gespräch
I Manuela Horvath 1985 Erbate ando suditiko Burgenland upro them ali. Oj Romni hi, taj o schero andar o referat la Romapastoralatar andi diöcese Tikni Martona hi. Sajt 2017 oj andi Erba gemajndakeri rotkija hi. Oj ande but projektscha sar „Sensiro“ la universitetar Betsch butschalinel. I Manuela Horvath ande mindenfelitike ischkoli, sikadipeskere ischkoli taj avre kojenge workshops telikerl. Oj pe igen sorale ande bescharel, kaj i historija le Romendar upre butschalim te ol. Afka oj use holocaust istere mulatintschagi ojs vakeraschkija mangli li ol. Lakero papu o KZ prik dschivtscha o Michael Horvath, le Romane anevaha Mischka ande mindenfelitike logertscha sina.
Manuela Horvath wurde 1985 in Oberwart im Südburgenland geboren. Sie ist Volksgruppenangehörige der Burgenland-Roma und leitet das Referat der Romapastoral in der Diözese Eisenstadt. Seit 2017 ist sie Gemeinderätin in ihrer Heimatgemeinde Oberwart. Horvath arbeitet gerade für das Projekt „Sensiro“ der Universität Wien. Manuela Horvath leitet Workshops und Vorträge an Erwachsenenbildungseinrichtungen und Schulen zum Thema Roma. Read the rest of this entry »
Februar 15th, 2022 | Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek
Am 5. und 6. Februar 1982 schlossen sich in Darmstadt neun Vereinigungen der deutschen Sinti und Roma zum Zentralrat Deutscher Sinti und Roma zusammen. An der Gründungsversammlung nahmen über 70 Delegierte aus dem gesamten Bundesgebiet teil. Damit begann eine neue Phase der Bürgerrechtsarbeit, die mit der Anerkennung des NS-Völkermords und der Anerkennung als nationale Minderheit die bis heute entscheidenden Grundlagen für die gleichberechtigte Teilhabe bildet. Von Beginn an stand die Auseinandersetzung mit Antiziganismus im Zentrum der Bürgerrechtsarbeit.
In diesem Jahr begeht der Zentralrat das 40. Jubiläum seiner Gründung auf ganz unterschiedlichen Kanälen. Neben einer eigens kreierten Jubiläumsbriefmarke wird es eine Social-Media-Kampagne geben, mit der der Zentralrat vom 6.2. bis zum Roma Day am 8.4. auf Twitter , Instagram und Facebook auf die Erfolge der vergangenen 40 Jahre und auf die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft der Bürgerrechtsarbeit blicken wird. Read the rest of this entry »
Februar 14th, 2022 | Published in Facts & Figures, Jugend & Bildung
(Quelle)
Februar 13th, 2022 | Published in Einrichtungen, Interview, Radio, Podcast & TV
O flogoskero grupnakero bajrot ada bersch nevo völim ol, o anglebeschaschi le bajrotistar Emmerich Gärtner-Horvath ando schtudijoskero vakeripe, o use phenipeskero lil uso flogoskero grupnakero kher telal pisim ulo, o Christian Klippl ando sikavipe, o gondolipe upro schtar opfertscha le atentatostar Erbatar taj i premijera la tikna operatar „Rromano Kidipe“ taj „Papuszas Tränen“ hi o tematscha.
13ti feberi 2022, 13:05 orenge
ORF 2 Burgenland | Live ORF TVthek
I Katharina Graf-Janoska andar o farajn Roma-Service Erbate, duach i sendung vodinel.
O flogoskero grupnakero bajrot le Romendar nevo völim ol — Kerdo ulo o farajn Roma-Service 2003 le Emmerich Gärtner-Horvathistar, ov te o anglebeschaschi le flogoskere grupnakere bajrotistar le Romendar hi. Sajt 1995 del ada bajrot, savo o interesi la flogoskera grupnatar ando pradipe fatretinel. Sake 4 berscha o bajrot nevo völim ol, ada bersch hi oda papal – taj vaschoda amen upri historija le bajrotistar pal dikas.
Schtudijoskero vakeripe le Emmerich Gärtner-Horvathiha — O Emmerich Gärtner-Horvath, anglebeschaschi le flogoskere grupnakere bajrotistar le Romendar, ando schtudijoskero vakeripe pedar o lek barikaneder jeriniptscha, o funkcijontscha taj o cukunftakere plantscha le bajrotistar phukal.
Flogoskero grupnakero kher Erbate — Ando maschkaripe le jeneristar o use phenipeskero lil uso flogoskero grupnakero kher le thaneskere scherostar Hans Peter Doskozil taj le fatreterendar le organisacijendar le burgenlanditike-horvackendar, le burgenlanditike-Romendar taj le burgenlanditike-ungrikendar, telal pisim ulo.
Christian Klippl ando sikavipe — 2016, palo mulipe le Rudolf Sarközistar, o Christian Klippl i funkcijona le scherostar le kulturakere farajnistar le austritike Romendar ande lija. Read the rest of this entry »
Februar 12th, 2022 | Published in Dokumente & Berichte, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Umsetzung von EGMR-Urteilen: Neues Informationsblatt zu Roma und Fahrenden
Die Abteilung für die Umsetzung der Urteile des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte des Europarates hat ein neues thematisches Informationsblatt zu Fällen im Zusammenhang mit Roma und Fahrenden veröffentlicht. In dem Informationsblatt werden Maßnahmen zum Schutz und zur weiteren Stärkung der Rechte von Menschen aus den Bevölkerungsgruppen der Roma und Fahrenden zusammengefasst, die von neun Mitgliedsstaaten als Reaktion auf 17 verschiedene Urteile des EGMR gemeldet wurden.
Zu den behandelten Themen zählen die Zwangssterilisation von Roma-Frauen, der Schutz vor Hassverbrechen, Wohnrechte und das Recht auf Bildung von Roma und Fahrenden. Dies ist das zwölfte in einer Reihe thematischer Informationsblätter zu Veränderungen des Rechts, der Politik und Praxis auf nationaler Ebene in ganz Europa in Verbindung mit der Umsetzung von EGMR-Urteilen.
Februar 11th, 2022 | Published in Radio, Podcast & TV
„Romano Dikipe“: Neuer Sendungstitel des ORF-TV-Magazins für die Volksgruppe der Roma
Sendungstermin: So., 13.2.2022, 13.05 Uhr, ORF2/B
Eisenstadt (OTS) – Die TV-Magazinsendung für die Volksgruppe der Roma wird am Sonntag, dem 13. Februar 2022, um 13.05 Uhr, in ORF2/Burgenland zum ersten Mal unter dem neuen Titel „Romano Dikipe“ ausgestrahlt. Der Sendungstitel, der sich mit „Sichtweise der Roma“ oder „Blickwinkel der Roma“ übersetzen lässt, ist Programm: „Romano Dikipe“ bietet der Volksgruppe der Roma die Möglichkeit sich mit Themen in ihrer Muttersprache auseinanderzusetzen. Die Vielfalt der Themen reicht von Porträts von Angehörigen der Volksgruppe über kulturelle Events bis hin zur Arbeit der Vereine. Junge und ältere Vertreter der Volksgruppe kommen zu Wort, aktuelle Ereignisse werden genauso thematisiert wie die Auseinandersetzung mit der Geschichte.
Durch die zweisprachige Sendung führt Moderatorin Katharina Graf-Janoska. Die Moderationen sind durchwegs in Deutsch gehalten, die Beiträge werden in Burgenland-Romani gestaltet, wobei deutsche Untertitel allen Zuschauerinnen und Zuschauern die Möglichkeit geben, den Sendungsinhalten zu folgen.
ORF-Landesdirektor Werner Herics: „Mit der Sendung ‚Romano Dikipe‘ will der ORF zwei Zielgruppen ansprechen: In erster Linie natürlich die Vertreter der Volksgruppe der Roma, die sich und ihre Themen in der Sendung wiederfinden sollen, auf der anderen Seite aber auch alle Österreicherinnen und Österreicher, die so die Volksgruppe der Roma näher kennenlernen können.“
Entsprechend wurden die Themen für die erste Ausgabe von „Romano Dikipe“ ausgewählt, sagt Dorottya Kelemen, die Leiterin der ORF-Volksgruppenredaktion im Landesstudio Burgenland. Es geht u.a. um den Volksgruppenbeirat der Roma, dazu gibt es ein Studiogespräch mit dem Vorsitzenden des Volksgruppenbeirates der Roma, Emmerich Gärtner-Horvath. Read the rest of this entry »
Februar 8th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Radijo/TV Erba (Tschibtscha)
Radijo Erba & TV Erba
Tschibtscha | 7.2.2022 | 8.27 min | Redaktion: Adolf Gussak | Kamera/Schnitt: Elias Gärtner-Horvath
Ando scharto feberi deschenja enjavar desch taj pantschto bersch o lek bibastaleder atentato andi dujti republik kerdo ulo. Schtar dschene la flogoskera grupnatar le Romendar o Peter Sarközi, Josef Simon, Karl taj Erwin Horvath jeka bombatar murdarde ule. Upri bomba jek tablina upre sina, le pisinipeha „Roma zurück nach Indien“. Uso probalinipe aja tablina bejg te lel, i bomba eksplodirintscha, savi jek falato jek rasistischi motivirti serijatar le atenteteristar Franz Fuchs sina. I Romapastoral uso gondolipeskero mulatintschago Erbate uso gondolipeskero than akartscha le schtar Romenge, Josef, Peter, Karl taj Erwin, save odoj pumaro ileto iste mukle te gondolinel, kaj o generalvikar Michael Wüger i mischa tel likertscha. Terne Roma la flogoskera grupnatar linajate pumenge use jek kinstlerischi projekto pedar o atentato gondi kerde.
Anlässlich der 27. Wiederkehr des Rohrbombenattentats vom 4. Februar 1995, bei dem vier Volksgruppenangehörige der Roma ermordet wurden, lud die Romapastoral am Sonntag, 6. Februar 2022, um 14.30 Uhr in Oberwart bei der Gedenkstätte „Am Anger“ zum jährlichen Gedenken ein. Am 4. Februar 1995 wurde eines der schlimmsten rassistischen Verbrechen in der Zweiten Republik begangen.
Vier Angehörige der Roma, Peter Sarközi, Josef Simon, Karl und Erwin Horvath, wurden in Oberwart durch eine Rohrbombe getötet. Auf der Bombe war ein Schild mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“ angebracht. Read the rest of this entry »
Februar 6th, 2022 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
(Quelle)
Februar 3rd, 2022 | Published in Einrichtungen, Medien & Presse
Das vom Dokumentations- und Kulturzentrum gemeinsam mit dem Zentralrat herausgegebene Magazin „Newess“ erscheint im jährlichen Rhythmus. Der Newess 2021 (was auf Romanes „Neuigkeiten“ bedeutet) informiert in der Form eines Jahresrückblicks über die Arbeitsschwerpunkte beider Institutionen.
Der Schwerpunkt des Newess 2021 liegt auf dem Thema „Polizei und Antiziganismus“ . Wir haben den tragischen Tod von Stanislav Tomáš im tschechischen Teplice im Sommer 2021 zum Anlass genommen, um in unserem Themenschwerpunkt einen genaueren Blick auf Gewalt durch die Polizei zu werfen, der Angehörige der Minderheit immer wieder ausgesetzt sind.
Februar 1st, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Heimat Fremde Heimat: Beitrag in der Sendung vom So., 30.1.2022 (8.53 min)
In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 wurden vier Volksgruppenangehörige der Roma durch eine Rohrbombe getötet. Heute versuchen Romnja und Roma wie Manuela Horvath, Leiterin des Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt, gegen das Vergessen dieses Attentats anzukämpfen. Mit Kindern und Jugendlichen setzt sie sich thematisch damit auseinander und geht der Frage nach, welchen Einfluss der Anschlag noch heute auf das Leben der jüngeren Generation der Volksgruppe hat.
(Text: ORF-Programmankündigung)
Januar 31st, 2022 | Published in Film & Theater, Geschichte & Gedenken, Internet & Blogothek, Radio, Podcast & TV
Von der Filmkulisse ins KZ: Das Schicksal der Gefangenen im ‚Zigeunerlager’ Maxglan [→Schattenorte: Podcast der Salzburger Nachrichten]
Im Podcast „Schattenorte“ beleuchten die SN-Redakteurinnen Anna Boschner und Simona Pinwinkler die dunkle Geschichte in Stadt und Land Salzburg. Die aktuelle Folge behandelt das Salzburger NS-Zwangslager Maxglan: „Mehr als 200 Roma und Sinti waren während der NS-Zeit in Leopoldskron-Moos in einem Anhaltelager inhaftiert. Darunter Männer, Frauen und Kinder. Nur wenige überlebten“, heißt es in der Ankündigung zum Podcast vom 30. Jänner:
Aus der Sendungsankündigung:
„[...] Im als ‚Zigeunerlager Maxglan‘ bezeichneten Zwangslager waren bis zu 250 Frauen, Männer und Kinder inhaftiert. Es herrschte Arbeitszwang. Einige von ihnen wurden für den Film ‚Tiefland’ von Leni Riefenstahl als Komparsen eingesetzt. Bis zuletzt behauptete die deutsche Regisseurin, die Nazi-Propagandafilme drehte, nichts von dem Schicksal der Menschen gewusst zu haben. Der Historiker Roland Cerny-Werner„ hat sich mit der Aufarbeitung des Films beschäftigt und erklärt im Podcast, warum die Unwissenheit Riefenstahls unglaubwürdig erscheint. Wie hat die Salzburger Bevölkerung auf die Entrechtung der Roma und Sinti reagiert? Und was geschah mit den Insassen? Darüber sprechen Historikerin Erika Thurner und Historiker Gert Kerschbaumer in dieser Podcastfolge.“
Januar 30th, 2022 | Published in Internet & Blogothek, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Im Februar und März 2022 veranstaltet das Institut für Didaktik der Demokratie der Leibniz-Universität in Kooperation mit dem Bildungsforum gegen Antiziganismus, der Hochschule Hannover und der Kommunalen Hochschule für Verwaltung in Niedersachsen die Online-Vortragsreihe „Freizügigkeit für alle? Institutioneller Rassismus und EU-Migration“.
Freizügigkeit für alle? Diese Frage bewegt seit der sogenannten EU-Osterweiterung nicht nur die mediale Öffentlichkeit, sondern sie beunruhigt darüber hinaus auch Politik und Behörden. Als Gegenbewegung zum Abbau der Grenzen innerhalb der EU hat sich europaweit ein neuer Rassismus herausgebildet, der sich in Deutschland in erster Linie gegen eine als „Armutszuwanderung“ stigmatisierte EU-Migration aus Rumänien und Bulgarien richtet. Rassismus besteht nicht nur darin, unerwünschte Andere als minderwertig zu stigmatisieren. Er begründet weitergehend auch institutionelle Strategien ihres gesellschaftlichen Ein- und Ausschlusses und dient in letzter Konsequenz somit dazu, sie als rechtlos zu definieren.
In der Vortragsreihe „Freizügigkeit für alle?“ beleuchten wir im Austausch von Wissenschaft und Praxis die Mechanismen und Wirkungsweisen des Rassismus im EU-Binnengrenzregime: Warum werden die Kommunen zu entscheidenden migrationspolitischen Akteuren in der erweiterten Union? Weshalb entwickelt sich in diesem Kontext das Sozialrecht zu einem Instrument des Ausschlusses und der Migrationskontrolle? Und inwiefern strukturieren rassistische Deutungsmuster institutionelle Praktiken des Ein- und Ausschlusses von Unionsbürger*innen?
Die Vortragsreihe im Überblick:
Januar 29th, 2022 | Published in Facts & Figures, Geschichte & Gedenken, Politik
(Quelle)
Januar 28th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Politik
Gemeinsame Erklärung von Staats- und Regierungsspitze, Opposition, IKG und Vertretern der Roma und Sinti
Am Gedenktag anlässlich des Jahrestags der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz lud die Israelitische Kultusgemeinde Wien (IKG) Vertreter der Republik, die Staats- und Regierungsspitze, Parlamentsparteien und Volksgruppenverteter der Sinti und Roma am 27.1.2022 zu einer Gedenkzeremonie in der Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte im Wiener Ostarrichipark. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer verabschiedeten untenstehende Erklärung unisono. Als Ehrengast war der israelische Außenminister Yair Lapid als Zeichen der Verbundenheit zwischen Österreich und Israel anwesend.
Gemeinsame Erklärung, am 27. Jänner 2022
„Heute vor 77 Jahren befreiten Soldaten der sowjetischen Armee das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Mehr als eine Million Menschen hatten die Nationalsozialisten dort ermordet. Doch der Holocaust, die Shoah, der Porajmos, waren damit noch nicht beendet. Das Morden ging weiter. Auch auf österreichischem Boden, etwa im Konzentrationslager Mauthausen.
Im Rahmen der Initiative #WeRemember gedenken wir aller Opfer, die aus antisemitischen, rassistischen, homophoben, politischen und anderen Gründen verfolgt, gequält und ermordet wurden. Aus der Erinnerung erwächst die Verantwortung, uns immerwährend und aktiv gegen Antisemitismus, Romafeindlichkeit, Fremdenfeindlichkeit und jegliche Form der Diskriminierung zu stellen. Dies ist ein Auftrag an die gesamte Republik Österreich; an alle Menschen, die hier leben.
Wir alle sind gefordert, Zivilcourage zu zeigen, zu widersprechen, wenn antisemitische, romafeindliche oder fremdenfeindliche Worte fallen. So nehmen wir die Verantwortung, die sich aus dem Gedenken ableitet, tatsächlich wahr; im Interesse einer lebendigen und vielfältigen Demokratie und aller nachkommenden Generationen.“
Unterzeichnet von:
Bundespräsident Alexander Van der Bellen
Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka
Bundeskanzler Karl Nehammer
Vizekanzler Werner Kogler
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Januar 27th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Gedenken für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas am Denkmal in Berlin – Romani Rose erinnert bei virtueller Gedenkveranstaltung des Europarats mit Blick auf den Holocaust daran, dass die Gefahr des Antiziganismus auch heute eine Gefahr für die Angehörigen der Minderheit ist.
Anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens der Opfer des Holocaust und des 77. Jahrestages der Befreiung des NS-Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau am 27. Januar 1945 gedenken der Zentralrat und das Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma bei zwei Veranstaltungen an die 500.000 ermordeten Sinti und Roma Europas und an alle Menschen, die der nationalsozialistischen Willkürherrschaft zum Opfer fielen. In Berlin wird gemeinsam mit der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas ein virtuelles Gedenken am Denkmal für die ermordeten Sinti und Roma Europas organisiert. Der Vorsitzende des Zentralrats Romani Rose nimmt auf Einladung von Generalsekretärin Marija Pejčinović Burić mit einer Videobotschaft an der virtuellen Gedenkveranstaltung des Europarats teil.
Die virtuelle Gedenkveranstaltung des Europarats in Brüssel ist am 27.1. ab 14.00 Uhr auf der Homepage des Europarats abrufbar: www.coe.int
Die Veranstaltung in Berlin wird am 27.1. um 16.00 Uhr auf den Facebook-Seiten des Zentralrats übertragen:
https://www.facebook.com/sintiundroma/
https://www.facebook.com/zentralratdeutschersintiundroma
Januar 26th, 2022 | Published in Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Eine Beziehungsgeschichte von Jüdinnen/Juden und Romnija/Roma von der NS-Zeit bis heute. Vortrag von Ari JOSKOWICZ, Historiker an der Vanderbilt University und Senior Fellow am Wiener Wiesenthal-Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Datum: 27.1.2022, 15:00 bis 17:00 Uhr
Ort: Haus der Geschichte Österreich, Neue Burg
Heldenplatz, 1010 Wien
Vor den 1930er Jahren hatten Jüdinnen/Juden und Romnija/Roma fast überall in Europa wenig enge Kontakte. Dennoch fanden sie sich als Opfer von NS-Vernichtungspolitiken nebeneinander, wurden Zeug/innen der Verfolgung und Ermordung der jeweils anderen Gruppe und hatten nach 1945 ähnliche geschichtspolitische Forderungen. Das Resultat ist eine Geschichte der distanzierten Verwicklungen, die dieser Vortrag nachzeichnet. Er analysiert die Entwicklung der getrennten, aber ähnlichen Erfahrung, die ihren Anfang nimmt in Ghettos wie Lodz und Warschau oder in Lagern wie Auschwitz-Birkenau. Nach dem Krieg fanden sich Überlebende beider Gruppen zunehmend über die Archivpolitik verbunden. So waren jüdische Institutionen, Historiker/innen, Anwälte früher als andere an der Wissensproduktion und am Publikmachen des Roma-Holocaust beteiligt. Dennoch blieb es lange Zeit eine ungleiche Beziehung: fast überall wo Roma/Romnija sich für Gedenktafeln, Denkmäler, Forschungsstätten und Archive zu ihrer Vergangenheit eingsetzt hatten, gab es schon ein jüdisches Pendant. Letztlich wurden jüdische Archive auch zu den zentralen Aufbewahrungsorten von Romani-Zeitzeug/innenberichten.
Januar 24th, 2022 | Published in Facts & Figures
(Quelle)