Zadić bei Gedenken in Lackenbach

November 14th, 2021  |  Published in Geschichte & Gedenken

Mahnmal in LackenbachJustizministerin Zadić gedenkt der vom Nazi-Re­gime ver­folg­ten Roma und Sinti: „Alles beginnt mit der Hassrede. Sie de­fi­niert künf­ti­ge Opfer.“

Am Samstag, den 13.11.2021, nahm Justizministerin Alma Zadić an einem Gedenk­akt vor dem Mahn­mal für die im bur­gen­län­di­sche Lackenbach in­ter­nier­ten An­ge­höri­gen der Roma und Sinti teil. In ihren Er­öffnungs­worten be­dankte sich Bundes­minis­terin Alma Zadić für die Or­gani­sa­tion dieser wich­tigen Ver­an­stal­tung. „Wir gedenken heute der dun­kelsten Jahre in der Geschichte unseres Landes. Unter der Herr­schaft der National­sozialisten sind Men­schen auf­grund ihrer ethnischen Her­kunft, ihrer poli­tischen Über­zeugun­gen oder ihrer sexuellen Orien­tierung verfolgt und er­mordet worden“, sagt Justiz­minis­te­rin Zadić in ihrer Rede in Lacken­bach. Die Ver­ant­wortung der Nach­gebore­nen sei es aus der Geschichte zu lernen.

Eine wesentliche Gruppe unter den Opfern dieses Regimes waren Roma und Sinti. Lacken­bach war für viele von ihnen die letzte Station, bevor sie in Ver­nichtungs­lager ver­schleppt und ermordet wurden. In Lackenbach sind tau­sende Men­schen vor ihrer Depor­tation in das Ghetto Lodz oder nach Auschwitz in­haftiert ge­wesen. Nur wenige über­lebten die Lager bis zur Befreiung durch die sowjeti­schen Truppen. „Es ist be­schä­mend und er­schütternd, was hier während der Zeit des National­sozialismus pas­sierte“ sagt Justiz­ministerin Zadić an­lässlich der Gedenk­ver­anstal­tung in Lackenbach.

Hassrede definiert die künftigen Opfer

„Wenn wir den Weg der Nationalsozialisten hin zur Menschheits­katas­trophe von Vernichtungs­krieg und Genozid ge­danklich zu seinem Anfang zurück­gehen, dann stand da die Hass­rede. Die Hassrede de­finiert die zukünf­tigen Opfer. Sie spricht ihnen die Menschen­würde ab. Die Hassrede macht das bis­lang Un­denkbare mach­bar. Es sind diese Gedanken, diese Lehren, die mit hinter meinem Engage­ment zur Be­kämpfung von Hass stehen. Worte können eine Gesell­schaft vergiften. Worte können zu Taten werden. Solche Wahn­ideen mit dem Ziel der Aus­grenzung und der Ver­nichtung dürfen nie wieder Einzug in unsere Gesell­schaft finden. Vielfalt muss als eine Bereiche­rung für unser Land, und nicht als Bedrohung ver­standen werden. Es ist unsere Aufgabe als Po­liti­ker:innen, das zu trans­portieren“, erklärt Justiz­ministerin Alma Zadić. „Uns trifft die Ver­antwor­tung zu ver­hindern, dass so etwas je wieder ge­schieht.“

Dank an Kulturverein österreichischer Roma

In ihrer Rede spricht Justizministerin Zadić dem Kulturverein der öster­reichi­schen Roma ihren Dank aus, denn „sie sorgen dafür, dass die fins­tersten Jahre der österreichi­schen Ge­schichte nicht ver­gessen werden.“

Trotz der Anerkennung der österreichischen Roma und Sinti als Volksgruppe am 16. Dezem­ber 1993 seien Vorurteile und Rassismus gegen Roma und Sinti noch immer weit ver­breitet. „Es liegt in unserer ge­meinsa­men Verantwortung hin­zu­sehen und zu handeln, wenn Men­schen Unrecht ge­schieht. Jeder einzelne von uns ist jeden Tag auf­gerufen, für ein ge­rechtes Mit­einander zu kämpfen“, erklärt Justiz­ministerin Alma Zadić ab­schlie­ßend in ihrer Rede vor dem Mahnmal in Lackenbach.

(Text: Bundesministerium für Justiz)/OTS)

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