Februar 29th, 2016 |
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Radio, Podcast & TV, Romani
Roma sam
Radio Burgenland: 22.2.2016 | (on demand)
Das Romanes (auch: Romani) gehört wie viele europäische Sprachen (z.B. Deutsch, Englisch, Italienisch) zur indoeuropäischen Sprachenfamilie. Die Verwandtschaft mit neu-indischen Sprachen wie Panjabi, Hindi und Urdu zeigt sich im Wortschatz und in der Grammatik.
Bis vor mehr als zwei Jahrzehnten war das Roman, die Sprache der Roma im Burgenland, eine kaum bekannte Minderheitensprache. Infolge des starken Assimilationsdrucks, dem Roma ausgesetzt waren, ging der Gebrauch des Romanes auch innerhalb der Volksgruppe zurück. Es schien, als müsse die Überlieferung des seit Jahrhunderten ausschließlich mündlich weitergegebenen Romanes versiegen. Um den drohenden Sprachtod abzuwenden, wurde auf Initiative von Emmerich Gärtner-Horvath das Projekt zur Kodifizierung und Didaktisierung des Romanes gestartet. Nach einer Projektvorbereitungsphase, wurden 1995 mit dem Institut für Sprachwissenschaften an der Karl-Franzens-Universität Graz, die Arbeiten an der Kodifizierung (Beschreibung und Verschriftlichung) und an der didaktischen Umsetzung (Vorbereitung von Unterrichtsmaterialien) begonnen.
(volksgruppen.orf.at)
Februar 28th, 2016 |
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Religion
Romapastoral: Monika Scheweck übergibt ihre Agenden an Manuela Horvath
Monika Scheweck, langjährige Referentin der Romapastoral der Diözese Eisenstadt („Referat für Angehörige ethnischer Gruppen – Roma und Sinti“), hat eine neue berufliche Herausforderung angenommen. Zu ihren Hauptaufgaben gehörten die seelsorgerliche Begleitung und die Förderung der kulturellen Identität der Roma ebenso wie die Veranstaltung von Gedenkfeiern und die Organisation der alljährlichen Roma-Wallfahrt nach Mariazell. Roma-Service bedankt sich ganz herzlich für die gute Zusammenarbeit über all die Jahre und, wie es unsere Kollegen von der VHS Roma treffend formulierten, „vor allem für ihren Einsatz, der sicher – ganz sicher – viel zu einem besseren Verständnis füreinander und zu einem besseren Zusammenleben beigetragen hat“. Ihre Aufgaben wird Manuela Horvath übernehmen. Monika Scheweck hat sich mit folgenden Worten verabschiedet:
Del tumenca,
da ich mit 29. Februar den Dienst in der Diözese beende, könnt Ihr mich unter dieser Adresse nicht mehr erreichen. Danke für all die Zusammenarbeit und Unterstützung bei meiner Arbeit in den vielen Jahren .
Ein kurzer Rückblick:
„Was bedeutet Dir die Arbeit mit Roma-Jugendlichen?“ – So lautete die Frage, die mir 1996 von Emmerich Gärtner-Horvath gestellt wurde, um einen Bericht für den Falter des Verein Roma zu schreiben. Damals schrieb ich: „Es fällt mir leider schwer, all meine Gedanken aufzuschreiben“ … und es fällt mir heute nach 20 Jahren auch schwer. Ich schrieb damals, wie ich zu dieser Arbeit kam und was alles entstand, zitierte Kard. Joseph Cardijn … Gemeinsam mit anderen Organisationen entstand die Idee, ein Projekt zu starten, und so trafen wir uns im Mai 1995 zum ersten Mal mit der Plattform „Kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander“ – besseres Kennenlernen der Volksgruppen im Burgenland. Im März 1996 organisierten wir einen „Offenen Jugendtreff“. Wir unternahmen viel: regelmäßige Treffen, Adventbasare, Zeltlager, Ausflüge etc.
In den 22 Jahren begegnete ich vielen Roma & Sinti etc., … erfuhr echte Freundschaft und erlebte viel Gastfreundschaft – PALIKERAV und DANKE!
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Februar 27th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radijo Burgenland: 15.2.2016 | (on demand)
Gedenkfeier in Oberwart
Angle 21 berscha, ando 4to feberi 1995, i Erba uso than le lek phareder politischi motivirime atentatistar andi historija la dujta republikatar, ulo.
Andi rat usar o 4to upro 5to feberi 1995 andi Romengeri-sidlung Erbate jek bomba schtar dschenen murdartscha. O Josef Simon, o Peter Sarközi, o Karl taj o Erwin Horvath odola Roma sina, save pumaro ileto naschade. Upro than le atentatistar, Roma taj gadsche talalinde pumen, le opferenge te gondolinel. I Romengeri-pastoral la diöcesejatar Tikni Martona, use ada gondolinipeskero mulatintschago akartscha. Ada bibastalo keripe telel o dschene la Romengera-sidlungatar, bari briga taj dar antscha. La cajtaha, ham imar but avrijal ulo. (volksgruppen.orf.at)
Vor 21 Jahren, am 4. Februar 1995, wurde Oberwart zum Tatort des schwersten politisch motivierten Anschlags in der Geschichte der Zweiten Republik.
In der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1995 detonierte in der Roma-Siedlung in Oberwart eine Rohrbombe und tötete vier Bewohner. Josef Simon, Peter Sarközi, sowie Karl und Erwin Horvath waren jene Roma, die ihres Lebens beraubt wurden. Am Ort des Geschehens folgten Gedenkende und Angehörige der Einladung der Roma-Pastoral der Diözese Eisenstadt, sich gemeinsam an die Opfer zu erinnern. Dieses schreckliche Ereignis löste bei den Bewohnern tiefe Trauer und Angst aus. In der Zwischenzeit hat sich jedoch einiges geändert.
(volksgruppen.orf.at)
Februar 26th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Salzburg: Bettel-Verbotszonen lösen das Armutsproblem nicht
Stellungnahme der Plattform für Menschenrechte: Mit der geplanten Ausweitung der Verbotszonen wird ein in der Praxis erfolgloses Modell forciert, das die wirklichen Probleme nicht löst.
Die Einführung der Verbotszonen im vorigen Jahr wurde damit begründet, dass dadurch die zu erwartende Anzahl der Bettelnden gesenkt werden könne. Dieser Effekt ist offenbar nicht eingetreten und soll nun mit einer Ausweitung der Verbotszonen erreicht werden. Tatsächlich dürfte es durch die Verbotszonen nur zu einer Verlagerung der Standorte in andere Stadtteile gekommen sein.
Mit der Ausweitung wird also ein Modell forciert, das in der Praxis keinen Erfolg zeitigt, weil es an der falschen Stelle ansetzt: Die eigentlichen Konfliktfelder rund um die Armutsmigration in Salzburg liegen nicht so sehr im „Betteln“ selber, sondern im Bereich der fehlenden legalen Übernachtungsorte sowie der fehlenden sanitären Infrastruktur für die Notreisenden. Sie haben keine Lagerorte für ihren Besitz. Es gibt weder Mülltonen noch mobile Toiletten für sie, was zu nachvollziehbaren Problemen führt.
Die Forderungen, welche die Plattform für Menschenrechte bei der Einführung der Verbotszonen im vorigen Jahr formuliert hatte, sind deshalb nach wie vor aktuell:
Februar 25th, 2016 |
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Film & Theater
Nikdy nejsme sami | We Are Never Alone
CZ / F 2016, 104 min.
Spielfilm von Petr Václav
„We Are Never Alone“ ist der Siegerfilm der Tagesspiegel-Leserjury bei der diesjährigen Berlinale:
Weil, so formulieren die Neun [der Jury] es in ihrer Begründung, der Regisseur darin eine Welt erschafft, „in der sich gesellschaftliche Brüche vielfältig widerspiegeln. Mit grotesken Figuren wird eine Geschichte erzählt, die den Zuschauer in vielerlei Hinsicht fordert und in Bann zieht.“ (…) „Es hat wehgetan, ihn zu sehen“, sagt Albert Warth, „und trotzdem ist er irgendwie hoffnungsvoll“. „We Are Never Alone“ spielt in einem tschechischen Provinzort, in dem irrlichternde Seelen aufeinander treffen, ein obsessiver Hypochonder, der täglich seine Leberflecken fotografiert, ein Gefängniswärter, den seine Paranoia an den Rand des Wahnsinns treibt, eine Romni-Stripperin, der ihr Barchef auf die Pelle rückt. Ulrike Kahle-Steinweh fühlt sich in eine „dunkle Märchenwelt“ versetzt, die zugleich erschreckend real ist, „bevölkert von absonderlichen Menschen, beschädigt durch das sozialistische System, hilflos nach dessen Ende“. Der Film (…) spiegele das aktuelle Europa, die Mischung aus Verwirrung und Vorurteilen, auch den brutalen Rechtsruck großer Teile der Gesellschaft. (Textauszug: Tagesspiegel)
Im Nirgendwo der tschechischen Provinz trifft eine Handvoll Menschen aufeinander. Ein paranoider Gefängniswärter, sein hypochondrischer Nachbar, dessen stumm-verzweifelte Frau, ein unglücklich verliebter Nachtclubbetreiber und eine alleinerziehende Stripperin. Friede, Freude und Hoffnung sind hier nur eine Aufschrift auf einem T-Shirt. Sie leben an einer Durchfahrtstraße, aber das Leben hält nur Sackgassen für sie bereit. Doch in dieses schwarz-weiße Alltagsporträt mischen sich rasch buntere Farben. Zwischenmenschliche Begegnungen zeugen sowohl von Aufbegehren und irrationaler Hoffnung als auch Grausamkeit. Read the rest of this entry »
Februar 24th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Recht & Gericht, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Anlässlich des 60. Jahrestags der „Zigeuner-Urteile“ veranstalteten der Bundesgerichtshof und der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma im Nachgang zum Besuch von BGH-Präsidentin Bettina Limperg im Zentralrat und Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma ein gemeinsames Symposium.
Presseaussendung des Zentralrats, 16.2.2016: Am 17. Februar 2016 fand im Foyer des Bundesgerichtshofs in Karlsruhe ein gemeinsames Symposium des Bundesgerichtshofs und des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma statt. Thema war das Grundsatzurteil zur Ablehnung der Entschädigung von NS-verfolgten Sinti und Roma vom 7. Januar 1956, in dem der BGH feststellte, dass die „Zigeuner“ von den Nationalsozialisten zu Recht als „artfremd“ behandelt worden seien. So führte er unter Zugrundelegung von NS-Kommentaren z.B. aus, dass „Zigeunern wie primitiven Urmenschen ein ungehemmter Okkupationstrieb eigen“ sei.
Diese Rechtsprechung prägte über viele Jahre das gesamte Entschädigungsrecht für die Überlebenden der Sinti und Roma und wurde zur Niederschlagung von Strafverfahren gegen die Organisatoren des Holocausts herangezogen. 1963 erkannte zwar der BGH in Abänderung des Unrechtsurteils von 1956 den Entschädigungsanspruch an, distanzierte sich aber nicht von der rassistischen Charakterisierung der Minderheit.
Nach knapp 60 Jahren distanzierte sich BGH-Präsidentin Bettina Limperg im Rahmen ihres Besuchs des Zentralrats und Dokumentations- und Kulturzentrums Deutscher Sinti und Roma im März 2015 von diesem diskriminierenden Urteil. Read the rest of this entry »
Februar 23rd, 2016 |
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Musik
Das Ekrem Mamutovic Orkestar ist eine Roma-Brass-Band aus Vranje, einer Stadt im Südosten von Serbien. Vranje liegt unweit zur Grenze von Kosovo, Mazedonien und Bulgarien. Leiter des Orchesters ist, wie der Name verrät, der Trompeten-Spieler Ekrem Mamutovic, welcher einer der ältesten und traditionsreichsten Familien von Roma-Brass-Musikern in Serbien entstammt. Das Orchester wurde ursprünglich in den 1920 Jahren von Ekrem Mamutovics Ur-Ur-Großvater Fejza Bakic unter dessen Namen gegründet. (…) Ekrem Mamutovic wurde 1982 in Vranje geboren. (…) Er besuchte mehrere Jahre die Musik-Hochschule von Vranje, wo er auch seinen Abschluss machte. Bereits im Alter von 11 Jahren wurde er offizielles Mitglied des Orchesters seines Großvaters, in dem auch sein Vater Dobrivoje Mamutovic mitspielte. Read the rest of this entry »
Februar 22nd, 2016 |
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Radio, Podcast & TV
ORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
14to feberi 2016, 13:05 orenge
>>>TVthek
I moderatorkija Katharina Janoska le use dikaschen adi andar o projektoskero kher la thaneskera galerijatar Burgenland maschkar o aktujeli temtscha le flogoskere grupnakere magacinistar vodinel. O artschijipe „Kipi le mindenfelitike kojendar“ ando projektoskero kher ojs kesdipe le berscheskere pharipeskere gendostar 2016 le thanestar Burgenland pe hajol.
2016: Bersch le kultureli mindenfelitike kojendar — Sajt 2004 o kulturakero referat le thanestar Burgenland sako bersch jek pharipeskeri gendoskeri tema bescharel. O berscheskero pharipeskero gendo, le kultureli mindenfelitike kojenge, pe vidminel. O berscheskero programo 2016 te la adiveseskera cajtaha taj la cukunftaha le flogoskere grupnendar, donde pe bescharel. Afka o artschijipe „Kipi le mindenfelitike kojendar“ le autochtoni etnischi grupnenca andi sikadipeskeri kunst, donde pe bescharel. Pedar vakerel i Katharina Janoska la kuratorkijaha Margit Fröhlich.
Romengero-mulatintschago 2016 — Te ada besch o tradicijoneli Romengero-mulatintschago ando mojakero „Ungarischer Hof“ Tenu Erbate, tel likerdo ulo. But kherodaschtscha le akaripeske la VHS-atar le burgenlanditike Romendar, palal ale. O utschipeskero gende le kiratistar o völinipe la Romengera-Kiralkijatar, sina.
„Ko pomoschinel le mankuschiske?“ Schtar tschibtschakere kenvi la BAKIP-atar — Sar o dschivdo mindenfelitiko ar ditschol, sikal te i lek terneder buti la BAKIP-atar Erba. Ando jeneri le terne pedagogkijendar duj schtar tschibtschakere kipengere kenvi „Ko pomoschinel le mankuschiske?“ taj „Dschanes tu, kaj mro kheripe hi?“, angle terdscharde ule. Adala duj kenvi ando lejcti ischkolakero bersch le dajengere taj dadengere farajnistar la BAKIP-atar, ar dim ule.
Butjakere projekti le Romenge — Kaj i situacija le Romendar ando butjakero foro taj ando butjakero than feder te ol, le socijali ministerijumistar valami 1 milijona Euro dschi uso bersch 2020 projektenge ar dim ol. Pomoschago uschtiden projekti, save pumen le kojenca upro butjakero foro donde bescharen. O barikano projekto la diöcesejatar Gereci (Zorrom) angle terdschardo ol.
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Februar 21st, 2016 |
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Facts & Figures
Fast die Hälfte aller Roma in der Slowakei (42%) leben in Roma-Siedlungen am Rand oder außerhalb der Gemeinden.
(Quelle)
Februar 20th, 2016 |
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Fundstücke, Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte
Auszug aus „Novemberpogrom“, einem Text des Wiener Schriftstellers und Historikers Doron Rabinovici (2013):
(…) Der Schriftsteller Franz Fühmann erinnerte sich: „Es muß 1943 gewesen sein, im Sommer, in Wien, in der Rilkezeit, da zeigte die Wochenschau Bilder aus einem Konzentrationslager, und man sah drei Häftlinge mit dem Judenstern, die, offensichtlich Mitte irgendeiner Kette, einander langsam Steine zureichten … Der Kommentator bemerkte, daß die Juden das erste Mal in ihrem Leben arbeiteten, was man ja auch an dem rasanten Tempo ihrer Bewegungen sehe, und das Publikum brüllte vor Lachen, und ich erstarrte, denn man sah Sterbende mit verlöschender Kraft die Arme ausstrecken und Steine von Sterbenden empfangen und Steine an Sterbende weitergeben. Es war ein österreichisches Gelächter; Gelächter meines Heimatlandes“, schrieb Fühmann.
Ist dieses Gelächter heute gänzlich erstorben? Kurz nachdem 1995 im burgenländischen Oberwart vier Roma durch eine Bombe ermordet worden waren, ging in Wels eine als sogenannte Zigeuner verkleidete Gruppe in einem Faschingsumzug mit. Als sie an der Festbühne vorbeizog, da scherzte der Moderator: „Bitte jetzt keine Bomben werfen!“ Die Menge johlte. (…)
Auszug aus: Doron Rabinovici, Novemberpogrom, Programmheft des Burgtheaters zu „Die letzten Zeugen“. 75 Jahre nach dem Novemberpogrom 1938. Ein Projekt von Doron Rabinovici und Matthias Hartmann, Wien 2013. (pdf-Download des Beitrags)
Siehe dazu auch: Karnevalsphantasien, dROMa-Blog, 4.3.2014
Februar 19th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte
Nach zwei Brandanschlägen auf ein Zeltlager von 50 bis 70 Personen, zum Großteil handelt es sich um rumänische Bettlerfamilien mit Kindern, haben die Linzer Polizei und der Verfassungsschutz Ermittlungen aufgenommen. Unbekannte Täter hatten bereits am Sonntag und am Dienstag zwei Brände gelegt und Zelte zerstört. Die Anschläge wurden erst jetzt öffentlich bekannt. Das provisorische Camp befand sich außerhalb der Stadt in einem abgelegenen Waldstück auf dem Gelände der VÖEST zwischen der A7 und der Postbusgarage.
Der erste Anschlag ereignete sich am Nachmittag des 14. Februar – dabei wurden 15 Zelte in Brand gesteckt. Die Ermittler konnten vier Brandherde identifizieren, „teils 100 Meter voneinander entfernt“. Zwei Tage später wurden bei einem zweiten Anschlag fünf weitere Zelte angezündet. Etwa zehn Zelte sind vollständig niedergebrannt, bestätigt Polizeisprecher Bernd Innendorfer erste Presseberichte. Konkrete Hinweise zu Tatverdächtigen oder Zeugenaussagen lägen derzeit allerdings noch nicht vor. ORF.at berichtet:
Die Sachverständigen hätten „externe Zündquelle“ als Brandquelle genannt, so Innendorfer im Interview mit dem ORF, „das heißt, dass mutwillig angezündet wurde“. Menschen sollen bei den Brandlegungen nicht zu Schaden gekommen sein, von den angezündeten Zelten und den Habseligkeiten ihrer Bewohner – „Kleidungsstücke und Decken“, so der Polizeisprecher – sei allerdings so gut wie nichts mehr übrig geblieben.
„Österreich“ schreibt über den zweifachen Anschlag und die betroffene Personengruppe: Read the rest of this entry »
Februar 15th, 2016 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Antiziganismus: der gesellschaftlich tolerierte Rassismus – Warum die Diskriminierung von Roma noch immer so weit verbreitet ist?
Kultur und Bildung spezial | Radio FRO 105,0
Erstausstrahlung: 2.10.2015 | Redakteurin: Martina Winkler
Der Vortragende Gernot Haupt ist Vorsitzender des Instituts für Sozialarbeit an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt. Er erläutert, warum die Diskriminierung von Roma immer noch so weit verbreitet ist. Ob es sich um die Bekämpfung von „organisierten Bettlerbanden“ in Linz handelt, ob es um die staatlich organisierte Deportation von armen rumänischen EU-Bürgern aus Frankreich geht, immer wird von der Dominanzgesellschaft unausgesprochen davon ausgegangen, dies seien gerechtfertigte Maßnahmen, um das, was man heute politisch korrekt nicht mehr „Zigeunerproblem“ nennen dürfe, zu lösen. Woher kommt dieser versteckte, manchmal auch offene Rassismus gegen Roma? Diese und weitere Fragen werden im Vortrag beleuchtet.
(Text: cba.fro.at)
Februar 14th, 2016 |
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Radio, Podcast & TV
ORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
Sendung vom 14. Februar 2016, 13:05 Uhr
>>>TVthek
Diesmal führt Moderatorin Katharina Janoska die Zuseher/innen aus dem Projektraum der Landesgalerie Burgenland durch die aktuellen Themen des Volksgruppenmagazins. Die Ausstellung „Bilder der Vielfalt“ im Projektraum versteht sich als Auftakt zum Jahresschwerpunkt 2016 des Landes Burgenland.
2016: Jahr der kulturellen Vielfalt — Seit 2004 setzt das Kulturreferat des Landes Burgenland jährlich ein Schwerpunktthema. Der Jahresschwerpunkt 2016 widmet sich der kulturellen Vielfalt. Das Jahresprogramm von 2016 nimmt thematisch auch auf die Gegenwart und Zukunft der Volksgruppen Bezug. So befasst sich die Ausstellung „Bilder der Vielfalt“ mit den autochthonen ethnischen Gruppen in der Bildenden Kunst. Darüber spricht Katharina Janoska mit der Kuratorin Margit Fröhlich.
Roma-Ball 2016 — Auch dieses Jahr wurde der traditionelle Roma-Ball im Ungarischen Hof in Unterwart abgehalten. Zahlreiche Gäste sind der Einladung der VHS der burgenländischen Roma gefolgt. Der Höhepunkt des Abends war die Wahl der Roma-Königin.
„Wer hilft dem Eichhörnchen?“: viersprachige Bücher der BAKIP — Wie sich die gelebte Vielfalt darstellt, zeigt auch die jüngste Arbeit der BAKIP (Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik) Oberwart. Ende Jänner wurden von den jungen Pädagoginnen zwei viersprachige Bilderbücher „Wer hilft dem Eichhörnchen?“ und „Weißt du, wo ich zuhause bin?“ vorgestellt. Diese beiden Bücher wurden im letzten Schuljahr durch den Elternverein BAKIP herausgegeben.
Beschäftigungsprojekte der Roma — Um die Roma im Bereich Arbeitsmarkt und Beschäftigung besser einzugliedern, wird seitens des Sozialministeriums rund eine Million Euro pro Jahr bis 2020 für gezielte Maßnahmen zur Verfügung stehen. Angedacht ist die Förderung von arbeitsmarktbezogenen Projekten. „Zorrom“, die herausragende Initiative der Diözese Graz, wird vorgestellt. Read the rest of this entry »
Februar 13th, 2016 |
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Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Kundgebung am Heldenplatz: Ansprache von Manuela Horvath
Unter dem Motto „Kein Salon dem Rechtsextremismus!“ rief das Bündnis „Jetzt Zeichen setzen“ am 29. Jänner 2016 zur Kundgebung am Wiener Heldenplatz auf. Die Forderung: Die Repräsentationsräume der Republik dürfen Veranstaltungen und Vernetzungsaktivitäten der extrem Rechten (d.h. dem früheren WKR- und jetzigen „Akademikerball“) keinen Platz mehr bieten. Unter den Rednern/innen war mit Manuela Horvath auch eine österreichische Romni, deren kurze Ansprache wir im Folgenden wiedergeben.
Del tumenca!
O Roma taj o Sinti o lek bareder tschulipe andi Europa hi. Andi Austrija imar but schelberscha beschte on hi, taj sajt ando deschuenja enjavar desch taj trin lenge, pal jek dugo drom o flogoskero grupnengero schtatus use phendo ulo.
Roma und Sinti sind die größte Minderheit in Europa. In Österreich sind sie seit Jahrhunderten ansässig und 1993 wurde ihnen, nach einem langen Weg, der Volksgruppenstatus zugesprochen.
Als Romni und Enkelin KZ-Überlebender wurde ich schon früh damit konfrontiert was eine rechtspopulistische Partei verursachen kann. 500.000 Roma und Sinti wurden in Europa während des Holocaust ermordet. Heute kommt es in europäischen Ländern immer wieder zu Übergriffen und zur systematischen Ausgrenzung von Roma. In den meisten Fällen wird auf nationaler Ebene kaum etwas unternommen, um dies zu unterbinden. Die Grundrechteagentur der EU hat in einer Erhebung festgestellt, dass Roma in den Bereichen Bildung, Armut und Beschäftigung schlechter gestellt sind als ihre Nachbarn, die keine Roma sind.
Ja, wir Roma in Österreich haben durch die Anerkennung als Volksgruppe einen besseren politischen Status als Roma in vielen anderen Ländern. Und mein Dank gilt den Aktivistinnen und Aktivisten der ersten Stunde, die für meine Generation den Weg in der Volksgruppenarbeit vorbereitet haben. Doch Antiziganismus und Roma-Feindlichkeit sind auch hier bei uns in Österreich in der Zivilgesellschaft und auch auf politischer Ebene verbreitet. Read the rest of this entry »
Februar 12th, 2016 |
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Film & Theater
Roma in Berlin – Weltpremiere des Films von Philip Scheffner & Colorado Velcu (D 2016, 93 Min.) in Berlin
14.02. 16:30 OmEU Delphi Filmpalast
17.02. 14:15 OmEU CineStar 8
19.02. 20:00 OmEU Kino Arsenal 1
21.02. 20:00 OmU Colosseum 1
Als Familie Velcu von Rumänien nach Deutschland übersiedelte, waren die befreundeten Filmemacher aus Berlin zur Stelle, filmten den Einzug. Dem Familienrat gefiel der Vorschlag, einen Film über ihr neues Leben zu drehen. Colorado Velcu, der seit seiner Jugend wunderschöne Tagebücher schreibt, wurde als Familienvater zum Co-Regisseur von Philip Scheffner, vor allem wegen seiner Fähigkeit zum Inszenieren und seines Gespürs für die künstlerischen Talente seiner Kinder und Neffen und Schwestern und Schwager. Bollywood-Fans sind sie alle, und so entstand eine wirklich wahre Familiensaga – mit einem Titelsong! Ein erster Velcu-Berliner wird geboren, ein schmerzhafter Abschied von den Verwandten, die besseren Verdienstchancen Richtung Spanien nachreisen müssen, die Ehefrau weggesperrt im fernen rumänischen Gefängnis – und die Berliner Parks, in denen gegrillt wird, werden zu bukolischen Orten. Die Entstehungsgeschichte dieser „Velcu-Saga“ wird immer wieder unter den Mitwirkenden diskutiert – und macht den Film mal melancholisch, dann wieder sehr witzig und charmant zu einem klugen Meta-Film über das ethnografische Filmemachen, über Medienbilder und Stereotypen von Roma-Familien heute. (Text: Dorothee Wender, Berlinale Forum)
AND-EK GHES… ist die Fortsetzung einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit, die auf Vertrauen und Freundschaft zwischen den Co-Regisseuren Philip Scheffner und Colorado Velcu basiert. Sie begann mit dem Film Revision: Der Versuch, einen gemeinsamen filmischen Raum zwischen Protagonisten, Filmemacher und Publikum zu eröffnen, wird nun, drei Jahre später, erweitert. Die Kamera dupliziert sich, zu der des Filmemachers kommen eine, zwei, drei Kameras, die von Hand zu Hand wandern. Read the rest of this entry »
Februar 11th, 2016 |
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Film & Theater
Roma in Kanada – Spielfilm von Andrea Bussmann und Nicolás Pereda, USA/Kanada 2016, 87 Min.
16.02. 19:30 OmEU CinemaxX 4
17.02. 14:00 OmEU Akademie der Künste
19.02. 19:15 OmEU CineStar 8
21.02. 17:30 OmEU Kino Arsenal 1
Es war einmal ein in die Jahre gekommenes Hochhaus in Toronto, dessen Bewohner auf die Bearbeitung ihrer Asylanträge warteten – kein sehr einladender Ort. Züge ratterten vorbei, Polizisten standen am Fahrstuhl Wache, um Überfälle zu verhindern, an den Balkonen flatterten Netze im Wind als Mahnung an die Bewohner, nicht zu springen. Ohne Frage kein einfacher Ort, aber auch ein fantasievoller, denn das Warten bietet den idealen Nährboden für Legenden, Märchen und Träume. Die Bewohner erzählten sich ein ums andere Mal ihre Geschichten, genauso wie sie einübten, was bei den Anhörungen gesagt oder verschwiegen werden soll. Da ist die Geschichte von dem in der Wohnung allein zurückgelassenen verhungerten Hund oder von dem Kind des Anwalts oder dem Jungen, der beim Aufwachen feststellt, dass er sich in einen Vogel verwandelt hat. Aus diesen Geschichten ließe sich fraglos ein faszinierender Film drehen, aber wie sähe er aus? Ein beobachtender Dokumentarfilm, ein selbstgedrehtes Familienporträt, ein kafkaeskes Märchen oder sein Making-of? Eindeutige Erklärungen gibt es hier nicht, denn an diesem Ort verschwimmen die Grenzen. Wer auf Antworten hofft, kann gleich den Teufel befragen. (James Lattimer)
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Februar 10th, 2016 |
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Facts & Figures
56,4% aller segregierten Roma-Viertel und -Siedlungen in der Slowakei haben keinen Anschluss ans öffentliche Kanalnetz.
(Quelle)
Februar 8th, 2016 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
The Awakening, DE/CRO/SRB 2015, 39 min., OmdtUT
Ein Film von Kenan Emini
The Awakening (das Erwachen) ist ein Zustand der Lebensrealität von Roma, die abgeschoben wurden. Welchen psychologischen Effekt hat die Abschiebung auf die Menschen? Wie ergeht es den Kindern und Jugendlichen, die in Deutschland aufgewachsen sind und nun in einem fremden Land aufwachen, fern von ihren Freunden und ihrem gewohnten Umfeld? Der Film gewährt einen Einblick in diesen Zustand des Erwachens bzw. des Entsetzens der Betroffenen, die Deutschland als ihre Heimat betrachtet haben und sich nun in einem für sie fremden Land völlig neu orientieren müssen, und vermittelt ein authentisches Bild über die Schockerfahrung Abschiebung. Zugleich zeigt er Rassismus und Diskriminierungen auf, mit denen Roma in verschiedenen Ländern Europas konfrontiert werden.
(Text: www.awakeningmovie.de)
Kenan Emini gehört zu den Gründungsmitgliedern des Vereins Roma Center Göttingen e.V. und ist im Vorstand des Bundesromaverbandes in Deutschland. Er hat die Kampagne „alle bleiben!“ mitgegründet und ist an seinem Projekt „Romadness“ tätig. Er ist selbst Rom aus dem ehemaligen Jugoslawien und lebt seit 2000 in Deutschland.
Februar 7th, 2016 |
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Allgemeines
England hat erstmals einen Polizeibeamten, der selbst Rom ist. Das berichtet die englische Regionalzeitung Derby Telegraph. Die Best-Practice-Datenbank des Europarats erwähnt Piotr Torák als „ersten und einzigen Roma-Polizeibeamten aus Ost- oder Mitteleuropa, der im Vereinigten Königreich den Dienst versieht“. Petr Torák war 1999 als Flüchtling ins Land gekommen. In seinem Herkunftsland Tschechien war seine Familie aufgrund ihrer ethnischen Zugehörigkeit rassistischer Gewalt ausgesetzt und suchte deshalb in England erfolgreich um Asyl an. In seiner neuen Heimat ergriff Torák dann bald die Laufbahn als Polizist, zunächst als Police Community Support Officer, dann seit 2006 als Constable in Cambridgeshire. Torák sucht auch den Kontakt zu Roma-Jugendlichen, er besucht Schulen und hält Vorträge vor Roma aus der Slowakei und Tschechien. Zudem ist Piotr Torák bei INARP (International Association of Romani Professionals) aktiv.
(dROMa)
Siehe auch:
Sinto & Hauptkommissar – Günther Weiss, der Kripochef von Kehl
Februar 6th, 2016 |
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Geschichte & Gedenken, Veranstaltungen & Ausstellungen
Gedenkakt anlässlich des Jahrestages des Bombenattentats an vier Roma:
So., 7. Februar 2016, 14:00 Uhr,
Oberwart – Gedenkstätte, Am Anger
In der Nacht vom 4. zum 5. Februar 1995 wurden in Oberwart die vier Roma Peter Sarközi, Josef Simon, Erwin Horvath und Karl Horvath durch eine Rohrbombe des Briefbombenattentäters Franz Fuchs getötet. Sie hatten versucht, eine Tafel mit der Aufschrift „Roma zurück nach Indien“, die an der Bombe angebracht war, zu entfernen. Am 7. Februar wird der vier Opfer gedacht. Veranstalter sind das Referat für ethnische Gruppen und das Roma-Service in Kooperation mit der Volkshochschule der Burgenländischen Roma, dem Verein Roma Oberwart und dem Verein Karika.
Hier finden Sie Ausgabe 43 unseres Magazins dROMa, erschienen vor einem Jahr anlässlich des 20. Jahrestags des Attentats.