Archive for Januar, 2016
Januar 31st, 2016 |
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Film & Theater, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Trapped by Law
Dokumentarfilm von Sami Mustafa
Kosovo, D 2015 / 90 Min. (romanes, alban., deutsch, engl., serb.)
Regie & Produktion: Sami Mustafa | Kamera: Sami Mustafa, Faton Mustafa, Janis Matzuch | Schnitt: Carina Mergens, Nicole Kartlüke
Mehr hier.
Die engl. Untertitel können in der unteren Bildleiste des Videofensters aktiviert werden.
Januar 31st, 2016 |
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Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte
Dokumentarfilm, Kosovo, D 2015 / 90 Min.
romanes, alban., deutsch, engl., serb.
Regie & Produktion: Sami Mustafa
Kamera: Sami Mustafa, Faton Mustafa, Janis Matzuch
Schnitt: Carina Mergens, Nicole Kartlüke
TRAPPED BY LAW erzählt die Geschichte von Kefaet und Selami. Die Brüder und Rap-Künstler sind in Essen als Asylbewerber mit stetig unsicherem Aufenthaltsstatus aufgewachsen. Kefaet wurde in Prizren im Kosovo geboren. Im Alter von vier Jahren fliehen seine Eltern mit ihm aus dem vom Krieg gebeutelten und insbesondere für Roma gefährlichen Gebiet. Selami ist in Essen geboren und zuvor nie im Kosovo gewesen. Im März 2010 werden die inzwischen erwachsenen Brüder aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben. In ein Land, das ihnen vollkommen unbekannt ist, getrennt von ihren Eltern, ihrem älteren Bruder und von Kefaets Kindern Djelan und Djihan, die alle weiterhin in Deutschland leben.
Im Kosovo sind die smarten jungen Männer zunächst wie Touristen im „eigenen“ Land unterwegs. Sie hängen mit einem neuen Freund ab, der ebenfalls aus Deutschland abgeschoben wurde, unternehmen auch einen Kurztrip in das Heimatdorf ihrer Eltern. Alles ganz interessant, aber auch so fremd hier. Die Bemühungen um eine Ausreisegenehmigung nach Deutschland prägen den Alltag – erst recht als nach den ersten Monaten staatlicher Hilfe aus Deutschland das Geld ausgeht. Arbeit ist nicht zu finden. Die Verständigung teilweise schwierig. Ihre Rhymes und Texte schreiben sie nach wie vor auf Deutsch – in ihrer Alltagssprache, in der sie sich am besten ausdrücken können.
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Januar 30th, 2016 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radio Burgenland: 11.1.2016 | (on demand)
In Graz ist ein neues Roma-Projekt angelaufen: ZORROM-Leiter und dROMa-Redakteur Michael Teichmann im Gespräch mit Roma sam.
Das Projekt, das die Caritas der Diözese Graz Seckau schon im November 2015 gestartet hat, trägt den Titel „ZORROM“. „ZORROM“ begleitet Roma und Romnja in Arbeits- und Bildungsfragen und will durch Qualifizierung Chancen für die Integration in den Arbeitsmarkt erhöhen. Involviert in das Projekt ist auch die Vinzenzgemeinschaft aus Graz Eggenberg. Von der Vinzenzgemeinschaft werden am Projekt „ZORROM“ 50 bis 60 Roma aus den neuen EU-Staaten Rumänien, Bulgarien und der Slowakei teilnehmen. Die Tätigkeiten des Projektes gehen auch über die Stadtgrenze hinaus. So werden auch für die in der Obersteiermark lebenden Roma vor Ort Beratung und Kurse angeboten. Mehr über das Projekt „ZORROM“ in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)
Januar 30th, 2016 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radijo Burgenland: 11.1.2016 | (on demand)
O Michael Teichmann ando vakeripe
O projekto, savo i Caritas la diöcesjatar Gereci Seckau imar ando novemberi dujeseri taj deschupantsch kesdintscha, o anav „ZORROM“ ledschel. „ZORROM“ le Romen taj Romnjen ando butjakere- taj sikadipeskere phutschajiptscha vodinel taj le kvalificirinipeskere schajipenca i integracija ando butjakero foro utscheder te kerel kamla. Ande phandlo ando projekto te i Vinzenzgemeinschaft andar Gereci Eggenberg hi. Andar i Vinzenzgemeinschaft uso projekto „ZORROM“ epaschel dschi schovardesch Roma andar o neve EU-jakere vilagi Rumenija, Bulgarija taj Slovakija use ovna. O butja le projektostar te pedar i foroskeri granica ari dschan. Afka te andi regijona le uprutne Schtackostar, le odoj dschivde Romenge, berotinipe taj kurstscha dela. Buteder pedar o projekto „ZORROM“, schunen andi sendung „Roma sam“ upro Radijo Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)
Januar 30th, 2016 |
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Einrichtungen, Frauenrechte, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

TC Roma: Der Einfluss der Geschichte auf das alltägliche Leben von Roma-Frauen in der Gegenwart
Bewegungsmelder Kultur | Orange 94.0, 22.11.2015
Redakteur: Patrick Kwaśniewski
TC Roma steht für „Today’s Challenges for Roma Women influenced by historical Development“. Der Diskurs um die Rolle der Frau aus der Roma- und Sinti-Community in der europäischen Gesellschaft hat verschiedene Aspekte. Die Situation unterscheidet sich in den europäischen Ländern und ebenso ihre historische Grundlage, gleichzeitig gibt es auch Einflüsse aus einem gemeinsamen europäischen Erbe. Das Projekt versucht diese Fragen aufzunehmen und ihre Aufbereitung in die Initiation eines Netzwerkes münden zu lassen, dass die Handlungsmacht der Betroffenen in Gegenwart und Zukunft stärken soll.
Was hat Geschichte mit meinem Leben zu tun? Wie beeinflussen politische Strukturen meine persönlichen Chancen? Was sind gemeinsame Werte in der EU und wo finden Roma und Sinti ihren Platz?
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Januar 29th, 2016 |
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Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ceija Stojka: Artschijipeskero pradipe ando Pradimo Kher Erba ando 4. feberi 2016, 19:00 orenge.
O artschijipe pativ del le barikane verkenge la kinstlerkijatar Ceija Stojka, savi dschi use lakero mulipe ando jeneri 2013 gejng o pobisteripe le genocidistar le Romenge taj Sintijenge taj gejng i diskriminacija pe ande beschartscha.
I Ceija Stojka 1933 ojs jek le schov tschavendar jeka Lovara familijatar ando Schtacko upro them ali. Telal o NS-reschim, na dur angle lakero deschto bersch, kada upro them ali, ando logeri Auschwitz ledschim li uli, akor ando logeri Ravensbrück taj paloda Bergen-Belsen, kaj oj pra dajaha taj pra phenjaha retim uli. Ando maschkaripe le 80te berschendar i Ceija Stojka khetan pre phraleha ojs erschti dschene andi Austrija, o na phukajipe pedar o tradipe le Romendar taj Sintijendar ando nacijonalsocijalismus taj i diskriminacija andi dujti republika, phagle. Oj le terdschivde kojenge alava taj te feschtinipeskere ardschumipeskere koji lakla. I kinstlerkija lakeri bibastali cajt, savi oj terdschivtscha, ande feschtime kipi fabutschalintscha, save ham mindig meg o bibastalo tradipe sikan.
Ande vodinipeskere alava: Erich Schneller
Pradipe: BR Inge Posch-Gruska
Pradimo Kher Erba (OHO), Lisztgasse 12, 7400 Erba. Pradipeskere cajtscha: he. – parasch. 8:00 – 14:00 orenge vaj pal harangoskero arkeripe telal 03352/38555 OHO. Link: http://www.vhs-roma.eu
(volksgruppen.orf.at)
Januar 28th, 2016 |
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Sport
Ungarns bestbezahlter Fußballer ist ein Rom: Norbert Balogh wurde von US Palermo unter Vertrag genommen und wechselt von seinem ungarischen Heimatverein VSC Debrecen nach Italien. Der italienische Serie-A-Verein hat für Balogh eine Ablösesumme von 2,2 Millionen springen lassen. Der 19-Jährige hat sich für viereinhalb Jahre verpflichtet – und wird dafür die stolze Summe von insgesamt 2,8 Millionen einstreichen. Norbert Balogh hat die Fußballakademie in Debrecen absolviert und begann seine Laufbahn in Hajdúböszörmény. Er zählt auch zum Stammkader des ungarischen U21-Nationalteams. Über seine Herkunft erzählte Balogh in einem Interview einmal selbst (zit. n. Romea.cz):
Ich bin in einer Roma-Siedlung in Hajdúböszörményi aufgewachsen. Meine Eltern hatten sehr wenig Geld und es kam mehr als einmal vor, dass wir ohne Abendessen ins Bett mussten. Diese Armut hat mir viel Kummer bereitet und ich habe mich geschämt, weil die anderen Kinder in der Schule modische Schuhe trugen, während ich nur welche aus dem Secondhandladen hatte. Ich kann mich erinnern, wie betrübt ich einmal wegen einer Markenschuhe-Reklame war, in der David Beckham zu sehen war, weil es mir damals ganz klar war, dass so etwas für mich nicht in Frage kam. Wenn ich daran zurückdenke, bin ich für meine Kindheit, natürlich, auch dankbar: Sie hat mir beigebracht, das, was ich habe, umso mehr zu schätzen. Selbst wenn meine Erfolge weiter andauern, selbst wenn ich nie wieder finanzielle Entbehrungen erdulden muss, werde ich nie vergessen, woher ich komme. Ich pflege noch immer meine Freundschaften und Beziehungen mit den Leuten aus der Siedlung und ich möchte, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Read the rest of this entry »
Januar 28th, 2016 |
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Einrichtungen
Das 2015 angelaufene RomArchive sucht noch sein Logo – oder genauer: das Key Visual. Die Entwürfe sollen den Charakter als „paneuropäische Kulturprojekt“ erkennen lassen und alle drei Untertitel integrieren:
RomArchive – Digital Archive of the Roma
Digitales Archiv der Sinti und Roma
Romano Digitalno Archivo
Das RomArchive bittet um die Einsendung von maximal zwei Entwürfen (per Email an keyvisual@romarchive.eu). Allerdings drängt bereits die Zeit: Die Frist für die Einreichung von Beiträgen läuft nur noch bis 31. Jänner 2016. Die Entscheidung über den Siegerentwurf trifft der RomArchive-Beirat am 15. Februar 2016 auf Basis der eingereichten Entwürfe. Von einer Präsentation wird abgesehen. Der Sieger/Die Siegerin wird nach der Entscheidung des Beirats beauftragt und erhält einen Vertrag mit finanzieller Vergütung (die bloße Teilnahme wird nicht vergütet). Ansprechpartner ist Armin Ulm: +49/(0)30/69598034 oder +49/(0)30/61201673.
Die Ausschreibung im vollen Wortlaut (und inklusive Projektvorstellung) finden Sie hier. Im Folgenden einige Ausführungen über die grafischen Vorgaben:
Zu den Anders als in „hegemonialen“ Archiven, in denen Sinti und Roma meist ausschließlich stereotyp dargestellt werden, steht bei RomArchive ihre Selbstrepräsentation im Mittelpunkt: Es entstehen Erzählungen, die gerade auch die Heterogenität ihrer unterschiedlichen nationalen und kulturellen Identitäten widerspiegeln; der Reichtum einer jahrhundertealten und bis in die Gegenwart überaus lebendigen wie vielseitigen künstlerischen und kulturellen Produktion, die eng mit der europäischen verwoben ist, wird öffentlich sichtbar und zugänglich. Auf diese Weise will das Projekt auch den hartnäckig bestehenden Vorurteilen und Fremdbildern entgegentreten. Somit richtet sich RomArchive nicht nur an Europas größte Minderheit, sondern auch an Europas Mehrheitsgesellschaften.
Die Herausforderung bei der Entwicklung des grafischen Konzepts besteht also darin, gängige Stereotypen und Klischees nicht zu reproduzieren und nicht folkloristisch zu werden. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der Wort-Bild-Marke. Bitte verwenden Sie keine Räder, Wohnwagen oder ähnliche Klischees, auch nicht um sie ironisch zu brechen. Read the rest of this entry »
Januar 25th, 2016 |
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Musik, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Roma sam
Radijo Burgenland: 4.1.2016 | (on demand)
I Ursula Hemetek muschikakeri visenschoft upro instituto la muschikakera visenschoftatar upri universiteta Betschi schtudierintscha, kaj oj 1987 promovirintscha. Ando glajchi bersch, le Walter Deutschistar ojs projektoskeri butschaschikija upro instituto le flogoskere muschikakere forschinipeske akardi li uli. 2001 lakeri habilitacijona andi etno muschikakeri logija upri universiteta Betschi usi muschika le etnischi taj religijonakere tschulipendar andi Austrija uschtidija.
La Hemetekakero centrali forschinipeskero than i muschika le tschulipendar hi. Oj igen sorale le terdschojipeske la fochiskera riktschatar ando internacijonali etno muschikakero diskurs, ande pe beschartscha. I Ursula Hemetek usi muschika le tschulipendar andi Austrija forschinen, butvar i muschika le Romendar, le burgenlanditike horvackendar taj le bosnitikendar ande Betschi. Ada dikipe te ande pri siklipeskeri buti ande bescharel. Oj o tschulipengero pharipeskero gendo upro instituto le flogoskere muschikakere forschinipestar taj la etno muschikakera logijatar kertscha taj upre buteder austritike universitetscha use lakeri tema, sikal. Read the rest of this entry »
Januar 25th, 2016 |
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Musik, Radio, Podcast & TV, Wissenschaft
Roma sam
Radio Burgenland: 4.1.2016 | (on demand)
Ursula Hemetek studierte vergleichende Musikwissenschaft am Institut für Musikwissenschaft an der Universität Wien, wo sie 1987 promovierte. Im selben Jahr wurde sie von Walter Deutsch als Projektmitarbeiterin ans Institut für Volksmusikforschung geholt. 2001 erfolgte ihre Habilitation in Ethnomusikologie an der Universität Wien zur Musik der ethnischen und religiösen Minderheiten in Österreich.
Hemeteks zentrales Forschungsgebiet ist die Musik von Minderheiten. Sie ist maßgeblich an der Etablierung der Fachrichtung im internationalen ethnomusikologischen Diskurs beteiligt. Ursula Hemetek forscht zur Musik von Minderheiten in Österreich, insbesondere der Roma, der burgenländischen Kroaten und der Bosnier in Wien. Diesen Fokus setzt sie auch in ihrer Lehrtätigkeit. Sie schuf den Minderheitenschwerpunkt am Institut für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie und unterrichtet an mehreren österreichischen Universitäten zu ihrem Thema. Seit 2011 ist Ursula Hemetek Leiterin des Instituts für Volksmusikforschung und Ethnomusikologie an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Sie gibt uns Einblicke in die Schwerpunkte ihrer Forschungstätigkeit. Mehr darüber in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.
(volksgruppen.orf.at)
Januar 25th, 2016 |
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Facts & Figures
2011 wollten 28% der Deutschen Sinti und Roma aus den Innenstädten verbannen, 2014 waren es bereits 48%.
(Quelle)
Januar 23rd, 2016 |
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Einrichtungen, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Roma sam
Radijo Burgenland: 28.12.2015 | (on demand)
Die OSZE und ihre Aufgaben
I politologkija Mirjam Karoly, dscheno le flogoskere grupnakere bajrotistar le Romenge taj Sintijenge andi Austrija taj o schero le kontaktoskere thanistar le Romengere- taj Sintijengere-phutschajipendar uso OSZE birovtschago le demokratischi institucijonendar taj manuschengere tschatschipendar, and dikipe ando butje la OSZE-jatar, del. O OSZE-schtotscha 2003 jek akcijonakero plan le Romenge taj Sintijenge ando thana sikadipe, buti, dschivipe taj sastipe ari dine. Barikano dikipe adaj upro pal dschuminipe la diskriminacijatar taj upro glajchi schajipe le Romengere dschuvlenge, kerdo ulo. O akcijonakero plan te i basis la Dekadake la Romengera inklusijonatar 2005-2015 taj te la ando bersch 2011 aun lima EU-jakera strategijake le nacijonali integracijakere strategijenge le Romenge andi Europa, sina. Kekaj adala politischi arpheniptscha del, ando lejcti desch berscha tschulo pe irintscha andi dschivipeskeri rejaliteta le Romendar taj Sintijendar. Meg mindig o Roma andi Europa ando tschoripe dschin, but ande na saste situaciji, butvar ande bibastale thana, le avre manuschendar tel tschinde taj oni aun phandlipe usi pradimi infrastruktura. Use al meg i diskriminacija taj o rasismus vidschik andi Europa, obste ando vilago buteder vaj tschuleder Roma dschin. (volksgruppen.orf.at)
Die Politologin Mirjam Karoly, Mitglied des Volksgruppenbeirats für Roma und Sinti in Österreich und Leiterin der Kontaktstelle für Roma- und Sinti-Fragen beim OSZE-Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (BDIMR), gibt Einblick in die Aufgaben der OSZE.
Die OSZE-Mitgliedstaaten haben 2003 einen Aktionsplan für Roma und Sinti mit konkreten Empfehlungen in den Bereichen Bildung, Arbeit, Wohnen und Gesundheit beschlossen. Besonderes Augenmerk wurde dabei sowohl auf die Bekämpfung von Diskriminierung als auch auf die Chancengleichheit für Roma-Frauen gelegt. Read the rest of this entry »
Januar 19th, 2016 |
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Einrichtungen, Film & Theater, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte
Im Spätsommer 2012 fuhren rund 30 Roma-Jugendliche aus den Freiburger Flüchtlingswohnheimen für eine Woche auf die Nordseeinsel Wangerooge (Deutschland), organisiert wurde das Sommercamp vom „Roma Büro Freiburg“. Dabei entstand der Kurzfilm „Roma Invasion“, eine filmische Zusammenfassung der Aktivitäten, in der viele der Jugendlichen selbst zu Wort kommen. Der Film wurde 53.000 mal angeklickt und mit einigen hundert Postings versehen. Die meisten Kommentare kann man leider unter „Hate Speech“ subsumieren: von „Vergasen“ bis „in die Autopresse“ war die Rede. Die Fülle und Aggressivität dieser rassistischen Kommentare könnte einem wahrlich die Sprache verschlagen, doch das „Roma Büro Freiburg“ reagierte offensiv auf das Phänomen und organisierte gemeinsam mit dem Stadtjugendring einen Themenabend zur Frage „Was tun gegen Hate Speech?“. Bei der Veranstaltung im Freiburger Haus der Jugend wurde der Kurzfilm gezeigt und ausgewählte Kommentare in einer szenischen Lesung von Roma-Jugendlichen vorgetragen. Das freie Radio Dreyeckland sprach mit Tomas Wald vom „Roma Büro“ über die Veranstaltung und Gewalt gegen Roma (einen weiteren Radiobeitrag finden Sie hier).
(dROMa)
Januar 17th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Nachdem die Balkan-Länder zu »sicheren Herkunftsstaaten« erklärt worden sind, werden nun massenhaft Roma dorthin abgeschoben. Viele Jüngere kennen die Länder nicht einmal, weil sie in Deutschland geboren wurden. Auf dem Balkan droht ihnen Diskriminierung.
Peter Nowak/Jungle-World: Bis Mitte Dezember führten Gzim und Ramiz Berisha (Aufruf von Amaro Drom) das Leben ganz normaler Teenager in Hannover. Sie gingen zur Schule und engagierten sich in der Freizeit in der Roma-Selbstorganisation »Amaro Drom«. Doch der 16. Dezember sollte ihr Leben grundlegend ändern. In den frühen Morgenstunden wurden die 13- und 15jährigen Schüler mit ihren Familien abgeschoben. Es waren zwei von insgesamt 125 Menschen, die allein an diesem Tag aus Niedersachsen zwangsweise in die Balkanländer deportiert wurden. Darunter waren viele Kinder und Jugendliche, die in Deutschland geboren wurden. Sie haben von Anfang an die deutsche Sprache gelernt und erfüllten damit die Voraussetzung, die hierzulande von Politik und Öffentlichkeit an eine gelungene Integration gestellt wird. (…)
Dass die Berishas jetzt in ein ihnen völlig fremdes Land deportiert wurden, ist die Folge einer Regelung, die vor einigen Monaten für eine kurze Zeit für Debatten sorgte. Damals wurden die Balkan-Länder Bosnien-Herzegowina, Montenegro, Serbien, Kosovo, Albanien und Mazedonien zu »sicheren Herkunftsländern« erklärt. Bei den Grünen gab es deswegen einige innerparteiliche Auseinandersetzungen. Die Parteibasis war wohl mehrheitlich dagegen, weil bekannt ist, dass in diesen Ländern Roma noch immer auf verschiedenen Ebenen diskriminiert werden. Doch im Bundesrat stimmte der grüne Ministerpräsident Baden-Württembergs, Winfried Kretschmann, für diese Regelung. Bei ihrer Klausur im neuen Jahr haben sich die Grünen dafür nachträglich selbst gerühmt. (…) Allein in drei fränkischen Regierungsbezirken Bayerns erhielten nach Angaben des Bayerischen Flüchtlingsrates Ende November 800 Geflüchtete vom Balkan die Aufforderung, sich in einer Kaserne in Bamberg einzufinden, von wo sie abgeschoben wurden. Auch ein junger Mann, der als Epileptiker auf ärztliche Versorgung angewiesen ist, war davon betroffen. In Nordrhein-Westfalen sitzt der Rapper Hikmet Prizreni alias Prince-H seit Oktober in Abschiebehaft. (…)
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Januar 14th, 2016 |
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Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
„Denn sie rauben sehr geschwind jedes böse Gassenkind …“
Tagung der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien (GEW) und der Universität Bielefeld in Kooperation mit dem Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma sowie der Gesellschaft für Antiziganismusforschung.
3. und 4. März 2016 im Dokuz Sinti und Roma (Berlin)
Aufbau Haus, Prinzenstr. 84 (Aufgang 2, 3. OG), 10969 Berlin
Von Arpad bis Zigeunerfrieda: „Zigeuner“-Figuren und „Zigeuner“-Bilder bevölkern die Kinder- und Jugendliteratur seit ihren Anfängen und sind in all ihren Gattungen vertreten. Zum festen Personal gehören sie in Märchen, ebenso sind sie in kinderliterarischen Klassikern beheimatet: Man denke an Ottilie Wildermuths Das braune Lenchen (1872), Alex Weddings Ede und Unku (1931) oder Kurt Helds Die rote Zora (1941). Auch nach 1945 existieren „Zigeuner“-Kinder in vielen Werken. Sei es in Ursula Wölfels Mond, Mond, Mond (1962) oder in unterhaltungsliterarischen Romanen wie Enid Blytons Fünf Freunde-Reihe. „Zigeuner“-Bilder findet man auch in illustrierten Büchern und Comics, in aktuellen kinder- und jugendliterarischen Romanen, wie denen von Kevin Brooks, oder in autobiographischen Texten von Zeitzeugen, die Anja Tuckermann aufgezeichnet hat. – Die Tagung „Denn sie rauben sehr geschwind jedes böses Gassenkind“ greift mit ihrem Titel ein Zitat aus „Die Zigeunerfrieda“ von Georg Dennler (1910) aus diesem Textfundus auf.
Im Bereich der Literatur- und Gesellschaftswissenschaften erschien in den vergangenen Jahren eine Reihe wichtiger Veröffentlichungen, die der Geschichte dieser Konstruktionen und Stereotypenbildung, den Auswüchsen der Vorurteile und antiziganistischen Tendenzen nachgingen. Read the rest of this entry »
Januar 12th, 2016 |
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Facts & Figures
2015: Bei 3 von 4 (74,5%) polizeilichen Zwangsräumungen von Roma-Camps in Frankreich wurden keine Notunterkünfte angeboten.
(Quelle)
Januar 10th, 2016 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Romani
Roma sam
Radijo Burgenland: 21.12.2015 | (on demand)
Keden, ando 15to decemberi 2015, andi siklipeskeri tschavengeri bar la BAKIP-atar Erba, o duj schtar tschibtschengere kenvi „Ko pomoschinel le mankuschiske?“ taj „Dschnes tu, kaj mro kheripe hi?“ angle terdscharde ule. O duj kenvi ando arto ischkolakero bersch le dajengere taj dadengere farajnistar ari dim ule taj akan andi BAKIP te uschtidel hi le. Khetan terdscharde ule o duj kenvi le ischkolschkijendar taj ischkolaschendar ando siklipe „Seminar Bildnerische Erziehung, Werkerziehung taj Textiles Gestalten“ telal i meschterkija, Gisela Kramer. Ando horvacko taj ungriko siklipe o prik bescharipe le nimtschke tekstistar la Iris Zsótéraha upre butschalim ulo. O butschaschtscha andar o Roma-Service, o Emmerich Gärtner-Horvath taj o Josef Schmidt, o kenvi ando Burgenland-Roman prik bescharde. O duj kenvi, ischkolaschkijendar andar o 5te klastscha taj jeke butschaschistar andar o Roma-Service, andi siklipeskeri tschavengeri bar la BAKIP-atar, presentirim ule. I kenva „Ko pomoschinel le mankuschiske?“ andi nimtschki taj ungriki taj andi nimtschki taj burgenlanditiki-romani tschib, le tschavenge angle gendi uli. Read the rest of this entry »
Januar 9th, 2016 |
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Einrichtungen, Jugend & Bildung, Literatur & Bücher, Radio, Podcast & TV, Romani
Roma sam
Radio Burgenland: 21.12.2015 | (on demand)
An der BAKIP Oberwart wurden zwei neue Kinderbücher präsentiert. Für den Romani-Teil verantwortlich war unser Verein Roma-Service.
Im Dezember wurden im Übungskindergarten der BAKIP Oberwart die beiden viersprachigen Kinderbücher „Wer hilft dem Eichhörnchen?“ und „Weißt du, wo ich zuhause bin?“ vorgestellt. Diese beiden Bücher wurden im letzten Schuljahr durch den Elternverein herausgegeben und sind nun in der BAKIP erhältlich. Zusammengestellt wurden sie von Schülerinnen und Schülern im Unterrichtsgegenstand Seminar Bildnerische Erziehung, Werkerziehung und Textiles Gestalten unter der Leitung von Gisela Kramer. In den Unterrichtsgegenständen Kroatisch und Ungarisch wurde die Übersetzung des deutschen Textes mit Iris Zsótér erarbeitet. Die Mitarbeiter des Roma-Service, Emmerich Gärtner-Horvath und Josef Schmidt, übersetzten die Bücher ins Roman (Burgenland-Romani). Bei den Buchvorstellungen wurden die beiden Werke von Schülerinnen der 5. Klassen und einem Mitarbeiter des Roma-Service im Übungskindergarten der Bildungsanstalt für Kindergartenpädagogik präsentiert. Das Buch „Wer hilft dem Eichhörnchen?“ wurde den Kindern in Deutsch und Ungarisch und in Deutsch und Burgenland-Romani dargeboten. Read the rest of this entry »
Januar 4th, 2016 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte
Kurz vor Weihnachten wurden 125 Flüchtlinge ohne Ankündigung aus Niedersachsen abgeschoben – darunter zahlreiche Kinder und langjährig geduldete Flüchtlinge. Eine Stellungnahme des Flüchtlingsrats Niedersachsen:
125 Flüchtlinge wurden eine Woche vor Weihnachten ohne vorherige Ankündigung in Niedersachsen festgenommen und in den Kosovo abgeschoben. Eine solche Massenabschiebung ist von der Landesregierung mehrfach angekündigt worden. Für Überraschung und Empörung sorgt allerdings die Tatsache, dass sich unter den Betroffenen viele langjährig geduldete Flüchtlinge befanden – also solche Flüchtlinge, denen der Innenminister Pistorius mehrfach und ausdrücklich eine vorsichtige und menschliche Praxis versprochen hat.
Der hier verlinkte Bericht der Hannoverschen Zeitung spricht für sich: Betroffen waren auch Kinder und Jugendliche, die bereits jahrzehntelang in Niedersachsen lebten oder zur Schule gingen, und die den Kosovo nur aus den Berichten ihrer Eltern kennen. Der Flüchtlingsrat hat diese Massenabschiebung scharf kritisiert: Eine Landesregierung, die vor einem Jahr noch öffentlich erklärt hat, mehr Menschlichkeit in der Ausländer- und Flüchtlingspolitik an den Tag zu legen, hat mit Flüchtlingen anders umzugehen. Auch wenn eine Ankündigung des Abschiebungstermins inzwischen gesetzlich untersagt ist, hätte die Möglichkeit bestanden, in entsprechenden Fällen zumindest eine Einzelfallprüfung vorzunehmen, und den Flüchtlingen (wenn überhaupt) vorher und ohne Terminansage anzukündigen, dass eine Abschiebung demnächst eingeleitet wird, um ihnen so die Möglichkeit einzuräumen, sich vorzubereiten oder ggfs. rechtliche Schritte zur Überprüfung der Abschiebungen einzuleiten. Nach Auffassung des Flüchtlingsrats Niedersachsen verbietet es sich grundsätzlich, Flüchtlingskinder abzuschieben, die hier bei uns aufgewachsen sind und den Kosovo nur vom Hörensagen kennen.
Viele der betroffenen Kinder und Jugendlichen sind in unserer Gesellschaft groß geworden. Sie sind deutsch sozialisiert und sprechen kein Albanisch. Es erscheint überaus fragwürdig, ihnen ein Aufenthaltsrecht mit der Begründung zu verweigern, sie hätten einige Tage unentschuldigt in der Schule gefehlt, wie dies kürzlich das Verwaltungsgericht Göttingen entschieden hat. Read the rest of this entry »