Archive for Dezember, 2015

Kivaniptscha uso Nevo Bersch

Dezember 31st, 2015  |  Published in Allgemeines

Latscho Nevo Bersch 2016 kivaninel tumenge Roma-Service!
Ein gutes neues Jahr 2016 wünscht Ihnen Roma-Service!

___________

Eknaj buteder smirom taj tschuleder tagatinipe.
Eknaj buteder latschipe taj tschuleder hamischago.
Eknaj buteder kamipe taj tschuleder hosinipe.
Eknaj buteder tschatschipe – ada ovlahi valaso.

Vasch but naschipe eknaj buteder nugodinipe.
Vasch mindig tschak me eknaj buteder tu.
Vasch dar taj pal likeripe eknaj buteder trauninipe.
Taj sor uso keripe – ada latscho ovlahi.

Andi briga taj ando schitiknipe eknaj buteder udud.
Nisaj kerko mangipe, eknaj resignacijona.
Taj buteder bokreti, saj dur meg dschal.
Na erscht upro grobi – odoj akor imar hijaba blijaninen.

Cil hi o smirom le vodschistar.
Feder na prindscharav.

(Butvar le Peter Roseggeriske use pisim.)

Facts & Figures (125)

Dezember 31st, 2015  |  Published in Facts & Figures

Die ers­ten Denk­mä­ler, die im Burgenland an den Ro­ma-Ho­lo­caust er­in­nerten, wur­den in Lacken­bach (1984) und Ober­wart (1989) ge­setzt.

(Quelle)

dROMa 45 (2015): „Roma-Aktivismus“

Dezember 30th, 2015  |  Published in dROMa (Magazin)

dROMa 45 Cover Martin HorvathTerno dschend/Dschend 2015
Im Gespräch: Roma-Aktivismus
Ando vakeripe: Romengero-aktivismus

>>Download (PDF)

Vier Persönlichkeiten, vier Interviews: In dies­er Aus­gabe von dROMa stel­len wir Ih­nen vier Pro­po­nen­ten des aktuel­len Roma-Ak­ti­vis­mus in Öster­reich und der Schweiz vor. Oder bes­ser: wir gaben vier be­kann­ten Ak­tivis­ten die Gele­gen­heit, sich und ihre Tätig­keit im dROMa-Gespräch aus­führ­lich selbst vor­zu­stel­len. Den An­fang macht Raim Schobesberger, den Angela Schoibl für dROMa in Salzburg ge­trof­fen hat. Der aus Maze­donien stam­mende Rom berich­tet von sei­nem Weg „aus dem Schnecken­haus“ und er­zählt vom Verein Phurdo, der durch sein Engage­ment für Not­reisen­de von sich re­den macht. Michael Teichmann hat sich in Wien mit der po­li­ti­schen Künst­lerin und Filme­ma­che­rin Marika Schmiedt über ihre Ar­beiten und die An­fein­dun­gen, denen sie sich gegen­über­sieht, un­ter­halten. Josef Schmidt hat den Ober­war­ter Martin Horvath zum Inter­view ge­be­ten: Der junge Rom, Land­tags­kan­di­dat der Grünen, berichtet von seinem Sprung in die Politik und vom An­lau­fen des Vereins KARIKA. Und den Ab­schluss bildet ein Inter­view mit Stéphane Laederich, den Josef Teich­mann in Zürich ge­trof­fen hat. Der Banker, Mathe­ma­tiker und Rom er­zählt von seiner Ar­beit als Leiter der Rroma Foundation, die sich in ers­ter Linie als Lobby­ein­rich­tung der Roma begreift.

Schtar prindscharde dschene, schtar vake­rip­tscha: Ande ada dROMa ar­dipe, schtar dsche­ne le aktu­jeli Romen­gere-akti­vis­musis­tar andi Aus­tri­ja taj i Svecija, angle tu­menge terdscha­ras. Vaj feder: amen schtar prin­dschar­de akti­vis­tenge o scha­jipe dijam, pumen taj len­geri buti ando dROMa-va­ke­ripe angle te terdscha­rel. O kes­dipe kerel o Raim Scho­bes­berger, save i Angela Schoibl la dROMake ande Salzburg tala­lin­tscha. O Rom, savo andar i Ma­ce­do­nija al, pedar pro drom „andar o tschi­ga­kero kher“ taj pedar o farajn Phurdo phu­kal, savo duach pro vodschi­kano pomo­schago le tscho­re manu­schen­ge, ando pra­dipe, di­kipe usch­ti­dija. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (124)

Dezember 29th, 2015  |  Published in Facts & Figures, Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Der Österr. Presse­rat ver­ur­teil­te die Kro­nen-Zei­tung 2014 für eine teils frei er­fun­de­ne Ar­ti­kel­se­rie über „Bett­ler­ban­den“.

(Quelle/pdf)

Roma sam: VHS der Burgenland-Roma

Dezember 27th, 2015  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
14.12.2015 | (on demand)

VHS Roma: Mitarbeiter Peter Liszt (Foto: )volksgruppen.orf.at: Die Volkshochschule der Burgen­land-Ro­ma wur­de im Jahr 1999 als Teil­orga­ni­sa­tion der bur­gen­län­di­schen Volks­hoch­schulen ge­grün­det. Die Ziel­setzung des Vereins ist ein Bil­dungs­an­ge­bot für Roma und Nicht-Roma zu schaf­fen, die an der Sprache und Kultur der Roma interes­siert sind, und Begeg­nun­gen und Aus­tausch zwi­schen Roma und Nicht-Roma zu för­dern. Die VHS der burgenländischen Roma ver­sucht durch die Ent­wicklung und Rea­li­sie­rung von diver­sen Projek­ten ein brei­tes Publi­kum für die Ge­schich­te und Gegen­wart der Roma zu be­geis­tern. Peter Liszt, Mit­arbeiter der VHS der burg­en­län­di­schen Roma, gibt Ein­blick in die diver­sen Ver­anstal­tun­gen zur Kultur und Geschichte der Roma, Aus­stel­lun­gen, Lesun­gen, Sprach­kurse etc., welche rea­li­siert und einem brei­ten Publi­kum prä­sen­tiert wur­den. Jede Ver­anstal­tung hat auf ihre Art neue Wege in der Ver­mitt­lung von Kultur, Geschichte und sozia­ler Situa­tion der Roma be­schrit­ten. Mehr darüber erfah­ren Sie in der Sen­dung „Roma sam“ auf Radio Bur­gen­land.

Link: www.vhs-roma.eu

VHS le burgenlanditike Romendar

Dezember 26th, 2015  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
14.12.2015 | (on demand)

VHS Roma: Mitarbeiter Peter Liszt (Foto: )I flogoskeri utschi ischkola le bur­gen­lan­ditike Ro­men­dar ando bersch 1999 ojs fala­tos­keri orga­ni­sacija le bur­gen­landi­tike flogos­kere utsche isch­ko­len­dar, kerdi uli. O cil le faraj­nistar hi, jek sika­di­pes­kero dipe le Romenge taj gadschen­ge te scho­finel, saven inte­resi vasch i tschib taj i kultura le Romen­dar hi taj le tala­lini­peske taj le paru­ji­peske masch­kar o Roma taj o gadsche te pomo­schinel. I VHS le burgenlanditike Romendar duach o ent­vik­li­nipe taj prik bescha­ripe minden­fe­litike pro­jekten­dar but manu­schen la histo­ri­jake taj la adi­ve­sa­kera situa­ci­jake le Romen­dar te resel kamla. O Peter Liszt, butscha­schi andi VHS le bur­gen­lan­di­tike Romen­dar, and dikipe ando min­den­feli­tike mula­tintscha­ge usi kultura taj historija le Ro­men­dar, artschi­jip­tscha, ge­nip­tscha, tschib­tscha­kere kurstscha t.a. del, save imar kerde taj but manu­schen­ge pre­sen­ti­rim ule. Sako mula­tintscha­go ande pro koja, neve droma ando famit­li­nipe la kultu­ratar, la histo­ri­jatar taj la soci­jali situa­ci­jatar le Romen­dar, gelo. Bute­der pedar, schu­nen tumen andi sen­dung „Roma sam“ upro Radijo Bur­gen­land.

Link: www.vhs-roma.eu

(volksgruppen.orf.at)

♫ Bastali boschitscha!

Dezember 24th, 2015  |  Published in Allgemeines, Musik

“Vive le vent – version manouche”
von Billy Hassli, Sano Weiss und Tickno Weisse:
Mit diesem Youtube-Fundstück aus Frankreich,
einer Sintiswing-Version von Jingle Bells,

wünschen wir Ihnen
schöne Weihnachten!

Latschi boschitscha kivaninen tumenge
tumare dschene andar dROMa!

_____


Sido: Aufruf für Hikmet aka Prince-H

Dezember 22nd, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Prince-H (Foto: Nihad Nino Pušija via taz)„Abschiebepraxis in Deutschland: Nach 27 Jahren ab ins Kosovo“ titelte ges­tern die „taz“ und ver­weist darauf, dass sich die Abschie­bun­gen in Deutschland 2015 beinahe ver­dop­pelt haben. Betrof­fen sind viele Men­schen, die bis­her „geduldet“ wur­den – so wie Rapper Prince-H. Der bekannte deut­sche Rap­per und TV-Star Sido, selbst Sinto, hat auf Face­book diesen Auf­ruf veröffentlicht, den wir im Folgenden wie­der­geben:

Freundinnen und Freunde, heute mal was Ernstes. Mein Rapper-Kollege Hikmet aka Prince-H hat gerade ein paar Probleme mit diesem Staat und sitzt in Abschiebehaft. Was hat er verbrochen? Nichts. Warum sitzt er dann im Knast? Weil sein Asylvertrag abgelehnt wurde.

Hikmet ist Rom und lebt seit 27 Jahren hier in Deutschland. Er kam im Alter von sieben Jahren aus dem Kosovo hierher und hat sein ganzes Leben hier verbracht. Trotzdem will ihn Deutschland jetzt abschieben. Warum? Weil die Papiere nicht zum Leben passen? Weil er ein „Zigeuner“ ist? Weil er nicht zur Willkommenskultur in diesem Land passt? Hikmets Eltern sind vor dem Krieg aus dem Kosovo geflohen und weil die Roma dort extrem diskriminiert werden. Der Krieg ist vorbei. Der Rassismus gegen die Roma ist aber nicht vorbei und es ist einfach unmenschlich, wenn man die Leute dorthin zurückschickt. Leute wie Hikmet, die hier ihr Leben aufgebaut haben, die sich hier integriert haben, die sich hier engagiert haben. Das geht echt nicht klar.

Aus diesem Grund gibt es eine Solidaritätsparty für Hikmet, um ein bisschen Geld zu sammeln, damit er sich einen ordentlichen Anwalt leisten kann. Die Party findet am 22.12.2015 statt, ab 21 Uhr im SO36 in Berlin-Kreuzberg.

Geht da hin. Unterstützt das. Ist eine gute Sache. Alle bleiben.

Facebook-Link zur Veranstaltung ist:
https://www.facebook.com/events/1571451533096982/
Website mit Veranstaltung:
http://www.alle-bleiben.info/soli-konzert-freiheit-fuer-hi…/
Website mit Infos zum Fall Hikmet:
http://www.alle-bleiben.info/kein-bling-bling-in-deutschla…/
Website von Alle Bleiben:
http://www.alle-bleiben.info/

Austritiko artschijipe ande Auschwitz

Dezember 22nd, 2015  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
7.12.2015 | (on demand)

Neues Konzept für die Österreich-Ausstellung in Auschwitz-Birkenau (Foto: Nationalfonds)O 1978 prado austritiko-artschijipe ando schtot­li­chi museum le gon­do­li­nipes­kere tha­nes­tar Auschwitz-Bir­ke­nau le khe­ro­da­schen jeka and geji­pes­kere tabli­naha, upre savi i „Austrija – Ersch­ti opferi le nacijo­nal­soci­jalis­mu­sistar“ te genel sina, akar­lahi. Dugi cajt aja opfe­ren­geri situa­cija, jek fala­to la austri­tika iden­ti­te­tatar sina. Le gon­dos­kere iri­ni­peha vasch o mit­ferant­voa­ti­nipe la Austri­jatar uso bibas­talo tradipe le naci­jo­nal­soci­ja­lis­musis­tar, jek nevo keri­pe manglo ulo. 2013 o artschi­jipe andar o bersch 1978 ando „Block 17“ le gon­do­li­nipes­kere tha­nestar, use tscha­pim ulo. 2014 i nevi kon­cep­ci­jona le artschi­jipes­tar taj 2015 o keripe, andi buti dim ulo. O artschijipeskero gondo „Duripe. Austrija ande Auschwitz“ o gejo­gra­fischi duripe masch­kar i Austrija taj Auschwitz, taj te upro tesch­tos­kero duri­pe odo­len­dar, sa­ve Auschwitz ledschim ule, andar i Austri­ja taj andar o dschi­vipe, sikal. O artschi­jipe adala durip­tscha ando masch­ka­ripes­kero gendo bescha­ren taj o kes­dipe la histo­ri­jatar andi Austrija taj lakero kise­ti­nipe ande Auschwitz le khe­ro­da­schenge pasche anel.

I historikerkija taj kuratorkija Birgit Johler, and dikip­tscha ando nevo ke­ripe le austri­tike vila­gos­kere atschi­ji­pestar ando schtot­lichi muse­um Auschwitz-Bir­kenau, kaj te upri opfe­ren­geri grupn le Romendar taj Sintijendar ande Auschwitz dik­lo ol, del. Read the rest of this entry »

Österreich-Ausstellung in Auschwitz

Dezember 22nd, 2015  |  Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
7.12.2015 | (on demand)

Ausstellungskuratorin Birgit Johler (Foto: CC/esel.at)Die 1978 eröffnete Österreich-Ausstellung im Staat­li­chen Museum der Gedenk­stät­te Auschwitz-Bir­ke­nau be­grüßte Besu­chende mit einer Eingangs­tafel, auf der „Öster­reich – Erstes Opfer des National­sozia­lis­mus“ zu lesen war. Lange Zeit war diese Opfer­these Teil der öster­rei­chi­schen Iden­tität. Mit dem Wandel des Bewusst­seins um die Mit­verant­wor­tung Öster­reichs an den Ver­bre­chen des National­sozia­lis­mus wurde schließ­lich eine Neu­gestal­tung ge­for­dert. 2013 wurde die Aus­stel­lung von 1978 im Block 17 der Gedenk­stätte ge­schlos­sen. Als Resul­tat europa­weiter Wett­be­wer­be wurde 2014 die Neu­konzep­tion der Aus­stel­lung und 2015 deren Gestal­tung be­auf­tragt. Die Aus­stel­lungs­idee „Entfer­nung. Öster­reich in Auschwitz“ ver­weist auf die geo­gra­fi­sche Ent­fer­nung zwi­schen Öster­reich und Auschwitz, zugleich aber auch auf die phy­si­sche Ent­fer­nung der nach Auschwitz De­por­tier­ten, aus Öster­reich und aus dem Leben. Die Aus­stel­lung setzt diese Ent­fer­nun­gen in den Mittel­punkt und bringt den Anfang der Ge­schichte in Ös­ter­reich und deren Ende in Auschwitz den Be­su­chern nahe.

In der Sendung gibt die Historikerin und Kuratorin Birgit Johler Ein­blicke in die Neu­gestal­tung der öster­rei­chi­schen Länder­aus­stel­lung im Staat­lichen Mu­se­um Auschwitz-Birkenau un­ter Berück­sich­ti­gung der Opfer­gruppe der Roma und Sinti in Auschwitz. Read the rest of this entry »

Romengero-aktivisto sajt pro ternipe

Dezember 21st, 2015  |  Published in Politik, Radio, Podcast & TV

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
30.11.2015 | (on demand)

Martin Horvath (li. )und Tony Wegas beim Roma-Butschu von Roma-Service, 2015 (Foto: Julius Horvath)Martin Horvath: Roma-Aktivist seit seiner Jugend

volksgruppen.orf.at: Ande pri ternengeri cajt o Martin Horvath uso Romen­gero-ternen­gero talalinipe, andi Romen­geri-khe­li­pes­keri grupn „Som­na­kune Tscher­henji – Goldene Sterne“, andi Ro­men­geri-banda „Roma­ne Tschave“, taj use min­den­fe­li­tike projek­ti le Romen­gere-faraj­nen­dar, use sina. O but ber­schen­gero Romen­gero-akti­visto, 2013 khe­tan pre paj­ta­schiha Paul Horvath, o farajn KARIKA Erba­te kertscha, kaj ov o dujto sche­ro hi. Pre erschti poli­ti­schi jomi, kes­dintscha o Martin Horvath uso Se­lene, kaj ov ojs erschti Rom ando Bur­gen­land le tha­nes­kere völi­ni­peske 2015, kan­di­di­rintscha. Na dur pal, mula­tin­tscha o farajn KARIKA le Ro­menge taj Sinti­jenge (*08.11.2013) pro 2-berschen­gero jubi­lejum. So dschi­ja­kana kerdo ulo taj saj projekti vaj mula­tintschage meg pla­nim vaj kerde on, phukal o dujto schero, Martin Horvath. Bute­der pedar, schunen tumen andi sen­dung „Roma sam“.

volksgruppen.orf.at: In seiner Jugendzeit engagierte sich Martin Horvath beim Roma-Jugendtreff, in der Roma-Tanz­gruppe „Somna­kune Tscher­henji – Gol­dene Sterne“, in der Roma-Band „Romane Tschave“ so­wie bei diver­sen Projek­ten der Roma-Vereine. Der lang­jäh­rige Roma-Akti­vist grün­dete 2013 gemein­sam mit seinem Freund Paul Horvath den Verein KARIKA in Oberwart, in dem er als Obmann-Stell­ver­treter fun­giert. Seine ersten poli­ti­schen Geh­ver­suche star­tete Martin Horvath bei den Grünen, wo er als erster Rom im Burgen­land für die Land­tags­wahl 2015 kan­di­dierte. Read the rest of this entry »

Schonung für die Mörder?

Dezember 20th, 2015  |  Published in Dokumente & Berichte, Recht & Gericht, Wissenschaft

Mahnmal in BerlinNS-Völkermord an den Sinti und Roma blieb weit­ge­hend unge­sühnt – Doku­men­ta­tion über Ver­fahren der Justiz gegen die Täter ver­öf­fent­licht

Der Zentral­rat Deutscher Sinti und Roma veröf­fent­­licht eine Doku­men­ta­tion mit dem Titel Schonung für die Mörder? – Die justi­zielle Behand­lung der NS-Völker­mord­ver­bre­chen und ihre Bedeu­tung für die Gesell­schaft und die Rechts­kultur in Deutsch­land. Der Zentralrat will mit diesem Projekt über die jahr­zehnte­langen Initia­tiven des Ver­bandes und seiner Gründer für eine rechts­staat­liche Ver­folgung der Täter und Orga­ni­sa­toren des NS-Völkermordes in­for­mie­ren und das Ver­sagen der Justiz­be­hör­den bei den Ermitt­lungs­ver­fah­ren doku­men­tieren. „Hier sehen wir uns nicht nur in der Ver­ant­wor­tung gegen­über den Opfern und den Über­leben­den des Holocaust, son­dern auch in der Pflicht zur Be­wah­rung des Rechts­staats“, erklärte heute der Vor­sitzen­de des Zentral­rats, Romani Rose, in Hei­del­berg.

Nach der Befreiung aus den Konzentrationslagern hatten die Überlebenden schon sehr früh in Eingaben an die Justiz kritisiert, dass die ihnen bekannten Mörder unbehelligt in Freiheit waren und frühere Funktionen in den Behörden wieder ausübten. Die Mitbegründer der Bürgerrechtsbewegung der deutschen Sinti und Roma, Vinzenz und Oskar Rose, schrieben im Jahre 1948 an die Justiz in München: „Sie werden verstehen, dass wir ein großes Interesse daran haben, diese Leute unschädlich zu wissen, denn sie waren ja die Triebfeder, aufgrund derer viele ungezählte Menschen den Tod fanden, darunter aus unserer Familie allein dreizehn.“ Die Täter wurden bis zu ihrem Lebensende nicht strafrechtlich belangt.

Anlass für die vorgelegte Bestandsaufnahme, zu der noch ein zweiter Band folgen wird, sind vor allem die ab dem vergangenen Jahr neu zur Anklage gebrachten Strafverfahren gegen mehrere in Deutschland noch lebende Angehörige der SS-Wachmannschaft von Auschwitz – meist im Alter von über 90 Jahren – und die öffentliche Diskussion dazu. Read the rest of this entry »

Panasi tschijipe gejng ar roasinipeskero fabot

Dezember 19th, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Rechtswidrige Ausreiseverbote für Roma in Mazedonien (Foto: George R./Flickr, via ERRC)Jek kris andi Macedonija le birov­tscha­gen­ge vasch „Racial Pro­filing“ uso gra­nica­kere kontrol­tscha, pana­si tschi­tscha. Dsche­ne le Romen­gere-tschu­li­pes­tar andi Ma­ce­do­ni­ja uso ar roa­si­nipe siste­ma­ti­schi pal liker­de on.

Duach aja diskriminirimi praksis, savi le schto­tis­kere pol­garen pal len­geri etnija min­den­feli­ti­kon be­hand­linel taj o tscha­tschipe upro mici­nipes­kero nah­pand­lipe dukal, o birov­tschage le Romen andar i Mace­do­nija pal te like­rel kam­na, kaj on nisaj asi­liske ando EU-ja­kere schtot­scha, schaj aun roden. O panasi tschijipe le kri­sistar ande Bitola, savo ando kise­ti­nipe le novem­be­ristar le pra­di­peske ari dim ulo, jek peripe sikal, savo duj ber­scha pal pasch­lol taj kaj jek Rom taj jek Romni pumare enke­lenca, familija­kere dschene andi Svecija kher te rodel kamnahi taj savenge, o granicakero prik gejipe vasch lengero etnija­kero telschta­minipe, na use muklo ulo. O „European Roma Rights Centre“ (ERRC) phukal:

On o jekoschne dschene ando bus sina, savendar bu­te­der sar o roasi­ni­pes­kere lila aun dikle ule. Le Rom taj la Romni o cile pekamle lila, o pal­geji­pes­kere kartschi, 2.000 Euro taj jek akaripeskero lil, sina. On na tromale ar te roasinel, o bus oni lende bajder ladija.

Read the rest of this entry »

Vorurteilsstudie in Tschechien

Dezember 17th, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Vorteile gegenüber Minderheiten in TschechienUmfrage zeigt starke Vorurteile gegen­über Minder­hei­ten: Bild von Roma am nega­tivsten

Eine Umfrage, die im Auftrag des Soziologi­schen Insti­tuts der Akademie der Wis­sen­schaf­ten der Tsche­chi­schen Re­publik durch­geführt wurde, ergab, dass die über­wie­gende Mehr­heit der Tsche­chen starke Vor­urteile gegen­über eth­ni­schen und reli­giö­sen Min­der­heiten hegt. Für die Studie (eine Zusam­men­fas­sung auf Tsche­chisch finden Sie hier) hat die Agen­tur Focus Anfang De­zem­ber 1.051 Per­so­nen über 18 Jahre befragt. Die stärkste Ab­leh­nung trifft dem­nach die Minder­heit der Roma: 85 Pro­zent der befrag­ten Tschechen stimm­ten der Aus­sage zu, Roma seien faul. Mehr als vier Fünf­tel halten Roma für krimi­nell. Eine be­son­ders nega­tive Ein­stellung zeig­ten die Befrag­ten auch gegen­über Men­schen mus­limi­schen Glau­bens. Muslime werden als gewalt­tätig ein­ge­schätzt. 43 Pro­zent der Befrag­ten reih­ten Mus­lime am Ende einer Nega­tiv-Skala von 1 bis 5 ein, wei­tere 25 Pro­zent bewer­te­ten sie mit dem Wert 4. Die Befra­gung unter­suchte darü­ber hinaus auch die Ein­stel­lun­gen gegen­über Syrern, Ukrainern, Russen, Vietna­me­sen und Slowaken. Dabei er­hiel­ten die Slowaken als ein­zige Nationa­li­tät in allen Teil­bereichen eine posi­tive Bewer­tung. Nur im Punkt „Fleiß“ er­ziel­ten die Vietnamesen hö­here Werte.

Jede zweite Firma will keine Roma

Bei einer Umfrage, welche die ČSOB Bank für die Tages­zeitung Právo im Juli durch­führte, gaben 48 Prozent der Unter­neh­men an, dass sie keine Roma ein­stel­len wür­den: Read the rest of this entry »

Servus Szia Zdravo Del tuha (dschend 2015)

Dezember 15th, 2015  |  Published in Radio, Podcast & TV

sszdORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
Sendungakero termin: decemberi 2015
>>>TVthek

I nevi moderatorkija le schtar tschib­tschen­gere flogos­kere grupnakere maga­ci­nistar, i Katharina Janoska hi. Oj le use dika­schen upral jek le lek schukareder adven­tis­kere foros­tar andar o Bur­gen­land, andar o foro Rust akarel taj duach jek sen­dung vodi­nel, savi ando ak­tujeli temtscha le bur­gen­lan­di­tike flo­gos­kere grup­nen­dar, ande tau­chinel:

SSZD mit neuer Moderatorin: Katharina Janoska (Foto: Volksgruppen.orf.at)Gondolinipe upro Ilija Jovanović — I euro­pi­tiki akci­jona „Roma Pride“ uso cil peske kertscha, ba­ri­kane prin­dschar­de Roma upre te sikal taj respek­to te man­gel. Le „mula­tin­tscha­goha le Ilija Jovano­vićiske“, o Romano Centro, pre agu­ne schero, savo imar mulo, pati­jartscha. Schu­kar hangi la Ferry Jano­schka ban­datar taj la Ruža Nikolić-Laka­tosatar, taj alava andar o vodschi le poesi­ja­schis­tar pedar argra­ni­calipe taj na use keri­nipe, gendo la Cécile Cordonatar taj la Simonida Selimovićatar, khe­tan upre jek latscho paj­taschi te gon­doli­nel mukla.

Fred Sinowatz-visenschoftakero patijaripe 2015 2015, upro 70 berscha haburis­kero kise­tinipe, 60 berscha schto­tis­kero arkeripe, 20 berscha EU-jakero use gejipe taj Romen­gero aten­tato andi Erba, gon­dolim ol. Vaschoda o kultu­rakero referat la bur­gen­lan­ditika thanes­kera regirun­gatar ada bersch o Fred-Sinowath-visen­schof­takero patijaripe trin bari­kane projek­tenge andar o than poli­tischi sika­dipe, savo pe le aspek­tenca le gon­do­lini­peskere ber­schestar don­de be­scharde, prik dija.

35te Schlainingeriskere vakeriptscha O 1982 kerde „Schlainin­ge­ris­kere vake­riptscha“, le temenca ando grani­cakero than masch­kar i Austrija, o Ungriko taj i Slovakija, donde pumen be­scha­ren. Ada bersch i tema „Roma & Sinti usar 1938 dschi adi“ ando masch­ka­ripe le 35te Schlai­nin­geris­kere vake­riptschen­dar, ter­dscho­lahi.

Read the rest of this entry »

Servus Szia Zdravo Del tuha (Dez. 2015)

Dezember 14th, 2015  |  Published in Radio, Podcast & TV

sszdORF 2 Burgenland: Servus Szia Zdravo Del tuha
Sendung vom 13. Dezember 2015
>>>TVthek

Die neue Moderatorin des viersprachi­gen Volks­grup­penmagazins ist Katharina Janoska. Sie be­glei­tet durch eine Sen­dung, die aber­mals in die aktuel­len Themen der bur­gen­län­di­schen Volks­gruppen ein­taucht:

SSZD mit neuer Moderatorin: Katharina Janoska (Foto: Volksgruppen.orf.at)Gedenken an Ilija Jovanović — Die euro­päi­sche Ak­tion „Roma Pride“ hat es sich zum Ziel ge­macht, auf bedeu­ten­de Per­sön­lich­kei­ten der Roma auf­merk­sam zu machen und Respekt ein­zu­for­dern. Mit einem „Fest für Ilija Jovanović“ ehrte zu dieser Gele­gen­heit das Wiener Romano Centro seinen ver­stor­be­nen Obmann. Sanfte Klänge des Ferry Janoska Ensembles und von Ruzsa Nikolić-Lakatos sowie Worte aus dem Herzen des Dichters über Aus­gegrenzt­heit und Nicht-Dazu­gehö­rig­keit, ge­lesen von Cécile Cordon und Simonida Selimović, ließen ge­mein­sam eines lie­ben Freun­des ge­denken.

Fred-Sinowatz-Wissenschaftspreis 2015 2015 wird des Kriegsendes vor 70 Jahren, des Staats­vertrags vor 60 Jahren, des EU-Bei­tritts und des Roma-Atten­tats in Oberwart vor 20 Jahren ge­dacht. Das Kultur­referat der Burgen­ländi­schen Landes­regierung vergab daher heuer den Fred-Sinowatz-Wis­sen­schafts­preis für drei heraus­ra­gende Pro­jekte aus dem Bereich der Politi­schen Bildung, die sich mit Aspek­ten des Gedenk­jahres auseinan­der­setzten.

35. Schlaininger Gespräche Eingeführt 1982 befassen sich die „Schlaininger Gespräche“ mit Themen im Grenz­raum zwischen Öster­reich, Ungarn und der Slowakei. Dies­mal, bei den 35. Schlai­nin­ger Gesprä­chen, stand das Thema „Roma und Sinti von 1938 bis zur Gegen­wart“ im Mit­tel­punkt.

Read the rest of this entry »

Diskriminierung von Roma in Vorarlberg

Dezember 13th, 2015  |  Published in Dokumente & Berichte, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Romano Centro: Stellungnahme gegen Romafeindlichkeit in Vorarlberg (Bild: vol.at)Stellungnahme zur Stellungnahme: Das Romano Centro bekräftigt seine Kritik am roma­feind­li­chen Rassis­mus der Vor­arl­ber­ger Städte­er­klä­rung.

Anfang November haben die Bürgermeister der fünf Vor­arl­ber­ger Städte Bregenz, Dornbirn, Feldkirch, Hohenems und Bludenz ei­ne ge­­mein­sa­me Er­klä­rung ver­öf­fent­licht, in der sie eine Politik der Härte gegen­über Not­rei­sen­den an­kün­di­gen. „Die Bürger­meis­ter der Vor­arl­ber­ger Städte wer­den keine weite­ren Zelt­lager der Roma-Familien mehr dulden“, heißt es darin wörtlich. Diese Erklä­rung wur­de bereits mehr­fach kriti­siert, zu­letzt auch im neuen Antiziganismus-Bericht, den das Romano Centro vor rund zwei Wochen vor­gestellt hat. Die Vor­arl­ber­ger Stadt- und Landes­poli­ti­ker haben die darin vor­ge­brachte Kri­tik am Um­gang mit Bettlern und dem diskri­mi­nie­ren­den Sprach­ge­brauch zurück­ge­wie­sen. Jetzt hat sich die in Wien an­säs­sige Roma-Or­gani­sa­tion die Vorarl­ber­ger Städt­erklä­rung noch einmal im Detail vor­ge­knöpft. Die program­ma­ti­schen Aus­sa­gen der Vor­arl­ber­ger Bürger­meis­ter wer­den darin nach Strich und Faden zer­pflückt: klare Worte gegen eine ethnisie­rende und rassistisch durch­wirkte Argu­men­ta­tion, die längst auch den Bo­den für Gewalt­akte berei­tet hat. Im Fol­gen­den ein Aus­zug aus der Stellungnahme des Roma­no Centro – die Aus­sen­dung im vol­len Wort­laut fin­den Sie hier (pdf):

Vorarlberg wird im Antiziganismus­bericht an einer Stelle er­wähnt: Es geht dabei um anti­ziganis­ti­sche Aus­sagen und diskrimi­nie­rende Maß­nah­men gegen armuts­betrof­fene Fami­lien aus Rumänien. Der Be­richt kriti­siert diese Aus­sagen und nennt dazu die Drohung mit dem Entzug der Kinder, aus­gespro­chen vom Landes­haupt­mann, die stän­dige Bezeich­nung der Fami­lien als „Clans“, die sich nicht recht­mäßig in Vor­arlberg auf­halten würden sowie die anlass­bezogene Ver­schär­fung von Gesetzen und Ver­ord­nun­gen. Außer­dem wird darauf hin­gewie­sen, dass es in zeit­li­cher Nähe zu solchen Debat­ten leider immer wieder zu tät­lichen Über­griffen kommt und es wird in diesem Zusam­men­hang ein ent­sprechen­der Vorfall in Dornbirn am 11.11.2015 ge­nannt.

Bei unserer Pressekonferenz zur Präsenta­tion des Anti­ziganis­mus‐Berichts am 26. Novem­ber ging es unter ande­rem um die Aus­sen­dung der fünf Vor­arl­ber­ger Städte vom 4. Novem­ber 2015. Wir haben den Text aus­gewählt, um das Phäno­men des Anti­ziganis­mus zu er­klären, weil er in exempla­ri­scher Form alle wesent­lichen anti­ziganis­ti­schen Stereo­type (das sind Nomadis­mus, Arbeits­unwillig­keit und Integra­tions­unfähig­keit) enthält. Ein Haupt­problem der „Erklä­rung“ – und der Diskus­sion des Themas in Vor­arlberg über­haupt – stellt die per­ma­nente Beto­nung der Ethni­zität dar, für die es keinen objek­tiven Grund gibt. Die Fami­lien leben so, weil sie sehr arm und aus­ge­grenzt sind und keine bes­seren Möglich­keiten sehen, nicht weil es Teil ihrer kultu­rel­len Tradi­tion wäre, in Slums oder in Zelt­lagern zu leben. Read the rest of this entry »

„Ein toller Mensch und Kämpfer“ ist gestorben

Dezember 12th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Kurt Holl (Foto: KSTA.de/St. Worring)Der Roma-Aktivist Kurt Holl ist in der Nacht zum Frei­tag an den Fol­gen einer Krebs­erkran­kung ver­stor­ben. Bis zu­letzt kämpfte der al­ter­na­tive Kölner Ehren­bür­ger für die Rech­te von Min­der­heiten.

http://www.ksta.de/koeln/-kurt-holl-nachruf-sote,15187530,32913438.html

Von Anja Katzmarzik und Uli Kreikebaum

ksta.de: Kurt Holl war 69, da schlug er seinem zwölf­jährigen Sohn vor, gemein­sam vor Starbucks gegen die Aus­beu­tung äthio­pi­scher Kaffee­bauern zu demonstrie­ren. Im April 2015 stand er als 76-Jäh­riger vor Gericht, weil er im Wahl­kampf Plakate der rechts­extremen Grup­pie­rung Pro Köln ab­ge­hängt hatte. Kurt Holl sagte vor dem Amts­gericht mit seiner sonoren, keinen Wider­spruch dul­den­den Stimme: „Plakate mit Auf­schrif­ten wie »Wut im Bauch? Lass es raus!« oder »Bürger­mut stoppt Asylanten­flut« fal­len nicht unter die freie Mei­nungs­äuße­rung, sie sind offen aus­länder­feindlich und haben volks­ver­hetzen­den Cha­rak­ter.“ Eine Epi­sode, wie sie gewiss vor­ge­kom­men wäre in seiner Auto­biogra­fie, die er leider nicht mehr ganz fertig­stel­len konnte.

Geboren 1938, war Holl 1956 durch den Auf­stand in Ungarn politisiert worden. Von An­beginn ein streit­barer Mensch, weil er gerne stritt – für ande­re, gegen Unge­rech­tig­keiten und gesell­schaft­liche Miss­stände – mit dem Ziel, die Ver­hält­nisse grund­legend zu ver­än­dern. Er kämpfte gegen Krieg und für den Erhalt von Woh­nun­gen tür­ki­scher „Gast­arbeiter“, für ver­besserte Rechte der mit Pflicht­arbeit beleg­ten Sozial­hilfe­empfän­ger.

Mit „Holl hier“ meldete er sich unmissverständ­lich am Tele­fon. Was er zu sagen hatte, war oft eilig, weil es Menschen­schicksale betraf. Es ging um Jugend­liche, die trotz großer Talente auf Förder­schulen landen. Um Familien, die trotz großer In­tegra­tions­erfolge ab­gescho­ben wer­den sollten. Für Füll­wörter war da keine Zeit. Meist ging es in den Gesprä­chen um die Situa­tion der Roma in Köln, neue Pro­jekte des Rom e.V., dessen Grün­dungs­mit­glied und lang­jäh­riger Vor­sitzen­der er war.

Als solchen lernte ihn auch die „wir helfen“-Vor­sitzende Hedwig Neven DuMont kennen und schätzen. Sie nennt ihn einen „tol­len Men­schen und tollen Kämpfer“. Den Mann, der im Jahr 2007 mit ihr den Rhein­land­taler und 2011, wieder gemein­sam, die alter­na­tive Ehren­bürger­schaft er­hal­ten sollte, bestach durch eine große Klar­heit in seinem Kampf für die Rechte und Würde von Minder­heiten. Read the rest of this entry »

Mazedonien: Urteil gegen Ausreiseverbot

Dezember 8th, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Rechtswidrige Ausreiseverbote für Roma in Mazedonien (Foto: George R./Flickr, via ERRC)Ein Gericht in Mazedonien hat die Behörden wegen Racial Profilings bei den Grenzkontrollen verurteilt. Angehörige der Roma-Minder­heit werden in Maze­do­nien syste­ma­tisch an der Aus­reise ge­hin­dert. Durch diese diskri­mi­nie­rende Praxis, die Staats­bürger je nach Ethnie unter­schied­lich be­han­delt und das Grund­recht auf Bewe­gungs­freiheit ver­letzt, wol­len die Be­hör­den ver­hin­dern, dass Roma aus Maze­donien in EU-Staa­ten um Asyl an­su­chen. Das Urteil des Ge­richts in Bitola, das Ende No­vem­ber ver­öf­fent­licht wurde, be­trifft den zwei Jahre zurück­lie­gen­den Fall eines Roma-Ehe­paars, das – ge­mein­sam mit seinen Enkel­kindern – Familien­an­ge­hörige in der Schweiz besuchen wollte und dem der Grenzübertritt aufgrund der ethnischen Zugehörigkeit verweigert wurde. Das European Roma Rights Centre (ERRC) berichtet:

Sie waren die einzi­gen Reisen­den im Bus, bei de­nen mehr als nur der Reise­pass über­prüft wurde. Das Ehe­paar konnte alle erfor­der­li­chen Papiere, Rück­reise­tickets, 2.000 Euro Bar­geld und eine schrift­liche Einla­dungs­bestä­ti­gung vor­wei­sen. Den­noch wurde ihnen ver­boten, das Land zu ver­lassen, und der Bus fuhr ohne sie weiter.

Read the rest of this entry »

Birgit Fuchs: Bettelverbote in Österreich

Dezember 7th, 2015  |  Published in Dokumente & Berichte, Hochschulschriften, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Betteln, ein Menschenrecht (Foto: G. Kraftschik / CC-BY)Birgit Fuchs: Bettelverbote in Österreich, Eine Betrachtung von geschichtlichen, juristischen und sozialen Aspekten am Beispiel von Oberösterreich, Bachelorarbeit, FH Oberösterreich, Linz 2015.

Die Linzerin Birgit Fuchs, Studentin an der FH Oberösterreich, Fakultät für Gesund­heit und Soziales Linz, hat ihre Bachelor­arbeit zum Thema der Bettel­verbote ver­fasst. Ihre Arbeit ist in vol­ler Länge auf der Web­site der Bettellobby OÖ ver­füg­bar (hier geht es zum Download). Das Fazit der Arbeit ist eindeutig: Das Bettelverbot löst keine Probleme. Im Abstract der Arbeit heißt es:

Die vorliegende Arbeit setzt sich mit den Bettel­verboten in Österreich aus­einander. Der erste Teil der Arbeit beschäf­tigt sich mit Begriff­lich­keiten, Statis­ti­ken und dem geschicht­li­chen und ju­ris­ti­schen Aspekt der Bet­telei. Dabei stehen die Ent­wick­lung im Laufe der Ge­schichte so­wie die heu­tige gesetz­liche Situa­tion im Vorder­grund. Nach der theo­re­ti­schen Aus­einan­der­set­zung folgt der em­pi­ri­sche Teil mit der Aus­wer­tung der In­ter­views mit den Ex­pertIn­nen aus dem sozia­len Be­reich und des Ord­nungs­diens­tes Linz. Das Augen­merk liegt dabei auf der Bedeu­tung der Bettel­verbote für die Be­trof­fe­nen, die sozia­le Arbeit und die Kontroll­organe. Von Re­le­vanz sind auch die Sinn­haftig­keit des Ver­botes und die Alter­na­tiv­vor­schläge der Be­frag­ten. Im An­schluss kommt es zur Inter­pre­ta­tion und Gegen­über­stel­lung der Ergeb­nisse der Inter­views und der be­handel­ten Fach­litera­tur. Das Ergeb­nis zeigt, dass das Bettel­verbot keine Lösung für die Bettel­proble­matik ist.