Archive for November, 2015

♫ Mindj Panther (Welt-Roma-Tag 2014 in Berlin)

November 30th, 2015  |  Published in Musik

Gipsyeye – Don’t worry, be Roma!

November 30th, 2015  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung

Ionut Stan in seinem Büro (Foto: hpd/Sandra Mossner)Ionut Stan, Leiter der GIPSYEYE NGO in Rumänien, ist eine unver­zicht­bare Stimme im PEARLS-Projekt, das von der EU ge­spon­sert wird. Es geht um den Schutz jener Roma­kinder und -ju­gend­lichen, die be­son­ders be­trof­fen von Schul­ab­bruch und un­glei­chen Bildungs­chan­cen sind.

hpd/Susan Navissi, 26.11.2015: Gipsyeye arbeitet sowohl an der Aufklärung über Roma als auch im Bereich Anti­rassismus und Men­schen­rechte. Jedes Jahr er­mög­licht sie vielen jungen Men­schen, als Frei­willige diese Orga­ni­sa­tion zu unter­stützen und wert­volle Erfah­run­gen zu ma­chen. Roma, die seit Jahr­hun­der­ten Diskri­mi­nie­rung und tief ver­wurzel­ten Rassis­mus in ganz Europa erlebt ha­ben, die die Grauen der Nazizeit in gan­zer Härte er­litten, müssen immer noch um die Anerken­nung ihrer Würde kämpfen. Der hpd sprach mit Ionut Stan.

hpd: Was brauchen die SchülerInnen mit Roma-Hinter­grund be­son­ders?

Ionut Stan: Zunächst einmal müssen sie verinnerli­chen, dass sie genau so wie alle anderen rumä­ni­schen Kinder rumäni­sche Staats­bür­gerInnen sind mit genau den­selben Rechten. Bedauer­licher­weise wer­den sie an manchen Schulen nach wie vor diskri­mi­niert und die Kinder be­kom­men den Ein­druck, es sei schlecht, Roma zu sein. Aber das Gegen­teil ist der Fall. Es ist eine wunder­bare Er­gän­zung, mehrere kultu­relle Ein­flüsse zur Ver­fügung zu haben. Wichtig ist, dass Eltern und Kinder ermutigt werden, ihre Bedürf­nis­se im Bereich Bildung zu er­kennen und zu arti­ku­lie­ren. Es darf keine Segre­ga­tion geben, Roma und Nicht Roma müssen zusam­men lernen und sie müssen wissen, dass wir, NGOs, Schul­insti­tu­tio­nen da sind, um sie zu unter­stützen. Wenn wir einen Weg finden, auch unseren Roma Kindern das Gefühl zu geben, dass sie will­kom­men sind, ge­schätzt und geliebt werden und ihr Erfolg ge­wünscht ist, dann sollte einer posi­ti­ven Ent­wick­lung nichts im Wege stehen.

Spielt es für Sie eine Rolle, dass an der Cosmesti-Schule zwei Leh­rerIn­nen mit Roma­wurzeln nach dem Uni­ver­si­täts­ab­schluss Leh­rerIn­nen wur­den?

Ich denke, die Funktion der positiven Rollenvorbilder kann nicht genug be­tont werden. Es ist heut­zu­tage mög­lich, in Rumänien die eige­ne Karriere zu ver­folgen und dabei unter­stützt zu wer­den. Read the rest of this entry »

2. Antiziganismus-Bericht

November 29th, 2015  |  Published in Dokumente & Berichte, Einrichtungen, Rassismus & Menschenrechte

Bericht "Antiziganismus in Österreich"Romano Centro (Hg.):
Antiziganismus in Österreich
Falldokumentation 2013–2015
Informationen für Betroffene und ZeugInnen
Wien, Nov. 2015, 36 S.

Der Verein Romano Centro hat vergangene Woche seinen 2. Bericht (Download, PDF/5 MB) über anti­ziga­nis­ti­sche Vor­fälle in Österreich prä­sen­tiert. Von Anti­ziga­nis­mus betrof­fen sind in erster Linie Roma und Sinti, aber z. B. auch BettlerIn­nen. Der Bericht ent­hält 61 Fälle aus den Berei­chen Medien, Politik, Internet, Arbeit, Bildung, Zu­gang zu Gütern und Dienst­leis­tun­gen, Polizei und öf­fent­li­chem Raum. Zu­sätz­lich ent­hält der Bericht Infor­ma­tio­nen für Betrof­fene sowie Empfeh­lungen zur Be­kämp­fung von Anti­ziga­nis­mus.

Der Verein Romano Centro gibt seit 2013 alle zwei Jahre einen Bericht zu Anti­ziga­nis­mus heraus, um auf die­se Form des Ras­sis­mus auf­merk­sam zu machen.

Ausstellung „Was bleibt“ in Wien

November 28th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Was bleibt (Foto: M-Schmiedt)Was bleibt. Fragmente einer fortwährenden Vergangenheit.

Ausstellungseröffnung & kommentierter Rundgang mit der Künstlerin Marika Schmiedt.

4. 12. 2015, 17:00 Uhr
Aula der Akademie der bildenden Künste
Schillerplatz 3, 1010 Wien

Auf der Grundlage der nationalso­zia­lis­ti­schen Ras­sen­ideo­lo­gie wurden Roma/Rom­nija und Sinti/Sin­tize er­fasst und schließlich in die Vernichtungs­lager deportiert und ermordet. Die Geschichte dieser Verfolgung ist in Öster­reich nur selten Gegen­stand eines öffent­li­chen Gedenkens und zeit­geschicht­licher Forschung. Dies pre­karisiert umso mehr die Position nach­folgender Generationen und erschwert den not­wen­digen Verweis auf die Konti­nui­tä­ten von Ver­folgung und Stig­mati­sierung. Marika Schmiedts Aus­stel­lung macht diese Margi­na­li­sie­rung an­hand ihrer eige­nen Familien­geschichte greifbar und konfron­tiert mit erschrecken­der Aktua­li­tät. Zur Er­öffnung der Aus­stel­lung werden im Rahmen eines ge­mein­sa­men kom­men­tier­ten Rund­gangs mit Marika Schmiedt und dem Gedenk­projekt Uckermark Wien in ver­schie­denen Sta­tio­nen die spe­zi­fi­sche Verfolgung von Romnija und Sintize, Kon­tinui­tä­ten von Aus­gren­zung und Handlungs­perspek­ti­ven in Gedenken und Politik dis­kuriert.

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Fred-Sinowatz-Visenschoftakere patijaripe

November 27th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Manuela HorvathAndo bersch 2015 le ar le haburistar (1945), le schotiskere arkeri­peske (1955), le EU-akere use geji­pes­ke (1995) taj le Romen­gere aten­ta­tiske (1995) gon­dolim ol. O kultu­ra­kero referat la burgen­lan­di­tika thanes­kera regirun­ga­tar del va­schoda 2015 o Fred-Sinowatz-Visen­schofta­kere pati­jaripe trin bari­kane projek­tenge, save pumen adale temen­ca donde beschar­de. O erschtivar o dipe le Fred-Sino­watz-Visen­schof­ta­kere pati­ja­ripes­tar duje­seri taj deschu­pantsch ando kher la flogos­kera kultu­ra­tar kerdo ulo, kaj o kultur­tscha khetan bartschon, sar o kul­tu­ra­kero thanes­kero rot Helmut Bieler phenel.

I Manuela Horvath Erbatar le patjari­pes­kere dipe­ha duj eseri taj deschu­pantsch le keri­peske jeka kenva­tar pedar o bom­ba­kero murda­ripe ando bersch enjavar desch taj pantsch gejng i flo­gos­keri grupn le Romen­dar, upre baunim upre lakeri artschi­ji­pes­keri buti ando artschi­jipe „Roma­ne thana – thana le Sinti­jen­dar taj Romen­dar“, patjar­di uli.

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Kurzfilm „Betteln. Menschen. Rechte.“

November 24th, 2015  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

Dokumentarfilm, AT 2015, OmU, 21 Min., Regie: Monika K. Zanolin

Betteln ist in Österreich grundsätzlich er­laubt. Wenn je­mand in der Öffent­lich­keit auf die ei­ge­ne Not hin­weist und um Unter­stützung bit­tet, fällt dies unter das Recht auf freie Mei­nungs­äuße­rung. Trotz­dem wer­den Bettel­verbote ge­for­dert, in der poli­tisch-media­len Öffent­lich­keit ist immer wie­der von „Bettler­banden“, „Bettel­mafia“ oder Beläs­ti­gung zu hören. Doch was wis­sen wir über bet­telnde Menschen und ihre Lebenssituation? Der Film „Betteln. Menschen. Rechte“ der Initiative Minderheiten Tirol gibt einen Einblick in Lebens­bedin­gun­gen, Sicht­weisen und Perspek­ti­ven bet­telnder Men­schen.

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Fred-Sinowatz–Wissenschaftspreis 2015

November 19th, 2015  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Geschichte & Gedenken, Wissenschaft

Manuela HorvathRomni Manuela Horvath aus Oberwart ausgezeichnet

Im Jahr 2015 wird des Kriegsendes (1945), des Staats­ver­trags (1955), des EU-Bei­tritts (1995) und des Roma-Atten­tats (1995) ge­dacht. Das Kultur­referat der Bur­gen­län­di­schen Lan­des­re­gie­rung ver­gibt daher den Fred-Sinowatz-Wissen­schafts­preis 2015 für drei heraus­ra­gende Pro­jekte aus dem Bereich der poli­ti­schen Bildung, die sich mit Aspek­ten des Gedenk­jahres aus­einan­der­setzten. Zum ers­ten Mal findet die Ver­gabe des Fred Sinowatz-Wissen­schafts­preises 2015 im Haus der Volks­kultur statt, in dem die Kul­tu­ren zusam­men­wachsen, wie der Kultur­landes­rat Helmut Bieler es for­mu­lierte.

Manuela Horvath aus Oberwart wurde mit dem Würdi­gungs­preis 2015 für die Erstel­lung einer Bro­schüre über den Bomben­anschlag 1995 gegen die Volks­gruppe der Roma, auf­bauend auf ihrem Aus­stel­lungs­beitrag in der Aus­stel­lung „Romane Thana – Orte der Sinti und Roma“, aus­ge­zeichnet.

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Nedjo: „Schule ist ein Stück Normalität“

November 18th, 2015  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

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„Das haben wir nicht verdient“: Die Angst der Roma-Flüchtlingskinder vor Abschiebung (Teil V)

GfbV Berlin: Der Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland wird für dieses Jahr auf 800.000 ge­schätzt. Um Platz für sie zu schaf­fen, sollen vor allem Roma aus dem Kosovo ab­ge­scho­ben wer­den. Darun­ter Hun­derte Kinder, die in Deutsch­land ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen sind. Doch was be­deu­tet das für die Flüchtlings­kinder? Wir las­sen fünf von ihnen zu Wort kom­men:

Nedjo*: „Schule ist ein Stück Normalität“


Ich bin vor 16 Jahren im Kosovo geboren. Zu­sam­men mit mei­nen Eltern bin ich 1999 von dort aus nach Göttingen ge­flo­hen. Daran kann ich mich aber nicht mehr erin­nern, ich war ja noch ein Baby. Manch­mal er­zäh­len mir meine Eltern von die­ser Flucht, aber nie sehr viel. Es war sehr schreck­lich und trau­ma­tisch für sie.

Ich gehe in die 10. Klasse einer Sonder­schule und wer­de in einem Jahr mei­ne Schule be­en­den. Ich habe ein we­nig Prob­le­me mit dem Deut­schen, weil meine Eltern mir nicht so gut beim Lernen hel­fen können. Aber eigent­lich schickt man jedes Kind, des­sen Eltern nicht Deutsche sind, auf diese Sonder­schule. Ich meine, ich bin doch genau so klug wie ein Kind deut­scher Eltern! Am besten bin ich in Mathe. Vor allem Geo­metrie mag ich richtig gern. Nach meiner Schule möchte ich gern eine Aus­bil­dung zum KFZ-Mecha­ni­ker machen. Ich stelle es mir schön vor, diesen Beruf aus­zu­üben, mein eigenes Geld zu ver­die­nen und eine Be­schäf­ti­gung zu haben, die mir Spaß ma­chen wird.

Manchmal fragen mich die Men­schen, ob ich mich gut in Deutschland ein­ge­lebt habe. Das finde ich merk­wür­dig. Schließ­lich bin ich ja hier auf­ge­wach­sen. In was sollte ich mich da ein­leben?

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Facts & Figures (123)

November 16th, 2015  |  Published in Facts & Figures

Im Osmani­schen Reich kam es, im Ge­gen­satz zum christ­li­­chen Eu­ro­pa, nie zu ei­­ner ak­ti­ven Ver­fol­gung von Ro­ma.

(Quelle)

Rahim: „Kosovo fühlt sich nicht wie Heimat an“

November 14th, 2015  |  Published in Allgemeines, Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

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„Das haben wir nicht verdient“: Die Angst der Roma-Flüchtlingskinder vor Abschiebung (Teil IV)

GfbV Berlin: Der Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland wird für dieses Jahr auf 800.000 ge­schätzt. Um Platz für sie zu schaf­fen, sollen vor allem Roma aus dem Kosovo ab­ge­scho­ben wer­den. Darun­ter Hun­derte Kinder, die in Deutsch­land ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen sind. Doch was be­deu­tet das für die Flüchtlings­kinder? Wir las­sen fünf von ihnen zu Wort kom­men. Rahim, heute 22, erinnert sich:

Rahim*: „Kosovo fühlt sich nicht wie Heimat an“


Ich bin vor 22 Jahren im Kosovo geboren. Zusam­men mit meinen Eltern bin ich von dort aus nach Deutschland geflo­hen. Damals war ich noch ein Klein­kind, wes­halb ich mich nicht an die Flucht erin­nere. Aber meine Eltern haben mir er­zählt, dass wir mit dem Auto zuerst über die deut­sche Gren­ze bis nach Olden­burg ge­kom­men sind. Dort wurden wir zu unserer Flucht und un­se­ren Grün­den, warum wir nun in Deutschland sind, be­fragt. Danach ging es für uns nach Nord­horn in Nieder­sachsen. Hier lebe ich nun schon sehr lange mit meiner Fa­milie. Mein Vater ist mittler­weile lei­der gestor­ben, wes­halb meine Mutter für uns Kin­der allein auf­kom­men muss. Ich wür­de mir wün­schen, dass ich end­lich einen Job fin­de, um meine Mutter fi­nan­ziell zu unter­stützen. Die Arbeits­suche wäre leich­ter mit einem Auf­ent­halts­titel. Denn seit unse­rer An­kunft in Deutsch­land haben wir alle nur eine Dul­dung.

Ich habe mir seit unserer Flucht natür­lich ein Leben in Deutsch­land auf­ge­baut. Das Koso­vo fühlt sich nicht wie meine Hei­mat an, nur weil ich dort ge­boren wurde. Ich bin in Deutsch­land zu Hau­se. Read the rest of this entry »

Falsche Polizisten sengen Roma-Zelte an

November 12th, 2015  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Zwei Männer im Alter von 36 bzw. 38 Jahren betra­ten Mitt­woch­nacht in Dornbirn ein Zeltlager rumä­ni­scher Bettler und gaben sich als Polizei­beamte aus, um von den Roma Geld für die Flächen­nutzung zu for­dern. Als sich die Not­reisen­den wei­ger­ten, traten die falschen Poli­zis­ten gegen die Zelte und rüt­telten an ihnen. Mit einem Feuerzeug seng­ten sie zwei der Kunst­stoff­zelte an; in einem der Zelte ent­stand ein größeres Brandloch. ORF.at mel­det:

Es folgte eine körperliche Auseinandersetzung zwischen den Angreifern und den Rumänen, die sich zu verteidigen versuchten. Um Anschluss mel­de­ten sich die fal­schen Poli­zis­ten bei der echten Polizei und gaben zu Pro­tokoll, Opfer einer Körper­ver­letzung ge­worden zu sein. Bei den Nach­for­schun­gen stellte sich der wahre Sach­verhalt heraus.

Der Angriff ereignete sich vor dem Hinter­grund heftiger Debatten über Not­reisen­de in Vorarlberg. Erst vor we­ni­gen Tagen wurde ein nicht ge­neh­mig­tes Bettler-Zelt­lager in Dorn­birn poli­zei­lich geräumt.

(dROMa)

Jelena: „An einem seidenen Faden“

November 11th, 2015  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

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„Das haben wir nicht verdient“: Die Angst der Roma-Flüchtlingskinder vor Abschiebung (Teil III)

GfbV Berlin: Der Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland wird für dieses Jahr auf 800.000 ge­schätzt. Um Platz für sie zu schaf­fen, sollen vor allem Roma aus dem Kosovo ab­ge­scho­ben wer­den. Darun­ter Hun­derte Kinder, die in Deutsch­land ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen sind. Doch was be­deu­tet das für die Flüchtlings­kinder? Wir las­sen fünf von ihnen zu Wort kom­men:

Jelena*: „Unsere Zukunft hängt an einem seidenen Faden“


Unsere Großfamilie, unsere Groß­eltern, Eltern und Geschwis­ter so­wie unsere zwei Onkel mit deren Ehe­frauen ka­men 1999 aus dem Koso­vo nach Deutschland. Wir leben nun schon seit 15 Jah­ren in Göttingen. Un­ser Groß­vater erzählte oft, dass wir in Lipljan ein schö­nes Haus hatten. Nie­mand hätte geahnt, dass es zum Krieg kom­men würde. Doch der Krieg brach aus und unsere Groß­fami­lie kam nach Deutsch­land. Inzwi­schen sind wir drei Ehe­paare und 19 Kin­der. Unsere Oma wohnt bei uns. Der Groß­vater ist letz­tes Jahr gestor­ben. Meine Schwes­ter war noch Baby, als unsere Familie flüch­tete. Wir ande­ren Kinder sind in Deutsch­land gebo­ren. Auf­ge­wach­sen sind wir alle hier. Deutsch ist unsere Mutter­sprache. Wir spre­chen zu Hau­se auch Romanes, aber unter­einan­der und mit un­se­ren Freun­den re­den wir auf Deutsch.

Wir sind dankbar, dass wir hier leben dürfen. Wir sind in Verei­nen und machen bei Theater­pro­jek­ten mit. Unsere Eltern haben es leider schwer, eine Arbeit zu fin­den. Ihnen fehlt die richtige Qua­li­fi­zie­rung. Nach vie­len Ableh­nun­gen sind sie depri­miert und unglück­lich. Unser seit Jah­ren ungelös­ter recht­licher Status macht un­se­re Eltern und uns auch kaputt. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (122)

November 10th, 2015  |  Published in Facts & Figures

Fast die Hälf­te (45%) der bul­ga­ri­schen Ro­ma hat kei­ne Kran­ken­ver­si­che­rung.

(Quelle)

Zeko: „Deutschland ist unsere Heimat“

November 9th, 2015  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

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„Das haben wir nicht verdient“: Die Angst der Roma-Flüchtlingskinder vor Abschiebung (Teil II)

GfbV Berlin: Der Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland wird für dieses Jahr auf 800.000 ge­schätzt. Um Platz für sie zu schaf­fen, sollen vor allem Roma aus dem Kosovo ab­ge­scho­ben wer­den. Darun­ter Hun­derte Kinder, die in Deutsch­land ge­bo­ren und auf­­ge­wach­sen sind. Doch was be­deu­tet das für die Flüchtlings­kinder? Wir las­sen fünf von ihnen zu Wort kom­men. Auf Šaban folgt Zeko:

Zeko*: „Deutschland ist unsere Heimat“


Ich bin 8 Jahre alt und komme aus Göttingen. Hier bin ich auch geboren. Meine Eltern stam­men aus dem Kosovo, wo auch mein ältes­ter Bruder ge­bo­ren wurde. Sie leben nun schon seit 15 Jah­ren in Deutsch­land. Ich selbst war noch nie im Koso­vo und meine Eltern re­den auch nicht so viel darü­ber, wie es im Ko­sovo ist. Ich weiß nur, dass es schlimm für sie war, dass sie flie­hen muss­ten. Und ich weiß auch, dass man im Kosovo Alba­nisch und Ser­bisch redet. Aber das kann ich nicht spre­chen. Ich spreche zu Hause mit mei­nen Eltern Romanes und mit allen an­de­ren, also mit meinen Geschwis­tern und mit meinen Freun­den, Deutsch. In Deutschland habe ich al­le mei­ne Freun­de. Ein paar an der Schule und ganz viele auch in unserer Nach­bar­schaft. Mit den Nach­bars­kin­dern spie­le ich nach der Schule oft draußen oder wir gehen Fuß­ball spielen.

Ich denke, es wäre schlimm für mich und meine Fa­mi­lie, wenn wir in das Ko­so­vo gehen müss­ten. Wir ken­nen dort ja nie­man­den. Und wie soll ich dort reden und mich ver­stän­di­gen? Read the rest of this entry »

Harengerengeri praksis le Zigeuner-akaripeha

November 8th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Radio Roma samRoma sam
Radijo Burgenland:
2.11.2015 | (on demand)

Marius Weigl (Foto: privat)Anticiganismus o lek bibastaleder adiveses­kero proble­mo hi. Ande but euro­pi­tike vila­gi, aja aver­si­jona ande bibas­tale prik astri­pes­kere koji sikal pe. I defin­a­cijona jek sajt but schel­ber­scha tradi­rimo diskri­mi­nacija­kero komplek­so, gejng o ojs „Zigeuner“ akar­de, stigma­ti­si­rime taj tra­dime manu­scha, aka­rel.

O historikeri Marius Weigl, savo pra diploma­kera butja­ke „Für die öffent­liche Sicher­heit. Zur Genese der anti­ziga­nis­ti­schen Norm in Öster­reich zwi­schen 1918 und 1938“ o patija­ripe le bunda­kere ministe­ri­jumis­tar la visen­schof­take taj le for­schi­ni­pestar usch­ti­dija, and diki­pe ande pri buti del: 1918 ando Nimtsch­ko-austri­tiko Schto­tis­kero Birov­tschago le andrut­neske butscho­lahi, hot o „Zigeuner phutschajipe“ putri­m hi. Usar o bersch 1938 austri­tike birov­tschage so­rale ande pumen beschar­nahi, kaj o „putripe le Zigeu­ner-phut­scha­ji­pestar“ ando tscha­tschipe prik be­schardo te ol. Pal 1945 taj te ando avre ber­sche meg, o flogos­kere grup­na­kere dschene le „Zigeuner-aka­ripeha“ kate­go­ri­sirim ule. Bute­der pedar, schunen tu­men andi sen­dung „Roma sam“ upro Radijo Bur­gen­land.

(volksgruppen.orf.at)

Polizeipraxis mittels „Zigeuner-Begriffs“

November 8th, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland:
2.11.2015 | (on demand)

Marius Weil beim Vortrag in Schlaining (Foto: Roma-Servce) Antiziganismus ist eines der drän­gendsten gegen­wär­ti­gen gesell­schaft­li­chen Proble­me. In vielen euro­päi­schen Län­dern artet die­ses Ressen­ti­ment in gewalt­vollen Aus­brüchen aus. Der Begriff bezeich­net einen seit Jahr­hun­der­ten tra­dier­ten Vorurteils­komplex gegen­über als „Zi­geu­ner“ etikettier­ten, stig­ma­ti­sier­ten und ver­folg­ten Indi­vi­duen.

Der Historiker Marius Weigl, der für seine Diplom­arbeit „Für die öf­fent­li­che Sicher­heit. Zur Genese der anti­ziga­nis­ti­schen Norm in Öster­reich zwi­schen 1918 und 1938“ (hier) mit dem Wür­di­gungs­preis des Bundes­minis­te­riums für Wissen­schaft und For­schung aus­gezeich­net wurde, gab bei den Schlai­nin­ger Gesprä­chen Ein­blick in seine Arbeit: 1918 hieß es im Deutsch-öster­rei­chi­schen Staat­samt des Inneren, dass die „Zigeuner­frage“ ge­löst sei. Ab 1938 inter­ve­nier­ten die hie­si­gen Behör­den mas­sivst, um die „Lösung der Zigeuner­frage“ zu voll­enden. Und nach der Be­frei­ung 1945 und in den Folge­jahren wurden Volks­gruppen­ange­hö­rige mit­tels des „Zigeu­ner-Begriffs“ kate­go­ri­siert. Mehr darüber er­fah­ren Sie in der Sen­dung „Roma sam“ auf Radio Bur­gen­land.

(volksgruppen.orf.at)

Šaban: „Menschen zweiter Klasse“

November 7th, 2015  |  Published in Interview, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

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„Das haben wir nicht verdient“: Die Angst der Roma-Flüchtlingskinder vor Abschiebung (Teil I)

GfbV Berlin: Der Zustrom an Flüchtlingen nach Deutschland wird für dieses Jahr auf 800.000 ge­schätzt. Um Platz für sie zu schaf­fen, sollen vor allem Roma aus dem Kosovo ab­ge­scho­ben wer­den. Darun­ter Hun­derte Kinder, die in Deutsch­land ge­bo­ren und auf­ge­wach­sen sind. Doch was be­deu­tet das für die Flüchtlings­kinder? Wir las­sen fünf von ihnen zu Wort kom­men:

Šaban*: „Die Duldung macht uns zu Menschen zweiter Klasse“


Ich bin 15 Jahre alt und habe drei ältere Geschwister, zwei Brüder und eine Schwes­ter. Mein ältes­ter Bruder war bei der Flucht mei­ner Eltern zwei Jahre alt. Wir ande­ren sind alle in Deutsch­land gebo­ren. Meine Eltern ent­schlos­sen sich 1988 für die Flucht aus dem Kosovo, als mei­nem Vater an­ge­droht wurde, dass er von der ser­bi­schen Armee zwangs­mobi­li­siert wer­den könn­te. Nur in der Flucht aus dem Ko­sovo sa­hen sie eine Ret­tung.

Seit 26 Jahren leben meine Eltern nun in Duldung. Ich bin so­zu­sa­gen in den Status hinein­ge­boren. Alle 2 bis 6 Monate wird er ver­län­gert. Die kurze Gül­tig­keit einer Duldung und die Auf­lagen, die damit ver­bun­den sind, haben das nor­ma­le Leben un­se­rer Familie un­mög­lich gemacht. Die seit Jahr­zehn­ten gel­tende Residenz­pflicht[1] machte es prak­tisch un­mög­lich, dass sich meine Eltern rich­tig be­tä­ti­gen. Read the rest of this entry »

THARA: 10 Jahre arbeitsweltliche Inklusion

November 6th, 2015  |  Published in Einrichtungen, Veranstaltungen & Ausstellungen

Thara Mit einem Festakt am 4. November be­ging THARA das 10-jäh­ri­ge Ju­bi­läum

Thara, 5.11.2015: Die Volkshilfe tritt dafür ein, dass alle Men­schen alle Chancen haben. Männer und Frauen, Kinder genau so wie äl­tere Men­schen, Romnja/Ro­ma und Sinti­ze/Sinti, ob seit Jahr­hun­der­ten autochtho­ne Öster­rei­cherIn­nen oder zu­gewan­derte, genau so wie alle ande­ren Men­schen. Dieser Grund­gedanke, der sich durch die Arbeit der Volkshilfe seit ihrer Grün­dung im Jahr 1947 zieht, stand auch am Beginn von THARA. Dabei haben ver­schie­dene gesell­schaft­li­che Gruppen auch spe­zielle Bedürf­nisse, die es zu berück­sich­ti­gen gilt. Auch diese Über­legung war Teil des Kon­zepts.

Am 4. November 2015 feierte THARA 10-jähriges Jubiläum im schönen Marmor­saal des Sozial­minis­te­riums. Erich Fenninger, Di­rek­tor der Volks­hilfe sagt in seiner Rede: „Es erfüllt mich mit Stolz, dass ich dieses spe­zielle öster­rei­chi­sche Arbeits­markt­projekt, das so gut zur Idee der Volks­hilfe passt, von An­beginn an ver­ant­wor­ten und beglei­ten durfte“. Auch Bundes­mi­nis­ter Hundstorfer unter­stützt das Projekt seit der Grün­dung und gratu­liert den Projekt­ver­ant­wort­li­chen: „Die Diver­si­tät der Men­schen, die sich an THARA wandten und wen­den, ist beein­dru­ckend. Sie macht deutlich, dass durch diese Arbeit Stereo­typen ver­än­dert wer­den, die mit den Lebens­reali­tä­ten der Roma und Sinti in Öster­reich nichts zu tun haben. Vieles liegt aber noch vor uns. Wir müs­sen weiter gemein­sam die Be­kämpfung von Dis­krimi­nie­rung im und vor allem beim Zu­gang zum Arbeitsmarkt vorantreiben“.

Die Projektleiterin Usnija Buligovic fin­det ebenso emotio­nale Worte: „Damals hatte ich nicht ge­dacht, dass THARA so eine wich­tige Rolle in meinem Lebens spie­len würde. Aber ich habe von Anfang an ge­wusst, dass dieses Projekt ein wich­tiger Meilen­stein in der Ge­schichte der Roma in Wien wer­den würde“. Read the rest of this entry »

Gondolinipeskero than schendim ulo

November 3rd, 2015  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

Sinti-und-Roma-Denkmal in Berlin (Foto: Marko Priske)Berlin — O pasche le bundakere dijestar pasch­limo gondo­li­ni­pes­kero than le ando holocaust mur­darde Sinti­jen­dar taj Romen­dar, jeke „Haken­kreuz-iha“ taj le alave­ha „Vergasen“ aun pisim ulo. Sar i schtif­tung gon­do­li­nipes­kero than le mur­darde dschi­div­tschenge la Eu­ro­patar tsche­ter­tekon phen­tscha, odola pisi­nip­tscha imar bejg khosle ule. O schtif­tunga­kero direk­teri Uwe Neumärker ada prik as­ta­ripe ojs „agresivi anti­ciga­nis­mus“ akar­tscha. O schto­tis­kero araki­pes­kero birov­tschago ande anda peri­pe gejng naprin­dschar­de pa­nasi tschil. I schtif­tung, savi upro gon­do­li­ni­pes­kero than dikel phen­tscha, hot i sicher­hajt pasche o gon­do­li­nipes­kero than le 500.000 Sinti­jenge taj Ro­menge, save masch­kar 1939 taj 1945 le nacijo­nal­socijalis­ten­dar mur­darde ule, sora­le­der kerdi ol. „Te andi Germa­nija amare manu­scha 70 berscha pal o flogos­kero mur­da­ripe meg mindig o sako diveses­kero argra­ni­ca­lipe taj i diskri­mi­na­cija esbe iste len“, phentscha o Romeo Franz, kom­po­nisto jeke cidime mu­schi­ka­kere fala­tostar ang­lo gon­do­li­ni­pes­kero than. Read the rest of this entry »