Polizeipraxis mittels „Zigeuner-Begriffs“
November 8th, 2015 | Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Roma sam
Radio Burgenland: 2.11.2015 | (on demand)
Antiziganismus ist eines der drängendsten gegenwärtigen gesellschaftlichen Probleme. In vielen europäischen Ländern artet dieses Ressentiment in gewaltvollen Ausbrüchen aus. Der Begriff bezeichnet einen seit Jahrhunderten tradierten Vorurteilskomplex gegenüber als „Zigeuner“ etikettierten, stigmatisierten und verfolgten Individuen.
Der Historiker Marius Weigl, der für seine Diplomarbeit „Für die öffentliche Sicherheit. Zur Genese der antiziganistischen Norm in Österreich zwischen 1918 und 1938“ (hier) mit dem Würdigungspreis des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung ausgezeichnet wurde, gab bei den Schlaininger Gesprächen Einblick in seine Arbeit: 1918 hieß es im Deutsch-österreichischen Staatsamt des Inneren, dass die „Zigeunerfrage“ gelöst sei. Ab 1938 intervenierten die hiesigen Behörden massivst, um die „Lösung der Zigeunerfrage“ zu vollenden. Und nach der Befreiung 1945 und in den Folgejahren wurden Volksgruppenangehörige mittels des „Zigeuner-Begriffs“ kategorisiert. Mehr darüber erfahren Sie in der Sendung „Roma sam“ auf Radio Burgenland.