Vorurteilsstudie in Tschechien
Dezember 17th, 2015 | Published in Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft
Umfrage zeigt starke Vorurteile gegenüber Minderheiten: Bild von Roma am negativsten
Eine Umfrage, die im Auftrag des Soziologischen Instituts der Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik durchgeführt wurde, ergab, dass die überwiegende Mehrheit der Tschechen starke Vorurteile gegenüber ethnischen und religiösen Minderheiten hegt. Für die Studie (eine Zusammenfassung auf Tschechisch finden Sie hier) hat die Agentur Focus Anfang Dezember 1.051 Personen über 18 Jahre befragt. Die stärkste Ablehnung trifft demnach die Minderheit der Roma: 85 Prozent der befragten Tschechen stimmten der Aussage zu, Roma seien faul. Mehr als vier Fünftel halten Roma für kriminell. Eine besonders negative Einstellung zeigten die Befragten auch gegenüber Menschen muslimischen Glaubens. Muslime werden als gewalttätig eingeschätzt. 43 Prozent der Befragten reihten Muslime am Ende einer Negativ-Skala von 1 bis 5 ein, weitere 25 Prozent bewerteten sie mit dem Wert 4. Die Befragung untersuchte darüber hinaus auch die Einstellungen gegenüber Syrern, Ukrainern, Russen, Vietnamesen und Slowaken. Dabei erhielten die Slowaken als einzige Nationalität in allen Teilbereichen eine positive Bewertung. Nur im Punkt „Fleiß“ erzielten die Vietnamesen höhere Werte.
Jede zweite Firma will keine Roma
Bei einer Umfrage, welche die ČSOB Bank für die Tageszeitung Právo im Juli durchführte, gaben 48 Prozent der Unternehmen an, dass sie keine Roma einstellen würden: 15 Prozent der Firmen erklärten, auf keinen Fall Roma aufzunehmen, auch dann nicht, wenn diese über alle erforderlichen Qualifikationen verfügen; 33 weitere Prozent antworteten, dass sie dann Roma-Arbeitnehmer „eher nicht“ einstellen würden. Lediglich 14 Prozent gaben an, sie hätten kein Problem mit Roma als Arbeitnehmern, wenn diese die nötige Qualifikation vorweisen.
(dROMa)