Österreich-Ausstellung in Auschwitz
Dezember 22nd, 2015 | Published in Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV
Roma sam
Radio Burgenland: 7.12.2015 | (on demand)
Die 1978 eröffnete Österreich-Ausstellung im Staatlichen Museum der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau begrüßte Besuchende mit einer Eingangstafel, auf der „Österreich – Erstes Opfer des Nationalsozialismus“ zu lesen war. Lange Zeit war diese Opferthese Teil der österreichischen Identität. Mit dem Wandel des Bewusstseins um die Mitverantwortung Österreichs an den Verbrechen des Nationalsozialismus wurde schließlich eine Neugestaltung gefordert. 2013 wurde die Ausstellung von 1978 im Block 17 der Gedenkstätte geschlossen. Als Resultat europaweiter Wettbewerbe wurde 2014 die Neukonzeption der Ausstellung und 2015 deren Gestaltung beauftragt. Die Ausstellungsidee „Entfernung. Österreich in Auschwitz“ verweist auf die geografische Entfernung zwischen Österreich und Auschwitz, zugleich aber auch auf die physische Entfernung der nach Auschwitz Deportierten, aus Österreich und aus dem Leben. Die Ausstellung setzt diese Entfernungen in den Mittelpunkt und bringt den Anfang der Geschichte in Österreich und deren Ende in Auschwitz den Besuchern nahe.
In der Sendung gibt die Historikerin und Kuratorin Birgit Johler Einblicke in die Neugestaltung der österreichischen Länderausstellung im Staatlichen Museum Auschwitz-Birkenau unter Berücksichtigung der Opfergruppe der Roma und Sinti in Auschwitz. Die in der Darstellung verschränkte Geschichte der österreichischen Opfer und Tätern wird zu einer adäquaten Vermittlung der Rolle Österreichs in der Geschichte des Nationalsozialismus beitragen. Mehr darüber in der Sendung „Roma sam“.