Trapped by Law von Sami Mustafa
Januar 31st, 2016 | Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte | 1 Comment
Dokumentarfilm, Kosovo, D 2015 / 90 Min.
romanes, alban., deutsch, engl., serb.
Regie & Produktion: Sami Mustafa
Kamera: Sami Mustafa, Faton Mustafa, Janis Matzuch
Schnitt: Carina Mergens, Nicole Kartlüke
TRAPPED BY LAW erzählt die Geschichte von Kefaet und Selami. Die Brüder und Rap-Künstler sind in Essen als Asylbewerber mit stetig unsicherem Aufenthaltsstatus aufgewachsen. Kefaet wurde in Prizren im Kosovo geboren. Im Alter von vier Jahren fliehen seine Eltern mit ihm aus dem vom Krieg gebeutelten und insbesondere für Roma gefährlichen Gebiet. Selami ist in Essen geboren und zuvor nie im Kosovo gewesen. Im März 2010 werden die inzwischen erwachsenen Brüder aus Deutschland in den Kosovo abgeschoben. In ein Land, das ihnen vollkommen unbekannt ist, getrennt von ihren Eltern, ihrem älteren Bruder und von Kefaets Kindern Djelan und Djihan, die alle weiterhin in Deutschland leben.
Im Kosovo sind die smarten jungen Männer zunächst wie Touristen im „eigenen“ Land unterwegs. Sie hängen mit einem neuen Freund ab, der ebenfalls aus Deutschland abgeschoben wurde, unternehmen auch einen Kurztrip in das Heimatdorf ihrer Eltern. Alles ganz interessant, aber auch so fremd hier. Die Bemühungen um eine Ausreisegenehmigung nach Deutschland prägen den Alltag – erst recht als nach den ersten Monaten staatlicher Hilfe aus Deutschland das Geld ausgeht. Arbeit ist nicht zu finden. Die Verständigung teilweise schwierig. Ihre Rhymes und Texte schreiben sie nach wie vor auf Deutsch – in ihrer Alltagssprache, in der sie sich am besten ausdrücken können.
Drei Monate nach der Abschiebung kommt ihre Mutter Farie zu Besuch. Sie will ihren Söhnen Beistand leisten und hilft ihnen, sich Papiere zu beschaffen. Aber alles ist und bleibt kompliziert, und es dauert Monate, bis die behördlichen Probleme auch nur annähernd gelöst sind. Eine nicht enden wollende Odyssee durch den Behördendschungel, die geprägt ist von immer neuen Hoffnungen und Enttäuschungen, einem neuen Freundeskreis, der sie musikalisch und mit einem Dach über dem Kopf unterstützt und Kefaets ständiger Sehnsucht nach seinen Kindern.
Sami Mustafa begleitet in seinem ersten langen Dokumentarfilm zwei junge Männer, die ihre alte Heimat verloren und ihre neue noch nicht gefunden haben – exemplarisch für hunderte Abgeschobene Jahr für Jahr. Ein Film über Heimat, Familie, Flucht und das Gefü̈hl, zwischen zwei Welten zu leben.
(Text: Kasseler Dokfest, Katalog 2015)
Januar 31st, 2016 at 22:35 (#)
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