Archive for Januar 28th, 2016

Senkrechtstarter Norbert Balogh

Januar 28th, 2016  |  Published in Sport

Senkrechtstarter Norbert Balogh, die neue Nr. 22 in Palermo (Foto: US Palermo)Ungarns bestbezahlter Fußballer ist ein Rom: Norbert Balogh wurde von US Palermo unter Vertrag ge­nom­men und wechselt von seinem unga­ri­schen Heimat­verein VSC Debrecen nach Italien. Der italienische Serie-A-Verein hat für Balogh eine Ablöse­summe von 2,2 Millionen sprin­gen lassen. Der 19-Jährige hat sich für vier­einhalb Jahre ver­pflich­tet – und wird dafür die stolze Summe von ins­gesamt 2,8 Millio­nen einstreichen. Norbert Balogh hat die Fußball­aka­de­mie in Debrecen ab­sol­viert und begann seine Lauf­bahn in Hajdúböszörmény. Er zählt auch zum Stamm­kader des ungarischen U21-Nationalteams. Über seine Herkunft erzählte Balogh in einem Inter­view einmal selbst (zit. n. Romea.cz):

Ich bin in einer Roma-Siedlung in Hajdúböszörményi aufgewachsen. Meine Eltern hatten sehr wenig Geld und es kam mehr als einmal vor, dass wir ohne Abendessen ins Bett mussten. Diese Armut hat mir viel Kummer bereitet und ich habe mich geschämt, weil die anderen Kinder in der Schule modische Schuhe trugen, während ich nur welche aus dem Secondhandladen hatte. Ich kann mich erinnern, wie betrübt ich einmal wegen einer Markenschuhe-Reklame war, in der David Beckham zu sehen war, weil es mir damals ganz klar war, dass so etwas für mich nicht in Frage kam. Wenn ich daran zurückdenke, bin ich für meine Kindheit, natürlich, auch dankbar: Sie hat mir beigebracht, das, was ich habe, umso mehr zu schätzen. Selbst wenn meine Erfolge weiter andauern, selbst wenn ich nie wieder finanzielle Entbehrungen erdulden muss, werde ich nie vergessen, woher ich komme. Ich pflege noch immer meine Freundschaften und Beziehungen mit den Leuten aus der Siedlung und ich möchte, dass dies auch in Zukunft so bleibt. Read the rest of this entry »

RomArchive: Ein Projekt sucht sein Logo

Januar 28th, 2016  |  Published in Einrichtungen

RomArchiveDas 2015 angelaufene RomArchive sucht noch sein Logo – oder genauer: das Key Visual. Die Ent­würfe sol­len den Cha­rak­ter als „pan­euro­päi­sche Kultur­projekt“ er­ken­nen las­sen und alle drei Unter­titel in­tegrie­ren:

RomArchive – Digital Archive of the Roma
Digitales Archiv der Sinti und Roma
Romano Digitalno Archivo

Das RomArchive bittet um die Einsendung von maxi­mal zwei Entwürfen (per Email an keyvisual@romarchive.eu). Aller­dings drängt be­reits die Zeit: Die Frist für die Ein­rei­chung von Bei­trä­gen läuft nur noch bis 31. Jänner 2016. Die Ent­schei­dung über den Sieger­ent­wurf trifft der RomArchive-Bei­rat am 15. Febru­ar 2016 auf Basis der ein­ge­reich­ten Ent­würfe. Von einer Prä­sen­ta­tion wird ab­ge­sehen. Der Sie­ger/Die Sie­ge­rin wird nach der Ent­schei­dung des Beirats be­auf­tragt und er­hält einen Ver­trag mit finan­ziel­ler Ver­gütung (die bloße Teil­nah­me wird nicht ver­gütet). An­sprech­part­ner ist Armin Ulm: +49/(0)30/69598034 oder +49/(0)30/61201673.

Die Ausschreibung im vollen Wortlaut (und inklusive Projekt­vor­stel­lung) finden Sie hier. Im Folgen­den einige Aus­füh­run­gen über die grafi­schen Vor­gaben:

Zu den Anders als in „hegemonialen“ Archiven, in denen Sinti und Roma meist ausschließlich stereotyp dargestellt werden, steht bei RomArchive ihre Selbstrepräsentation im Mittelpunkt: Es entstehen Erzählungen, die gerade auch die Heterogenität ihrer unterschiedlichen nationalen und kulturellen Identitäten widerspiegeln; der Reichtum einer jahrhundertealten und bis in die Gegenwart überaus lebendigen wie vielseitigen künstlerischen und kulturellen Produktion, die eng mit der europäischen verwoben ist, wird öffentlich sichtbar und zugänglich. Auf diese Weise will das Projekt auch den hartnäckig bestehenden Vorurteilen und Fremdbildern entgegentreten. Somit richtet sich RomArchive nicht nur an Europas größte Minderheit, sondern auch an Europas Mehrheitsgesellschaften.

Die Herausforderung bei der Entwicklung des grafischen Konzepts besteht also darin, gängige Stereotypen und Klischees nicht zu reproduzieren und nicht folkloristisch zu werden. Dies gilt insbesondere hinsichtlich der Wort-Bild-Marke. Bitte verwenden Sie keine Räder, Wohnwagen oder ähnliche Klischees, auch nicht um sie ironisch zu brechen. Read the rest of this entry »