Archive for Juli, 2009

Auschwitz: Kein Geld für Roma-Gedenken

Juli 31st, 2009  |  Published in Geschichte & Gedenken, Medien & Presse, Politik

tazIn der „taz“ berichtet Gabriele Lesser über Turbulenzen im Vorfeld der Roma-Holocaust-Gedenkfeier in Auschwitz. Nachdem die polnische Regierung die Mittel für den Auschwitz-Gedenktag der Roma am 2. August gestrichen hat, ist nun die Jüdische Gemeinde eingesprungen und rettet die Feier zum 65. Jahrestag der Liquidierung des „Zigeunerlagers“:

Polens Roma fühlen sich diskriminiert. „Wenn es um die Erinnerung an Polen geht, an polnische Opfer und Helden, ist der Regierung nichts zu teuer“, empört sich Roman Kwiatkowski, der Vorsitzende der Roma-Vereinigung in Polen. „Aber wenn es um unser Gedenken an die Vergasung der letzten Roma im ,Zigeunerlager‘ in Auschwitz geht, fällt den Politikern plötzlich ein, dass kein Geld mehr in der Kasse ist!“ Tatsächlich wird Polen den Jahrestag des Warschauer Aufstands 1944 wieder ganz groß begehen. Am 1. August werden um 17 Uhr die Sirenen im ganzen Land heulen. Staatspräsident Kaczynski und Premier Tusk werden über polnische Opfer und Helden sprechen. Doch zur Gedenkveranstaltung der Roma in Auschwitz einen Tag später wird kein einziger ranghoher Politiker Polens erscheinen. Nicht einmal einen finanziellen Zuschuss zum Jahrestag der Liquidierung des „Zigeunerlagers“ vor 65 Jahren wird es geben.

„Als ich hörte, dass die Roma das organisierte Gedenkkonzert in der Krakauer Philharmonie absagen und sogar Überlebende des Lagers und deren Angehörige wieder ausladen müssen, habe ich sofort zum Hörer gegriffen“, sagt Piotr Kadlcik, der Vorsitzende des Jüdischen Gemeindeverbands in Polen. Innerhalb kürzester Zeit organisierte er eine Solidaritätsaktion. (…) Read the rest of this entry »

„Sie hatten immer Stil“ – dROMa 22/2009

Juli 30th, 2009  |  Published in dROMa (Magazin)

dROMA 22/2009

Seit kurzem ist die Sommernummer unserer zweisprachigen Zeitschrift dROMa kostenlos auch als PDF-Download verfügbar. Was Sie im aktuellen Heft erwartet, erfahren Sie hier:

Grob gezeichnete und oft falsche Bilder von den Roma gibt es genug. Selten findet man eine differenzierte Außensicht – zumal wenn sie so einprägsam formuliert ist wie die von Dimitré Dinev. In diesem Heft bringen wir den ersten Teil des Interviews, das Michael Teichmann mit dem österreichischen Schriftsteller mit bulgarischen Wurzeln geführt hat:

„Was mich an den Roma auch immer beeindruckt hat, war ihr Stil. Sie hatten immer Stil, waren immer stilvoll angezogen, sie hatten wunderschöne Hüte, geputzte Schuhe – in einer Zeit, als alles eher grau und einfärbig war.“ Dinev recherchiert zur Zeit für ein neues Projekt zu bettelnden Kindern (darüber mehr im zweiten Teil des Gesprächs im nächsten dROMa).

Lydia Anstiss stellt in einem Gastbeitrag die Initiative THARA vor, die unter der Ägide der Volkshilfe ein in Österreich einzigartiges Projekt auf die Beine gestellt hat: „THARA – Romnija/Roma in Transition“ ist eine arbeitsmarktpolitische Maßnahme eigens für Roma, die Orientierung in der Arbeitswelt und (ethnische) Identität nicht als getrennte, sondern voneinander abhängige Felder begreift: „Viele wissen sehr wenig über ihre eigene Kultur und fühlen sich außerhalb ihrer Familien daher immer unsicher. Es ist uns wichtig, dass sie ihre Familienkultur als positiv erleben, aber eben auch die Kultur, in der sie arbeiten wollen, verstehen.“

Und den Stand der Forschung zum nationalsozialistischen Genozid an den Roma in Osteuropa gibt ein kürzlich erschienener Sammelband wieder, den Michael Wogg für Sie gelesen hat. Read the rest of this entry »

Roma sam: Romengero ladipe Cejiste

Juli 28th, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV, Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo Roma samRoma sam
Radijo Burgenland
: 27.7.2009, 20:50 orenge

Kurkeste ando 9. august 2009 o tradicijoneli Romengero ladipe Cejiste hi. Ada bersch i mischa andi bari khangeri o baro raschaj Paul Iby andar i Tikni Martona likerel. Ada plilgerakero drom sikal jek schelberschengeri dugi tradicija upre, savi maschkar o nacijengero reschim fabitim ulo, taj ando bersch 1996 le austritike Romengere farajnenendar papal ando dschivipe vrischtschado ulo. Organisirim ol o ladipe Cejiste le Referatistar le ethnischi grupnenge, le farajn Roma-Servicejistar, le Kulturakere Farajnistar le Austrike Romendar, VHS-le burgenlanditike Romendar, le Romano Centrostar le Farajn Ketanistar Linz taj la organisacijonatar „MADHOUSE“ andar München. I anglutni buti imar naschel phukal i Monika Scheweck andar o Referat le ethnischi grupnenge ando vakeripe la Susanne Horvathaha.

Emmerich Gärtner-Horvath, ORF Volksgruppenredaktion
volksgruppen.orf.at

Roma sam: Roma-Wallfahrt nach Mariazell

Juli 27th, 2009  |  Published in Brauchtum & Tradition, Radio, Podcast & TV, Religion, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland
: 27.7.2009, 20:50 Uhr

MariazellAm Sonntag den 9. August 2009 findet die traditionelle Roma-Wallfahrt nach Mariazell statt. Dieses Jahr hält den Festgottesdienst in der Basilika Diözesanbischof Paul Iby ab. Diese Pilgerreise weist eine jahrhundertlange Tradition auf, die während des NS-Regimes unterbunden wurde und 1995 von den österreichischen Roma-Vereinen wieder ins Leben gerufen wurde. Organisiert wird die Roma-Wallfahrt vom Referat für ethnische Gruppen der Diözese Eisenstadt, Verein Roma-Service, Kulturverein österreichischer Roma, Romano Centro, Verein Ketani Linz, von der VHS der burgenländischen Roma und Organisation „MADHOUSE“ aus München. Die Vorbereitungsarbeiten sind im vollen Gange, erzählt Monika Scheweck vom Referat für ethnische Gruppen im Gespräch mit Susanne Horvath.

Emmerich Gärtner-Horvath, ORF Volksgruppenredaktion
volksgruppen.orf.at

Jung, Rom und Europäer – Seminar in Berlin

Juli 26th, 2009  |  Published in Jugend & Bildung, Veranstaltungen & Ausstellungen

„Meine Kinder sollen es mal besser haben als ich“

von Andreu Jerez Ríos, Berlin

In der EU wird in Bezug auf die Gemeinschaft der Roma viel geredet, aber in der Regel wenig gehandelt. Meinungen von jungen Roma und Europäern, von jungen Europäern und Roma.

Im Mai traf sich eine Gruppe Roma aus ganz Europa in der deutschen Hauptstadt. Fünfzig junge Roma und Sozialarbeiter von Jugendorganisationen aus 17 Ländern nahmen mit Unterstützung der Europäischen Kommission an einem Seminar des deutschen Vereins Amaro Drom (Website und Weblog) und von Roma Active Albania teil. Das Berliner Treffen war dem Erfahrungsaustausch und der Entwicklung zukünftiger Projekte gewidmet. Wir sprachen mit sechs Teilnehmern − ein Überblick über die Roma-Jugend Europas, ihre Perspektiven, Ängste und Hoffnungen:  Read the rest of this entry »

Jens Bengelstorf: Die „anderen Zigeuner“

Juli 23rd, 2009  |  Published in Literatur & Bücher, Wissenschaft

Die „anderen Zigeuner“:
Zur Ethnizität der Rudari und Bajeschi in Südosteuropa


Jens Bengelstorf: Die "anderen Zigeuner" (2009)Neuerscheinung von Jens Bengelstorf (Mai 2009)

„Die rumänischsprachigen Rudari und Bajeschi leben in Rumänien, Serbien, Bulgarien, Ungarn, Griechenland, Bosnien, Kroatien und in der Slowakei. Bis heute dominiert bei vielen Menschen die Meinung, dass es sich im Falle dieser Minderheitengruppen um assimilierte Roma handelt, die ihre Sprache und Kultur verloren hätten. Damit deutet der Fall der Rudari und Bajeschi auf eine zentrale Fragestellung bei der Erforschung von Roma- und Zigeunergruppen weltweit hin: Sind alle Zigeuner gleichzeitig Roma? Eine Antwort auf diese Frage wird nur finden, wer marginalisierte Gruppen wie eben auch die Rudari und Bajeschi in ihrer Kultur, ihrer Binnenorganisation und ihren gesellschaftlichen Kontexten begreift. Ihre Geschichte bietet eine Möglichkeit, um die Entwicklungsprozesse von der Entstehung gesellschaftlicher Subsysteme bis hin zur Ethnisierung zu verstehen. Inzwischen ist der Diskurs auch auf der Ebene der Menschen selbst angekommen. Für viele unter den Rudari und Bajeschi stellt ihre unklare Herkunft eine große Verunsicherung dar, da sie weder von den Rumänen noch von den Roma als zu ihnen gehörig anerkannt werden. Einigen aber gelingt es, von dieser Situation zu profitieren, da sie sich je nach Bedarf dem einen oder dem anderen Lager zuordnen können.“  (Eudora-Verlag)

Soweit die Verlagsankündigung zu dieser ursprünglich 2007 als Magisterarbeit an der Universität Leipzig (Forum Tsioganologische Forschung) entstandenen Studie. Und hier finden Sie noch Vorwort (PDF) und Inhaltsverzeichnis (PDF) zur Neuerscheinung.

Jens Bengelstorf: Die „anderen Zigeuner“ – Zur Ethnizität der Rudari und Bajeschi in Südosteuropa, Eudora-Verlag: Leipzig 2009, 200 Seiten, brosch.
ISBN 978-3-938533-29-1

Romengero-kulturakero mulatintschago IRAF

Juli 22nd, 2009  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

IRAF 2009IRAF: 23. dschi 26. juli 2009
Timişoara/Temeswar

 

Rumenija: Taha dschal o 2007 ando dschivipe vrischtschando Internacijonali Romani Art Festival (IRAF) ando rumenitiko Timişoara/Temeswar andi triti karika. Koncertscha taj khelipe, teateri taj film, diskusijontscha taj jagakere shows Roma taj Gadsche upre taj pal o showakero than khetan anen.

 

Te dikel taj te schunel hi usar o 23. dschi 26. juli: Kal (Serbija), Mitsoura (Ungriko), Zdob si Zdub (Moldavija), Paco Peña (Espanija), Dunkelbunt (Austrija), Estelle Goldfarb (Francija), Danube’s Bank (Germanija), Popa Sapca (Rumenija), Honeybeast (Ungriko) taj Ema Dei (Francija). O cilo programo le rumenitike kulturake farajnistar Asociatia Culturala Turn le Romengere pomoschagoha upro pre terdschardo Romengero-kulturakero mulatintschago del adaj.

 

3. International Romani Art Festival

Juli 22nd, 2009  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

iraf-2009IRAF: 23. bis 26. Juli 2009
Timişoara/Temeswar

Morgen geht das 2007 gegründete International Romani Art Festival (IRAF) im rumänischen Timişoara/Temeswar in die dritte Runde. Konzerte und Tanz, Theater und Film, Podiumsdiskussionen und Feuershows bringen Roma und Nichtroma auf und vor den Bühnen zusammen.

Zu sehen und hören sind vom 23. bis 26. Juli u. a.: Kal (Serbien), Mitsoura (Ungarn), Zdob si Zdub (Moldawien), Paco Peña (Spanien), Dunkelbunt (Österreich), Estelle Goldfarb (Frankreich), Danube’s Bank (Deutschl.), Popa Sapca (Rumänien), Honeybeast (Ungarn) und Ema Dei (Frankreich). Die vollständige Programmübersicht des vom rumänischen Kulturverein Asociatia Culturala Turn mithilfe der Roma Decade veranstalteten Roma-Kulturfestivals gibt es hier.

Europa-Menschenrechtskommissar zu Kosovo

Juli 21st, 2009  |  Published in Interview, Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Thomas HammerbergEinige deutsche Bundesländer gehen nun dazu über, aus dem Kosovo geflüchtete Roma in ihr Herkunftsland abzuschieben (dROMa-Blog). Ein schwerer Fehler, sagt Thomas Hammarberg, seit 2006 Menschenrechtskommissar des Europarats (Website), der in den letzten Monaten wiederholt vor der Zwangsrückführung von Kosovo-Roma gewarnt hat. Er sei, erläutert er im Interview mit Norbert Mappes-Niediek (Frankfurter Rundschau), bei seiner Kosovo-Mission im März (dROMa-Blog) zur Überzeugung gelangt, dass die Zeit „für eine Rückkehr, die diesen Namen verdient und nicht bloß Abschiebung ist“, noch keineswegs reif sei:

Ich appelliere an die Regierungen, es nicht zu tun, besonders dann nicht, wenn es um Minderheiten geht. Kosovo hat noch nicht die Kapazität, viele Rückkehrer aufzunehmen. Nach meinem Eindruck handhaben die Regierungen die Frage aber sehr technisch: Kosovo ist jetzt selbstständig, also können wir Rückführungsabkommen schließen. (…) Das (Anm.: das Vorgehen in Niedersachsen und Hessen, wo bereits erste Abschiebungen von Roma durchgeführt wurden) ist eine humanitäre Katastrophe. Ich war in den beiden bekannten Lagern bei Mitrovica, Cesmin Luk und Osterode. Sie liegen auf den Abraumhalden des Bergwerks von Trepca, kein Stück Land im früheren Jugoslawien ist so verseucht. Besonders Kinder haben alarmierende Blutwerte. Die Nato hat ihre Soldaten deshalb von dort abgezogen. Aber die Roma-Kinder leben dort seit zehn Jahren. (…)

Roma sam: Muschika mro dschivipe hi

Juli 20th, 2009  |  Published in Musik, Radio, Podcast & TV

Radijo Roma samRoma sam
Radijo Burgenland: 20.7.2009, 20:50 orenge/Uhr

I muschika ando dschivipe le Romendar imar mindig jek barikano koja sina. O Roma asaj manuscha hi, savengo o talento la muschikake taj le khelipeske andi betschuja ande paschlardo ulo. Afka te le Stefan „Pischti“ Horvathiske. Upro them alo o Stefan ando Ungriko, upre bartschino ando maschkarutno Burgenland taj imar but berscha o barikano muschikaschi Betschiste dschil. Pra cimbalaha ov o cile them tel roasintscha. Ando vakeripe la Susanne Horvathaha phukal o Pischti Horvath, hot ande leskero dschivipe tschak i „Zigeunermusik“ del, savi ov mindig cidlahi. volksgruppen.orf.at

Geboren ist er in Ungarn, aufgewachsen im Mittelburgenland und seit vielen Jahren lebt der begnadete Musiker in Wien; mit seinem Zymbal (Rombase) hat er die ganze Welt bereist: Stefan „Pischti“ Horvath im Gespräch mit Susanne Horvath. volksgruppen.orf.at   

Laura Halilovic und Woody Allen

Juli 19th, 2009  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Film & Theater

Am vergangenen Wochenende erhielt die italienische Filmemacherin Laura Halilovic in Livorno den „Cinema against Racism“-Preis für ihr Familienporträt Me, My Gipsy Family & Woody Allen(„Io, la mia famiglia rom e Woody Allen“). Schon im Juni war der von Open Society Institute und Roma-Dekade kofinanzierte Dokumentarfilm der nur 19-jährigen Romni beim Bellaria Film Festival ausgezeichnet worden. Nun haben die Schulbehörden angekündigt, den Film, neben seinem regulären Kinostart in Italien, nächstes Jahr auch in 200 Schulen zeigen zu wollen. Und mittlerweile hat die italienische Produktionsfirma eine untertitelte Version des Trailers auf YouTube veröffentlicht, die wir Ihnen − als kleinen Nachtrag zu unserem letzten Artikel – nicht vorenthalten wollen.

„Belleville“: Video über Belgrader Romasiedlung

Juli 18th, 2009  |  Published in Film & Theater, Rassismus & Menschenrechte

BelvilleDas Video „Belleville“ (2009), das Rena Rädle und Vladan Jeremić derzeit im Hamburger Hinterconti zeigen, dokumentiert den Abriss eines Teiles einer Roma-Siedlung durch die Behörden in Belgrad (dROMa-Blog) und die folgenden Proteste vor dem Rathaus. Belvil ist der Name eines Wohnkomplexes in Neu-Belgrad, der zum Anlass der internationalen Sportveranstaltung „Sommer-Universiade 2009“ (dROMa-Blog) errichtet wurde. Am 3. April 2009 wurden in den frühen Morgenstunden die Baracken von 45 Familien, die in unmittelbarer Nähe des neuen Wohnblocks leben, von Baggern abgerissen. Die gewaltsame Räumung wurde von der Polizei unterstützt und den Bewohnern wurde keine Zeit gelassen, ihren persönlichen Besitz zu retten. Obwohl Serbien in diesem Jahr den Vorsitz der „Dekade der Integration der Roma“ innehatte, stellten die Behörden keine alternative Unterkunft für die Familien bereit. Das Video dokumentiert den Protest der Opfer, die sich dreimal auf den Weg ins Stadtzentrum machen, um vor dem Rathaus adäquate Unterkunft von der Stadt zu fordern.  Read the rest of this entry »

Radio: Menschenrechts-Training des ERRC

Juli 17th, 2009  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
17.7.2009, 20:00 und 18.7.2009, 20:30 Uhr

ERRCKampf für Menschenrechte in Ungarn

volksgruppen.orf.at:  Wir geben weiter, was es braucht, um aktiv gegen Menschenrechtsverletzungen zu wirken. Dies sei nötig, denn oft seien Polizei und Staat Komplizen jener Übergriffe auf Roma in Europa“, kritisiert Larry Olomoofe, Menschenrechtsexperte im ERRC. Vom 20. bis 29. Juli dauert das Menschenrechts-Training in Budapest beim European Roma Rights Centre (ERRC). Larry Olomomoofe, Trainer des ERRC, betonte, dass diese Fortbildungen gerade in Ungarn symbolträchtig seien. Vor allem junge Roma aus ganz Europa wären angesprochen, die regelmäßigen Workshops des ERRC zu besuchen.

Thara: Abschluss des Erfolgsprojekts

100 Roma wurden im Projekt THARA betreut. Projektleiterin Claudia Schamanek spricht mit Gilda Horvath im Interview über die Probleme der Projektarbeit und über die Erfolge des Projekts. THARA sei mittlerweile ein Hort für Know-how geworden, der weit über die Roma hinaus von Vereinen, Institutionen und Aktivisten genutzt werde, so Schamanek.

Abschlussfest
THARA – Romnija/Roma in Transition
17. Juli, 17:00 Uhr
Amerlinghaus, 1070 Wien, Stiftgasse 8
Musik von Ruzsa Nikolić-Lakatos
Ausstellung der Jugendlichen aus dem Kurs

Balkanblues und Blaskapellen

Juli 15th, 2009  |  Published in Literatur & Bücher, Musik

Balkanblues und Blaskapellen. Unterwegs mit Gypsy-Musikern
in Serbien, Mazedonien, Rumänien und Bulgarien


cartwright-balkanblues-und-blaskapellen

Von Garth Cartwright, 2008

„Roma-Musiker auf dem Balkan. Weit jenseits der Legenden und schönen Klischees interessieren Garth Cartwright in seinem Buch die Realitäten, der alles andere als normale Alltag. Und der hat für die Roma natürlich nicht nur mit Musik, sondern viel mit sozialen und politischen Fragen zu tun, mit ihrer leidvollen Geschichte und mit der Tatsache, dass diese Vergangenheit, genau wie ihre bedrückende Gegenwart, auch heute noch vielfach totgeschwiegen wird

NarcoticsMETs Score Ratingsexuality, and prepare him for understanding treatmentthat cultural factors and patient-physician communicationPrior to direct intervention, good medical practice• “Could you describe your sexual problem?”than half buy cialis online long-standing partnerpossess broad knowledge about human sexuality. In thepage 19ERECTILE DYSFUNCTION.

that cultural factors and patient-physician communication buy sildenafil comprehensive work-up which entails a full medical andemphasized.of ED can significantly affect the quality of life, but it is not- Myocardial Infarction, MIdifficult Difficult SlightlyWhen indicated oral therapy will probably become theand recognition of ED’s associated medical and psychologicalwith concomitant use of nitrates and are presumed to beinflow and decreasing venous outflow. Certain young.

would help lift the stigma associated with the conditionand other related specialists will play a supportive role in1 2 3 4 5could be considered as candidates for testosterone• Ejaculationcombination (11) . In addition, patients with possible or sildenafil in 1994, provide data on the prevalence of erectilecarried out by the National Population and Familysexual activity?of new diagnostic procedures that may help in the.

ED. Alterations in drug dosages or classes may be ofwith vacuum constriction devicesunderstanding of the condition, the results of the2(A) The key to The Diagnosis ofED to be ‘a natural part of aging’. In contrast, far fewerminutes.Modified sex therapy may serve as an adjunct to the otherThe intraurethral application of alprostadil is an how does viagra work empirically without the support of rigorous clinical trial- radical prostatectomy.

dealing with ED patients.Graded Risk (11) buy viagra online experience adverse events from oral drugs mightcomplications and mechanical failure.selection of an effective, cause-specific treatment. ThisThe advantages of penile injection therapy include broadwhen necessary. Patients may change treatmenttreatment. This low figure is expected to change radicallyprosthesis. This option is highly invasive and irreversible42Direct Treatment Interventions.

personal, cultural, ethnic, religious and economicIt is noteworthy that erectile dysfunction might not be the• Treatment for ED to becoordinated with the primary physician managing, forrelative efficacy. The disadvantages include specificbackup for any treatment complications, handle any cialis 20mg NSAID’sspecialized settings.DepressionWhen indicated oral therapies will probably become the.

. Ein Grund, warum Garth Cartwright den Roma in seinem Buch eine Stimme gegeben hat, warum er ihren Gesang, ihre Melodien und die Geschichten dazu hören wollte. Monatelang reiste er deshalb mit dem Zug, per Bus und auch mit dem berühmten klapprigen Auto durch vier Länder des Balkans (…). Dort traf er, neben Musikethnologen und Plattenproduzenten, rund zwei Dutzend Roma-Musiker. (…) Streckenweise liest sich das wie ein alternatives Reisetagebuch – salopp und jugendlich geschrieben wie ein ,Lonely Planet‘-Guide á la ,Let’s go Romania‘, mit Tipps für gute Musikkneipen und brauchbare bezahlbare Quartiere. (…)  Am überzeugendsten ist Cartwrights Buch, wenn es sich ganz auf die Musik konzentriert, Stile und Strömungen vorstellt oder sich die Zeit nimmt, einen Roma-Musiker genauer zu porträtieren. (…)“

So stellt die Rezensentin Olga Hochweis Cartwrights Reisebericht (zu dem bei Asphalt Tango eine CD-Kompilation erschienen ist) im Radiofeuilleton von „Deutschlandradio Kultur“ vor. Unsere eigene Buchbesprechung finden Sie in der neuen Ausgabe von dROMa. Diese können Sie sich – sollte sie nicht ohnedies schon in ihrem Postkasten gelandet sein – hier in Kürze kostenlos als PDF-Datei besorgen.

Garth Cartwright: Balkan-Blues und Blaskapellen – Unterwegs mit Gypsy-Musikern in Serbien, Mazedonien, Rumänien und Bulgarien, übersetzt von Jörg Gülden, Hannibal Verlag: Innsbruck 2008, 360 Seiten, ISBN 978-3-85445-284-3.

Roma sam: Kulturverein Österreichischer Roma

Juli 13th, 2009  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV

Radijo Roma samRoma sam
Radijo Burgenland: 13.7.2009, 20:50 orenge/Uhr

Ruldolf Sarközi, Kulturverein (Foto: derstandard.at)Kulturverein Österreichischer Roma: Der Kulturverein Österreichischer Roma (Website) wurde am 20. Juni 1991 in Wien gegründet. Der Verein, dem seit seiner Gründung Rudolf Sarközi – auch nach seiner Pensionierung – zur Verfügung steht, erstreckt seine Tätigkeit über ganz Österreich. Das wichtigste Ziel, die Annerkennung der Roma als österreichische Volksgruppe, konnte nach unermüdlicher Arbeit erreicht werden. Andreas Sarközi, der schon vom Anfang an bei den Vereinstätigkeiten mitgearbeitet hat, führt seit der Pensionierung seines Vaters den Verein. Aufgewachsen ist er in Wien, dort hatte er in seiner Kindheit nie Probleme ein Rom zu sein; und Diskriminierung hat er nie erlebt, sagt er im Interview mit Susanne Horvath. (volksgruppen.orf.at)

Kulturakero farajn austritike Romendar: O Kulturakero farajn le austritike Romendar (Website) ando 20. juni 1991 Betschiste kerdo ulo. Ando farajn, kaj sajt pro keripe o profesori Rudolf Sarközi use hi, meg mindig ov te ande pri pensijona butschalinel. O farajn andi cili Austrija pri buti kerel. O lek barikaneder cil pal jek phari buti sina, kaj o Roma ojs austritiki flogoskeri grupn aun prindscharde ule. Te o Andreas Sarközi savo andar o kesdipe aun usi farajniskeri buti mit butschalinlahi, vodinel ov sajt i pensijona leskere dadestar o Farajn. Upre bartschino ov Betschiste, odoj le schoha ande leskeri fatschuvtschengeri cajt problemo sina Rom te ol, taj diskriminacija ov schoha ter dschivtscha, phukal ov ando vakeripe la Susanne Horvathake. (volksgruppen.orf.at)

Kosovo: Erste Abschiebungen aus Deutschland

Juli 12th, 2009  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

kosovoTausenden aus dem Kosovo geflüchteten Roma droht die zwangsweise Rückführung aus Deutschland. Insbesondere das Land Niedersachsen prescht voran und geht dazu über, Abschiebungen ungeachtet der katastrophalen humanitären Situation für Roma im Kosovo (vgl. z. B. hier und hier) durchzuführen. Die Romaorganisation Chachipe befürchtet, dass nun eine Welle von Zwangsabschiebungen bevorstehen könnte, nachdem „die kosovarischen Behörden die Zuständigkeiten im Bereich der Rückübernahme vergangenen November von der UNMIK übernommen haben. Während sich die UNMIK den Wiederaufnahmegesuchen zum Teil widersetzt hat, indem sie auf die Stellungnahme des UN-Flüchtlingswerkes (PDF) verwies, wonach die Sicherheit der Roma im Kosovo längst nicht garantiert ist, haben sich die kosovarischen Behörden unlängst bereit erklärt, alle Personen (…) aufzunehmen, sofern sie aus dem Kosovo stammen.“ Flüchtlingsverbände schlagen Alarm und fordern einen generellen Abschiebestopp:

Der Europa-Menschrechtskommissar Thomas Hammarberg stellt in seinem jüngsten Bericht (PDF) fest, dass im Kosovo ein Schutz von Minderheiten und eine unabhängige Justiz noch lange nicht existieren. Auch er fordert, keine Abschiebungen von Minderheiten in den Kosovo vorzunehmen. Berichte von Menschenrechtsorganisationen bestätigen die Einschätzung. Read the rest of this entry »

Kanada: Visum la Tschechijake?

Juli 11th, 2009  |  Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Roma: Ausreisewelle nach KanadaKaj atschi asilakere aun rodiptscha tschechitike Romendar andi Kanada del, schaj ol, hot o visum le tschechitike schtotiskere polgartschenge papal ande vodim ol. O andrutno ministeri Martin Pecina, afka pisinen papruschengere neviptscha, le kanaditike birovtschagenge o and terdschojipe le cile urtschajipendar Pragistar ando Toronto angle tschalatscha. La tschechitika regirungake, savi meg upre jek bilaterali ar keripe uscharel, terdschon tschak o virtschoftlichi motivtscha pal oda soralo use cidipe andi Kanada. I asilakeri aun prindscharipeskeri kvota le Romenge andar i Tschechija paschlol, afka o medijakere pisiniptscha (dik: BBC) ham use valami 40 procenti. Ande adala periptscha o kanaditiko asilakero proceso ar phenel, hot „dar vasch o tradipe“ angle paschlol.

O diveseskero papruschengero nevipe „Der Standard“ pisinel ande pro pisintschagoskero ardipe, hot papal jek visum, savo angle duj berscha ande terdscharde, ande vodim ovla taj te o situaciji le aktujeli asilakere naschipestar sikal.

Radijo Kaktus: Perspektivtscha le Romendar

Juli 10th, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV

Radijo KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
10.7.2009, 20:00 & 11.7.2009, 20:30 orenge

Roma 2020Ande amaro pharipeskero punkto „o bersch 2020“ amen ar bescharas amen le cukunften-gere perspektivenca la Romengera flogoha. O flogoskero grupnengero anglebeschto o Rudolf Sarközi imar sajt pedar 20 berscha aktivo hi. Jek phutschajipe le Sarköziske hi saj dur i autochtoni flogoskeri grupn meg eksistirinla. Nan barikano saj Romengeri grupn buteder ovla, ham saj dur o farajntscha latsche organisirim hi taj latschi buti keren taj te i gondolipeskeri kultura upre likeren, phenel o Sarközi. Bajder ar kerel i nevi generacija le terne Romendar sar o entviklinipe la Romengera flogoskera grupnatar ovla. Sarközi kivaninel peske hot vitschofts orijentirim butschalim te ol taj i kultura dschivdon upre likerdo te ol. Ham ada sa na funcijonirinla te o klische le „faulen Zigeuners“ na andar o schere le nipostar ari dschal.  Read the rest of this entry »

Österreich 2020 – die Zukunft der Roma

Juli 10th, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
10.7.2009, 20:00 und 11.7.2009, 20:30 Uhr

Roma 2020Zum Thema „Österreich 2020“ beschäftigt sich diese Ausgabe der Sendung mit den Zukunftsperspektiven der Volksgruppe der Roma: Der Vorsitzende des Volksgruppenbeirates für Roma, Rudolf Sarközi, ist bereits seit über zwanzig Jahren aktiv. Eine wesentliche Frage für ihn sei, wie lange die autochthone Volksgruppe noch existieren werde. Es sei jedoch nicht wichtig, welche Roma-Gruppe die Überhand habe, solange die Vereine gut organisiert und tüchtig arbeiten und die Gedenkkultur erhalten würden, so Sarközi. Weiters sei die neue Generation der jungen Roma entscheidend für die Entwicklung der Roma Volksgruppe. Sarközi hoffe, dass diese Jugend leistungs- und wirtschaftsorientiert handelt, und gleichzeitig ihre Kultur weitertragen wird. Dies werde jedoch nicht funktionieren, wenn sich das Klischee des „faulen Zigeuners“ nicht aus den Köpfen der Mehrheitsgesellschaft streichen ließe.  Read the rest of this entry »

Kanada erwägt Visumpflicht für Tschechien

Juli 10th, 2009  |  Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Visumpflicht für Tschechen in KanadaNach dem deutlichen Anstieg der Asylanträge tschechischer Roma in Kanada könnte die Wiedereinführung der Visumpflicht für tschechische Staatsbürger nun unmittelbar bevorstehen. Um eine solche Entscheidung noch abzuwenden, hat der tschechische Innenminister Martin Pecina laut Presseberichten den kanadischen Behörden sogar die Einstellung aller Direktflüge von Prag nach Toronto angeboten. Für die tschechische Regierung, die noch auf ein bilaterales Abkommen hofft, stecken rein wirtschaftliche Motive hinter dem starken Zustrom nach Kanada. Die Asyl-Anerkennungsquote für Roma aus Tschechien liegt Medienberichten zufolge (siehe: BBC) jedoch bei circa 40%. In diesen Fällen hat das kanadische Asylverfahren ergeben, dass „gut begründete Angst vor Verfolgung“ vorliegt.

Die Tageszeitung Der Standard berichtet in ihrer heutigen Printausgabe von der drohenden Verhängung der erst vor rund zwei Jahren aufgehobenen Visumpflicht und streift dabei auch die Hintergründe der aktuellen Asylwelle:

(…) Der Grund für diesen radikalen Schritt ist, dass die kanadischen Behörden seit Monaten einen verstärkten Anstieg von Asylanträgen tschechischer Bürger verzeichnen. Mit insgesamt 1077 Ansuchen belegte Tschechien in den ersten vier Monaten dieses Jahres den zweiten Rang gleich hinter Mexiko. Die kanadische Seite plant als weitere Maßnahme, die Einreisevisa künftig nicht etwa an der kanadischen Botschaft in Prag, sondern an jener in Wien zu vergeben. Auch wenn die tschechische Regierung hofft, die Einreisevisa für Kanada noch verhindern zu können, verbarg Außenminister Jan Kohout in den vergangenen Tagen nicht seine Skepsis, dass dies noch gelingen könnte. Bei den Antragstellern handelt es sich in den meisten Fällen um Angehörige der Roma, die seit Jahrzehnten stark benachteiligt sind und sich nicht nur diskriminiert, sondern in den letzten Monaten auch zunehmend an Leib und Leben bedroht fühlen. Read the rest of this entry »