Humanitäre Katastrophe in Nordkosovo
März 28th, 2009 | Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte | 5 Comments
Die Situation in zwei Roma-Siedlungen im Nordkosovo (Nord-Mitrovica) ist vom Europarat als „äußerst ernste humanitäre Katastrophe“ (hier die offizielle Aussendung im Originalwortlaut) charakterisiert worden. Es sei skandalös, dass fünf Jahre nach der Warnung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vor der Gefahr, der diese Menschen wegen des hohen Bleigehalts im Boden ausgesetzt seien, noch nichts unternommen worden sei, sagte Europarats-Menschenrechtsbeauftragter Thomas Hammarberg am Ende eines viertägigen Kosovo-Besuchs in Priština:
This is a humanitarian disaster of the most serious nature. It is no less than scandalous that no solution has been found to protect the inhabitants, including children, even five years after it was conclusively established that living in this area was hazardous. I appeal urgently to all those responsible to ensure that the affected families can move without delay to a secure environment and that proper medical care is provided to all those contaminated.
Auf Schutthalden mit verseuchten Minenresten errichtet
Die zwei Roma-Siedlungen in Zvečan und Leposavić wurden auf Schutthalden mit verseuchten Minenresten errichtet. Die Siedlungsbewohner dürften nicht zu Opfern des Kompetenzstreites zwischen Priština, UNMIK und Belgrad werden, hob der Menschenrechtsbeauftragte zum Abschluss seines Kosovo-Besuchs hervor.
Hammarberg forderte zugleich die kosovarischen Institutionen und internationale Organisationen auf, sich stärker für die Aufklärung des Schicksals von rund 2.000 vermissten Personen zu engagieren. In der städtischen Leichenkammer von Priština befinden sich zurzeit noch immer mehr als 100 nicht identifizierte Leichen von Kriegsopfern.
Flüchtlinge nicht zur Rückkehr drängen
Als ein einzigartiges Problem bezeichnete Hammarberg auch die Bemühungen einiger westlicher Staaten, die Flüchtlinge vom Kosovo in die Heimat zurückkehren zu lassen. In einer Situation, in der sich der Kosovo mit einer 50-prozentigen Arbeitslosigkeit auseinandersetze, käme dies einer Menschenrechtsverletzung gleich, meinte der Menschenrechtsbeauftragte des Europarates, der an die westlichen Staaten appellierte, Flüchtlinge zuerst nicht zur Rückkehr in den Kosovo zu drängen.
(volksgruppen.orf.at / dROMa)
Juni 23rd, 2009 at 17:41 (#)
[...] Thomas Hammarberg als “humanitäre Katastrophe” bezeichnet (dROMa Blog: Humanitäre Katastrophe in Nordkosovo). Der Europarat hat darum erneut betont, dass Abschiebungen von Flüchtlingen ins Kosovo [...]
Juli 12th, 2009 at 10:17 (#)
[...] und geht dazu über, Abschiebungen ungeachtet der katastrophalen humanitären Situation (vgl. z. B. hier und hier) für Roma im Kosovo durchzuführen. Die Romaorganisation Chachipe befürchtet, dass nun [...]
Juli 21st, 2009 at 13:25 (#)
[...] Interview mit Norbert Mappes-Niediek (Frankfurter Rundschau), bei seiner Kosovo-Mission im März (dROMa-Blog) zur Überzeugung gelangt, dass die Zeit „für eine Rückkehr, die diesen Namen verdient und [...]
Oktober 14th, 2009 at 11:20 (#)
[...] ab. Auch der Menschenrechtskommissar des Europarats hat in diesem Jahr wiederholt (hier oder hier) vor der Abschiebung der Kosovo-Roma gewarnt. Die deutsche Bundesregierung gibt an, die ethnisch [...]
April 20th, 2010 at 10:17 (#)
[...] Menscherechtskommissar des Europarats, Thomas Hammarberg, hat die europäischen Staaten mehrfach und eindringlich vor Kosovo-Abschiebungen gewarnt. Eine Politik der raschen Zwangsrückführung sei [...]