Viermal hatte das „Internationale Theaterfestival Roma Heroes“ bislang stattfinden können. Im Mai ging das Theatertreffen in Budapest nun in die nächste Runde. Trägerin ist die Initiative „Independent Theater Hungary“ unter der Leitung von Rodrigó Balogh, der, selbst professioneller Schauspieler am ungarischen Kammertheater, den rassistischen Klischees im Theater 2007 mit einem eigenen Roma-Theater begegnen wollte. 2017 mündete diese Arbeit in die Gründung eines jährlichen Festivals, das – bis dahin weltweit einzigartig – Roma-Theatergruppen aus verschiedenen Ländern zusammenführt. Zu sehen waren seither etwa Aufführungen des feministischen Roma-Theaters „Giuvlipen“ und des Kulturzentrums „ArtHub“ aus Bukarest, der Gruppe „Ara Art“ aus Prag oder des Wiener Vereins „Romano Svato“. Besonderes Augenmerk gilt der Talentförderung und Jugend-Workshops. Alle Aufführungen werden aufgezeichnet, um sie zu dokumentieren und zugänglich zu machen. Hinzu kommen zwei veröffentlichte Stücksammlungen und eine Wanderausstellung.
Dschijakana schtarvar o „internacijonali teateriskero festivalo Roma Heroes“ schaj kerdo ulo. Ando maj dschal o teateriskero talalinipe ande Budapest, akan andi arti rik. Ledschaschkija hi i inicijativa „Independent Theater Hungary“ telal o schero Rodrigó Balogh, savo profesijoneli schauschpileri upro ungriko kameriskero teateri hi, taj savo le klasischi klischejenge ando teateri 2007 jeke ajgeni Romengere-teateriha te talalinel kamlahi. 2017 kisetintscha aja buti ando keripe jeke sako berscheskere festivalostar, savo – upro cilo them jekoschno hi – produkcijontscha Romengere-teateriskere grupendar andar mindenfelitike vilagi khetan anel. Te dikel sina dschijakana o falati le feministischi Romengere-teateristar „Giuvlipen“ taj le kulturakere centrumistar „ArtHub“ andar Bukarest, la grupnatar „Ara Art“ andar Prag vaj le betschitike farajnistar „Romano Svato“. Read the rest of this entry »
O Romano Centro – farajn le Romenge ando bersch deschuenja enjavar desch taj jek, jek le erschti Roma organisacijendar andi Austrija kerdo ulo taj ande pe bescharel mindenfelitike sikadipeskere- taj kulturakere projektenge taj gejng i diskriminacija, kaj o dschivipe le Romendar feder te ol. Ada bersch kamla o Romano Centro tumenca pumaro tranda berschengero terdschivipe te mulatinel.
Romano Centro – Verein für Roma wurde 1991 als einer der ersten Roma-Vereine Österreichs gegründet und setzt sich seitdem durch verschiedene Bildungs- und Kulturprojekte für die Verbesserung der Lebensbedingungen von Rom*nja und gegen Diskriminierung ein. Dieses Jahr will Romano Centro mit Euch sein 30-jähriges Bestehen nachfeiern.
Dokumentarfilm von Adrian Oeser, 44:56 min Hessischer Rundfunk/Fernsehen | Erstausstrahlung: 7.4.2022
Jùlie Halilic ist stolz, wenn sie an ihren Großvater denkt. Wallani Georg erkämpfte gemeinsam mit anderen Bürgerrechtlern, dass der Massenmord an den Sinti und Roma 1982 als Völkermord anerkannt wurde.
Mit persönlichen Lebenswegen zeichnet der Film emotional und eindrucksvoll die Geschichte von Deutschlands größter nationaler Minderheit nach und macht bisher unerzählte Perspektiven sichtbar. Individuelle Geschichten und bisher kaum gezeigtes Archivmaterial nehmen mit in eine Zeit, in der Sinti und Roma weiter diskriminiert wurden und in der sie sich schließlich zur Wehr setzten. Unter den historischen Aufnahmen aus den ARD-Archiven fand Filmautor Adrian Oeser viele Szenen, die deutlich machen, wie stark der Rassismus gegen Sinti und Roma nach 1945 fortdauerte – und auch im öffentlich-rechtlichen Rundfunk immer wieder befeuert wurde. Die Dokumentation „Der lange Weg der Sinti und Roma“ ist damit auch eine kritische Auseinandersetzung der ARD mit ihrer eigenen Geschichte.
Der Film zeigt darüber hinaus, dass eine Aufarbeitung in vielen gesellschaftlichen Bereichen bis heute notwendig ist. Bis in die 1980er Jahre arbeiteten Landeskriminalämter und Forscher in ganz Deutschland mit den Akten der Rassenhygieniker aus der Nazizeit weiter, um Sinti und Roma systematisch zu erfassen. Erst die Bürgerrechtler konnten diese Aktenbestände in den 1980er Jahren freipressen. Read the rest of this entry »
„Angriff auf die Vielfalt“ – Gemeinsame Stellungnahme der österreichischen Volksgruppen zur Besetzung des ORF-Publikumsrats: Vorgehen von Medienministerin Raab „befremdlich und unverständlich“. Volksgruppen prüfen juristische Anfechtung.
Es liegt an den für die Besetzung verantwortlichen Personen, schnellstmöglich die Bedenken aus vielen Bereichen der Gesellschaft zu beseitigen und für einen gesetzeskonformen Zustand zu sorgen. Entsprechend den Entsendungen der letzten Jahre und dem bis dato gelebten Rotationsprinzips wäre aus unserer Sicht ein Vertreter der Roma in den Publikumsrat zu entsenden gewesen.
Karl Hanzl, langjähriges Publikumsratsmitglied und Vorsitzender des tschechischen Beirates
Stellungnahme der „Ständigen Konferenz der Vorsitzenden der Beiräte der autochthonen Volksgruppen Österreichs“, 20.5.2022:
Die Anfang Mai erfolgte Besetzung des ORF-Publikumsrates hat in den von der „Ständigen Konferenz der Vorsitzenden der Beiräte der autochthonen Volksgruppen Österreichs“ (in Folge kurz: Vorsitzenden-Konferenz) vertretenen Vereinen und Gruppen für Erstaunen und Entsetzen gesorgt. Abgesehen vom kommentarlosen Abgehen von der über Jahre und Jahrzehnte gelebten und anerkannten Praxis des Vorschlags- und Besetzungsvorganges durch das zuständige Ministerium und Medienministerin Susanne Raab, sieht die Vorsitzenden-Konferenz ihre eigene Einschätzung der Unrechtmäßigkeit der Besetzung auf Basis der geltenden Gesetzeslage durch die zahlreichen Medienberichte und Kommentare von Medienwissenschaftler:innen voll inhaltlich bestätigt.
Die Vorsitzenden-Konferenz sieht sich aufgrund der rechtlichen und gesetzlich verankerten Stellung der von ihnen vertretenen Volksgruppen jedenfalls als „repräsentative Gruppe bzw. Organisation“ im Sinne der für die Besetzung des ORF-Publikumsrates relevanten Paragrafen des ORF-Gesetzes (§ 28 Abs. 4 ORF-G u.a.) und hat auch in den letzten Jahrzehnten die vorgesehenen Vorschläge an die jeweils zuständigen ministeriellen Stellen übermittelt. Auch für die neue Wirkungsperiode des Publikumsrates hat die interne Abstimmung innerhalb der Organisation bereits stattgefunden. Read the rest of this entry »
Raum4Sprache&Kultur: Einblick in die Gedankenwelt der Jugendlichen
Ande dikipe ando gondoskero them le ternendar: O Forum4Burgenland hi jek khetano sikadipeskero forum la Privati Pedagogischi Utschi Ischkolatar Burgenland, la sikadipeskera direkcijonatar Burgenlandiske sar le burgenlanditike flogoskere grupnendar. Jefkar ando bersch jek mulatintschago jeke temakere pharipeskere punktiha tel likero ol. Use adaberschengero mulatintschago diskutirinen o flogoskere grupnengere bajrotscha ande duj tschibtschengere interview ande lengeri rola taj upre dipe ando ischkolakere koji sar schajiptscha taj feder keriptscha le duj tschibtschengere sikadipeskere aunbitinipestar dim schaj ol. Ischkolakere projektscha uso „100 berscha Burgenland“ sar arajiptscha la ternengera schtudijatar andar o bersch dujeseri bisch le fokusiha upro burgenlanditike flogoskere grupn presentirim on. O ar le mulatintschagostar kertscha o roasinipeskero artschijipe „100 berscha Burgenland taj leskere flogoskere grupn“.
Das Forum4Burgenland ist ein gemeinsames Bildungsforum der Privaten Pädagogischen Hochschule Burgenland, der Bildungsdirektion für Burgenland sowie der burgenländischen Volksgruppen. Unter anderem veranstaltet es einmal jährlich eine Tagung mit einem Themenschwerpunkt. Bei der diesjährigen Tagung diskutieren die Volksgruppenbeiräte in zweisprachigen Interviews ihre Rolle und Aufgaben im Schulwesen sowie Möglichkeiten einer Verbesserung der zweisprachigen Bildungsangebote. Read the rest of this entry »
Über einen Zeitraum von fünf Jahren hat Andrei Schwartz eine Gruppe von rumänischen Roma begleitet, die seit Jahren zwischen ihrer Heimat und Hamburg pendeln.
Kinodokumentarfilm von Andrei Schwartz, Deutschland 2022. Seine Premiere feierte der Film auf dem DOK.fest München am 5. Mai 2022.
Mangels Arbeit in Rumänien verdienen sie den Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder in Hamburg mit Betteln. Sie schlafen unter Brücken und in Parks, in ständiger Angst entdeckt und vertrieben zu werden. Für die städtischen Behörden gelten sie als „freiwillige Obdachlose“, der Zugang zu den Notprogrammen bleibt ihnen sogar im Winter verwehrt. Alle paar Monate fahren sie heim, zurück zu ihren Kindern und Verwandten. In eine Heimat, die ihnen seit der Wende weder Arbeitsplätze noch eine Perspektive bietet. Die zwei Hauptprotagonisten Maria und Tirloi sind die einzigen, die es geschafft haben, sich ein Stück Normalität aufzubauen. Sie bilden die Brücke zwischen den beiden Welten: Er hat Arbeit, sie geht noch immer betteln. Und sie haben eine Bleibe: Eine kleine Wohnung in einem Gemeindehaus, wo sie nach Feierabend zanken und Pläne schmieden. Vielleicht ein Anfang, auch für ihre Enkelin Ioana, die inzwischen die Schule besucht. Die 13-Jährige ist die erste in der Familie, die lesen und schreiben kann.
Ein Film über das Gelingen und das Scheitern, und den Preis den man dafür zahlt.
Der Verfassungsgerichtshof muss neuerlich über das sektorale Bettelverbot in Salzburg entscheiden. Bereits 2017 hat der VfGH die Salzburger Regelung als menschenrechtswidrig aufgehoben.
Das so genannte sektorale Bettelverbot in der Stadt Salzburg wird neuerlich den österreichischen Verfassungsgerichtshof (VfGH) beschäftigen. Schon mit einem Entscheid aus dem Jahr 2017 hat der VfGH eine Verbotszone in Salzburg als verfassungswidrig aufgehoben, die der Gemeinderat beschlossen hatte. Während dieses Verfahren lief, erließ der Gemeinderat aber eine leicht geänderte Verordnung für die Verbotszonen in der Altstadt, welche die erste ersetzte. Spätestens nach dem Spruch des VfGH hätte die Stadtregierung von sich aus reagieren und auch die zweite Verbotszonenverordnung aufheben müssen, kritisierte die Plattform für Menschenrechte mehrmals in den letzten Jahren. Das ist aber nicht geschehen. Nun muss das Höchstgericht in einem eigenen Fall auch über die zweite Verbotszone entscheiden.
Plattform Menschenrechte richtet wieder Rechtshilfefonds ein
Betroffen ist eine Frau aus Rumänien, die im Dezember 2020 in der Schanzlgasse still am Boden sitzend gebettelt hatte. Sie erhielt dafür eine Geldstrafe in Höhe von € 100 und legte dagegen einen Einspruch ein, der von der Polizei abgewiesen wurde. Vor kurzem lehnte auch das Landesverwaltungsgericht Salzburg eine Beschwerde gegen die Strafe ab. Mit Unterstützung der Plattform für Menschenrechte Salzburg geht der Fall nun zum VfGH. Um die Kosten für das Verfahren aufzubringen, hat die Plattform wieder einen Rechtshilfefonds eingerichtet, der mit Spenden gespeist wird.
„Das Urteil des Landesverwaltungsgerichtes ist in keiner Weise nachvollziehbar“, erklärt Alina Kugler von der Plattform für Menschenrechte. „Der Verfassungsgerichtshof hat schon einmal klar entschieden, dass das absolute Bettelverbot in den definierten Zonen menschenrechtswidrig ist. Read the rest of this entry »
Das uralte rassistische Märchen von „kinderstehlenden Zigeunern“ spukt noch immer durch viele rassistische Gehirne – und sogar noch durch so manches Medium. Jüngstes haarsträubendes Beispiel aus Österreich: das Vorarlberger Online-Medium VOL.AT (Vorarlberg online).
„Mutter schockiert: Fremde versuchte Bub wegzuziehen“, heißt es da in fetten Lettern in der Überschrift zu einer heute veröffentlichten Meldung. Und (man beachte den Indikativ): „In Hohenems packte eine unbekannte Frau ein Kind an der Hand. Der Bub war mit seinem Opa in einem Lebensmittelgeschäft unterwegs.“
VOL.at präsentiert den vereitelten Entführungsversuch in Titel und Vorspann also lautstark als Fakt – und erwähnt erst viel weiter unten im Text, was die Polizei feststellte: dass die angebliche „versuchte Kindesentführung“, um die der Artikel so viel Aufhebens macht, in Wirklichkeit nie stattgefunden hat. Die Warnung des Polizeisprechers, Gerüchte im Internet nicht leichtfertig zu verbreiten, hat die Redakteurin überhaupt am untersten Ende des Artikel versteckt – dort, wo wohl nur die wenigsten sich flott durchs Online-Angebot klickenden User jemals hingelangen.
Die Journalistin hat sich nicht einmal die Mühe gemacht, eventuelle Zeugen des Vorfalls zu suchen und zu kontaktieren. Nicht einmal mit dem angeblichen Hauptzeugen (den Großvater, der mit dem Kind unterwegs war) hat sie offenbar gesprochen. Statt den Großvater zitiert das Medium ausschließlich, und dafür umso ausführlicher, bloßes Hörensagen aus zweiter Hand: nämlich die Mutter, obwohl diese gar nicht dabei war. Wenn man ein Lehrbuchbeispiel dafür sucht, wie journalistische Berichterstattung nicht geht – hier ist es.
Und das Beste: Spätestens bei der Erwähnung des „weißen Kastenwagens“, in den böse Roma kleine Kinder zerren würden, hätte es bei nur fünf Minuten Recherche klingeln müssen:
Unter dem Heftmotto „Nachbarn“ blicken wir wieder einmal über die Grenzen. Zuerst nach Budapest, wo sich in den letzten Jahren das Theaterfestival „Roma Heroes“ etabliert hat. János Róbert Orsós hat einige der Stücke für uns analysiert. Vinko Cener hat sich mit der slowenischen Romni und Linguistin Samanta Baranja über die Situation des Romani in Slowenien unterhalten und dabei so manche Parallele zum Burgenland entdeckt. Der tragische Tod von Stanislav Tomáš, der in Tschechien bei einem Polizeieinsatz ums Leben kam, jährt sich demnächst zum ersten Mal. Roman Urbaner hat nachgefragt, was aus den Ermittlungen wurde. Um es kurz zu machen: nichts – im März wurde die Akte geschlossen. Im dROMa-Gespräch stellt Ihnen Emmerich Gärtner-Horvath dann noch ein Jahrhundertvorhaben vor – das „Haus der Volksgruppen“, das in Oberwart entstehen und als Leuchtturmprojekt sogar über die Grenzen ausstrahlen soll. Mit dabei: der Verein Roma-Service. Und als Schlusspunkt haben wir ein frühes Gedicht des ungarischen Rom und dROMa-Gastautors Tamás Jónás aus Szombathely ausgewählt, von dem gerade ein neuer Lyrikband (mehr hier) erschienen ist.
Telal o heftlinakero moto „nochbertscha“ papal jefkar pedar o granici dikas. Erschtivar ande Budapest, kaj pe ando lejcti berscha o teateriskero festivalo „Roma Heroes“ duach beschartscha. O János Róbert Orsós amenge poar falati aun peske dikla. O Vinko Cener la slovenitika Romnjaha taj lingujistkijaha Samanta Baranja pedar i situacija le Romanistar andi Slovenija vakertscha taj pasche poar paraleltscha uso Burgenland lakla. Akan bojd jek bersch hi, kada o brigaschno mulipe le Stanislav Tomášistar sina, savo andi Tschechija use jek and bescharipe le harengerendar pro ileto naschaschta. Read the rest of this entry »
Im Prager Stadtteil Troja soll am Donnertag eine Zeltstadt für geflüchtete Roma aus der Ukraine entstehen. Diese sei für bis zu 150 Menschen konzipiert, werde mit Lebensmitteln versorgt und biete Sanitärbereiche, wie Innenminister Vít Rakušan (STAN) ankündigte.
Über geflüchtete Roma aus der Ukraine wird in Tschechien seit einigen Tagen diskutiert. Ein Teil von ihnen besitzt auch die ungarische Staatsbürgerschaft und hat daher keinen Anspruch auf Flüchtlingshilfe sowie entsprechende Unterkünfte. Diese Roma schlafen deswegen unter anderem im Prager Hauptbahnhof. Hilfsorganisationen warnen aber vor einer drohenden humanitären Katastrophe dort, weil sie nicht genügend Lebensmittel für diese Menschen bereitstellen können.
I erschti Roma strategija le anaveha bisch bisch, dujeseri taj dscheujek kesdintscha taj o pharipeskere punktscha sina atschipe, sikadipe, sastipe taj butjakeri politik. So, taj sar ada kerdo ulo taj so dschijakana ari alo, akan ando projekto SENSIRO, jek schtudija le institutiske la socijalogijake, la universitetatar Betsch, upre dim ulo ar te butschalinel. Schtar schel dschene la flogoskera grupnatar le Romendar mindenfelitike phutschajitscha usi schtudija uschtidine. I projektiskeri grupn ando farajn Roma-Service pumen talinde pedar i schtudija te vakerel. Trin grupn kerde ule, save pumenge falati la schtudijatar aun te diken taj pedar poroti tschito te ol. Paloda o arajipe le khetan beschipestar ande jek pisinipeskero lil ande te fojnel. Soske aja schtudija la flogoskera grupnake schaj barikano hi dschanel o profesori Chrtistoph Reinprecht. O arajipe la schtudijatar taj o angletschalajiptscha le dschenendar, save use aja schtudija butschalinde ando schtarto oktoberi ando bundakero birovtschago Betschiste presentirim te ol.
SENSIRO ist ein Projekt, das die nationale Strategie zur Erhöhung der sozialen Inklusion der Rom*nja, die 2011 verabschiedet und deren Fortsetzung vor kurzem beschlossen wurde, unabhängig evaluiert. Ziel der Evaluierung ist es, herauszufinden, ob und inwiefern die vom Bundeskanzleramt definierten Wirkungsziele erreicht wurden. Read the rest of this entry »
Zu Vasilica, dem Neujahrsfest (14. Jän.), schlachten Roma in Nordmazedonien traditionellerweise einen Truthahn; am heutigen Georgstag (6. Mai) ein Lamm.
Prozess in Singen (Baden-Württemberg) abgesagt: Polizeibeamte ziehen Einspruch gegen Strafbefehl zurück
Kurz vor dem Beginn des Gerichtsprozesses gegen zwei der vier Singener Beamten, die am 6. Februar 2021 ein elfjähriges Kind in Handschellen auf die Polizeiwache gebracht hatten (wir berichteten hier, hier, hier, hier und hier), zogen diese ihren Einspruch gegen die bereits erfolgten Strafbefehle zurück.
Engin Şanlı, Rechtsanwalt:
„Es wäre gut gewesen, die Tat nochmal aufzuarbeiten und Angehörigen der Minderheit der Sinti und Roma deutlich zu signalisieren, dass das Fehlverhalten eingestanden wird. Die kurzfristige Einspruchsrücknahme zeigt uns, dass hier nicht verstanden worden ist, dass es nicht ausreicht, die Strafe zu akzeptieren. Bis heute wurde der Familie von dem in Handschellen abgeführten Kind keine Motivation genannt, warum es zu einem solchen Vorgehen gekommen ist. Die Familie möchte Gewissheit haben, dass solche Vorfälle in der Zukunft nicht mehr passieren. Wir schätzen schlussendlich die erfolgte Bestrafung der Beamten seitens der Justiz. Damit steht fest: Ein minderjähriges Kind wurde insbesondere auch wegen seiner Zugehörigkeit zur Gruppe der Sinti und Roma durch Polizeibeamte gegen seinen Willen und ohne Rechtsgrundlage der Freiheit beraubt und schließlich dazu genötigt, in ein Polizeiauto einzusteigen. Es wurde aufs Revier gebracht, und die Erziehungsberechtigten wurden darüber nicht einmal informiert. Die Aufgabe der Sicherheitsbehörden und Politik ist, solchem Verhalten vorzubeugen.“
Daniel Strauß, Vorsitzender des VDSR-BW:
„Ein öffentlicher Prozess hätte den Antiziganismus – die mutmaßliche Motivation der Tat – aufgearbeitet. Dieser Aspekt fehlt vollkommen in der Verurteilung der Konstanzer Staatsanwaltschaft. Read the rest of this entry »
Die Lovarica Ruža Nikolić-Lakatos, Sängerin und Botschafterin ihres Volkes, ist laut Angaben der Familie heute im Alter von 77 Jahren gestorben. Weit über die Grenzen des Landes hinaus war sie für ihre Musik und für ihr Engagement für die Volksgruppe der Romnja und Roma bekannt.
Ruža Nikolić-Lakatos wurde 1945 inmitten der Kriegswirren in einer Kleinstadt nahe Győr geboren. Im Zuge des Ungarn-Aufstandes 1956 flüchtete die Familie Lakatos nach Österreich und kam über Umwege nach Wien. Dort lernte sie ihren späteren Mann Mišo Nikolić kennen. Gemeinsam mit ihren Söhnen Mischa und Sascha bildeten sie das Ensemble „Ruža Nikolić-Lakatos and The Gypsy Family“ und wurde zur bekanntesten Sängerin der österreichischen Romnja und Roma.
Traditionelles Liedgut der Lovara
Ruža Nikolić-Lakatos wurde zur Botschafterin ihres Volkes und war bemüht, die nahezu vergessene Musik an junge Generationen weiterzugeben. „Wenn ich ein altes Lied singe, dann spricht dieses vom Leben der Roma, von den Wahrheiten, wie die Roma weggeschleppt und geschlagen worden sind“, erzählte Ruža Nikolić-Lakatos in einem Interview für das ORF-Magazin „Heimat Fremde Heimat“ im Jahr 2003 von ihrer Musik. Im Oktober 2011 wurden die Lieder der Lovara als wichtiger Bestandteil der Kulturtradition der Gruppe anerkannt und von der Österreichischen UNESCO-Kommission in das Verzeichnis des nationalen immateriellen Kulturerbes in Österreich aufgenommen. Diese Anerkennung ist maßgeblich Ruža Nikolić-Lakatos zu verdanken. Read the rest of this entry »
Prozess gegen Singener Polizeibeamte startet: Weiterentwicklung im Fall „Kind in Handschellen abgeführt“
Am 5. Mai beginnt vor dem Amtsgericht Singen (Baden-Württemberg) der Prozess gegen zwei der vier Singener Beamten, die am 6. Februar 2021 ein elfjähriges Kind in Handschellen auf die Polizeiwache gebracht hatten. Die Beamten werden der Freiheitsberaubung und Nötigung beschuldigt. Bereits im Oktober letzten Jahres hatte die Staatsanwaltschaft Konstanz gegen zwei Beamte Strafbefehle ausgestellt. Gegen die Strafbefehle wurde Berufung eingelegt. Gegen zwei weitere tatverdächtige Beamte ist das Verfahren gegen Auflagen eingestellt worden.
Der Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg (VDSR-BW) unterstützt die betroffene Familie. Sie wird in der Nebenklage durch den Rechtsanwalt Engin Şanlı vertreten. Die nächste Verhandlung ist am 12. Mai angesetzt.
Engin Şanlı, Rechtsanwalt:
„Kinder dürfen von polizeilicher Gewalt nicht berührt werden. Der Prozess spielt eine wichtige Rolle in der Aufarbeitung von polizeilicher Behandlung von Kindern – insbesondere von Kindern, die einer Minderheit angehören. Es ist zu bedauern, dass bis heute keine Entschuldigung bezüglich der Tat erfolgt ist. Read the rest of this entry »
Radio Prag: Tschechische Roma-Organisationen wollen bei Aufnahme von Flüchtlingen aus der Ukraine helfen
Organisationen tschechischer Roma werden in besonders beanspruchten Zentren für die Ankunft ukrainischer Flüchtlinge helfen. Dies gab Innenminister Vít Rakušan (Stan) vergangene Woche nach Gesprächen mit Vertretern der Roma-Organisationen bekannt. Dabei sollen sich die Freiwilligen vor allem um Roma unter den Flüchtlingen aus der Ukraine kümmern. Rakušan nannte als ein Problem, dass diese häufig kein Ukrainisch, aber Romanes sprächen.
Katrin Kühnert (2020): „Holocaust-Autobiografien von Roma. Darstellungsformen der Verfolgung und Vernichtung während des Nationalsozialismus“
Masterarbeit, Universität Wien (Philologisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät), 108 S.
Der Holocaust spielt als geteilte Leidenserfahrung nicht nur für die kollektive Gruppenidentität der Roma eine bedeutende Rolle, sondern ist auch bis heute das dominierende Thema ihres Schreibens. Die Literatur dieser größten ethnischen Minderheit Europas ist dabei häufig autobiografisch beeinflusst, im deutschsprachigen Raum stellt die Autobiografie gar die dominierende Äußerungsform dar. Während Juden und Jüdinnen bereits während des NS-Massenmordes beginnen, ihre Verfolgungserfahrungen aufzuzeichnen, und somit beim späteren Schreibbeginn der Roma schon etablierte Standards bestehen, folgt ihr Erzählen diesen nicht durchgängig, sondern es entsteht ein eigenes Narrativ, über den NS-Genozid zu berichten. Die vorliegende Arbeit identifiziert mittels qualitativer Textanalyse typologische Analogien auf sprachlicher und inhaltlicher Ebene in fünf Autobiografien von Holocaust-Überlebenden. Der Textkorpus setzt sich aus Ilona LackovásA false dawn (1997, Slowakei/Tschechien), Otto RosenbergsDas Brennglas (1998, Deutschland), Mongo StojkasPapierene Kinder (2000, Österreich), Edward DębickisTotenvogel (2004, Polen) und Zoni Weisz’Der vergessene Holocaust (2016, Niederlande) zusammen. Read the rest of this entry »
RAN: Polizei lässt flüchtende Roma aus der Ukraine in Dresden nicht aus dem Zug
Am 8. April haben sich viele Roma-Selbstorganisationen und Initiativen in Hamburg getroffen, um am Welt-Roma-Tag zu demonstrieren. Als die Gruppe gegen Antiromaismus Dresden gerade nach Hamburg fahren wollte, erlebte sie auf dem heimatlichen Bahnhof, wie eine Gruppe flüchtende Romnja mit ihren Kindern von der Polizei nicht aus dem Zug gelassen wurde.
Die „Gruppe gegen Antiromaismus“ steht mit Ehrenamtlichen in Prag in Kontakt. Aktuell haben sie dort keine Möglichkeiten, Roma-Familien unterzubringen. Deshalb versuchen sie händeringend, die Familien nach Deutschland weiterzuvermitteln in der Hoffnung, dass die Situation hier besser ist. Wenn sie nach Dresden wollen, holt die „Gruppe gegen Antiromaismus“ sie ab und begleitet sie für die weiteren Schritte.
Am 8. April sollten nun vier Frauen und 13 Kinder in Dresden ankommen. Mit einer Romni aus der Prager Gruppe haben die Dresdner:innen abgesprochen, dass die flüchtenden Romnja mit dem EC aus Prag um 10.55 Uhr in Dresden Hauptbahnhof ankommen werden. Da die Dresdner:innen gerade auf einem anderen Bahnhof waren, um nach Hamburg zu fahren, haben sie die Bahnhofsmission benachrichtigt und gebeten, die Familie in Empfang zu nehmen.
Kurz nach 11 Uhr erfuhren sie von der Prager Unterstützerin, dass die Polizei die Frauen und die Kinder nicht habe aus dem Zug aussteigen lassen. Die Beamt:innen hätten den Frauen gesagt, sie sollten „nach Berlin fahren“. Das wollten die Frauen nicht. Read the rest of this entry »