Facts & Figures (433)

Juni 29th, 2022  |  Published in Facts & Figures

Am 23.6.2018 über­fie­len mas­kier­te Na­tio­na­lis­ten schla­fen­de Ro­ma bei Lwiw/Lem­berg (Ukra­i­ne). Ein jun­ger Rom, David Popp, wur­de er­mordet.

(Quelle)

Burgenland: Roma-Butschu am 2. Juli

Juni 28th, 2022  |  Published in Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen

Butschu 2022Am Samstag, 2. Juli 2022 (Beginn: 19:00 Uhr) wird – wie je­des Jahr – der tra­di­tio­nel­le Roma-Butschu, al­so der Rom-Kirtag, in Mischendorf im Gast­haus Knarr (Be­zirk Oberwart) über die Büh­ne gehen.

Seit dem Jahr 1991 trifft man sich hier und feiert gemein­sam – Roma und Nicht-Roma. Es geht um kultu­relle Diver­sität, um das Mit­einan­der der ver­schiedenen Volks­gruppen. Im Mittel­punkt steht dabei jedes Jahr die Musik. Neben den Ober­warter Roma-Bands Romano Rath und der Leon Berger Band prä­sen­tie­ren heuer die Grup­pe Romano Glauso aus Slowenien, die ungarische Volks­musik­gruppe Csörge und die kroatische Tam­bu­rizza Vlahija ihr Können.

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Die Europeada 2022 ist eröffnet

Juni 27th, 2022  |  Published in Sport, Veranstaltungen & Ausstellungen

Gruppenauslosung

In Kärnten hat mit der offiziellen Er­öff­nungs­feier am Wo­chen­ende die EUROPEADA 2022, die Fußball-EM der au­toch­tho­nen Min­der­hei­ten, begonnen. Orga­ni­siert wird das Turnier von der Föde­ralis­ti­schen Union Euro­päi­scher Na­tio­na­li­tä­ten (FUEN). Ins­ge­samt 19 Män­ner- und 4 Frau­en­teams treten bis 3. Juli ge­gen­einan­der an. Mit da­bei: ein Roma-Team aus Ungarn.

Mit der Europeada soll Bewusstsein für Minderheiten ge­schaffen werden. Immer­hin gehört jeder 7. Euro­päer einer autoch­thonen Minder­heit an oder spricht eine Regio­nal- oder Minder­heiten­sprache. Das Fußballturnier mit 19 Männer- und 4 Frauen­teams aus 11 europäi­schen Ländern wird sich auf 11 Sport­stätten in Süd­kärnten ab­spielen. Ein Spiel findet in Prevalje in Slowenien statt. Alle Mann­schaften sind nach Vor­bild eines Olym­pi­schen Dorfes rund um den Klopeiner See unter­gebracht.

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TV-Magazin Romano Dikipe (Juni 2022)

Juni 26th, 2022  |  Published in Radio, Podcast & TV

ORF Romano DikipeRomano Dikipe
TV-Magazin für Roma und Sinti
ORF 2 Burgenland, 12.6.2022 | →on Demand

Romano Dikipe Josef SchmidtDer Schwerpunkt der Sendung liegt auf dem Inter­na­tio­na­len Roma-Tag. Dieser Tag wur­de in Wien und im Burgen­land be­gan­gen. Des wei­teren berich­ten wir über das Forum4Bur­gen­land, zei­gen ein Porträt über Josef Schmidt vom Verein Roma-Service und er­in­nern an die ver­stor­be­ne Ruža Nikolić-La­katos.

Roma-Tag im Burgenland Im Jahr 1971 wurde der erste Welt-Roma-Kongress in London ab­ge­halten; dieser Tag gilt auch als Beginn der Bür­ger­rechts­bewe­gung der Roma. Seit 1990 fin­den am 8. April weltweit Ver­anstal­tungen zum Roma-Tag statt. In Oberwart lud heuer die Roma-Volks­hoch­schule Burgenland zur all­jähr­lichen Tagung ins Offene Haus Oberwart. Im Vor­der­grund stand dabei das Thema „Hass im Netz“.

Roma-Tag in Wien Auch in Wien wurde der Internationale Roma-Tag begangen und gefeiert. Am Vormittag lud Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka ins Parlament ein, um mit Vertreterinnen und Vertretern der Roma-Community über die sogenannten Romastrategien 2030 zu sprechen. Am Abend holte der Verein Voice of Diversity die Roma-Jugend im Wiener Jazz-Club Porgy & Bess vor den Vorhang.

Forum4Burgenland Am Internationalen Roma-Tag dis­ku­tieren Ex­pertin­nen und Ex­perten immer wieder darüber, wie man vor allem die Sprache, das Romani, er­halten kann. Immer­hin ist diese ein wich­tiger Teil der Kultur und der Identität. Das Schul­wesen und vor allem die kom­menden Genera­tionen tragen maß­geblich zum Erhalt der Volks­gruppen­sprachen bei. Genau diesem Thema wid­mete sich auch die Ver­anstaltung „Burgen­ländi­sche Lebens­welten“ des Forum4Bur­genland.

Porträt Josef Schmidt Seit über 30 Jahren ist der Burgen­land-Rom Josef Schmidt im Dienste der Volks­gruppe tätig. Mit der Ver­schrift­li­chung des Burgen­land-Romani in den frü­hen 90er Jah­ren ent­wickelte sich der Schwer­punkt sei­ner Arbeit in Rich­tung Erhalt und Weiter­gabe der Sprache. Vor allem die jüngeren Gene­rationen stehen dabei im Vordergrund. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (432)

Juni 22nd, 2022  |  Published in Facts & Figures, Recht & Gericht

Jedes fünfte im Vorjahr ge­fäll­te Ur­teil des Europ. Men­schen­rechts­gerichts­hofs betraf Art. 6 (Recht auf ein faires Ver­fahren/„Fair Trial“).

(Quelle/pdf)

One day we shall celebrate again: RomaMoMA

Juni 19th, 2022  |  Published in Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen

Ausstellung in Kassel 2022 (Foto: Joanna Warsza via ERIAC)Die OFF-Biennale Budapest startete 2015 als basis­demo­kra­ti­sche Bewe­gung zur Stär­kung der Un­abhän­gig­keit, Wider­stands­kraft und Wir­kungs­macht der lo­ka­len Kunst­szene in Ungarn. Auf der Documenta in Kassel prä­sen­tiert OFF zwei Aus­stel­lungs­pro­jekte und eine Pub­li­kation.

documenta fifteen
Fridericianum, 18. Juni bis 25. Sept. 2022
Friedrichsplatz 18, Kassel

Das erste Projekt ist eine langfristige Kooperation mit dem Euro­pean Roma Insti­tute for Arts and Culture (ERIAC): Hier werden Kunst­werke gezeigt, die die Frage nach der (Un-)Mög­lich­keit eines RomaMoMA (Roma Museum of Contemporary Art) stellen. Die Aus­stellung [mit Arbeiten von: Daniel Baker, János Balázs, Robert Gabris, Sead Kazanxhiu, Damian Le Bas, Małgorzata Mirga-Tas, Mara (Omara) Oláh, Tamás Péli, Selma Selman, Ceija Stojka] be­richtet von der un­erzählten Ver­gangen­heit und sich neu ent­falten­den Gegen­wart von Ro­ma-Künst­ler*in­nen. Ver­schiede­nen Künst­ler*in­nen­gene­ra­tio­nen und ihre unter­schied­lichen Po­sitio­nen werden durch eine Instal­lations­methode zur Geltung ge­bracht, die die Idee eines RomaMoMA sowohl konstru­iert als auch de­konstru­iert: Es er­scheint als ima­ginärer, trans­nationaler Raum.

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Roma-Kulturfestival „Latcho Dives“ in Leipzig

Juni 18th, 2022  |  Published in Veranstaltungen & Ausstellungen

Eröffnung des 2. Leipziger Kulturfestivals „Latcho Dives“ des Ver­bands der Roma und Sinti in Sachsen „Romano Sumnal“. Das Festi­val „Latcho Dives“ fin­det bis zum 25. Juni 2022 statt und bie­tet ein viel­fälti­ges Pro­gramm mit Musik, Film, Tanz, Literatur, Dis­kus­sion und Bei­sam­men­sein. Wei­te­re Infor­ma­tio­nen auf der Home­page des Fes­ti­vals.

Latcho Dives in LeipzigDer Zentralratsvorsitzende Romani Rose spricht am Samstag, den 18. Juni 2022 bei der Eröffnung (hier die Rede im Wort­laut). Aus sei­nem vorab ver­öf­fent­lich­ten Grußwort auf der Sei­te des Fes­tivals:

Wir feiern das Leipziger Kulturfestival der Roma und Sinti dieses Jahr zum zwei­ten Mal. Die Fest­woche hatte bereits bei seiner ersten Auf­lage eine wichtige Rolle für die Dar­stellung der Künste und Kulturen von Sinti und Roma ein­ge­nom­men und damit Signal­wirkung, nicht nur für Leipzig, son­dern weit darüber hinaus. Unter dem Namen „Latcho Dives“ – Schöner Tag – wird er­neut eine Fülle von Ver­anstal­tun­gen mit An­regungen und Inspira­tio­nen geboten.

Gerade in Zeiten, in denen Flucht und Vertreibung in Europa wieder dras­tischer hervor­treten, ist Dialog umso wich­tiger. Deshalb möch­te ich an dieser Stelle mit aller Deut­lich­keit be­tonen: Wir deutschen Sinti und Roma stehen solidarisch an der Seite der ukrainischen Roma wie auch an der Seite der Ukraine. Wir verurteilen Antiziganismus, Anti­semitis­mus, Natio­nalis­mus und jede Form gruppen­be­zogener Men­schen­feind­lichkeit.

An Sie, werte Zuschauerinnen und Zuschauern möchte ich appellie­ren: Nutzen auch Sie das Festival für Aus­tausch und Dialog, für Ver­ständnis und Respekt gegen­über Ihren Mit­menschen – Latcho Dives.

Aktionswoche für NS-Überlebende in der Ukraine

Juni 17th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Aktionswoche des HilfnetzwerksIn Deutschland beginnt die Aktions­woche des Hilfs­netz­werk für Über­le­bende der NS-Ver­fol­gung in der Ukraine. Etwa 42.000 NS-Über­le­ben­de, darun­ter Roma, le­ben noch in der Ukraine.

Mit einer Aktionswoche möchte das Hilfsnetzwerk für Über­lebende der NS-Ver­folgung in der Ukraine deren Unter­stützung in den Fokus rücken. Die Ver­anstal­tun­gen be­ginnen rund um den 19. Juni und enden am 29. Juni. Viele der mittler­weile 48 im Netzwerk en­gagier­ten Gedenk­stätten, Museen, Vereine und Initia­ti­ven bieten Führun­gen, Filme, Fort­bildungen sowie eine Fach­tagung.

Die Gedenkstätte Poppenbüttel in Hamburg blickt am 22. Juni mit einem Rund­gang und einem Ge­spräch zu­sammen mit der Autorin Margot Löhr zum Bei­spiel auf „Die ver­gessenen Kinder der Zwangs­arbeiterin­nen“. Das Doku­men­tations­zentrum NS-Zwangs­arbeit zeigt am gleichen Tag im Berliner Kino Delphi Lux in An­wesen­heit der Re­gisseu­rin Lana Delaroche den Film „The Sunday in Strasbourg“ über ukraini­sche Zwangs­arbei­terinnen.

In der Aktionswoche soll es auch um die Dimensionen des Zweiten Weltkriegs und des russi­schen Angriffs­kriegs sowie um Kontinui­täten gehen. Die Gedenk­stätte Bergen-Belsen bietet am 23. Juni eine Fort­bildung zu Sinti:ze und Rom:nja im KZ und das Fort­wirken von Anti­ziganismus bis in die Gegen­wart. Das Kreis­museum Wewelsburg lädt am 26. Juni zur Themen­führung „Der deutsche Überfall auf die Sowjet­union im Juni 1941“. Das Bil­dungs­forum Antiziganismus und der Zentralrat der Sinti und Roma sind am 28. Juni mit der Online-Ver­anstal­tung „Zur Situa­tion der Rom:nja in und aus der Ukraine“ Teil der Aktions­woche. Alle Ver­anstaltun­gen sind im Kalender auf der Website des Hilfs­netz­werks zu finden.

Spendenbereitschaft hochhalten

Bei einer zentralen Online-Veranstaltung zu Beginn der Aktionswoche am 20. Juni will das Netzwerk, das auf Initia­tive des Berli­ner Vereins KON­TAKTE-KOH­TAKTbI ge­gründet wurde, mit inter­nationa­ler Per­spek­tive auf die humanitäre Unter­stützung in der Ukraine schauen: Read the rest of this entry »

Internationale Roma-Konferenz in Slowenien

Juni 14th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Radijo/TV Erba (Tschibtscha), Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo ErbaRadijo Erba & TV Erba

Tschibtscha | 13.6.2022 | 8:25 min

Konferenz der European Roma Union in Murska Sobota

Adi TV-Erba andi Murska Sobota, Slovenija hi pedar i konfe­renca la Euro­pitika Romani Uni­jonatar te phukal. Tema hi o mediji andi Europa, sar on pedar i flogos­keri grupn le Romen­dar phukan. Taj saj kipo on le khe­tani­peske le Romen­dar prik den. O haburi andi Ukrajine jek donde be­scharipe le cile euro­pitike Romane orga­ni­saci­jendar kertscha. Afka te use aja kon­ferenca tema sina o tel dschumipe taj i dis­krimi­nacija le Romendar andar i Ukrajine. Minden­felitike dschene andar minden­felitike vilagi use aja kon­ferenca ande Murska Sobota, Slovenija ale pumaro alav te asdel. I situacija le Romen­dar ande poar schtotscha la Europatar eklik pe irintscha ham o angle vakerasch­tscha phenen hot meg but iste kerdo ol. Mediji schaj but use ledschen, kaj o dis­krimi­na­cija­kero kipo le Romendar savo ande o gadschen­gere schere meg mindig hi, pe te irinel.

Am 10. Juni fand in Murska Sobota eine internatio­na­le Roma-Kon­ferenz statt, um die Situa­tion der Roma in Europa zu er­örtern, ein­schließ­lich der Schwie­rig­kei­ten, mit denen die Roma-Ge­mein­schaft in der Ukraine kon­fron­tiert ist.

Besondere Aufmerksamkeit widmete die Ver­anstal­tung dem An­stieg der Roma-Armut, dem Antiromaismus, den Hassreden, die auch in Slowenien wahr­genom­men werden. Die Situation der Roma in Europa ver­schlech­tert sich, da sich in einigen Ländern Hass­reden und Anti-Ro­ma-Ak­tivitä­ten aus­breiten. Aus diesem Grund wird die Kon­ferenz eine Botschaft an die euro­päi­schen Institu­tionen senden, was die Roma wollen oder vor­schlagen, um die Situa­tion zu ver­bessern. Der Präsi­dent der Roma-Union Slo­we­niens und der Europäi­schen Roma-Union, Jožek Horvat Muc, be­tonte, dass die EU über viele Er­klärun­gen und Hebel verfügt, um gefähr­deten Gruppen zu helfen, aber in der Praxis muss noch viel mehr getan werden. Read the rest of this entry »

13. Juni 1999: Vertreibung der Kosovo-Roma

Juni 13th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Rassismus & Menschenrechte

RAN: Am 13. Juni 1999 begann die syste­ma­ti­sche ethni­sche Säu­be­rung ge­gen Roma im Koso­vo unter den Augen der inter­na­tio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen im Land. Der 13. Juni soll zum in­ter­na­tio­na­len Ge­denk­tag für die ver­trie­be­nen Roma aus dem Kosovo werden.

Im 14. Jahrhundert ließen sich Roma-Gruppen nachweislich auf dem Balkan nieder. Urkun­den des Zaren Dušan IV. er­wähnen erst­mals 1348 die An­kunft von Roma in Prizren. In osma­ni­scher Zeit, die bis 1912 dauerte, waren Roma ein wichtiger kultu­reller und wirt­schaft­licher Faktor der kosova­rischen Gesell­schaft. Ge­schätzt wurden ihre hand­werk­lichen Fertig­keiten, vor allem die Schmiede­kunst. Viele waren zu dieser Zeit Leib­eigene osma­nischer Grund­herren. Mit dem Aufstieg eth­nisch-na­tio­na­lis­ti­scher Bewe­gungen gerieten Roma zu­neh­mend zwi­schen die Fronten von Albanern und Serben, die je­weils abso­lute Loyalität for­der­ten. In den Balkan­kriegen 1912/1913 wurden musli­mische Albaner von serbischen Pro­pagan­disten als Unter­menschen dar­gestellt. Ziel der alba­nischen Nationa­listen war ein „ethnisch reines“ groß­albani­sches Reich. Seitdem wurden Serben, Juden und Roma sys­tema­tisch im Kosovo ver­folgt, zu­nächst durch albanische Banden, „Balli Kombetar“, und im Ver­lauf des Zweiten Weltkriegs durch die SS-Di­vi­sion „Skanderberg“, die von Himmler aus albani­schen Frei­willigen zusammen­gestellt wurde. Roma muss­ten Zwangsarbeit leis­ten und wurden in Konzentra­tions- und Todes­lager deportiert.

Viele Kosovo-Roma unterstützten die Partisanen Titos im Kampf gegen die deutschen Be­satzer. Den Familien ge­töteter Parti­sanen wurde eine Hinter­blie­benen­rente gezahlt. Sie er­hielten ein Bleibe­recht und der Staat be­zu­schusste ihren Hausbau.

Seit Anfang der 80er Jahre gibt es Berichte über die Bestrebungen kosovo-al­ba­nischer Nationalisten für die „ethni­sche Reinigung“ des Kosovo von allen nicht-al­banischen Minder­heiten. Nach 1989 spitzten sich die Konflikte zwischen Serben und Albanern weiter zu. In den 1990er Jahren ent­stand die UÇK, eine para­militärische Or­ganisa­tion, die für die Ab­spaltung des Kosovo von Jugoslawien kämpfte. Die Koso­vo-Al­baner, ebenso wie Politiker der NATO-Länder, be­haup­teten damals, die Serben plan­ten einen Genozid an den Albanern. Bis heute gibt es dafür keine B­eweise [Anm.: siehe auch hier]. Mit der Be­hauptung wurde jedoch die NATO-Bom­bar­dierung des sou­veränen Staates Jugo­slawien 1999 be­gründet, die am 24. März 1999 be­gann und 78 Tage andauerte.

Die Akademie der Wissenschaften Tirana forderte im Mai 1999: „Die Albaner brauchen ihren ethnisch-reinen Staat“. Nach dem Sieg der NATO konnte die UÇK ihr Ziel der „ethni­schen Säuberung“ des Kosovo un­gehindert um­setzen. Die UÇK be­setzte parallel zum NATO-Ein­marsch alle Orte des Kosovo, zer­störte Siedlungen von Roma und anderen Min­der­heiten und vertrieb die Men­schen. Vor allem seit dem 13. Juni 1999 wurden Roma in einem Aus­maß verfolgt, wie es Ver­gleich­bares seit der Besetzung des Balkans durch die Deut­sche Wehrmacht nicht mehr ge­geben hatte. Roma wurden Opfer zahl­loser Kriegs­verbrechen. Read the rest of this entry »

Diskriminierung von Roma-Kriegsflüchtlingen

Juni 12th, 2022  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Ukrainische Roma am Mannheimer Bahnhof (Foto: Bahnhofshelfer Mannheim/Facebook)Die in Deutschland neu geschaffene „Melde- und Infor­ma­tions­stelle Anti­ziganis­mus“ (MIA) ver­ur­teilt die Dis­kri­mi­nie­rung ge­flüch­te­ter ukrai­ni­scher Roma: Ro­ma aus der Ukraine müs­sen als uk­ra­i­ni­sche Staats­bür­ger/in­nen be­han­delt wer­den!

Seit Beginn des Krieges in der Ukraine fliehen immer mehr Men­schen Rich­tung Westen. Die europa­weite Bereit­schaft zur Auf­nahme Kriegs­ge­flüch­teter und die Bereit­stel­lung von Ressour­cen ist be­ein­dru­ckend und zeugt von großer Solida­rität. Je­doch sieht die Lage von ukrai­nischen Ge­flüch­teten, die der Roma-Min­der­heit an­ge­hören, anders aus. Roma waren oft­mals bereits im Heimat­land und auf der Flucht Dis­kriminie­rung und Benach­tei­li­gungen aus­gesetzt. In Deut­schland setzt sich dieser Anti­ziganis­mus fort.

Die institutionelle Diskriminierung zeigt sich vor allem darin, dass Roma segre­giert in pro­visori­schen Unter­künften und Hallen unter­gebracht werden – unter an­derem unter dem Vorwand, dass sie ande­re Ge­flüch­tete be­lästigen würden. In der Münchner Not­unter­kunft in den Messe­hallen waren zeit­weise bis zu 2.000 aus der Ukraine ge­flüchtete Roma über mehrere Wochen hin­weg in einer Massen­unter­kunft unter­gebracht. Geflüch­tete, die der ukraini­schen Mehrheits­gesell­schaft an­gehören, wurden hin­gegen oft inner­halb weniger Tage in de­zentrale Quartiere weiter­ver­mittelt.

In zahlreichen Landeskreisen fehlt es an politischem Willen, für geflüchtete Roma adäquate Unter­brin­gungs­bedin­gun­gen zu schaffen, oder die Auf­nahme geflüch­teter Roma wird sogar aus­drück­lich ab­gelehnt. Seitens einiger Ver­waltungs­behörden wird ukrai­nischen Roma vor­ge­worfen, keine „echten“ Kriegs­flücht­linge zu sein und nur Leis­tungen bevziehen zu wollen. Der insti­tutio­nelle Anti­ziganis­mus drückt sich ebenfalls in öffent­lichen Äußerun­gen von Polizei­behörden aus, denen zufolge Roma für Probleme und Miss­stände ver­antwortlich ge­macht werden.

Diskriminierung manifestiert sich auch auf individueller Ebene, durch Sicher­heits­perso­nal und Dienst­leister. Exempla­risch hierfür waren die Vor­fälle bei der Deutschen Bahn am Haupt­bahn­hof Mannheim und in Kassel. Weite­re Vorfälle wurden u.a. in Unter­künften in Berlin und München ge­meldet, immer mit dem Vorwurf gegen­über Roma, Leis­tungen in Anspruch ge­nommen zu haben, die nur „echten“ Kriegs­flücht­lingen zu­stünden. Zudem wei­gerten sich viele Dol­met­scher_in­nen, für Roma zu über­setzten. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (431)

Juni 11th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

62% der ak­tu­ell beim Europ. Menschen­rechts­ge­richts­hof an­hän­gi­gen Ver­fahren be­tref­fen 3 Staa­ten: Russ­land, Tür­kei, Ukra­ine.

(Quelle/pdf)

Podcast: Aus dem Netz ins Klassenzimmer

Juni 7th, 2022  |  Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Podcast: Aus dem Netz ins Klassenzimmer – Wie umgehen mit Cyber Mobbing und Hate Speech? (27.10.2021)

In dieser Podcast Folge von „Richtig & Falsch“ ist neben Cyber­mobbing auch Hate­speech – online wie off­line – ein Thema. Also Hassrede, die sich gegen Per­so­nen oder Gruppen rich­tet und sie be­droht oder ab­wertet. Hetze und Hate­speech kommen nicht nur im Klassen­zimmer vor. Ganz viel davon pas­siert online. Jede*r zweite Inter­net­nutzer*in ist schon ein­mal mit Hass im Netz in Kon­takt ge­kommen.

Was tun, wenn ein Schüler oder eine Schülerin Hass im Klassen­zimmer ver­breitet? Wo sind die Grenzen der Meinungs­freiheit? Read the rest of this entry »

RAN: Ukrainische Roma in Prag

Juni 5th, 2022  |  Published in Rassismus & Menschenrechte  |  1 Comment

Roma-Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine (Foto: RAN)Obdachlos und unerwünscht

Roma Antidiscrimination Network, 30.5.2022: Nach wie vor sind viele Roma, die aus der Ukraine in die ost­euro­päi­schen Staaten flie­hen, ob­dach­los. Be­son­ders dras­tisch ist die Situa­tion in Tschechien. Dort schlafen Hun­derte Roma im oder vor dem Prager Bahnhof, da sie keine Unter­kunft be­kom­men und nicht re­gistriert werden. Die meis­ten von ihnen sind Frauen, Kinder, alte oder be­hin­derte Men­schen. Anders als weiße Ukrai­ner:in­nen be­kommen sie keine Visa für Ge­flüchtete.

Im Prager Bahnhof steht zwischen 9 Uhr abends und 5 Uhr morgens ein Schlafwagen für sie bereit. In ihm über­nachten 500 Men­schen, ob­wohl er nur für die Hälfte angelegt ist. Die hygieni­schen Be­dingungen sind für sie ge­sund­heits­gefähr­dend. Frei­willige Hel­fer:innen wollen ihre Unter­stützung für diese Men­schen Ende Mai ein­stellen, um die Regierung zu zwin­gen, an­gemes­sene Unter­künfte zu orga­nisieren. Eine Helferin be­zeichnet die Situa­tion als humani­täre Krise, die nicht mehr trag­bar sei. (Mehr hier:  Zeltstadt in Prag für Roma aus der Ukraine)

Viele Roma warten darauf, dass die tschechischen Behörden über ihren Status ent­scheiden und sie unter­gebracht werden können. Viele haben ver­sucht, sich zu registrieren, wur­den aber ab­gewiesen, ohne ihnen den Grund zu nennen.

Die Weiterflucht in andere Länder bringt auch ihre Schwierig­keiten mit sich. Bereits am 8. April, dem Welt-Ro­ma-Tag, hatten die Unter­stüt­zer:in­nen von der „Gruppe gegen Anti­romaismus“ auf dem Dresdener Bahnhof erlebt, wie eine Gruppe ukrai­ni­sche Romnja, die aus Prag nach Deutschland kam, von der Polizei nicht aus dem Zug ge­lassen wurde. Da die Gruppe zu­fällig an­wesend war, konnte sie schnell Unter­stützung für die Romnja or­ganisieren. Es scheint je­doch, wie aus dem Guardian-Ar­ti­kel zu er­fahren ist, kein Einzelfall ge­wesen zu sein: Viele Roma, die nach Deutschland fliehen wollten, wurden in Dresden von der Polizei nicht aus dem Zug ge­lassen. (Mehr hier und hier.) Read the rest of this entry »

Facts & Figures (430)

Juni 4th, 2022  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

2021 hat der Europ. Court of Human Rights 222 neue Men­schen­rechts­be­schwer­den aus Öster­reich zu­ge­las­sen (Deutsch­land: 574).

(Quelle/pdf)

Podcast: Mehr Sprachen, mehr Potential

Juni 2nd, 2022  |  Published in Jugend & Bildung, Radio, Podcast & TV

Podcast „Richtig und Falsch“: Mehr Sprachen, mehr Potential – Und welche Rolle die Schule dabei spielen kann, 21.3.2022

In dieser Podcast-Folge geht es um Mehrsprachigkeit. Österreich ist ein viel­spra­chiges Land. Das wird auch in der Schule deut­lich. Mehr als ein Viertel der Schü­ler*innen in Öster­reich, in Wien sogar mehr als die Hälfte, sprechen im Alltag nicht Deutsch. Damit muss in der Schule um­ge­gan­gen werden. Oft funk­tio­niert das gut und mehr Sprachen werden als Gewinn und nicht als Last ge­sehen. Aber: es hängt eben noch immer oft auch davon ab, WELCHE Sprachen die Zweit- oder Dritt­sprachen sind.

Was bedeutet es, Jugendliche in ihrer sprachli­chen Reali­tät ab­zu­holen? Wie gehen Lehrkräfte mit Mehr­sprachigkeit in der Klasse um? Wie ge­lingt ein res­sour­cen­orien­tier­ter Zugang, der die Kom­petenzen der Schüler*in­nen schätzt und nutzbar macht? Read the rest of this entry »

Der Gast nirgendwoher

Juni 1st, 2022  |  Published in Literatur & Bücher

Der Gast nirgendwoher (2021)Jovan Nikolić: Der Gast nirgendwoher
Gesammelte Lyrik

Drava: Klagenfurt/Celovec 2021 | Aus dem Serbischen übers. von Cornelia Marks | →Bestellen

Jovan Nikolić (1955), Autor von 20 Gedicht- und Prosabänden, Librettos und Theater­stücken – ver­öffent­licht seit 1977 Lyrik. Und lebt seit 1999 lebt in Köln. Die Lyrik­sammlung Der Gast nirgend­woher stellt eine Aus­wahl seines 40-jäh­rigen dich­teri­schen Schaffens dar. Die ge­trof­fene Aus­wahl wird die LeserIn­nen an seinen frühen Band Zimmer mit Rad erinnern, und zahl­reiche Verse wurden bereits in Literatur­zeit­schriften und Antho­logien Europas ab­gedruckt, aber es sind auch neue, un­veröffentlichte Gedichte ent­halten. Nikolić neigt zu Oneirismus und surrealen Bildern in sei­nen Gedichten, welche durch sprach­liche Subtilität und seman­tische Tiefe be­zaubern. Er­schaffen auf der Basis Liebe–Träume–Tod – Reali­täts­über­treibung, Selbstironie, ist diese Lyrik ein span­nendes Zeugnis der Zeit, der kulturellen und sozio­lo­gischen Ver­änderun­gen, der Zwie­sprache mit dem Alter und sich selbst, aber auch der un­ge­zügel­ten dichterischen Existenz auf der Suche nach einem ver­borgenen Sinn.

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Facts & Figures (429)

Mai 31st, 2022  |  Published in Facts & Figures, Recht & Gericht

Im Jahr 2021 fällten die Rich­ter:in­nen des Euro­pä­i­schen Ge­richts­hofs für Men­schen­rech­te 1.105 Ur­teile.

(Quelle/pdf)

Tief verwurzelt auch in der Forschung

Mai 30th, 2022  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Wissenschaft

Deutschlandfunk Kultur: Rassismus gegen Sinti und Roma

Zeitfragen. Feature, 5.5.2022 (35 min)
Sendung von Christian Bernd

Rassismus gegen Sinti und Roma hat Tradition in Deutschland – auch in der Wissen­schaft. Sie zeich­nete bisher ein stereo­types Bild. Jetzt wollen Forschende, die der Min­der­heit an­ge­hören, ihre eige­ne Perspektive ein­bringen.

(Text und Beitrag: Deutschlandfunk Kultur)

Tschechien: Roma-Netzwerk gegen Hass im Netz

Mai 28th, 2022  |  Published in Einrichtungen, Internet & Blogothek, Jugend & Bildung, Rassismus & Menschenrechte

Gemeinsam gegen Hass im Netz  (CC-BY-SA-2.0: SPÖ Presse u. Kommunikation, 2015)Von der Stiftung EVZ geförder­tes Projekt in der Tsche­chi­schen Republik geht ge­gen Anti­ziga­nis­mus im Netz vor

Proaktiv gegen Hassrede im Netz: Zwanzig junge Rom:nja in der Tschechi­schen Republik gehen das mit Unter­stützung der Stiftung EVZ an. Die Gruppe aus Stu­dieren­den und Frei­willigen meldet und überwacht dis­kriminie­rende Äuße­rungen im Internet, ent­wickelt Inhalte, liefert Gegen­argu­mente und schafft eine Beweis­grundlage für rechtliche Schritte. Die Gruppe ist Teil eines gemein­samen Projekts des European Roma Rights Centre (ERRC), des Forums für Menschenrechte und der tschechischen NGO ROMEA. Es zielt darauf ab, Hassreden im Internet zu be­kämpfen und rechtliche Klagen gegen Inhalts­anbieter ein­zu­reichen. Das Projekt wird von der Stiftung Erin­nerung, Ver­ant­wortung und Zukunft (EVZ) un­terstützt.

„Es besteht oft ein direkter Zusammenhang zwischen Hassreden im Internet und realen Hass­verbrechen gegen Rom:nja“, sagte ERRC-Prä­si­dent Đorđe Jovanović. „Hass­kommen­tare im Internet sind nicht nur ein Abbild des Anti­ziganismus im Netz, in vielen Fällen stiften sie sogar zu weiteren Verbrechen gegen Rom:nja an – vor allem, wenn sie von Per­sönlich­keiten des öffent­lichen Lebens stammen, die den Anti-Ro­ma-Hass für poli­tische Zwecke nutzen. Unsere Roma-Ak­ti­vist:in­nen sind die Antwort darauf: Sie werden aktiv gegen die­jenigen, die den Hass fördern, und gegen die­jenigen, deren Aufgabe es sein sollte, ihn zu be­seitigen.“

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