Archive for Oktober, 2009

10.000 Kosovo-Roma vor Abschiebung

Oktober 14th, 2009  |  Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Sueddeutsche-ZeitungWie die „Süddeutsche Zeitung“ heute unter Berufung auf die Antwort des deutschen Bundesinnenministeriums auf eine Anfrage der Linksfraktion berichtet, stehen tausende kosovarische Flüchtlinge in Deutschland unmittelbar vor ihrer Zwangsrückführung. Obwohl sie seit über zehn Jahren in Deutschland leben, sollen rund 10.000 Roma in den Kosovo zurückkehren. Laut Süddeutscher Zeitung liege ein fertig ausverhandeltes Abkommen zwischen Berlin und Priština zur Rückübernahme der Kosovo-Flüchtlinge vor, das schon in den kommenden Wochen ratifiziert werden soll: „Das Abkommen sieht vor, dass der Kosovo grundsätzlich alle Menschen aufnimmt, die Papiere aus der einstigen jugoslawischen Provinz vorlegen können oder die dort nachweislich gelebt hatten.“ Dies werde Abschiebungen deutlich erleichtern, weil nun auch Angehörige von Minderheiten, ungeachtet ihrer Gefährungssituation im Kosovo, gleichermaßen abgeschoben werden können. Read the rest of this entry »

Bastakero rodipe | Suche nach Glück

Oktober 12th, 2009  |  Published in Musik, Radio, Podcast & TV

Radijo Roma samRoma sam
Radijo Burgenland
: 12.10.2009, 20:50 orenge/Uhr

Hans-Samer-Band mit Frank HoffmannBut Roma la pala haburakera generacijonatar sar te o muschikaschi Hans Samer kherestsar bejg gelo ando baro foro, pri bast andi anonimiteta te rodel. O Hans Samer, dscheno la flogoskera grupnatar le Romendar, andi Telutni Schica upro them alo, taj o schero la prindscharda muschikana grupnatar „Samer-Band“, terdschivtscha pro ternipe ande oja cajt Erbate, kada le Romenge meg „Zigeuner“ phenahi. Ando vakeripe la Susanne Horvathaha la sendungake „Roma sam“ phukal o Hans Samer sar agun sina, taj saj pharo sina jek siklipeskero than te uschtidel te korkor tschak o palutno anav te schunel sina. (volksgruppen.orf.at)

Wie viele Roma der Nachkriegsgeneration ist einst auch der Musiker Hans Samer von zu Hause weggegangen, um in der Großstadt, in der Anonymität, sein Glück zu machen. Hans Samer, Angehöriger der Volksgruppe der Roma, in Unterschützen geboren, und Leader der bekannten Musikgruppe „Samer-Band“, verbrachte in jener Zeit seine Jugend in Oberwart, als man zu den Roma noch „Zigeuner“ sagte. Im Gespräch mit Susanne Horvath für die Sendung „Roma sam“ erzählt Hans Samer, wie es damals war und dass es fast unmöglich war, einen Lehrplatz zu bekommen, wenn bloß schon nur der Nachname erwähnt wurde.  (volksgruppen.orf.at)

Radio Corax: Roma-Kundgebung in Ungarn

Oktober 12th, 2009  |  Published in Interview, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Roma-Protestzug, Budapest 11.10.2009Radio Corax, 10.10.2009 (7:12 min)
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Radio Corax, 11.10.2009 (1:45 min)
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Mit einer Kundgebung auf dem Budapester Heldenplatz hat der tagelange Protestmarsch ungarischer Roma (hier unsere Meldung) gestern Sonntag seinen Höhepunkt erreicht. Die Veranstalter wollten Staatspräsident László Sólyom eine Petition gegen die Ausgrenzung der Roma überreichen, um ihn aufzufordern, seine „Stimme gegen die Diskriminierung der Roma zu erheben“ und die „führende Rolle im Kampf für die Integration der Roma“ zu übernehmen.

Für das Freie Radio Corax aus Halle hat Gina Böni, Journalistin und Mitarbeiterin von Manush, einer Organisation für die Stärkung und Bildung von Roma in Ungarn, live von der Kundgebung berichtet. Im Gegensatz zur amtlichen Agentur MTI, der zufolge die am Marsch teilnehmenden Aktivisten auf dem Heldenplatz von rund 500 Menschen mit Applaus empfangen worden seien, schätzt Böni in ihrem Live-Bericht die Zahl auf 3.000 bis 4.000.

Böni erzählt im Radiointerview, dass die Roma in den Ortschaften, in denen die Roma-Aktivisten Station machten, aus Angst, „zur Schusszielscheibe“ zu werden, davor zurückgeschreckt seien, sich dem Protestzug anzuschließen. Read the rest of this entry »

Natascha Winter: Me phenav „Zigeuner“

Oktober 11th, 2009  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV

Radijo KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
9.10.2009, 20:00 & 10.10., 20:30 & 12.10., 11:30 orenge

Sinti-Allianz Deutschland (SAD)„Me lav o alav ,Zigeuner‘. ,Zigeuner‘ hi o tschatscho alalv taj ,Zigeuner‘ le cile Romendar aun lim ol taj te historischi korekti lo hi, kekaj lo jekoschne dschenenge na tecinel; feleri hi, te andar politischi keriptscha o probalinipe kerdo ol, i historija ando hamischago te dschuminel.“ Natascha Winter, anglebeschti la Sinti-Allianzatar andi Germanija phukal ando vakeripe la Gilda Horvathaha pedar i situacija le Romendar taj Sintijendar andar i Germanija taj Europa. „Organisaciji save amen fatretinen, naschtig mindig tschak le rasismusha ar pumen bescharen.“ I Sinti-Allianz andi Germanija jek khetan gejipe nimtschke „Zigeunerendar“ (Sinti) hi. On ando bersch 2000, 20 phure Romendar kerdo ulo, savengere dschene ando cile phure thana la bundesrepublikatar Germanija dschin, taj jek „Dachverband“ hi enja Sinti organisacijonendar sar te jeka Lovarakera grupnatar.

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Protestmarsch nach Budapest

Oktober 10th, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

Protestmarsch nach Budapest, 8.10.2009László Kállai, der Vorsitzende der ungarischen Roma-Bürgerrechts-Organisation Jászági, hat sich vor einer Woche mit einigen Aktivisten zu Fuß auf den Weg von Jászladány nach Budapest gemacht, um dem ungarischen Präsidenten László Sólyom persönlich eine Petition zu überreichen. Der Protestmarsch vom 3. bis 11. Oktober 2009 soll auf die anhaltende Diskriminierung der Roma – insbesondere im Schulbereich – aufmerksam machen. Laut Angaben von Jászági sei die schulische Segregation von Roma-Kindern noch in über 900 Schulen in Ungarn üblich. Der rund 130 km lange Fußmarsch verweist symbolisch auf den langen Weg, den die ungarische Gesellschaft noch vor sich hat, bis die Probleme der Volksgruppe gelöst sind. Der Marsch der Protestgruppe führt u.a. durch mehrere Roma-Siedlungen (hier die Route), wo Diskussionsveranstaltungen durchgeführt werden. Morgen wird die Gruppe dann in Budapest eintreffen. Ihren Höhepunkt finden die Proteste um 11 Uhr bei einer Kundgebung auf dem Budapester Heldenplatz (Hősök tere); die Veranstalter erwarten mehrere Tausend Roma-Demonstranten.

Natascha Winter: „Ich sage Zigeuner“

Oktober 9th, 2009  |  Published in Einrichtungen, Politik, Radio, Podcast & TV, Romani

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
9.10.2009, 20:00 & 10.10., 20:30 & 12.10., 11:30 Uhr

Sinti-AllianzSinti-Allianz Deutschland e.V. (Website)

„Organisationen, die uns vertreten, können nicht immer nur die Rassismus-Keule schwingen.“ − Natascha Winter, Vorsitzende der Sinti-Allianz in Deutschland spricht im Interview mit Gilda Horvath über die Situation der Roma und Sinti in Deutschland und in Europa.

Die Sinti-Allianz Deutschland ist – im Wortlaut ihrer Selbstbeschreibung – „ein Zusammenschluss deutscher Zigeuner (Sinti). Sie wurde im Jahr 2000 von 20 Stammesvertretern gegründet, deren Sippen in allen alten Ländern der Bundesrepublik Deutschland leben, und ist Dachverband von bisher neun unabhängigen Sinti-Organisationen sowie einem Lowara-Stamm.“ Der Verein betont den deutschen Charakter der autochthonen Volksgruppe und wendet sich vehement gegen die Verschriftlichung des Romani und dessen Etablierung als Schrift-, Amts- oder Unterrichtssprache:

„Unsere Kultur und Sprache in öffentlichen Schulen zu lehren, sie zum Gegenstand eines Hochschulstudiums zu machen, in Ämtern zu benutzen oder die Sprache in den Medien zu publizieren, würde einen völligen Bruch mit den kulturellen Gesetzen der Sinti-Gemeinschaft bedeuten. Wir lehnen daher jede staatliche Maßnahme in diesem Bereich ab, die in den privaten Charakter der Sinti-Kultur und Sprachpflege eingreift, wie sie etwa als staatliche Förderungsverpflichtungen in der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen enthalten sind.“ Read the rest of this entry »

„The situation is catastrophic“

Oktober 8th, 2009  |  Published in Jugend & Bildung, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen

OSCE: HDIM-Konferenz in Warschau 2009 OSZE-Konferenz: Statements zur Roma-Bildungspolitik

Der gestrige Sitzungstag der Menschenrechtskonferenz der OSZE in Warschau (Human Dimension Implementation Meeting/HDIM, hier das Programm als PDF-Datei) befasste sich mit der Lage der Roma und Sinti und legte seinen Schwerpunkt insbesondere auf das Thema der frühen Schulbildung. Heute veröffentlichten die Veranstalter einige Statements aus den gestrigen Vorträgen und Diskussionsbeiträgen. Schwierigkeiten bereitet demnach offenbar nach wie vor die konkrete Umsetzung der Programme und Richtlinien vor Ort. Tanya Dimitrievich von der serbischen NGO Roma Center for Democracy merkt zur Bildungssituation für Roma-Kinder in Serbien beispielsweise an:

I can tell you how it is going so far in Serbia − the situation is catastrophic. After six years of implementation of the OSCE action plan in Serbia, only four out of every ten Roma have at a least primary school education. We don’t even want to talk about how many Roma children aren’t attending school at all − the number is very high. Everything is in place in Serbia − great laws and strategies − but the problem is that there is no implementation. The OSCE could put pressure on states to implement the laws set out in the Action Plan and to implement the strategies and policies that they have adopted.

Te manuscha ojs „marhi“ aun dikle ule

Oktober 8th, 2009  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Der BundO Prageriskero-korespondento Bernhard Odehnal konstatirinel ando Svecijakero dijeskero papruschengero nevipe „Der Bund“ jek bibastalo utscharipe rasisitischi prik astaripestar gejng Roma ando ost Europa. Ando pisintschago del pe ov upro rodipe pal o koji – taj perel (ov na dikel upro rasistischi gondi taj upro ekstremistitike tradiptscha le dschenendar) uso phariptscha ando khetan dschivipe jeka marginalisirima taj vaschoda „problematitika“ flogoskera grupnaha. „O rasismus gejng Roma andi Tschechija, andi Slovakija, Rumenija taj ando Ungriko mindig buteder ol. Neonacis tschiden thabojipeskere koji taj murdaren, o avre dschene ando va tschalan, kaj lenge oda tecinel. Na lakle o probalintschage la integracijatar o drom?“, phutschel o pisimaschi – afka sar te odola ovnahi o „na integririme“ Roma, save i prik astaripeskeri vela angle vrischtschande, taj na o neonacis, save len murdaren. O pisintschago, savo pedar duge droma igen latsche te genel hi, laken tumen ando cilon adaj.

Wenn Menschen als „Schädlinge“ gelten

Oktober 7th, 2009  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

Der BundDer Prag-Korrespondent Bernhard Odehnal konstatiert in der Schweizer Tageszeitung „Der Bund“ einen drastischen Anstieg rassistischer Gewalt gegen Roma in Osteuropa. In dem umfangreichen Artikel macht er sich auf die Suche nach den Ursachen – und landet (statt sich vor allem auf rassistische Wahnideen und die extremistische Hetze innerhalb der Mehrheitsbevölkerung zu konzentrieren) bei den Schwierigkeiten im Zusammenleben mit einer marginalisierten und deshalb „problematischen“ Volksgruppe. „Der Rassismus gegen Roma steigt in Tschechien, der Slowakei, Rumänien und Ungarn dramatisch an. Neonazis werfen Brandsätze und morden, der Mittelstand applaudiert. Sind alle Versuche der Integration gescheitert?“, fragt der Autor – so als wären es die „nicht integrierten“ Roma, die letztlich die Gewaltwelle zu verantworten hätten, und nicht mordende Neonazis. Den ansonsten über weite Strecken sehr lesenswerten Artikel finden Sie in voller Länge hier.

Die Überfälle erinnern an Methoden des Ku-Klux-Klans: Häuser werden angezündet und die aus den Flammen flüchtenden Menschen kaltblütig exekutiert. Die mutmasslichen Täter der ungarischen Morde und des tschechischen Brandanschlags sitzen seit August in Untersuchungshaft. In beiden Ländern kommen die Verdächtigen aus der Neonaziszene, die Polizei spricht von „rassistischen Motiven“.

In der rechtsextremen Propaganda hat der Antiziganismus den Antisemitismus abgelöst: Galten Zigeuner früher als faul, aber harmlos und lebensfroh, werden sie heute als aggressiv und parasitär dargestellt. Auf ungarischen Flugblättern sind Roma als Küchenschaben gezeichnet, in Tschechien wirbt die Arbeiterpartei mit dem Slogan „Deratizace“ (Schädlingsvertilgung). Die der DS ideologisch verwandte Nationalpartei kündigte im EU-Wahlkampf die „Endlösung für Zigeuner“ an. Read the rest of this entry »

Radijo: Dajakeri tschib Roman & „Mri Historija“

Oktober 5th, 2009  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV, Romani, Wissenschaft

Radijo Roma samRoma sam
Radijo Burgenland
: 5.10.2009, 20:50 orenge

Emmerich Gärtner-HorvathJek barikano punkto le farajn Roma-Servicistar hi o terlikeripe la dajakera tschibtschatar Roman. Ando jek hango le flogoskere grupnengere tschatschipestar, le ischkolakere sikadipeskere tschatschipestar taj ando khetan butschalinipe le pradime institutenca, planinel o Roma-Service o pekanschago le Romane sikajipestar ar te lakel, taj kaj lo pekamlo ol, te kerel. O Emmerich Gärtner-Horvath ando vakeripe la Susanne Horvathaha, phukal adi andi sendung „Roma sam“ pedar o pharipeskere punktscha le farajn Roma-Servicistar, taj te pedar i situacija le Romano sikajipestar taj pedar o vakeripe andi Romani tschib.

„Mri Historija“ − dschivipeskere historiji 15 murschendar taj dschuvlendar ando film, alav taj kipo: kaj burgenlanditike Roma, save maschkar 1923 dschi 1955 upro them ale, phukan pedar jek bojd pobisterdo falato austritika historijatar. O 15 kenvi mindig jeke dscheneske vidmim hi. Mer i harni bijografija jek dugeder vakeripe hi, jek le ORF-Burgenlandistar kerdi DVD, historischi taj aktujeli kipi.

„Mri Historija” ando 26. novemberi 2009, 19.00 orenge, ando „ORF-Funkhaus“ Tikne Martonate, Buchgrabenweg 51, 7000 Tikni Martona, presentirim ol.

(volksgruppen.orf.at)

Radio: Spracherhalt & Zeitzeugen-Edition

Oktober 5th, 2009  |  Published in Einrichtungen, Radio, Podcast & TV, Romani, Wissenschaft

Radio Roma samRoma sam
Radio Burgenland
: 5.10.2009, 20:50 Uhr

Emmerich Gärtner-Horvath (Foto: KV-Roma.at)Muttersprache Roman & Edition „Mri Historija“


Ein wichtiger Schwerpunkt des Vereins Roma-Service ist der Erhalt der Muttersprache Roman (Burgenland-Romani). Im Einklang mit dem Volksgruppengesetz, dem Schulunterrichtsgesetz und in Zusammenarbeit mit öffentlichen Institutionen plant Roma-Service den Bedarf an Roman-Unterricht zu erheben und, wo er besteht, zu decken. Emmerich Gärtner-Horvath erzählt heute im Interview mit Susanne Horvath in der Sendung „Roma sam“ über die Schwerpunkte des Vereins Roma-Service und über die derzeitige Situation betreffend den Roman-Unterricht und den Sprachgebrauch.

Lebensgeschichten von 15 Männern und Frauen in Film, Wort und Bild: Burgenländische Roma, die zwischen 1923 und 1955 geboren wurden, erzählen über einen fast vergessenen Teil österreichischer Geschichte. Die 15 Broschüren der Zeitzeugen-Edition „Mri Historija“, herausgegeben vom Verein Roma-Service, sind jeweils einer Person gewidmet. Sie umfassen neben einer Kurzbiografie ein ausführliches Interview, eine vom ORF-Burgenland produzierte DVD, historische und aktuelle Fotos.

„Mri Historija“ wird am 26. November 2009, 19.00 Uhr, ORF Funkhaus Eisenstadt, Buchgrabenweg 51, 7000 Eisenstadt, präsentiert.

(volksgruppen.orf.at)

Gleichberechtigung aller Volksgruppen

Oktober 5th, 2009  |  Published in Politik, Recht & Gericht

ParlamentIn mehreren Arbeitssitzungen hat eine Expertengruppe einen Vorschlag für ein neues österreichisches Volksgruppengesetz erarbeitet. Der Vorschlag sieht die Gleichstellung aller Volksgruppen und die Anerkennung der Volksgruppen als eigene juristische Personen vor, wodurch Rechte in Zukunft – durch Vertretungsorganisationen – für die gesamte Volksgruppe und nicht nur für deren Angehörige einklagbar wären. Nationalratspräsidentin Barbara Prammer (SPÖ), der die Ergebnisse vergangene Woche überreicht wurden, habe versprochen, die Empfehlungen den Fraktionsführern im Parlament zu übergeben, sagte Marjan Pipp, Vorsitzender des Österreichischen Volksgruppenzentrums in Wien. Das Volksgruppenzentrum hatte, als Dachverband aller autochthonen Volksgruppen in Österreich, die Erarbeitung des Vorschlags in Auftrag gegeben. Prammer werde dem Vorschlag für ein neues Volksgruppengesetz im Parlament „eine Bühne bieten“ und alle Parteien dazu einladen. Read the rest of this entry »

Radijo: „Te aven bachtale“ ando Amerlinghaus

Oktober 4th, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
2.10.2009, 20:00 & 3.10., 20:30 & 5.10., 11:30 orenge

Zentrum Exil im AmerlinghausO sako berscheskero Romengero mulatintschago ando betschitiko Amerlinghaus hi talalinipeskero than, te mulatinel taj pomoschago uso kultureli arparujipe. O mindenfelitiko programo, organisirim le scherostar Christa Stippinger, schaj pe te dikel mukel: Sikadipeskeri kunst, literatura taj muschika sar kulinarischi raritetscha andar o Romengero vilago le niposke odoj bitim uli.

O artschijipe la kinstlerkijatar Ceija Stojka, „Dennoch leben wir“, lakere kipenca pedar i briga la flogoskera grupnatar putrel mindig jek ar bescharipe la politikaha andi palutni cajt taj adiveskeri cajt ari. Oj ando keripe la Romengera kulturakera presentacijatar pre neve kipi ar tertschartscha, ande savi oj pri palutni cajt, savie eksemplarisch la tradipeskera historijatar le Romendar ando 20. schelberschengero terdschol, upre butschalinel. „Me igen kamav o Romengero mulatintschago ando Amerlinghaus, mint adaj an o cile ando smirom taj loschanipe khetan – kejkaj katar o nipo al vaj saj kultura len hi“, phenel i Stojka. Read the rest of this entry »

I premijere: „Nevimos“ ande Romanes

Oktober 4th, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV, Romani

Radio KaktusAnde i adiveskeri sendung mulatinel Nevimos – o nevo kurkeskero „Newsflash“ ande Romanes – use Radijo Kaktus pri premijere. Nevimos anel o lek barikaneder temtscha andar o vilagoskere neviptscha sar te „Hot News“ andar o internacijonali taj regijonali Romengere vilagi. Pasche mer o avre phukajiptscha taj vakeriptscha uso aktujeli kurkeskere temtscha taj Romani muschika andar o cile vilagi hi Nevimos akan o triti koja le Radijo Kaktusistar. „Me gondolinav hot la flogoskera grupnake ada barikano hi, pedar o koji so le vilagen micinel te andi lengeri dajakeri tschib informacija te uschtiden. Nevimos khetan phandel amare tschibtscha le informacijonakero cajtakere phuranipestar“, phenel i sendungakeri keraschkija Gilda Horvath.

NEVIMOS ande Radijo Kaktus mindig paraschtun 20:00 orenge − papal te schunel hi suboton & hetvinake 11:00 orenge

Nevimos – Newsflash in Romanes

Oktober 3rd, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV, Romani

Radio KaktusIn der aktuellen Sendung von Radio Kaktus feiert Nevimos – der neue wöchentliche Newsflash in Romanes – seine Premiere. Nevimos bringt die wichtigsten Themen aus den Weltnachrichten sowie „Hot News“ aus der internationalen und regionalen Roma-Welt. Neben den ausführlichen Berichten und Interviews zu aktuellen Wochenthemen und Romamusik aus aller Welt ist Nevimos nun die dritte Säule von Radio Kaktus. „Ich glaube es ist wichtig für die Volksgruppe, über jene Dinge, die die Welt bewegen auch in ihrer Muttersprache informiert zu werden. Nevimos verbindet unsere Sprache mit dem Informationszeitalter“, so Sendungsgestalterin Gilda Horvath.

Radio Kaktus mit NEVIMOS: Freitag 20:00 Uhr, Samstag 20:30 & Montag 11:00 Uhr

Radio: „Te aven bachtale“ im Amerlinghaus

Oktober 3rd, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
2.10.2009, 20:00 & 3.10., 20:30 & 5.10., 11:30 Uhr

Amerlinghaus; Wien volksgruppen.orf.at: Das jährliche Romafest im Wiener Amerlinghaus ist Treffpunkt, Unterhaltung und Beitrag zum kulturellen Austausch gleichermaßen. Das vielfältige Programm,  organisiert von „Exil“-Geschäftsführerin Christa Stippinger, konnte sich sehen lassen. Die Ausstellung der Künstlerin Ceija Stojka („Dennoch leben wir“) mit ihren Bildern über das Leid der Volksgruppe löst immer wieder eine Auseinandersetzung mit der Politik in der Vergangenheit und heute aus. Sie stellte im Rahmen der Romakulturpräsentation ihre neuen Bilder aus, in denen sie ihre Vergangenheit, die exemplarisch für die Verfolgungsgeschichte der Roma im 20. Jahrhundert seht, aufarbeitet. „Ich schätze das Romafest im Amerlinghaus sehr, denn hier kommen alle in Frieden und Freude zusammen – egal welcher Abstammung oder Kultur sie sind“, erklärte Stojka.

Mit Alfred Ullrich war ein weiterer Künstler vertreten, der sich auch mit dem Holocaust befasst hat. Der in Dachau lebende Künstler und Druckgrafiker präsentierte seine Werke bereits in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und Österreich. Seit 1980 beschäftigt sich Alfred Ullrich mit Druckgrafik. Mit der Aktion „Perlen vor die Säue“ versuchte er, ganz persönliche Akzente zu setzen. Read the rest of this entry »

„Ein groß angelegter Menschenversuch“

Oktober 2nd, 2009  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Kosovo: Bröckelnder Flüchtlingsschutz (Amnesty International) Chachipe, 1.10.2009: Die Menschenrechtsvereinigung Chachipe hat die am Montag stattgefundene Abschiebung einer Gruppe von Roma aus Deutschland nach Kosovo schärfstens verurteilt. Die Abschiebung erfolgte auf Grundlage eines bilateralen Rückübernahmeabkommens, das zu Beginn dieses Jahres zwischen der Bundesregierung und der Regierung Kosovos ausgehandelt wurde, aber bisher noch nicht ratifiziert wurde. Chachipe erklärte, dass die Abschiebung von Roma nach Kosovo gegen die Stellungnahme des UN-Flüchtlingswerkes über die andauernde Schutzbedürftigkeit von Personen aus dem Kosovo verstößt, und beschuldigte die Bundesregierung und die Innenministerien der Länder die Lage der Roma in Kosovo bewusst schönzureden und Sicherheitsbedenken herunterzuspielen.  Read the rest of this entry »

Proteste am „Tag des Flüchtlings“

Oktober 2nd, 2009  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Kundgebung gegen Abschiebung von Roma, Göttingen, 2009 (Foto: Gött. Tagblatt)Diese Woche sind die Sammelabschiebungen von Roma-Flüchtlingen aus Deutschland in den Kosovo angelaufen. Mehrere Initiativen protestieren am heutigen Freitag beim „Tag des Flüchtlings“ gegen die geplanten Abschiebungen. In Berlin wollen Roma-Gruppen ihre Proteste bis Sonntag fortsetzen. Das teilte der Verein „Roma in Niedersachsen“ mit (hier der Aufruf als PDF-Datei). Angehörige der Roma-Minderheit, die vor Bedrohung und Verfolgung in Deutschland Schutz gesucht haben, dürfen nicht erneut in die äußerst prekäre Situation des Kosovo deportiert werden, heißt es in dem Aufruf. Unterstützt werden die Roma-Proteste von diversen Flüchtlings- und Menschenrechtsgruppen.

U.a. hat sich der Rat Münster in einer von allen Parteien mitgetragenen Resolution hinter die 302 betroffenen Roma aus Münster gestellt und die Landesregierung aufgefordert, die drohende Abschiebung „ab sofort für die Dauer von sechs Monaten auszusetzen“. Rund 50 Prozent der betroffenen Roma seien Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. Der CDU-Ratsherr Robert Otte erklärte hierzu: „Es ist moralisch nicht vertretbar, Kinder in eine ihnen gänzlich unbekannte Region abzuschieben.“  Auch der niedersächsische Flüchtlingsrat kritisiert die Zwangsrückführungen; allein in Niedersachsen seien ihm zufolge 5.000 Roma von der Abschiebung bedroht. Die Diakonie in Berlin sprach sich ebenfalls dafür aus, für die Gruppe der Roma einen Abschiebestopp zu erlassen und den Betroffenen, die seit Jahren in Deutschland leben, eine Bleibeperspektive zu eröffnen.

Ungarn: Hassrede im Amt

Oktober 1st, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Vereidigungszeremonie der Garde in BudapestDie „Ungarische Garde“, ein paramilitärischer Verband, der monatelang mit rassistischen Aufmärschen durch Romasiedlungen für Aufsehen sorgte, war erst im Juli durch Urteil des Berufungsgerichts rechtskräftig verboten worden. Der Trägerverein versucht derzeit, das Verbot vor dem Obersten Gericht doch noch zu kippen.  Ansonsten scheinen sich Rechtsextremisten und Polizei jedoch um das Verbot nicht weiter zu kümmern. So berichtet die Zeitung „Pester Lloyd“ von einem neuerlichen Aufmarsch im Ort Kiskunlacháza, ca. 35 km südlich von Budapest. Die Aktivitäten der „Garde“ hätten mit dieser illegalen Kundgebung am vergangenen Wochenende sogar „eine neue Qualität“ erreicht:

„Nicht nur, dass die Polizei nicht einschritt, ein Bürgermeister hielt auch noch eine amtliche rassistische Hetzrede gegen die „Zigeuner“ und wetterte gegen die Regierung – vor versammelten Kollegen aus der Lokalverwaltung. (…) „Über Zigeunerkriminalität schweigt man, wenn aber Ungarn Verbrechen an Roma verüben, wird das sofort im Fernsehen gezeigt. Das ist unakzeptabel. Wir leben in einem moralisch verkommenen Land.“ sagte der Bürgermeister vor seinen Kollegen und rund 100 in den Uniformen der gerichtlich verbotenen „Garde“ gekleideten Demonstranten. Ein Bürgermeister einer anderen Gemeinde wurde kürzlich ausfällig, in dem er sämtliche Romafrauen beleidigte. Sie würden, um an staatliche Hilfen zu kommen, sogar ihre ungeborenen Kinder schänden, sagte er und musste sich nach langem Hin und Her halbherzig entschuldigen.  Read the rest of this entry »