Archive for Oktober, 2009

Radijo Kaktus: So hi diskriminacija?

Oktober 31st, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
30.10.2009, 20:00 & 31.10., 20:30 & 2.11., 11:30 orenge

Volker FreyUlrike SalingerSo hi diskriminacija …? Use aja tema akartscha o Romano Centro ekspertschen taj interesirti dschenen use pumende, kaj pedar oda te vakerel taj o angleperiptscha andar i rejaliteta te porotinel taj te analisirinel. O Volker Frey andar o „Klagsverband“ taj i Ulrike Salinger andar i „Gleichbehandlungsanwaltschaft“ informacija idsch dine ando Romano Centro pedar o „Gleichbehandlungsgesetz“ taj o schajiptscha, tschatschipeha gejng i diskriminacija angle te dschal. Lek feder odola temakere kariki porotim ule save manuschen andar o flogoskere grupn taj tschuliptschen. Gilda Horvath buteder pedar ada phukal micinen.   Read the rest of this entry »

Radio Kaktus: Was ist Diskriminierung?

Oktober 30th, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
30.10.2009, 20:00 & 31.10., 20:30 & 2.11., 11:30 Uhr

diskriminierung volksgruppen.orf.at: „Was ist Diskriminierung …?“ Zu diesem Thema lud das Romano Centro Experten und Interessierte ein, um darüber aufzuklären und um Fälle aus der Realität zu besprechen und zu analysieren. Volker Frey vom Klagsverband und Ulrike Salinger von der Gleichbehandlungsanwaltschaft informierten gestern in den Räumlichkeiten des Romano Centro über das Gleichbehandlungsgesetz und die Möglichkeiten, rechtlich gegen Diskriminierung vorzugehen. Vor allem wurden jene Themenkreise besprochen, die besonders Menschen aus Volksgruppen und Minderheiten bewegen.

„Diskriminierung bei der Wohnungsvergabe, bei Behörden und Ämtern kommt mindestens genauso oft vor wie zwischen Privatpersonen“, so Volker Frey vom Klagsverband. „Natürlich ist die Klage ein Weg, mit dem man sich zur Wehr setzen kann, so Ulrike Salinger von der Gleichbehandlungsanwaltschaft, allerdings sind Gerichtsprozesse langwierig und verlangen psychische Stärke sowie Durchhaltevermögen von den Betroffenen. Daher ist ein Ausgleich oder ein schlichtendes Gespräch oft sinnvoller, wenn der Bereich, um den es geht, auch weiterhin Teil des Lebens bleiben soll (Wohnung, Job etc.)“.  Read the rest of this entry »

Foro mukla o Romengere khera te phagerel

Oktober 30th, 2009  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Räumung des Romacamps in HelsinkiKada o kurko kesdintscha o foro Helsinki jek Romengero cerhakero logeri taj tikne kaschtengere khera, save upre jek baro bar ando finitiko scheroskero foro terdschonahi taj andar i „U-Bahn“ te dikel sina, harengerendar te schuscharel mukla. But Roma andar o centrali Europa iste sik odole thanestar gele. Akan o Roma upro pomoschago privati dschenendar taj christlichi pomoschagoskere organisacijendar iste uscharen. Lokali reportertscha phenen hot o schuscharipe mirno tel naschto. O foro Helsinki imar sajt berscha buteder schel Romenca, save andar i Rumenija taj Slovakija an, matschka taj kermuso khelen.

O biro Jussi Pajonen ar phenel hot ov foro guduschenca na kamla. Na del tschatschiptscha, save ar phenen, hot EUakere polgartscha andar o vilago ar tradim schaj on. Vaschoda o birovtschagi le saniteri taj jagakere harengere tschatschipenca butschalinen, kaj le Romen andar lengere provisorischi khera ari schaj tschiden. O pomoschagoskere organisaciji la foroskera regirungake angle tschiden, jek rasistischi politik te kerel taj ada koja tel te tagadinel, hot o Roma buti roden taj ande but periptscha duach famitlinipe privati inicijativendar te jek laken. O finischi mediji aja tema sorale le pradipeske upre sikatscha.

Helsinki: Roma-Camps abgerissen

Oktober 29th, 2009  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte

Helsinki: Abriss des Romacamps (Foto: Helsingin Sanomat)Am Montag und Dienstag hat der Bürgermeister der Stadt Helsiniki, Jussi Pajunen, ein Roma-Camp in Kyläsaari und eine Roma-Sperrholzsiedlung im Stadtteil Kalasatama neben der U-Bahn-Strecke in der finnischen Hauptstadt unter Polizeieinsatz räumen und zerstören lassen. Mehrere Dutzend vorwiegend aus Rumänien und der Slowakei stammende Roma verloren ihre Notunterkünfte. Sie sind nun auf die Unterstützung von Privatpersonen und Hilfsorganisationen angewiesen. Nach Angaben lokaler Pressevertreter kam es bei der Räumung zu keinen Zwischenfällen.

Der liberalkonservative Bürgermeister bekennt sich offen zum politischen Ziel einer „bettlerfreien“ Stadt und will gegen die nach Finnland gekommenen Roma vorgehen, weil Betteln „nicht Teil der finnischen Kultur“ sei, wie er kürzlich formulierte. Ähnliche illegal angelegte Camps innerhalb des Stadtgebiets, die von finnischen Obdachlosen errichtet wurden, blieben unangetastet. In der „Presse“-Meldung heißt es dazu: „Mangels rechtlicher Handhabe, EU-Bürger des Landes verweisen zu können, arbeiten die Behörden mit Hilfe sanitärer und feuerpolizeilicher Bestimmungen, um die Roma aus ihren jeweiligen provisorischen Wohnstätten entfernen zu können. Hilfsorganisationen werfen der Stadtregierung vor, eine rassistische Politik zu verfolgen und den Umstand zu negieren, dass die Roma Arbeit suchen und in etlichen Fällen durch Vermittlung privater Initiativen auch Arbeit finden.“

KUZ Uprutne Schicate: „Kunst andar i jag“

Oktober 28th, 2009  |  Published in Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo Roma samRoma sam
Radijo Burgenland
, 26.10.2009: On Demand (mp3)

karl-horvathSo avre ojs pisimaschtscha vaj kipenca ardschuminen, probalinav me le schmidinipeha ar te dschuminel, phenel o Rom Karl Horvath andar Mattersburg, use pro vakeripe le artschijipeskere pradipestar ando KUZ Telutne Schicate. Inspiracijonakere kveltscha leskera kunstatar hi sako diveskere dikiptscha, terdschiviptscha taj i historija taj adiveskeri cajt le burgenlanditike Romendar. Asaj kompleks leskero formakero mindenfelitiko, afka mindenfelitiko leskere temtscha hi, savenca pe o Karl Horvath donde bescharel. Karl Horvath ando 16.3.1950 andi Tikni Martona upro them alo taj Mattersburg upre bartschino. O erschti schov berscha pra fatschuvtschengera cajtatar dschivlahi i familija ando aguno dajakero taj dadeskero kher leskere dadestar, jeke siklime hiboskere utscharipestar. Ov siklija i buti le schmidinipestar taj kunstakere schmidinipestar ando Wr. Neustadt, kaj leskeri daj dad taj na dschande leske, jek siklipeskero than anglo than odoj te lakel. I akceptanc le Romendar uso beverbinipeskero vakeripe terdo atschel taj le Karl Horvathiske mukla ada sa te dikel, hot ov avrijal esbe lim ol. Pal jek taj epasch bersch siklipeskeri cajt ando Wr. Neustadt o kovatschi Abraham andar Mattersburg le Karl Horvath upre lija. Ov pri siklipeskeri cajt kisetintscha taj ojs jekoschno le 40 beverberendar o masteripeskero telschunipe tel tschitscha.

O artschijipe „Kunst andar i jag“ schaj tumen ando KUZ Telutne Schicate, Hauptplatz 8, 7432 Telutni Schica, andar o 20. oktoberi dschi 22. novemberi 2009 aun diken.
Hetvin dschi tschetertekon 8:00 ori – 15:30 ori. Paraschtuja: 8:00 oro – 12:30 ori

Emmerich Gärtner-Horvath, ORF Volksgruppenredaktion
volksgruppen.orf.at

Ausstellung „Kunst aus dem Feuer“

Oktober 27th, 2009  |  Published in Kunst & Fotografie, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radijo Roma samRoma sam
Radio Burgenland
, Sendung v. 26.10.2009: On Demand (mp3)

Karl Horvath: Ausstellung in Oberschüt<en„Was andere als Schriftsteller oder mit Bildern ausdrücken, probiere halt ich mit dem Schmieden auszudrücken“, so der Mattersburger Rom Karl Horvath bei der Austellungseröffnung im KUZ Oberschützen. Hauptinspirationsquellen für seine Kunst sind Alltagsbeobachtungen, persönliche Erfahrungen und die Geschichte und Gegenwart der Burgenland-Roma. So komplex seine Formenvielfalt, so unterschiedlich sind auch die Themen, mit denen sich Karl Horvath beschäftigt.

Karl Horvath wurde am 16.3.1950 in Eisenstadt geboren und wuchs in Mattersburg auf. Die ersten sechs Jahre seiner Kindheit lebte die Familie im ehemaligen Elternhaus seines Vaters, eines gelernten Dachdeckers. Er lernte das Handwerk des Schmiedens und Kunstschmiedens in Wiener Neustadt, nachdem es seinen Eltern nicht gelungen war, eine Lehrstelle vor Ort zu finden. Die Akzeptanz der Roma machte spätestens beim Bewerbungsgespräch Halt und ließ Karl Horvath erstmals deutlich spüren, dass er als anders wahrgenommen wurde. Der Mattersburger Schmied Abraham erklärte sich jedoch bereit, Karl Horvath aufzunehmen. Er beendete seine Lehrzeit und legte als Einziger von 40 Bewerbern erfolgreich die Meisterprüfung ab.

Die Ausstellung „Kunst aus dem Feuer“ ist im KUZ Oberschützen, Hauptplatz 8, 7432 Oberschützen, von 20. Oktober bis 22. November 2009 besichtigen.
Montag bis Donnerstag von 8:00 Uhr – 15:30 Uhr, Freitag von 8:00 Uhr – 12:30 Uhr

Susanne Horvath, ORF Volksgruppenredaktion
volksgruppen.orf.at

SWR2: Schnuckenack, Schängel & Sinti-Swing

Oktober 24th, 2009  |  Published in Musik, Radio, Podcast & TV

Schnuckenack Reinhardt (Foto: Gerd Jordan)Die Reinhardts − SWR2, 24.10.2009
Feature von Lutz Neitzert

Sendung am Sa., 24.10.2009, 22.03 bis 23.00 Uhr
(Whg.: So. um 9.05 und 19.05 Uhr in SWR Cont.Ra)

Nachdem Sinti und Roma von den Nationalsozialisten verfolgt und in der Nachkriegszeit als Operetten-Zigeuner verkitscht worden waren, tauchte in den 1960ern plötzlich eine junge Generation von Musikern auf, die das Publikum sofort begeisterte: mit einer eigenwilligen Mischung aus Jazz, Musette und Csardas. Die beiden bedeutendsten Interpreten des Sinti-Swing stammten aus Rheinland-Pfalz und trugen − obgleich nicht miteinander verwandt − den gleichen Namen: Schnuckenack Reinhardt, der große Primasgeiger aus dem pfälzischen Weinsheim, 2006 im Alter von 85 Jahren verstorben, und Daweli Reinhardt, der 1932 geborene Gitarrenvirtuose aus Koblenz. Read the rest of this entry »

Europäisches Manifest | Europitiko manifesto

Oktober 24th, 2009  |  Published in Einrichtungen, Politik, Radio, Podcast & TV

Radio KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
23.10.2009, 20:00 & 24.10., 20:30 & 26.10., 11:30 Uhr/orenge

European Roma and Travellers ForumPer Online-Referendum wurde über das Europäische Manifest der Roma-Rechte (ERTF Charter on Roma Rights – hier als PDF-Datei) abgestimmt. 1143 Stimmen gab es insgesamt, 1089 stimmten zu. Verfasst wurde das Dokument von den Mitgliedern des European Roma and Travellers Forum (ERTF) beim Europarat in Straßburg. Das Manifest beinhaltet eine Erklärung zur Sonderstellung der Roma in Europa bedingt durch kulturelle und historische Faktoren. Auch eine Definition der Roma ist Inhalt des Dokuments (Artikel 1):

Roma is: who avows oneself to the common historical Indo-Greek origin,
who avows oneself to the common language of Romanes,
who avows oneself to the common cultural heritage of the Romanipe.

Marko Knudsen, Vorsitzender des Europäischen Zentrums für Antiziganismusforschung (EZAF), erklärte im Interview, wie es zu Erstellung des Dokuments kam und was dieses Manifest den Roma und Sinti Europas bringen wird. „Wir hoffen durch diese Charta die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union dazu zu bewegen, sich auch wirklich an ihre Versprechen gebunden zu fühlen“, so Knudsen. (volksgruppen.orf.at)

„Online“ o völinipe pedar o europitiko manifesto le Romengere tschatschipendar (ERTF Charta on Roma Rights) ar rodim ulo. 1143 hangi cilon dija. 1089 he use phende. Kerdo ulo o dokumento le nipostar andar o „European Roma and Travellers Forum“ (ERTF) ando Straßburg. Ando manifesto ande terdschol o sonderakero terdschajipe le Romendar andi Europa duach kultureli taj historischi faktortscha. Te jek definicija le Romendar hi andrutno le dokumentistar. Read the rest of this entry »

Belgrad: Museum la Romengera kulturatar

Oktober 23rd, 2009  |  Published in Einrichtungen

volksgruppen.orf.at: Ando Belgrad jek museum la Romengera kulturatar prado ulo. Ada o erschti instituto andi cili Europa hi, phentscha o museumiskero direkteri Dragoljub Acković le belgrader senderiske B92. O museum bitinel le kherodaschenge ande dikiptscha ande diversi aspektscha la kulturatar adala flogoskera grupnatar na tschak andi Serbija, ham te upro cilo balkan taj avre europitike schtotscha le maschkarutne phuripestar dschi usi adiveskeri cajt. Aja kulturakeri institutcijona o dur bulhardo tel dikipe gejng o Roma tel te bauninel, tel lende oda, hot len nisaj vakeripe vaj literatura hi, phenel o Acković. Ando museum but alava- taj gramitikakere kenvi, biblinakere-prikbeschariptscha, phukajiptscha taj aver kenvi andi Romani tschib ar tertscharde hi. Jek barikano eksponato hi o lek phureder teksto andi Romani tschib, ardim andi Bari Britanija 1537, sar te o erschti Romengero diveseskero papruschengero nevipe, savi 1935 ando Belgrad dschumim ulo.

VIDEO: B92rtv – Muzej romske kulture (Youtube) (serb.)

Museum der Roma-Kultur in Belgrad

Oktober 23rd, 2009  |  Published in Einrichtungen

Dragoljub Acković im Belgrader Romamuseum (Foto: Politika.rs)volksgruppen.orf.at: In Belgrad ist ein der Roma-Kultur gewidmetes Museum eröffnet worden. Es handle sich um das erste solche Institut europaweit, sagte Museumsdirektor Dragoljub Acković dem Belgrader Sender B92. (Anm. d. dROMa-Red.: Schon seit 1991 besteht mit dem „Muzeum romské kultury“ in Brünn/Brno in Tschechien ein bekanntes und renommiertes Roma-Museum; vgl. dazu etwa unsere Reportage in dROMa 11/2006 bzw. den Beitrag im dROMa-Blog.) Das Belgrader Museum bietet den Besuchern Einblicke in diverse Aspekte der Kultur dieser Volksgruppe nicht nur in Serbien, sondern auf dem ganzen Balkan und anderen europäischen Staaten vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Diese Kulturinstitution soll die weit verbreiteten Vorurteile gegenüber den „Zigeunern“ abbauen, darunter jenes, dass sie keine eigene Sprache oder Literatur hätten, sagte Acković. Im Museum sind auch zahlreiche Wörter- und Grammatikbücher, Bibel-Übersetzungen, Erzählungen und Romane in der Roma-Sprache ausgestellt. Ein besonderes Exponat ist der älteste erhaltene Text in der Roma-Sprache, veröffentlicht 1537 in England, sowie die erste Roma-Tageszeitung, die 1935 in Belgrad gedruckt wurde.

VIDEO: B92rtv – Muzej romske kulture (Youtube) (serb.)

Deutsche Welle: Abschiebung – und was dann?

Oktober 22nd, 2009  |  Published in Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte

Bleiverseuchtes Roma-Lager in Mitrovica, 2008Von den anlaufenden Massenabschiebungen aus Deutschland in den Kosovo sind, wie dw-world.de (Deutsche Welle) heute berichtet, zum allergrößten Teil Angehörige ethnischer Minderheiten betroffen. In dem Beitrag von Bekim Shehu und Bahri Cani heißt es dazu:

Wie die Bundesregierung jetzt mitteilte, sind unter den für die Abschiebung vorgesehenen rund 14.000 Kosovaren mehr als 9.800 Roma und fast 1.800 Aschkali. Sollten sie in naher Zukunft abgeschoben werden, wäre das nicht nur ein Schlag für die Betroffenen, sondern es würde auch die Behörden im Kosovo vor große Probleme stellen. Prishtina kann weder Arbeitsplätze noch Wohnraum in ausreichendem Maße zur Verfügung stellen. Zudem kommen viele der Betroffenen aus verarmten und bildungsfernen Schichten. In den wenigsten Fällen können sie auf Unterstützung durch Verwandte hoffen. Ihre Aussichten, Arbeit zu finden, sind gering. Read the rest of this entry »

Die neuen Sündenböcke

Oktober 21st, 2009  |  Published in Medien & Presse, Rassismus & Menschenrechte

NeapelSchon vor einigen Wochen erschien in der „taz“ ein ausgezeichneter Artikel von Christian Jakob, den wir Ihnen nicht vorenthalten wollen. Unter dem Titel „Die neuen Sündenböcke: Der Hass auf die Roma“ bietet der Autor − ausgehend von Italien und endend bei den Massenabschiebungen in den Kosovo − einen gut informierten und umfassenden Überblick über die in vielen Ländern Europas eskalierende Gewalt gegen Roma. „Sie erhalten Morddrohungen, der Mob veranstaltet Hetzjagden auf sie, und von den Behörden droht Abschiebung: Wie die Roma in Europa verfolgt werden“:

(…) Begonnen hat die aktuelle Gewaltwelle in Italien. Dort starben 2007 vier Kinder bei einem Brand in einem Roma-Barackenlager in Livorno. Die Eltern wurden wegen „Verwahrlosung von Minderjährigen“ verhaftet, nach Angaben der Gesellschaft für bedrohte Völker gibt es jedoch mehrere Hinweise für einen Brandanschlag. In jener Zeit „ist die Hetze losgegangen“, sagt Marko Knudsen vom Europäischen Zentrum für Antiziganismusforschung. Als die Polizei Rumänen verdächtigte, Vergewaltigungen begangen zu haben, forderten italienische Leitartikler ein „Ende der Toleranz“. Es kam zu Brandstiftungen in Roma-Lagern von Catania, Mailand, Rom und anderen Städten. Im Mai 2008 umzingelte ein bewaffneter Mob in Kampanien ein Lager und steckte es an. Hohe Politiker äußerten Verständnis, die Regionen Kampanien, Lazio und Lombardei riefen den „Notstand der Nomaden“ aus: Lager wurden geräumt, die Daten von Sinti und Roma systematisch erfasst, ihre digitalen Fingerabdrücke genommen. Eine von der George-Soros-Foundation bezahlte Studie stellte eine „neue Dimension der Gewalt gegen Roma“ in Italien fest, bei der die „zentrale Rolle von Mainstream-Politikern besonders besorgniserregend“ sei. (…)

Den vollständigen Artikel, erschienen in der „taz“, finden Sie hier.

Studie: Benachteiligung bei Wohnungsvergabe

Oktober 20th, 2009  |  Published in Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte

Morten Kjærum (Foto: FRA)Der Standard: Von Diskriminierung beim Zugang zu Wohnraum bis hin zu Zwangsräumungen


(…) In einem heute, Dienstag, veröffentlichten Bericht prangerte nun auch die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) länderübergreifende Diskriminierung der Roma in punkto Wohnungsvergabe an. „Unser Bericht zum Thema Wohnen zeigt, dass viele regionale und lokale Behörden in der EU Vorbehalte gegen die Annahme und Umsetzung einer angemessenen Wohnungspolitik für Roma haben. Die Behörden müssen dringend handeln, da schlechte Wohnverhältnisse und residenzielle Segregation auch negative Auswirkungen auf die Bildung, Beschäftigung und Gesundheit der Roma haben. Beispielsweise haben Roma-Kinder, die in segregierten Vierteln leben, einen erschwerten Zugang zu Schulen; und Roma und Travellers haben es schwer Arbeit zu finden bzw. zur Arbeitsstätte zu gelangen“, betonte FRA-Direktor Morten Kjærum. Die desaströse soziale Lage der Roma wird noch um den Umstand verstärkt, dass es sich bei ihren Siedlungen fast ausschließlich um illegal errichtete Bauten handelt − sie können (und werden) regelmäßig und ohne Vorankündigung zwangsgeräumt. Hinzu kommt, dass sie über ihre Rechte meist gar nicht oder nur sehr spärlich Bescheid wissen und so den Repressalien der Behörden schutzlos ausgeliefert sind. (…)

Den Rest dieses Artikels, erschienen in der Online-Ausgabe der Tageszeitung „Der Standard“, finden Sie hier.

Radijo Roma sam: Harri Stojka

Oktober 19th, 2009  |  Published in Musik, Radio, Podcast & TV

Radijo Roma samRoma sam
Radijo Burgenland
: 19.10.2009, 20:40 orenge/Uhr

Harri Stojka BirdlandHarri Stojka hi jek austritiko gitaristo, komponisto, bandakero schero taj dschilaschi savo barikano brindschardo jazz-muschikaschi ande aja cajt hi. Harri andar jek Lovarengeri dinastija le Bagareschtschijendar al, taj use o lek prindscharde Roma andar i Austrija genel. O Harri Stojka ando 22. Juli 1957 Betschiste upro them alo. Leskero profesijoneli drom 1970 la bandaha „Jano & Harri Stojka“ kesdintscha. 1973 akor i banda „Harri Stojka Express“ kertscha taj use mindenfelitike produktcijontscha le André Helleristar, Erika Pluharatar taj Terry Bozziostar cidija. Uso lek feder muschikaschi „Jazz national“ ulo ov ando bersch 2005 uso „concerto Poll“ arodim. Buteder pedar o barikanipe taj cukunftakere plantscha le Harri Stojkastar schaj tumen adi andi sendung „Roma sam“ schunen. (volksgruppen.orf.at)

Der Gitarrist, Arrangeur, Bandleader und Sänger Harri Stojka gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Jazz-Musiker der Gegenwart. Harri Stojka entstammt einer Lovara-Dynastie vom Stamm der Bagareschtschi und zählt zu den bekanntesten Roma Österreichs. Er wurde am 22. Juli 1957 in Wien geboren. Seine professionelle Laufbahn begann 1970 mit der Band „Jano & Harri Stojka“. 1973 gründete er den „Harri Stojka Express“ und spielte für diverse Produktionen von André Heller, Erika Pluhar und Terry Bozzio mit. 2005 wurde Harri Stojka bei „concerto Poll“ zum besten Musiker „Jazz national“ gewählt. Weiteres über die Erfolge und Zukunftspläne von Harri Stojka können Sie heute in der Sendung „Roma sam“ hören. (volksgruppen.orf.at)

♫ Schnuckenack-Reinhardt-Quintett, 1973

Oktober 18th, 2009  |  Published in Musik

Der SWR2 bringt demnächst ein Radiofeature über die legendären deutschen Sinti-Musiker Schnuckenack und Daweli Reinhardt − wir werden Sie noch rechtzeitig auf den genauen Sendetermin aufmerksam machen. Heute schicken wir schon einmal eine kleine musikalische Kostprobe des Schnuckenack-Reinhardt-Quintetts − „The Man I Love“ von 1973 − voraus.

Berufstitel Professorin für Ceija Stojka

Oktober 18th, 2009  |  Published in Ehrungen & Nachrufe

Prof. Ceija Stojkavolksgruppen.orf.at: Freitag Nachmittag wurde Ceija Stojka im Rahmen eines Festaktes im Audienzsaal des bm:ukk in Wien durch Bundesministerin Claudia Schmied der Berufstitel Professorin verliehen. Die wohl bedeutendste Romakünstlerin Österreichs, Malerin, Autorin und Auschwitz-Überlebende Ceija Stojka bekam den Berufstitel Professorin nicht zuletzt aufgrund ihres jahrelangen Engagements im Rahmen hunderter Antirassismus- und ZeitzeugInnenworkshops für Schulklassen. Ceija Stojka ist eine der ersten Überlebenden, die nach dem jahrzehntelangen Schweigen anfingen, über die Gräuelttaten in der Zeit des Nationalsozialismus zu reden und zu publizieren.

volksgruppen.orf.at: Berufiskero anav profesorkija la Stojkake: Idsch paloplane i Ceija Stojka ando „Audienzsaal“ le „bm:ukk“istar la bundiskera ministerkijatar Claudia Schmied o berufiskero anav profesorkija uschtidija. I lek barikaneder Romengeri kinstlerkija andar i Austrija, molerkija, autorkija taj Auschwitz prik dschivdi Ceija Stojka uschtidija o berufiskero anav profesorkija, kaj pedar schel antirasismus- taj cajtceugenengere workshops le ischkolaschengere klasenge kertscha. Ceija hi jek le erschti prk dschivdendar, save palo but berschengero na vakeripe kesdinde, pedar o bibastalipe andi cajt le nacijonalsocijalismusistar te vakerel taj te publicirinel.

Radio Vatikan: Abschiebungen bedenklich

Oktober 17th, 2009  |  Published in Politik, Rassismus & Menschenrechte, Religion

Radio VaticanWie berichtet stehen rund zehn Jahre nach Ende des Kosovo-Krieges Tausende kosovarische Flüchtlinge in Deutschland vor der Abschiebung. Rund 9.800 von insgesamt 14.400 Personen, die Deutschland auf Grundlage eines bilateralen Abkommens mit den kosovarischen Behörden abschieben will, zählen laut Bundesregierung zur Volksgruppe der Roma. Auch das österreichische Innenministerium bereitet derzeit ein derartiges Abkommen vor. Nun wird auch seitens der katholischen Kirche Kritik an den Abschiebeplänen laut. Radio Vatikan berichtet dazu:

Aus katholischer Sicht gebe es viele Bedenken über das Abkommen. Das erklärt gegenüber Radio Vatikan Salesianerpater Jozef Lančarič von der Katholischen Zigeunerseelsorge. „Es handelt sich um Menschen, die nicht zehn Jahre, sondern fast 20 Jahre in Deutschland leben. Die meisten kamen nämlich vor dem Ende des Krieges hierher. Es geht aber darum, dass diese Leute in ihrer Heimat überhaupt keine Zukunftsperspektiven haben.“

Das Abkommen (…) sieht vor, dass das kleine Balkan-Land grundsätzlich alle Menschen aufnimmt, die Papiere aus der einstigen jugoslawischen Provinz vorlegen können oder die dort nachweislich gelebt hatten. Doch diese Regelung verberge große Schwierigkeiten, so Pater Lančarič. „In ihrer Heimat will sie niemand empfangen. Und dann kommt noch hinzu, dass die meisten Roma staatenlos sind. Viele haben die Papiere verloren – zum Teil auch bewusst. Der Staat Jugoslawien, vor dem sie geflohen sind, existiert nicht mehr. Daher fragt man sich, wohin sollen sie überhaupt hingehen. Im Kosovo heißt es dann, die haben keine Papiere, dann seien sie auch keine Kosovaren, sondern vielleicht ein Serbe, Slowene oder Kroate.“

„Learning together“ – Roma andi Europa

Oktober 17th, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV

Radijo KaktusRadijo Kaktus / WEBRADIO oe1campus
16.10.2009, 20:00 & 17.10., 20:30 & 18.10., 11:30 orenge

EULearning together“ o anav hi le projektistar use save o cile projektiskere partnertscha pumen „khereste“” kheroden, kaj schaj analisirinen, diskutirinen taj siklon. Telal i kordinacija le „Polycollege“istar talalinde pumen Roma andar 5 vilagi Betschiste, kaj schaj pumen pedar pumare projekti ar parude. O projektiskere partnertscha andar i Svedija, Germanija, Rumenija, Francija taj Austrija ale. O Marcel Courtiade butschalinel imar andi Sorbonne universiteta taj ando Paris dschil. O francitiko Rom lingujist hi taj pre forschinipeha vaschi Romani tschib pomoschinel. „Mri motivacija soske me adaj som hi o upre asdipe le sikadipeskere standartistar andi flogoskeri grupn le Romendar“, phentscha ov ando vakeripe la Gilda Horvathaha. Read the rest of this entry »

„Learning together“ – Roma in Europa

Oktober 16th, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
16.10.2009, 20:00 & 17.10., 20:30 & 19.10., 11:30 Uhr

Roma in EuropaUnter der Koordination des Polycollege trafen sich Roma aus fünf Ländern in Wien, um sich über ihre Erfahrungen innerhalb ihrer Projekten auszutauschen. Die Projektpartner stammen aus Schweden, Deutschland, Rumänien, Frankreich und Österreich. „Learning together“ ist der Titel des Projekts, bei dem alle Projektpartner sich gegenseitig „zu Hause“ besuchen, um zu analysieren, um zu diskutieren und um zu lernen. Einer der Teilnehmer ist Marcel Courtiade. Er arbeitet bereits an der Universität Sorbonne und lebt in Paris. Der französische Rom ist Linguist und trägt zur Erforschung von Romanes bei. „Meine Motivation hier teilzunehmen ist die Hebung des Bildungsstandards in der Volksgruppe der Roma“, erläutert er im Interview mit Gilda Horvath. Read the rest of this entry »

Tschechische Roma vom Papst enttäuscht

Oktober 15th, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Religion

Benedikt XVI.Schwer enttäuscht von der katholischen Kirche zeigten sich einige Roma-Vertreter anlässlich des Tschechienbesuchs des Papstes vor zwei Wochen. Die tschechische Roma-Organisation „Roma Realiakritisierte in einer Presseaussendung, dass Papst Benedikt XVI. seinen dreitägigen Tschechienbesuch nicht dazu genützt habe, zur aktuellen Situation der Roma-Volksgruppe Stellung zu beziehen. Man habe sich klare Worte erhofft, die katholische Kirche ignoriere jedoch weiterhin die neonazistische Gewaltwelle gegen Roma.

„Wir sind gerade Zeugen des historischen Moments, in dem der Vatikan die Roma durch sein Schweigen und ausbleibende Stellungnahmen im Stich lässt, obwohl das Oberhaupt der katholischen Kirche sich gerade zu Besuch in der Tschechischen Republik aufhält”, erklärte Václav Miko, Vertreter von „Roma Realia“ und der „Bewegung des Roma-Widerstands“. „Die Lage der Roma ist bereits so ernst, dass sie den Neonazi-Angriffen machtlos gegenüberstehen, weil die Exekutive außerstande ist, die Sicherheit der Roma zu gewährleisten.“ Read the rest of this entry »