Deutsche Welle: Abschiebung – und was dann?
Oktober 22nd, 2009 | Published in Politik, Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte
Von den anlaufenden Massenabschiebungen aus Deutschland in den Kosovo sind, wie dw-world.de (Deutsche Welle) heute berichtet, zum allergrößten Teil Angehörige ethnischer Minderheiten betroffen. In dem Beitrag von Bekim Shehu und Bahri Cani heißt es dazu:
Wie die Bundesregierung jetzt mitteilte, sind unter den für die Abschiebung vorgesehenen rund 14.000 Kosovaren mehr als 9.800 Roma und fast 1.800 Aschkali. Sollten sie in naher Zukunft abgeschoben werden, wäre das nicht nur ein Schlag für die Betroffenen, sondern es würde auch die Behörden im Kosovo vor große Probleme stellen. Prishtina kann weder Arbeitsplätze noch Wohnraum in ausreichendem Maße zur Verfügung stellen. Zudem kommen viele der Betroffenen aus verarmten und bildungsfernen Schichten. In den wenigsten Fällen können sie auf Unterstützung durch Verwandte hoffen. Ihre Aussichten, Arbeit zu finden, sind gering.
Der Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hat an Bund und Länder appelliert, keine Angehörige ethnischer Minderheiten in das Kosovo abzuschieben. Es gebe dort nach wie vor Gewalt gegen Roma, erklärte der Zentralrat in Heidelberg. Vor ähnlichen Problemen haben auch die Gesellschaft für bedrohte Völker sowie Pro Asyl gewarnt. Artan Duraku, politischer Berater des Innenministers des Kosovo, erklärt, dass die Behörden in Pristina vor einer Rückkehr die Staatsangehörigkeit der Betroffenen klären müssten. „Normalerweise ist der wichtigste Punkt eines Rückführungsabkommens die Bestätigung der Staatsbürgerschaft der Personen, die wiedereingegliedert werden sollen“, erklärt Duraku. Das aber stellt sich mitunter als schwierig dar, weil gerade den Roma aus dem ehemaligen Jugoslawien oft Unterlagen fehlten: Zum einen seien sie in den Kriegswirren verschollen, zum anderen verfügten viele Roma gar nicht über Papiere. (…)
Den vollständigen Beitrag von Bekim Shehu und Bahri Cani finden Sie hier.