Radio: „Te aven bachtale“ im Amerlinghaus

Oktober 3rd, 2009  |  Published in Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
2.10.2009, 20:00 & 3.10., 20:30 & 5.10., 11:30 Uhr

Amerlinghaus; Wien volksgruppen.orf.at: Das jährliche Romafest im Wiener Amerlinghaus ist Treffpunkt, Unterhaltung und Beitrag zum kulturellen Austausch gleichermaßen. Das vielfältige Programm,  organisiert von „Exil“-Geschäftsführerin Christa Stippinger, konnte sich sehen lassen. Die Ausstellung der Künstlerin Ceija Stojka („Dennoch leben wir“) mit ihren Bildern über das Leid der Volksgruppe löst immer wieder eine Auseinandersetzung mit der Politik in der Vergangenheit und heute aus. Sie stellte im Rahmen der Romakulturpräsentation ihre neuen Bilder aus, in denen sie ihre Vergangenheit, die exemplarisch für die Verfolgungsgeschichte der Roma im 20. Jahrhundert seht, aufarbeitet. „Ich schätze das Romafest im Amerlinghaus sehr, denn hier kommen alle in Frieden und Freude zusammen – egal welcher Abstammung oder Kultur sie sind“, erklärte Stojka.

Mit Alfred Ullrich war ein weiterer Künstler vertreten, der sich auch mit dem Holocaust befasst hat. Der in Dachau lebende Künstler und Druckgrafiker präsentierte seine Werke bereits in zahlreichen Ausstellungen in Deutschland und Österreich. Seit 1980 beschäftigt sich Alfred Ullrich mit Druckgrafik. Mit der Aktion „Perlen vor die Säue“ versuchte er, ganz persönliche Akzente zu setzen.

Die poetischen Leckerbissen servierten Mircea Lacatus und Ilija Jovanović. Mircea Lacatus wurde in Rumänien geboren. Er besuchte das Kunstgymnasium in Arad und die Universität für Kunst in Bukarest und lebt seit 1990 als freischaffender Künstler in Wien. Ilija Jovanović, geboren in Belgrad, ist in der Roma-Szene kein Unbekannter mehr. Obwohl er seit Jahrzehnten in Österreich lebt und arbeitet, erinnert er sich in Gedichten und Prosa an die Not seines Volkes und die Armut in seiner Kindheit. Seine Lyrik ist Abschied und Neubeginn zugleich, eine mühevolle Suche nach Heimat und Identität. Er selbst meint, er wäre verfolgt von der ständigen Angst des Verlusts der Muttersprache Romanes. So wird hier das Romanes zur Klage und Anklage gleichermaßen: gegen die Verfolgung und Vertreibung durch Jahrhunderte bis hin zum Genozid. Weit weg vom „lustigen Zigeunerleben“.

Das Ensemble Amenza Ketane, Ruzsa Nikolić-Lakatos sowie Moša Šišic & The Gipsy Express brachten mit Musik die Stimmung im gut besuchten Amerlinghaus schließlich auf den Höhepunkt des gelungenen Abends.

Ivana Gasparik & Gilda Horvath, ORF Volksgruppenredaktion
volksgruppen.orf.at

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