Natascha Winter: „Ich sage Zigeuner“
Oktober 9th, 2009 | Published in Einrichtungen, Politik, Radio, Podcast & TV, Romani | 2 Comments
Radio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
9.10.2009, 20:00 & 10.10., 20:30 & 12.10., 11:30 Uhr
Sinti-Allianz Deutschland e.V. (Website)
„Organisationen, die uns vertreten, können nicht immer nur die Rassismus-Keule schwingen.“ − Natascha Winter, Vorsitzende der Sinti-Allianz in Deutschland spricht im Interview mit Gilda Horvath über die Situation der Roma und Sinti in Deutschland und in Europa.
Die Sinti-Allianz Deutschland ist – im Wortlaut ihrer Selbstbeschreibung – „ein Zusammenschluss deutscher Zigeuner (Sinti). Sie wurde im Jahr 2000 von 20 Stammesvertretern gegründet, deren Sippen in allen alten Ländern der Bundesrepublik Deutschland leben, und ist Dachverband von bisher neun unabhängigen Sinti-Organisationen sowie einem Lowara-Stamm.“ Der Verein betont den deutschen Charakter der autochthonen Volksgruppe und wendet sich vehement gegen die Verschriftlichung des Romani und dessen Etablierung als Schrift-, Amts- oder Unterrichtssprache:
„Unsere Kultur und Sprache in öffentlichen Schulen zu lehren, sie zum Gegenstand eines Hochschulstudiums zu machen, in Ämtern zu benutzen oder die Sprache in den Medien zu publizieren, würde einen völligen Bruch mit den kulturellen Gesetzen der Sinti-Gemeinschaft bedeuten. Wir lehnen daher jede staatliche Maßnahme in diesem Bereich ab, die in den privaten Charakter der Sinti-Kultur und Sprachpflege eingreift, wie sie etwa als staatliche Förderungsverpflichtungen in der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen enthalten sind.“
Im Gegensatz zu nahezu allen anderen Roma-Organisationen und insbesondere zum Zentralrat Deutscher Sinti und Roma hält die Sinti-Allianz auch an der von den Betroffenen vielfach als abwertend empfundenen Fremdbezeichnung „Zigeuner“ fest:
„Ich benutze das Wort Zigeuner. Zigeuner ist mangels eines neutralen, von allen Zigeunern akzeptierten Überbegriffs die einzig richtige historisch korrekte Bezeichnung, auch wenn dies einigen wenigen missfällt. Es ist ein Fehler, wenn aus politischer Taktiererei der Versuch gemacht wird, die Geschichte zu missachten und zu verfälschen.“
THARA reloaded
Astrid Strießnig ist die neue Projektleitung beim „Volkshilfe Österreich“-Projekt „THARA Beratung & Dialog“. „Ich verband vor diesem Job Roma immer mit dem Holocaust. Heute weiß ich, dass die Kultur dieser Volksgruppe weit mehr ist als ihre Vergangenheit“, so Strießnig im Interview. „Wir haben ein neues Büro in der Bachgasse 6, im 16. Bezirk, und laden alle herzlich ein vorbeizukommen und sich zu informieren. Am 22. Oktober von 13:00 bis 20:00 Uhr haben wir den Tag der offenen Tür für alle Interessierten“, so Strießnig. Das Projekt bietet Berufs- und Sozialberatung für Roma und Sinti sowie einen Kurs für Roma-Jugendliche, die eine Lehrstelle suchen.
Heute bei NEVIMOS:
- Mindestens eine Million Kinder in Gefängnissen
- Den Nobelpreis für Literatur erhält Herta Müller
- Jeder vierte Mensch ist Muslim
TIPP: Was ist Diskriminierung?
Donnerstag, 29. Oktober 2009, 19.30 Uhr
Informationen von Volker Frey (Klagsverband) und Ulrike Salinger (Gleichbehandlungsanwaltschaft)
Romano Centro, Hofmannsthalgasse 2, 1030 Wien
(volksgruppen.orf.at / dROMa-Blog)
Oktober 9th, 2009 at 16:41 (#)
Wenn Bibi Natascha sagt “Ich benutze das Wort Zigeuner. Zigeuner ist mangels eines neutralen, von allen Zigeunern akzeptierten Überbegriffs die einzig richtige historisch korrekte Bezeichnung, auch wenn dies einigen wenigen missfällt. Es ist ein Fehler, wenn aus politischer Taktiererei der Versuch gemacht wird, die Geschichte zu missachten und zu verfälschen.“ dann muss ich sagen das ich dem nur zustimmen kann.
Wir von der Gypsy Union (aka World Gypsy Union) haben das schon vor der Gruendung gesagt und genauso bezueglich des Wortes “Gypsy”.
Wenn ich es in Deutsch sage dann sage ich “ich bin Zigeuner” und ich bin stolz darauf Zigeuner zu sein. Ob das nun den “Experten” in den Kram passt oder nich ist mir eganl.
M Smith (Veshengro)
World Gypsy Union
O NEVO DROM
Oktober 9th, 2009 at 21:42 (#)
Wenn eine “Bibi” Natascha Winter sich dann aber bei dem offiziellen Baubeginn des so lange umkämpften Mahnmals für die Opfer des Völkermords an den Sinti und Roma vor aller Öffentlichkeit in HOSEN hinstellt und denjenigen dem wir alle dieses Mahnmal zu verdanken haben versucht Paroli zu bieten nur weil dieser die anwesenden Medien und Politikern dahingehend korrigiert das es sich dabei nicht um ein Mahnmal der Sinti und Roma sondern der Bundesregierung handelt frage Ich mich wo die Taditionsverbundenheit dieser Frau da war?
Und seit wann haben bei uns die Frauen vor die Männer hinzutreten und das Wort zu führen? (…) Die Frau soll sich erst mal selbst an unsere Gesetze erinnern und sich entsprechend verhalten bevor sie unsere völker in der Öffentlichkeit blamiert´und selbst gegen alle Traditionen und kulturellen Gesetze unseres Volkes verstößt!
Me hom Sinti! Basta!
Anm. der Redaktion: Das Posting wurde von der Redaktion leicht gekürzt. Da die vom Autor des Leserpostings eingetragene E-Mail-Adresse nicht existiert, kann nicht ausgeschlossen werden, dass es sich beim Verfasser um eine andere als die oben angegebene Person handelt.