volksgruppen.orf.at:In Mariazell leitete Diözesanbischof Paul Iby am 9. August 2009 zu seinem 50-jährigen Priesterjubiläum die internationale Roma-Wallfahrt nach Mariazell. Der 70-jährige Geistliche zeigte sich im Interview mit Gilda Horvath jedoch gar nicht müde: „Wenn ich darf, werde ich sicher auch in Zukunft der Roma-Wallfahrt beiwohnen“, so Iby. Pfarrer Fabian Mmagu, Seelsorger für Roma und Sinti, sei der persönliche Kontakt mit der Roma-Community sehr wichtig. „Wir wollen ein neues Bewusstsein für das Miteinander schaffen“, erklärt Mmagu motiviert. Der Pfarrer von Großpetersdorf im Burgenland Fabian Mmagu wurde vor fünf Jahren von der katholischen Bischofskonferenz zum neuen hauptverantwortlichen Seelsorger für Roma und Sinti ernannt. Gleichzeitig bestellte ihn Eisenstadts Bischof Paul Iby zum geistlichen Assistenten für die Roma- und Sinti-Seelsorge in seiner Diözese.
Als Nachtrag zum gestrigen Artikel über den Dirigenten Riccardo M. Sahiti hier eine − leider etwas dunkle − Videoaufzeichnung eines Konzerts seines „Roma und Sinti Streichorchesters“ im Bockenheimer Depot in Frankfurt am Main am 22. Oktober 2008: Géza Hosszu-Legocky (Website, MySpace), aus Wien stammender Sologeiger, und das „Roma und Sinti Streichorchester“ unter der musikalischen Leitung von Riccardo M. Sahiti spielen „Zigeunerweisen“ („Aires gitanos“, op. 20) von Pablo de Sarasate.
Die Frankfurter Rundschau bringt ein Porträt des rührigen Dirigenten Riccardo M. Sahiti. Vor sieben Jahren hat der aus dem Kosovo stammende Rom, den seine musikalische Laufbahn nach der Vetreibung aus dem Kosovo von Belgrad über Moskau nach Frankfurt führte, ein ganz besonderes Musiker-Ensemble auf die Beine gestellt: Sahiti ist Leiter der „Roma und Sinti Kammerphilharmoniker“ (Website).
55 Musiker aus ganz Europa finden sich dort für Konzerte zusammen. Sie spielen Beethoven, Bruch oder Schumann, traditionelle Roma-Musik, aber auch „Schindlers Liste“ von John Williams. Alles, was mit der Kultur und Musik der Sinti und Roma verwoben ist. Sahiti ist selbst Rom. 2002 gündete er das Ensemble, das deutschland- und europaweit auftritt. Rund 20 Konzerte waren es seither (…). Als nächster Termin steht Mitte September das Kurhaus in Wiesbaden auf dem Spielplan. (…) Sahiti will mit seinem Orchester die alten Traditionen bewahren und gleichzeitig junge Sinti und Roma zu neuen Werken animieren. „Die Menschen sollen unsere Musik live erleben“. Ein „Zigeuner-Musiker“, betont er, ist er nicht. „Ich bin ein Musiker, der die Klassik liebt.“ Read the rest of this entry »
Schon 2005 hatte die offen rassistische Abweisung von Roma auf einem Osttiroler Campingplatz („Kein Platz für Zigeuner”) für Aufsehen gesorgt. Nun berichtet die „Kleine Zeitung“ in ihrer gestrigen Ausgabe (siehe auch hier und hier) von einem neuerlichen Vorfall, der sich am 2. August (richtig: 1. August) in der Osttiroler Gemeinde Ainet ereignete. Wie die Polizei Lienz bestätigt habe, kam es nach einem Sportfest eines örtlichen Vereins zu einem gewalttätigen Angriff auf „gut ein Dutzend Wohnwägen mit Roma französischer Abstammung“ (gemeint sind vermutlich französische Sinti bzw. Manouche), die in der Nähe des Sportplatzes nächtigten. Unter dem Begleitschutz der Polizei verließen die Romafamilien daraufhin die Gemeinde. „Beschämend“ seien laut Kommentar der „Kleinen Zeitung“ auch die Reaktionen auf die rassistische „Hetzjagd“ ausgefallen: Weder in der Bezirkshauptstadt Lienz noch in der Umgebung war man bereit, den Vertriebenen provisorische Stellplätze zur Verfügung zu stellen; und in Ainet „wurde versucht zu vertuschen, was nicht zu vertuschen ging“.
Nach Mitternacht kam es laut einem Zeugen zur Eskalation. Mit Stangen bewaffnet trommelten junge Frauen und Männer wie wild an die Türen der Roma. Mit unschönen Worten wie „Zigeuner raus“, „Euch G’sind’l brauch ma do niet“ ließen die jungen Iseltaler wissen, was sie anscheinend vom fahrenden Volk hielten. Einer der völlig verängstigten Roma soll sich sogar mit einer Waffe zur Wehr gesetzt haben. Die alarmierte Polizei in Lienz rückte an und versuchte, die aufgeheizte Stimmung zu beruhigen. Schließlich brachen die Roma noch zu nächtlicher Stunde freiwillig ihre Zelte ab und machten sich in Begleitung der Polizei zur Weiterfahrt in Richtung Lienz auf. (…) (Kleine Zeitung, 11.8.2009)
Aktualisierung, 12.8.2009, 17:15 Uhr: Inzwischen hat die Menschenrechtsorganisation SOS Mitmensch, dank unseres Beitrags im dROMa-Blog darauf aufmerksam geworden, den Fall aufgegriffen. In einer Presseaussendung erklärt Philipp Sonderegger von SOS Mitmensch: „Die TäterInnen müssen zur Verantwortung gezogen werden. Bei rassistisch motivierter Gewalt darf es kein Abwiegeln geben. Sonst finden wir uns womöglich bald in der selben Situation wie Italien und Ungarn wieder, wo die Gewalt gegen Roma regelmäßig eskaliert.“ Mittlerweile hat auch die APA Wind davon bekommen und eine Agenturmeldung (hier bereits online nachzulesen auf Standard.at) herausgegeben.
Nachdem am Samstag eine nicht genehmigte Kundgebung der slowakischen Neonazigruppe Slovenská Pospolitost im ostslowakischen Šarišské Michaľany von der Polizei aufgelöst worden war, lieferten sich deren Anhänger eine Straßenschlacht mit Spezialeinsatzkräften. 300 bis 400 Rechtsextremisten waren dem Aufruf zum „nationalen Widerstand gegen den Zigeunerterror“ gefolgt und demonstrierten gegen Angehörige der Roma-Minderheit. An dem Aufmarsch beteiligten sich auch Neonazigruppen aus Ungarn und Tschechien. Beobachter weisen darauf hin, dass ungarische Neonazigruppen hinter den Vorfällen in Šarišské Michaľany stecken düften. Die Roma-Organisationen fordern ein entschlossenes Handeln gegen den Extremismus. Read the rest of this entry »
Terne, barikane taj but tschibtschengere. Jek than – schtar tschibtscha. Butschaschkija la ORF flogoskera grupnengera redakcijatar i Tatjana Berlakovich portretirintscha schtar terne burgenlanditike taj dschenen andar o flogoskere grupn, la Julia Schweiger, le Mario Baranyai, la Barbara Horvath taj le Thomas Sailer, ande jek film. I dokumentacija, phenel i Tatjana Berlakovits ando vakeripe la Susanne Horvathaha, sikal o problemtscha, sar te o positivi riktscha jeke dschivipestar maschkar duj kulturtscha upre. O film ando 15. august, 17.05 orenge ando ORF 2 sikado ol. (volksgruppen.orf.at)
Jung, selbstbewusst und mehrsprachig. Ein Land – vier Sprachen. Mitarbeiterin der ORF-Volksgruppenredaktion Tatjana Berlakovich porträtiert vier junge Burgenländer und Volksgruppenangehörige, Julia Schweiger, Mario Baranyai, Bararbara Horvath und Thomas Sailer, in einem Film. Die Dokumentation, sagt Tatjana Berlakovits im Interview mit Susanne Horvath, zeigt die Schwierigkeiten, als auch die positiven Seiten eines Lebens mit zwei Kulturen auf. Der Film wird am 15. August, um 17.05 Uhr im ORF 2 gezeigt. (volksgruppen.orf.at)
Ein Land – vier Sprachen: Lebensbilder junger Burgenländer
ORF2: 15. August, 17:05 Uhr (Whg.: 16.8.2009, 4:50 Uhr)
Heute Nachmittag geht der Wettkampf der Blaskapellen im serbischen Guča ins Finale, erst am Abend stehen die Preisträger fest. Der YouTube-Videomitschnitt zeigt einen − dem Anschein nach wohl schon einige Jahre zurückliegenden − Auftritt des legendären Romamusikers und Guča-Mehrfachsiegers Boban Marković. Und als kleinen Nachtrag zu Garth Cartwrights Text im „Freitag“ möchten wir Sie noch auf einen zweiten Artikel aufmerksam machen. Darin berichtet Hartmut Kühne für den Berliner „Tagesspiegel“ „aus dem kleinen Dorf mit dem großen Rummel“, wo „seit 1961 jeden Sommer so etwas statt(findet) wie das Oktoberfest des Balkans, ein mehrtägiges Musikspektakel mit Bier, Bratwurst und – vor allem – Blasmusik“.
Uso gondolipeskero mulatintschago ande Auschwitz-Birkenau sako bersch o Rudolf Sarközi (Website) use hi. Sarközi papal ada bersch pre tschauiha taj pre enkeliha andi Polnija upro drom pe kertscha, kaj odoj schaj le opferenge gondolinel. „O terne iste buteder ande phandle on“, phenel o Sarközi andi sendung „Radio Kaktus“. O flogoskero grupnengero anglebeschto kivaninel peske buteder terne manuschen uso gondolipeskere mulatintschagi, phentscha ov la Gilda Horvathake ando vakeripe uso 65. berscheskero di la likvidacijonatar le „Zigeunerlager“ istar ando Auschwitz-Birkenau.
Andi rat ando 2. upro 3. august 1944 o „Zigeunerlager“ phuterdo ulo, taj valami 2.900 dschene ando gaskamertscha murdarde ule. Sako bersch jek gondolipeskero mulatintschago le opferenge le Romendar taj Sintijendar anglo gondolipeskero than ande Auschwitz-Birkenau hi. Ando keripe le gondolipiskere mulatintschagostar likerde i Romani Rose, anglebeschto le „Zentralrats Deutscher Roma taj Sinti“, i cajtakeri ceugin Luise Bäcker, Manfred Lautenschläger, dijaschi le europitike polgariskere tschatschipeskere dipestar o schtotiskero sekretari andi Germanija, vodschikane vakeriptscha, save o bibastalo keripe andar mindenfelitike perspektivtscha upre sikade.
An der Roma-Gedenkkundgebung in Auschwitz-Birkenau (dROMa-Blog: hier und hier) nimmt alljährlich auch Rudolf Sarközi vom Kulturverein österreichischer Roma (Website) teil. Der Volksgruppenvorsitzende der österreichischen Roma und Sinti reiste in diesem Jahr wieder mit seinem Sohn und seinem Enkel nach Polen, um der Opfer zu gedenken. „Die Jugend muss endlich mehr eingebunden werden“, sagt Sarközi in der Sendung „Radio Kaktus“. Er wünsche sich mehr junge Menschen bei Gedenkveranstaltungen, erklärte er Gilda Horvath im Interview zum 65. Jahrestag der Liquidation des „Zigeunerlagers“ in Auschwitz-Birkenau.
In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurde das so genannte „Zigeunerlager“ aufgelöst, rund 2.900 Personen wurden in den Gaskammern ermordet. Jedes Jahr findet in Erinnerung eine Gedenkkundgebung mit Kranzniederlegung für die Opfer der Roma und Sinti vor dem Mahnmal in Auschwitz-Birkenau statt. Im Rahmen der Gedenkveranstaltung hielten Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Roma und Sinti, die Zeitzeugin Luise Bäcker, Manfred Lautenschläger, Stifter des europäischen Bürgerrechtspreises der Sinti und Roma, sowie Christoph Bergner, parlamentarischer Staatssekretär in Deutschland, bewegende Reden, die das Grauen aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten.
Ungarn: Heute Freitag um 13.00 Uhr wird die 45-jährige Romni, die am Montag ermordet wurde, auf dem Friedhof in Kisléta bestattet. Die Täter hatten in der Nacht das Haus der Roma-Familie in der nordostungarischen Gemeinde Kisléta gestürmt und die Schlafenden mit Jagdgewehren beschossen. Die 13-jährige Tochter Timea wurde schwer verletzt und liegt auf der Intensivstation des Krankenhauses in Nyiregyháza. Sie steht unter Polizeischutz, weil das Mädchen die Angreifer höchstwahrscheinlich gesehen hat. Die Ärzte schließen nicht aus, dass die Erinnerung des Mädchens zu einem späteren Zeitpunkt wieder hervorgerufen werden könnte. (volksgruppen.orf.at, 5.8.2009)
Rechtsextreme wollen in Kisléta patrouillieren
Mittlerweile hat ein anonymer Anrufer dem Bürgermeister von Kisléta im Namen der Ungarischen Garde angekündigt, dass die verbotene rechtsextreme Organisation die Bevölkerung mit Motorradpatrouillen im Ort vor den „Zigeunern“ schützen werde. Die dortige ungarische Bevölkerung habe um Schutz gebeten, nachdem der tendenziöse Fernsehsender HírTV von angeblichen tätlichen Angriffen der Roma gegen seine Reporter berichtet hatte. Die Polizei gab hingegen bekannt, dass es in Wirklichkeit zu keinen Handgreiflichkeiten, Angriffen oder Straftaten gekommen ist. Die Bevölkerung hätte sich nur verbal gegen die Berichterstattung von HírTV gewehrt, dessen Reporter die Bewohner, betont suggestiv, nach anderen als rassistischen Motiven befragten. (Pester Lloyd, 6.8.2009)
Der Standard: „Nur die Garde marschiert“
„Erschreckend sind (…) nicht nur die Morde selbst. Problematisch ist auch die Apathie, mit welcher die ungarische Gesellschaft bisher auf die Mordfälle reagiert hat. So gab es keine großen Solidaritätsbekundungen mit der schockierten Roma-Gemeinde, keinen öffentlichen Protest. Read the rest of this entry »
Im Budapester Landespolizeipräsidium sind zwanzig Leiter von Roma-Organisationen mit Justizminister Tibor Draskovics und Landespolizeichef Jozsef Bencze zusammengetroffen. Dabei wurden Informationen über die Attentatsserie gegen Angehörige der Minderheit übergeben. Die ungarische Polizei sieht den jüngsten Mord an einer 45-jährigen alleinerziehenden Mutter als Teil einer andauernden Angriffswelle auf Roma. Allein innerhalb eines Jahres gab es 55 Angriffe gegen Roma, acht Menschen starben, weitere wurden verletzt. Draskovics erklärte im ungarischen Fernsehen, die Methode der Morde an den Roma, die verwendeten Mittel, die Auswahl der Opfer sprächen dafür, dass es sich um den- oder dieselben Täter handeln könnte. Laut Polizeiangaben ist die Mordwaffe identisch mit jener, die bei mindestens zwei weiteren Fällen verwendet wurde. Die Frankfurter Rundschau schreibt dazu:
Die Täter schlagen stets in der Nacht zu, immer in kleinen Ortschaften in der ungarischen Provinz. Mal legen sie Feuer oder werfen Handgranaten. Immer aber erschießen sie ihre Opfer, allesamt unbescholtene, friedliche Bürger, in oder vor deren Häusern. Sie verschonen auch Kinder nicht. Doch die Unbekannten töten nicht wahllos: Alle Ermordeten sind Angehörige der Roma-Minderheit in Ungarn. (…) Übereinstimmende Spuren und Ähnlichkeiten beim Tathergang lassen für die Ermittler keine Zweifel mehr: Bis zu acht Morde in mehr als einem Jahr könnten − so ihre Annahme − auf das Konto der kaltblütigen Täter gehen. Read the rest of this entry »
Seit gestern platzt Guča wieder einmal aus allen Nähten: Vom 5. bis zum 9. August liefert das beschauliche serbische Städtchen die Kulisse für die bereits 49. Auflage des größten serbischen Musikfestivals, das seit 1961 (und nicht, wie im unten zitierten Artikel behauptet, erst seit den späten 60ern) alljährlich in Guča stattfindet. Das legendäre Festival, dem vor allem die zahlreichen Roma-Blaskapellen ihren Stempel aufdrücken, lockt längst auch tausende internationale Besucher in die westserbische Provinz und hat auch schon den Stoff für einen Dokumentarfilm und ein dokumentarisch unterfüttertes Kinomärchen abgegeben. Eine Reise zum Balkan-Blasmusik-Festival, fasst der Popjournalist und BuchautorGarth Cartwright im kürzlich generalüberholten „Freitag“ (und im britischen „Guardian“) seine Guča-Eindrücke aus vergangenen Jahren zusammen, „knallt stärker rein als jede Droge“:
(…) Ich steige aus dem Bus, hinein in eine schwüle, von Trompetentönen durchschnittene Luft, die Straßen sind voll mit tanzenden Menschen. (…) Mit nur 2.500 Einwohnern scheint Guča nicht gerade ein geeigneter Ort, ein Musikfestival zu beherbergen, das in den vergangenen Jahren zu einem der beliebtesten Europas geworden ist. Einheimische beschreiben Guča als „Serbiens Woodstock“ – das Spektakel kostet keinen Eintritt und zieht jedes Jahr mehr als 300.000 Leute an, sowohl Serben als auch eine zunehmende Zahl internationaler Gäste, die den wilden Blaskapellen bei ihrem musikalischen Wettstreit zuhören wollen. (…) Das Guča-Festival kennt keine Sperrstunde und nur sehr wenige Regeln. Es ist eine Orgie im besten Sinne, bei der hunderte von Musikern eine Art östlichen Funk zum Besten geben, zu dem alle tanzen, bis sie umfallen. Ich habe in den Neunzigern illegale Techno-Veranstaltungen auf offenen Feldern oder in alten Fabriken mitgemacht, aber all das war nichts im Vergleich zu Guča, wo die Tänzer mithilfe von festlich gekleideten Orchestern und Unmengen an Bier und Fleisch in Ekstase geraten. Read the rest of this entry »
Ando Ungriko papal jek dscheno andar i flogoskeri grupn le Romendar murdardo ulo. Jek 45-berschengeri daj, savi korkore pro fatschu barvarlahi, ando norditiko ostitiko ungriko gav Kisléta andi rat upri hetvin kartschi dim uli. Lakeri 13-berschengeri tschaj igen sorale dukadi uli, oj ham prik dschivla, pisinen o ungrike mediji. O harengere na kamnahi, afka pisinel i neviptschengeri agentura MTI erschtivar oficijeli o etnitiko tel schtaminipe le opferendar te phukal. Nana prindschardo, te ada murdaripe jek rasistischi vaj krimineli keripe sina. Pal jek pisinipe le internetakere papruschengere nevipestar „index“ o teteri vaj o tetertscha o vudar ande prutschinde taj ando kher ande kartschi dine. O nochbertscha schunde o trin vaj schtar kartschi diptscha, i muli dschuvli taj lakeri tschaj ham erscht ratschaha pumare nipostar lakle ule. „I Romni jek butschalimi dschuvli sina, oj pra tschaj telal kultivirime keriptscha korkore upre barvartscha“, phenel o biro Sandor Penzes ando vakeripe le internetakere papruschengere nevipeha „index“. Niko ando gav na hajol ada, ko la dschuvlake valaso te kerel kamlahi.
In Ungarn ist es erneut zu einem Mord an einem Angehörigen der Roma-Minderheit gekommen. Eine 45-jährige alleinerziehende Mutter wurde bei dem Angriff im nordostungarischen Ort Kisléta in der Nacht auf Montag erschossen. Ihre 13-jährige Tochter wurde schwer, aber nicht lebensgefährlich verletzt, meldeten ungarische Medien. Die Polizei wollte laut der Nachrichtenagentur MTI zunächst nicht offiziell die ethnische Herkunft der Opfer bestätigen. Es war zudem unklar, ob die Tat rassistisch oder kriminell motiviert war. Nach einem Bericht der Internetzeitung „index“ hatten der oder die Täter offenbar die Tür eingetreten und in das Haus gefeuert. Die Nachbarn hörten zwar das Geräusch von drei oder vier Schüssen, die tote Frau und das unter Schock stehende Kind wurde aber erst in der Früh von Verwandten entdeckt. „Das Opfer war eine arbeitsame Frau, sie hat ihre Tochter unter kultivierten Verhältnissen allein erzogen“, berichtete Bürgermeister Sandor Penzes gegenüber „index“. Keiner im Ort verstehe, wer der Frau etwas hätte antun wollen. Read the rest of this entry »
GfbV: Mit dem Themenschwerpunkt „Sinti und Roma in Europa: Seit Jahrhunderten diskriminiert und ausgegrenzt“ ist gerade die neuste Nummer (3/2009) der Zeitschrift „pogrom – bedrohte völker“ erschienen. Auf der Hälfte der 84 Seiten zählenden Ausgabe wird die Situation der Sinti und Roma nicht nur in Deutschland, sondern auch in Bosnien-Herzegowina, Großbritannien, Italien, Österreich, Russland, der Schweiz, Serbien, Tschechien und Ungarn in Berichten und Interviews geschildert.
Der bis vor kurzem im Amt des Präsidenten des Europäischen Parlaments tätige Hans-Gert Pöttering verfasste ein Vorwort zu diesem wichtigen Thema, schließlich bilden die Sinti und Roma in Europa die größte Minderheit. In dem Heft kommen neben zahlreichen Menschenrechtlern auch ausgewiesene Experten, aber auch Betroffene zu Wort. Unter anderem thematisiert der Journalist Till Mayer in dem Heft die Zwangssterilisationen von Roma-Frauen in Tschechien. Elisabetta Vivaldi geht einfühlsam auf die teils gewaltsame Diskriminierung von Roma in Italien ein. Tina Schmidt analysiert die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Straßburg in Roma-Fällen der letzten Jahre und Christiane Fennesz-Juhasz stellt die österreichische Romni und Künstlerin Ceija Stojka sowie ihr neustes Buch vor. Tilman Zülch fasst die jahrelange Menschen- und Bürgerrechtsarbeit der GfbV für Sinti und Roma in Deutschland zusammen. Darüber hinaus gibt es wie üblich Nachrichten und Berichte von anderen Brennpunkten der Menschenrechtsarbeit.
Wer mehr wissen will, kann sich das Pogrom hier (Online-Shop) für 4,60 Euro (zzgl. Versandkosten) bestellen.
Die Liquidation des „Zigeunerfamilienlagers“ in Auschwitz-Birkenau verlief besonders grausam: Allein in der Nacht vom 2. zum 3. August 1944 wurden rund 3000 Roma und Sinti, Männer, Frauen und Kinder, als „Zigeuner“ in den Gaskammern ermordet. Heute jährt sich die Vernichtungsaktion anlässlich der Lagerauflösung zum 65. Mal. Viele Romaorganisationen (siehe hier, hier, hier oder hier) begehen diesen Tag als Gedenktag - nicht zuletzt, um auch auf die aktuellen Opfer rassistischer Gewalt aufmerksam zu machen. Auch Rudko Kawczynski, Präsident des ERTF beim Europarat, veröffentlichte einen Videoaufruf zum „International Remembrance Day of Roma Victims of the Pharraimos (Holocaust)“.
Das „Zigeunerfamilienlager“ Auschwitz
Am 16. Dezember 1942 ordnete Himmler die Deportation von „Zigeunermischlingen“, „Rom-Zigeunern“ und „balkanischen Zigeunern“ in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau an. In welcher Weise und wann die Deportationen zu erfolgen hatten, wurde am 29.1.1943 durch den sogenannten „Auschwitz-Erlass“ festgelegt. Bestimmungsort der Deportationen war das so genannte „Zigeunerfamilienlager“ (BIIe) in Birkenau, das als Teillager des Auschwitzkomplexes im Februar 1943 errichtet wurde. Zwischen dem 1. März 1943 und dem 20. Juli 1944 wurden nahezu 23.000 Roma nach Auschwitz-Birkenau deportiert; rund 90 % von ihnen erlebten die Auflösung des Lagers nicht mehr. Ca. 20.300 wurden entweder in den Gaskammern erstickt, starben an Hunger, Epidemien und Krankheiten oder erlagen den medizinischen Experimenten der SS-Ärzte. Von den ca. 2.900 österreichischen Roma, die im „Zigeunerfamilienlager“ interniert waren (zwei Drittel davon aus dem Südburgenland), überlebten ebenfalls lediglich rund 10 %.
Es sei für sie selbst eine Überraschung, dass der Song so viele Menschen anspreche, so Willi Horvath über den Erfolg der Wiener „Gipsy Entertainment Crew“ (Myspace). Die junge Rapgruppe produzierte den Song „1210 Wien-Floridsdorf“ und machte das Video im Internet publik. Es folgte prompt eine Welle der Zustimmung aus der Szene. Auch die Bezirksvorstehung Floridsdorf kündigte ihr Interesse an dem Track an.
Im Interview mit Gilda Horvath spricht die junge Crew über Arbeitslosigkeit, Rassismus und wie es ist, mit verschiedenen Kulturen zu leben. (volksgruppen.orf.at)