Fr. Rundschau: Riccardo M. Sahiti im Porträt
August 12th, 2009 | Published in Medien & Presse, Musik | 1 Comment
„Mit dem Taktstab zu seinen Wurzeln“
Die Frankfurter Rundschau bringt ein Porträt des rührigen Dirigenten Riccardo M. Sahiti. Vor sieben Jahren hat der aus dem Kosovo stammende Rom, den seine musikalische Laufbahn nach der Vetreibung aus dem Kosovo von Belgrad über Moskau nach Frankfurt führte, ein ganz besonderes Musiker-Ensemble auf die Beine gestellt: Sahiti ist Leiter der „Roma und Sinti Kammerphilharmoniker“ (Website).
55 Musiker aus ganz Europa finden sich dort für Konzerte zusammen. Sie spielen Beethoven, Bruch oder Schumann, traditionelle Roma-Musik, aber auch „Schindlers Liste“ von John Williams. Alles, was mit der Kultur und Musik der Sinti und Roma verwoben ist. Sahiti ist selbst Rom. 2002 gündete er das Ensemble, das deutschland- und europaweit auftritt. Rund 20 Konzerte waren es seither (…). Als nächster Termin steht Mitte September das Kurhaus in Wiesbaden auf dem Spielplan. (…) Sahiti will mit seinem Orchester die alten Traditionen bewahren und gleichzeitig junge Sinti und Roma zu neuen Werken animieren. „Die Menschen sollen unsere Musik live erleben“. Ein „Zigeuner-Musiker“, betont er, ist er nicht. „Ich bin ein Musiker, der die Klassik liebt.“
Die Idee für das Orchester kam ihm in den 90er Jahren. Bei Konzerten in Europa traf er immer wieder auch Musiker aus seinem Kulturkreis. Den Ausschlag gab ein Konzert im KZ Ausschwitz, wo er einen polnischen Komponisten traf, der Lieder in der Romasprache geschrieben hatte. Sahiti nahm Kontakt auf zu Romani Rose vom deutschen Zentralrat der Sinti und Roma, fand Unterstützung bei Micha Brumlik, Ex-Direktor des Fritz-Bauer-Institutes in Frankfurt. Gemeinsam gründet sie einen Förderverein (Website) als Grundlage für das Orchester. „Das erste Konzert“, erinnert sich Sahiti, „war am 3. November 2002 in Dr. Hoch’s Konservatorium“. Ein ausverkauftes Konzert, strahlt er. Mit 20 Streichern begann das Orchester. Heute hat es fast dreimal so viele Mitglieder, darunter auch Holz- und Blechbläser. (…) Sahitis Energie gilt heute seinen Kammerphilharmonikern. Und einem neuen Ziel: Sahiti würde gerne eine Sinti- und Roma-Philharmonie, ein ganz großes Ensemble, daraus machen − „mit eigenem Haus und eigenen Tourneen“.
Den hier nur in Auszügen wiedergegebenen Artikel von Astrid Ludwig finden Sie ungekürzt auf FR-online.
August 13th, 2009 at 17:02 (#)
[...] Nachtrag zum gestrigen Artikel über den Dirigenten Riccardo M. Sahiti hier eine − leider etwas dunkle − Videoaufzeichnung [...]