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Anti-Roma-Hetze in Ungarn und der Slowakei

August 23rd, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Plakataufruf zur Anti-Roma-Demonstration in KrompachyOstslowakei: Roma flüchten aus Stadt


Die rechtsextreme Organisation „Slovenská pospolitost“ veranstaltete am Samstag neuerlich eine offenbar nicht genehmigte Anti-Roma-Kundgebung in der ostslowakischen Kleinstadt Krompachy, um gegen die sogenannte „Zigeunerkriminaltät“ zu demonstrieren. Medienberichten zufolge (Népszabadság, via Brimbog) hatte die Mehrzahl der dort lebenden Roma aus Angst vor Übergriffen die Stadt verlassen, viele hätten sich schon am Morgen in den Wald geflüchtet. Zahlreiche slowakische Einwohner der Kleinstadt hingegen hätten die neonazistische Kundgebung begrüßt, berichtet die slowakische Nachrichtenagentur TASR. Ein Großaufgebot an Polizei verhinderte die befürchteten Ausschreitungen. Am kommenden Dienstag wird eine weitere Demonstration in Nové Zámky erwartet.

Ungarn: Zusammenhalt gegen Roma gefordert


Ungarische Rechtsextremisten forderten währenddessen die Nachbarvölker der Ungarn und Slowaken zum „Zusammenhalt“ gegen die Roma-Minderheit auf. Beide Länder hätten mit den gleichen Problemen, insbesondere dem „Roma-Problem“, zu kämpfen, unterstrich Csanád Szegedi, Vizepräsident der rechtsextremen Partei Jobbik, die bei den EU-Wahlen im Juni 15 % erreicht hatte. In den vergangenen Monaten hatten Ungarns Rechtsextremisten wiederholt mit rassistischen Aufmärschen in Roma-Vierteln für Aufsehen gesorgt. Am Samstag haben mehrere hundert ungarische Polizisten eine Veranstaltung der „Ungarischen Garde“ in Szentendre unweit Budapest gestürmt. Die vor zwei Jahren gegründete Organisation war erst im Juli gerichtlich aufgelöst worden. Seitdem geht die Exekutive gegen Veranstaltungen der paramilitärischen Truppe vor.