Archive for August 7th, 2009

Radio Kaktus: Roma-Gedenkfeier in Auschwitz

August 7th, 2009  |  Published in Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen

Radio KaktusRadio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
7.8.2009, 20:00 & 8.8.2009, 20:30 Uhr

Gedenkfeier in Auschwitz (re.: R. Sarközi) An der Roma-Gedenkkundgebung in Auschwitz-Birkenau (dROMa-Blog: hier und hier) nimmt alljährlich auch Rudolf Sarközi vom Kulturverein österreichischer Roma (Website) teil. Der Volksgruppenvorsitzende der österreichischen Roma und Sinti reiste in diesem Jahr wieder mit seinem Sohn und seinem Enkel nach Polen, um der Opfer zu gedenken. „Die Jugend muss endlich mehr eingebunden werden“, sagt Sarközi in der Sendung „Radio Kaktus“.  Er wünsche sich mehr junge Menschen bei Gedenkveranstaltungen, erklärte er Gilda Horvath im Interview zum 65. Jahrestag der Liquidation des „Zigeunerlagers“ in Auschwitz-Birkenau.

In der Nacht vom 2. auf den 3. August 1944 wurde das so genannte „Zigeunerlager“ aufgelöst, rund 2.900 Personen wurden in den Gaskammern ermordet. Jedes Jahr findet in Erinnerung eine Gedenkkundgebung mit Kranzniederlegung für die Opfer der Roma und Sinti vor dem Mahnmal in Auschwitz-Birkenau statt. Im Rahmen der Gedenkveranstaltung hielten Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Roma und Sinti, die Zeitzeugin Luise Bäcker, Manfred Lautenschläger, Stifter des europäischen Bürgerrechtspreises der Sinti und Roma, sowie Christoph Bergner, parlamentarischer Staatssekretär in Deutschland, bewegende Reden, die das Grauen aus verschiedenen Perspektiven beleuchteten.

Gilda Horvath, ORF Volksgruppenredaktion
volksgruppen.orf.at

Rechtsextreme wollen in Kisléta patrouillieren

August 7th, 2009  |  Published in Rassismus & Menschenrechte

Tochter unter Polizeischutz

Ungarn: Heute Freitag um 13.00 Uhr wird die 45-jährige Romni, die am Montag ermordet wurde, auf dem Friedhof in Kisléta bestattet. Die Täter hatten in der Nacht das Haus der Roma-Familie in der nordostungarischen Gemeinde Kisléta gestürmt und die Schlafenden mit Jagdgewehren beschossen. Die 13-jährige Tochter Timea wurde schwer verletzt und liegt auf der Intensivstation des Krankenhauses in Nyiregyháza. Sie steht unter Polizeischutz, weil das Mädchen die Angreifer höchstwahrscheinlich gesehen hat. Die Ärzte schließen nicht aus, dass die Erinnerung des Mädchens zu einem späteren Zeitpunkt wieder hervorgerufen werden könnte.  (volksgruppen.orf.at, 5.8.2009)

Rechtsextreme wollen in Kisléta patrouillieren

Mittlerweile hat ein anonymer Anrufer dem Bürgermeister von Kisléta im Namen der Ungarischen Garde angekündigt, dass die verbotene rechtsextreme Organisation die Bevölkerung mit Motorradpatrouillen im Ort vor den „Zigeunern“ schützen werde. Die dortige ungarische Bevölkerung habe um Schutz gebeten, nachdem der tendenziöse Fernsehsender HírTV von angeblichen tätlichen Angriffen der Roma gegen seine Reporter berichtet hatte. Die Polizei gab hingegen bekannt, dass es in Wirklichkeit zu keinen Handgreiflichkeiten, Angriffen oder Straftaten gekommen ist. Die Bevölkerung hätte sich nur verbal gegen die Berichterstattung von HírTV gewehrt, dessen Reporter die Bewohner, betont suggestiv, nach anderen als rassistischen Motiven befragten.  (Pester Lloyd, 6.8.2009)

Der Standard: „Nur die Garde marschiert“

„Erschreckend sind (…) nicht nur die Morde selbst. Problematisch ist auch die Apathie, mit welcher die ungarische Gesellschaft bisher auf die Mordfälle reagiert hat. So gab es keine großen Solidaritätsbekundungen mit der schockierten Roma-Gemeinde, keinen öffentlichen Protest. Read the rest of this entry »