In der „taz“ berichtetGabriele Lesser über Turbulenzen im Vorfeld der Roma-Holocaust-Gedenkfeier in Auschwitz. Nachdem die polnische Regierung die Mittel für den Auschwitz-Gedenktag der Roma am 2. August gestrichen hat, ist nun die Jüdische Gemeinde eingesprungen und rettet die Feier zum 65. Jahrestag der Liquidierung des „Zigeunerlagers“:
Polens Roma fühlen sich diskriminiert. „Wenn es um die Erinnerung an Polen geht, an polnische Opfer und Helden, ist der Regierung nichts zu teuer“, empört sich Roman Kwiatkowski, der Vorsitzende der Roma-Vereinigung in Polen. „Aber wenn es um unser Gedenken an die Vergasung der letzten Roma im ,Zigeunerlager‘ in Auschwitz geht, fällt den Politikern plötzlich ein, dass kein Geld mehr in der Kasse ist!“ Tatsächlich wird Polen den Jahrestag des Warschauer Aufstands 1944 wieder ganz groß begehen. Am 1. August werden um 17 Uhr die Sirenen im ganzen Land heulen. Staatspräsident Kaczynski und Premier Tusk werden über polnische Opfer und Helden sprechen. Doch zur Gedenkveranstaltung der Roma in Auschwitz einen Tag später wird kein einziger ranghoher Politiker Polens erscheinen. Nicht einmal einen finanziellen Zuschuss zum Jahrestag der Liquidierung des „Zigeunerlagers“ vor 65 Jahren wird es geben.
„Als ich hörte, dass die Roma das organisierte Gedenkkonzert in der Krakauer Philharmonie absagen und sogar Überlebende des Lagers und deren Angehörige wieder ausladen müssen, habe ich sofort zum Hörer gegriffen“, sagt Piotr Kadlcik, der Vorsitzende des Jüdischen Gemeindeverbands in Polen. Innerhalb kürzester Zeit organisierte er eine Solidaritätsaktion. (…) Read the rest of this entry »
Einige deutsche Bundesländer gehen nun dazu über, aus dem Kosovo geflüchtete Roma in ihr Herkunftsland abzuschieben (dROMa-Blog). Ein schwerer Fehler, sagt Thomas Hammarberg, seit 2006 Menschenrechtskommissar des Europarats (Website), der in den letzten Monaten wiederholt vor der Zwangsrückführung von Kosovo-Roma gewarnt hat. Er sei, erläutert er im Interview mit Norbert Mappes-Niediek (Frankfurter Rundschau), bei seiner Kosovo-Mission im März (dROMa-Blog) zur Überzeugung gelangt, dass die Zeit „für eine Rückkehr, die diesen Namen verdient und nicht bloß Abschiebung ist“, noch keineswegs reif sei:
Ich appelliere an die Regierungen, es nicht zu tun, besonders dann nicht, wenn es um Minderheiten geht. Kosovo hat noch nicht die Kapazität, viele Rückkehrer aufzunehmen. Nach meinem Eindruck handhaben die Regierungen die Frage aber sehr technisch: Kosovo ist jetzt selbstständig, also können wir Rückführungsabkommen schließen. (…) Das (Anm.: das Vorgehen in Niedersachsen und Hessen, wo bereits erste Abschiebungen von Roma durchgeführt wurden) ist eine humanitäre Katastrophe. Ich war in den beiden bekannten Lagern bei Mitrovica, Cesmin Luk und Osterode. Sie liegen auf den Abraumhalden des Bergwerks von Trepca, kein Stück Land im früheren Jugoslawien ist so verseucht. Besonders Kinder haben alarmierende Blutwerte. Die Nato hat ihre Soldaten deshalb von dort abgezogen. Aber die Roma-Kinder leben dort seit zehn Jahren. (…)
Tausenden aus dem Kosovo geflüchteten Roma droht die zwangsweise Rückführung aus Deutschland. Insbesondere das Land Niedersachsen prescht voran und geht dazu über, Abschiebungen ungeachtet der katastrophalen humanitären Situation für Roma im Kosovo (vgl. z. B. hier und hier) durchzuführen. Die Romaorganisation Chachipebefürchtet, dass nun eine Welle von Zwangsabschiebungen bevorstehen könnte, nachdem „die kosovarischen Behörden die Zuständigkeiten im Bereich der Rückübernahme vergangenen November von der UNMIK übernommen haben. Während sich die UNMIK den Wiederaufnahmegesuchen zum Teil widersetzt hat, indem sie auf die Stellungnahme des UN-Flüchtlingswerkes (PDF) verwies, wonach die Sicherheit der Roma im Kosovo längst nicht garantiert ist, haben sich die kosovarischen Behörden unlängst bereit erklärt, alle Personen (…) aufzunehmen, sofern sie aus dem Kosovo stammen.“ Flüchtlingsverbände schlagen Alarm und fordern einen generellen Abschiebestopp:
Der Europa-Menschrechtskommissar Thomas Hammarberg stellt in seinem jüngsten Bericht (PDF) fest, dass im Kosovo ein Schutz von Minderheiten und eine unabhängige Justiz noch lange nicht existieren. Auch er fordert, keine Abschiebungen von Minderheiten in den Kosovo vorzunehmen. Berichte von Menschenrechtsorganisationen bestätigen die Einschätzung. Read the rest of this entry »
Kaj atschi asilakere aun rodiptscha tschechitike Romendar andi Kanada del, schaj ol, hot o visum le tschechitike schtotiskere polgartschenge papal ande vodim ol. O andrutno ministeri Martin Pecina, afka pisinen papruschengere neviptscha, le kanaditike birovtschagenge o and terdschojipe le cile urtschajipendar Pragistar ando Toronto angle tschalatscha. La tschechitika regirungake, savi meg upre jek bilaterali ar keripe uscharel, terdschon tschak o virtschoftlichi motivtscha pal oda soralo use cidipe andi Kanada. I asilakeri aun prindscharipeskeri kvota le Romenge andar i Tschechija paschlol, afka o medijakere pisiniptscha (dik: BBC) ham use valami 40 procenti. Ande adala periptscha o kanaditiko asilakero proceso ar phenel, hot „dar vasch o tradipe“ angle paschlol.
O diveseskero papruschengero nevipe „Der Standard“ pisinel ande pro pisintschagoskero ardipe, hot papal jek visum, savo angle duj berscha ande terdscharde, ande vodim ovla taj te o situaciji le aktujeli asilakere naschipestar sikal.
Nach dem deutlichen Anstieg der Asylanträge tschechischer Roma in Kanada könnte die Wiedereinführung der Visumpflicht für tschechische Staatsbürger nun unmittelbar bevorstehen. Um eine solche Entscheidung noch abzuwenden, hat der tschechische Innenminister Martin Pecina laut Presseberichten den kanadischen Behörden sogar die Einstellung aller Direktflüge von Prag nach Toronto angeboten. Für die tschechische Regierung, die noch auf ein bilaterales Abkommen hofft, stecken rein wirtschaftliche Motive hinter dem starken Zustrom nach Kanada. Die Asyl-Anerkennungsquote für Roma aus Tschechien liegt Medienberichten zufolge (siehe: BBC) jedoch bei circa 40%. In diesen Fällen hat das kanadische Asylverfahren ergeben, dass „gut begründete Angst vor Verfolgung“ vorliegt.
Die Tageszeitung Der Standard berichtet in ihrer heutigen Printausgabe von der drohenden Verhängung der erst vor rund zwei Jahren aufgehobenen Visumpflicht und streift dabei auch die Hintergründe der aktuellen Asylwelle:
(…) Der Grund für diesen radikalen Schritt ist, dass die kanadischen Behörden seit Monaten einen verstärkten Anstieg von Asylanträgen tschechischer Bürger verzeichnen. Mit insgesamt 1077 Ansuchen belegte Tschechien in den ersten vier Monaten dieses Jahres den zweiten Rang gleich hinter Mexiko. Die kanadische Seite plant als weitere Maßnahme, die Einreisevisa künftig nicht etwa an der kanadischen Botschaft in Prag, sondern an jener in Wien zu vergeben. Auch wenn die tschechische Regierung hofft, die Einreisevisa für Kanada noch verhindern zu können, verbarg Außenminister Jan Kohout in den vergangenen Tagen nicht seine Skepsis, dass dies noch gelingen könnte. Bei den Antragstellern handelt es sich in den meisten Fällen um Angehörige der Roma, die seit Jahrzehnten stark benachteiligt sind und sich nicht nur diskriminiert, sondern in den letzten Monaten auch zunehmend an Leib und Leben bedroht fühlen. Read the rest of this entry »
Ando 30. juni i internacijonali Holocaust Era Assets Conference (Website) la presentacijonaha le dokumentistar, le „phenipestar andar Terezín (Theresienstadt)“ (PDF), ar sina. Kaj i opferengeri grupn le Romendar use aja pantsch divesengeri Prager konferenca use sina, le insistirinipeske le Romengere-fatreterendar schaj palikerdo ol. Jek akaripe le Romendar na sina le keraschendar planim. Papal jefkar. Mint imar angle poar masektscha uso Holocaust-gondolipeskero mulatintschago le Khetane Nacijonendar o opfertscha le Romengere-genocidistar, kekaj but protestscha dija, prik gele ule. I kerdi konferenca la Tschechijatar, sava akan i EU-presidentschoft hi, i lejcti chance sina, sar andar i rik la US-delegacijonatar butschol, „le prik dschivdenge tschatschipe use te anel te mukel“.
Ham te o Roma, save akan a.s. andi Tschechitiki republika papal vasch pumaro dschivipe iste daran, ando planinipe la Prageriskera konferencatar tschak afka pobisterde ule, sar Čeněk Růžička phare vodschiha phukal. On iste kemfinde, kaj use oda mulatintschago schaj le use sina. Uso mulatintschago ham bojd na gelo papal akor vasch lende, phenel te i Jana Horváthová, vodaschkija le museumistar la Romengera-kulturatar ando Brno/Brünn. Adaj akor avre gondi tuke ando schero an. O voschtengere vakeriptscha le diplomatendar (…) naschtig hajode on, te on le cile opferenge le nacijonalsocijalismusistar pomoschago use phenen, ham andi konkreti situacijona pal likeripeha andi akcijona tretinen. (Katja Schickel, haGalil)
Am 30. Juni ging die internationale Holocaust Era Assets Conference mit der Präsentation des Schlussdokuments, der „Erklärung von Terezín (Theresienstadt)“ (PDF), zu Ende. Dass die Opfergruppe der Roma bei der fünftägigen Prager Konferenz überhaupt vertreten war, war allerdings nur dem Insistieren von Roma-Vertretern zu verdanken. Eine Berücksichtigung der Roma war von den Organisatoren nämlich ursprünglich gar nicht vorgesehen. Wieder einmal. Denn schon vor einigen Monaten hatte man bei der Holocaust-Gedenkfeier der Vereinten Nationen die Opfer des Roma-Genozids, ungeachtet aller Proteste, übergangen.
Die unter der EU-Präsidentschaft Tschechiens ausgerichtete Konferenz stellte, wie es seitens der US-Delegation hieß, die letzte Gelegenheit dar, „den Überlebenden Gerechtigkeit widerfahren zu lassen“; sie sei Ausdruck des Willens, „schnell und gezielt auf die Bedürfnisse zu reagieren, d.h. Besitz zurückzugeben, für finanzielle Sicherheit der – teilweise in äußerst prekären Verhältnissen lebenden – Menschen zu sorgen und soziale Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein würdiges Leben ermöglichen helfen“.
Wenn allerdings Roma, die zurzeit z.B. in der Tschechischen Republik wieder um ihr Leben fürchten müssen, in der Planung der Prager Konferenz schlicht vergessen werden, wie Čeněk Růžička sichtlich enttäuscht erzählte, für ihre Teilnahme und eine Schwerpunkt-Veranstaltung zum Genozid an ihrem Volk kämpfen müssen, in der es dann bald wieder nicht mehr um sie geht, wie auch Jana Horváthová, Leiterin des Museums der Roma-Kultur in Brno/Brünn beklagte, kommen Zweifel. Die Lippenbekenntnisse der Diplomaten (…) werden mehr als fragwürdig, wenn sie zwar vollmundig Unterstützung aller Opfer des Nationalsozialismus zusagen, in der konkreten Situation aber mit Abwehr reagieren. Solidarität, Respekt und Toleranz zu fordern ist eine Sache, sie zu praktizieren eine ganz andere. Read the rest of this entry »
Radio Kaktus / WEBRADIO oe1campus
26.6.2009, 20:00 und 27.6.2009, 20:30 Uhr
Roma-Volksgruppenbeirat: „Ich möchte nach Oberwart fahren und mir ein Bild machen“, betont die Bezirksvorsteherin Susanne Reichard, neues Mitglied im Beirat. Sie wolle ihre Funktion nicht nur auf dem Papier ausführen. Mirijam Karoly vom Wiener Romano Centro und Susanne Reichard, Bezirksvorsteherin des 4. Wiener Gemeindebezirks Wieden (ÖVP), sind die neuen Gesichter im Volksgruppenbeirat. (Hier finden Sie die betreffende Meldung im dROMa-Blog.)
Gemäß § 1 Absatz 2 Volksgruppengesetz sind unter Volksgruppen „die in Teilen des Bundesgebietes wohnhaften und beheimateten Gruppen österreichischer Staatsbürger mit nichtdeutscher Muttersprache und eigenem Volkstum“ zu verstehen. Als österreichische Staatsbürger haben Volksgruppenangehörige dieselben Rechte wie jeder andere österreichische Staatsbürger. Darüber hinaus gibt es jedoch einige Rechtsvorschriften und Bestimmungen, die besondere Regelungen für „(autochthone) Volksgruppen“ und „sprachliche Minderheiten“ enthalten. Der § 7 der Verordnung über die Volksgruppenbeiräte (PDF) regelt die Zusammensetzung des Roma-Beirats: „Der Volksgruppenbeirat für die Volksgruppe der Roma besteht aus acht Mitgliedern. Hievon sind vier Mitglieder auf Grund von Vorschlägen der im § 4 Abs. 2 Z 2 des Volksgruppengesetzes genannten Vereinigungen zu bestellen.“
Workshops mit Ceija Stojka: Insgesamt 160 Schulklassen aus Österreich besuchten die Workshops mit Ceija Stojka im Amerlinghaus. Christa Stippinger, Leiterin des Vereins Exil, gibt sich zuversichtlich: „Das ist ein Projekt, dass der Jugend hilft, besser zu verstehen, was damals geschah.“ Gilda Horvath führte das Interview beim diesjährigen Abschlussfest der Workshops im Amerlinghaus.
Universiade in Belgrad: Protest gegen Roma-Diskriminierung
Ein jüngster Versuch der Belgrader Stadtverwaltung, den Teilnehmern der am Mittwoch in der serbischen Hauptstadt beginnenden Universiade einen möglichst schönen Blick auf die Stadt zu sichern, sorgt nun für Proteste der Menschenrechtsorganisationen. Im Rahmen der Vorbereitungen auf den Sportwettbewerb, zu welchem in der ersten Juli-Hälfte rund 10.000 Sportler aus etwa 140 Staaten erwartet werden, wurde unweit der soeben erst errichteten modernen Wohnsiedlung, wo sie untergebracht werden, auch eine unhygienische Roma-Siedlung mit einem Drahtzaun umgeben.
Der unschöne Blick auf die in den vergangenen Jahren entstandene Siedlung, wo etwa 200 Roma-Familien in miserablen Verhältnissen ohne Wasser- und Stromversorgung leben, soll den Sportlern zusätzlich durch weiße Zeltplanen mit dem Universiade-Abzeichen, die am Zaun angebracht wurden, erspart bleiben. Die Roma-Siedlung liegt nämlich an der soeben erst errichteten Verkehrsstraße, die von der Universiade-Siedlung zum naheliegenden Hotel Holiday Inn und einer Ausstellungshalle führt, wo die Sportler ihre Mahlzeiten einnehmen sollen.
Anfang April waren die Stadtbehörden bereits einmal mit mehrtägigen Protesten der Roma und zahlreicher Menschenrechtsorganisationen konfrontiert, als sie kurzerhand die Blech- und Kartonhäuser mehrerer Dutzend Familien abgerissen hatten, um die Verbindungsstraße anzulegen (siehe: dROMa-Blog). Unter Druck der Öffentlichkeit wurde auf den Abriss der gesamten Siedlung daraufhin verzichtet. Read the rest of this entry »
Duj neve muja ando Romengero bejrot: Mirijam Karoly andar o betschitiko Romano Centro taj i Susanne Reichard (ÖVP), becirkakeri angle terdschaschkija Betschi-Wieden, o neve muja andar o flogoskero grupnenger bejrot le Romendar hi. I arti sendung „Radijo Kaktus“ (26.6.2009, 20:00 orenge) anel vakeriptscha le neve mitgliderenca le Romengere grupnengere bejrotistar Mirijam Karoly, savi la Renata Erich – te oj andar o Romano Centro sina- tel phutertscha, imar angloda mitglid le flogoskere grupnengere bejrotistar le Romendar sina. O nevo konstitujirti flogoskero grupnenger bejrot le Romendar uso erschti beschipe ando 29.5.2009 le Rudolf Sarközi andar o Kulturakero farajn le Austritike Romendar, papal ojs bejrotiskero anglebeschto arodim ulo. Leskero fatreteri i Susanne Baranyai andar o Farajn Roma Erba hi. I funkcijonakeri perijoda le flogoskere grupnengere bejrotistar, savo berotinipeskero kremijum ando bundakero birovtschago (BKA) hi, dschal dschi ando bersch 2013. (volksgruppen.orf.at)
Zwei neue Mitglieder im österreichischen Roma-Beirat: Mirijam Karolyvom Wiener Romano Centro und Susanne Reichard (ÖVP), Bezirksvorsteherin Wien-Wieden, sind die neuen Gesichter im Volksgruppenbeirat der Roma. Die nächste Ausgabe der Sendung „Radio Kaktus“ (26.6.2009, 20:00 Uhr) bringt Interviews mit den neuen Mitgliedern des Roma-Volksgruppenbeirates. Mirijam Karoly, die Renata Erich – ebenfalls vom Romano Centro – abgelöst hat, war schon davor Mitglied des Volksgruppenbeirates der Roma. Der neu konstituierte Volksgruppenbeirat der Roma hatte bei der ersten Sitzung am 29.5.2009 Rudolf Sarközi, Kulturverein österreichischer Roma, erneut zum Beiratsvorsitzenden gewählt. Seine Stellvertreterin ist Susanne Baranyai vom Verein Roma in Oberwart. Die Funktionsperiode des Volksgruppenbeirates, der ein Beratungsgremium im Bundeskanzleramt (BKA) ist, dauert bis zum Jahre 2013. (volksgruppen.orf.at)Read the rest of this entry »
Khetan peripe le Romengere-khetanipestar taj gondolipe ando Kosovo
Efta scherengere familiji ande schtar kvadrat metertscha bare kontajnertscha; fatschuvtscha, save meg nana uso badari; sako di maripe taj teldschuminipe; manuscha, save ando, upro taj le nojoha dschin; paj, savo le dschenen nasvarel – mindig, te i Fevzije Bahar andar o Kosovo kher ali, akor peha anel na schukar koji, so oj odoj terdschivtscha. I situacija le Romendar andi Europa vidschik na latscho hi: Ar granicalipe, igen baro tschoripe, bibastale saniterakere koji taj o kronitike nasvaliptscha, save andar adala koji ari an, hi o lek tikneder khetano neneri jeka flogoskera grupnatar, savi vidschik, kaj pe tel mukel, na akardi hi taj bejg dschumim ol. So meg ando Kosovo use al, hi, hot o Roma maschkar duj etnitike molinoskere bare morde on. „O konflikto maschkar o Serbitike taj o Albanertscha terdschol telal jek internacijonali aun dikipe, o Roma ham na“, kritisirinel i Bahar. Read the rest of this entry »
Auf volksgruppen.orf.at berichtet der APA-Journalist und Buchautor Andreas Tröscher (siehe dROMa-Blog) − passend zum gestrigen Ministerratsbeschluss über das neuerdings „sichere Herkunftsland“ Kosovo − über die verzweifelte Lage der kosovarischen Roma:
„Siebenköpfige Familien in vier Quadratmeter großen Containern; Kinder, die noch nie beim Arzt waren; tägliche Gewalt und Unterdrückung; Menschen, die im, auf und mit dem Müll leben; bleiverseuchtes Trinkwasser – jedes Mal, wenn Fevzije Bahar aus dem Kosovo zurückkehrt, hat sie erschütternde Erlebnisse im Gepäck. Selbst eine kosovarische Romni, versucht die Wiener Sozialarbeiterin verzweifelt, dass rund 50.000 Roma, deren Überlebenskampf immer dramatischere Züge annimmt, endlich internationale Aufmerksamkeit und Hilfe bekommen. Die Situation der Roma in Europa ist allgemein prekär. (…) Was im Kosovo noch dazukommt, ist, dass die Roma zwischen zwei ethnischen Mühlsteinen geradezu zerrieben werden. ,Der Konflikt zwischen Serben und Albanern steht unter internationaler Beobachtung, die Roma nicht‘, kritisiert Bahar.
Auch andere Organisationen schlagen mittlerweile Alarm. Aus einem Menschenrechtsbericht des U.S. State Departments geht hervor, dass Roma im Kosovo einer alle sozialen Bereiche durchdringenden Diskriminierung ausgesetzt sind, dass der Zugang zu Hygieneartikeln, ärztlicher Betreuung und Bildungseinrichtungen mehr als nur begrenzt ist. Vernichtendes Schlussurteil: ,Das Überleben der Roma im Kosovo ist extrem abhängig von Hilfslieferungen.Read the rest of this entry »
Der österreichische Ministerrat beschloss gestern, die Staaten des ehemaligen Jugoslawien zu „sicheren Drittländern“ zu erklären. Flüchtlinge etwa aus dem Kosovo haben somit praktisch keine Chancen mehr, Asyl zu erhalten. Humanitäre Organisationen berichten von einer Zuspitzung der Lage für Minderheiten wie Roma; dennoch wird der Kosovo bezüglich der Menschenrechtssituation nunmehr gleich eingestuft wie die EU-Länder, Norwegen oder die Schweiz − und sicherer als die USA, die − Stichwort Todesstrafe − nach wie vor als „unsicherer“ Herkunftsstaat gelten. Auch von Seiten des Europarats wird die neue Verordnung kritisiert: Vor allem für Minderheiten im Kosovo, darunter die Gruppe der Roma, sei das Leben auch heute noch keineswegs sicher: „Es wird noch einige Jahre dauern, bevor Minderheiten sicher vor Unterdrückung und dergleichen sind.“ Insbesondere die Volksgruppe der Roma sei im Kosovo nach wie vor „extrem verletzlich, sie werden oft nicht gut behandelt“; ihnen drohe bei einer Rückführung der Aufenthalt in Lagern unter katastrophalen Bedingungen, beispielsweise in schwer umweltverschmutzten Gebieten wie im bleiverseuchten Mitrovica. Read the rest of this entry »
volksgruppen.orf.at: Wegen mehrfacher Todesdrohungen sagten die Leiter der ungarischen Partei „MCF – Roma-Zusammenschluss“ (siehe auch dROMa-Blog hier und hier) und die Spitzenkandidaten der Parteiliste zu den Europa-Wahlen ihre geplante Aktion laut Medienberichten ab. Dabei wollten die Vertreter der Roma-Partei einen öffentlichen Platz nahe des Budapester Westbahnhofes säubern. Mit der Aktion wollten sie darauf aufmerksam machen, dass die Roma entgegen Vorurteilen „arbeiten wollen und können“. Darauf will der Spitzenkandidat der Roma-Partei für die Europa-Wahl, Zsolt Kis, auch in Brüssel aufmerksam machen. Er hätte „reale Chancen“, sich einen Platz im Europaparlament zu sichern, um dort die bis zu 800.000 ungarischen Roma zu vertreten, erklärte Kis im Ungarischen Rundfunk (MR). Die Hälfte der Volksgruppenangehörigen sind wahlberechtigt, sodass Kis mit der nötigen Stimmenzahl rechnet.
Mit der ungarischen Partei MCF („Magyarországi Cigányszervezetek Fóruma – Roma Összefogás Párt“) stellt sich bei den kommenden EU-Wahlen erstmals eine eigene Romaliste. Marco Schicker stellt in der Wochenzeitung Pester Lloyd die neue Partei (siehe dROMA-Blog) und die Hintergründe ihrer Gründung vor. Ihr Antreten könnte, auch wenn es wohl nur eine Randerscheinung bleiben wird, Signalwirkung haben, schreibt Schicker in dem „Aufstand im ‚Ghetto‘?“ betitelten Artikel. Denn ihre Existenzberechtigung beziehe die Romapartei „aus der katastrophalen Lage der Roma in Ungarn“:
Die MCF ist eine Reaktion auf unhaltbare Zustände, aber strukturell und personell sicher nicht in der Lage diese bald zu ändern. Immerhin stellen sie ein Achtungszeichen und einen Hilferuf dar, ist es doch die erste und einzige Romaliste, die überhaupt zur EU-Wahl antritt. Daher will sie, so sie erfolgreich ist, sich auch für die Belange aller Roma in Europa stark machen. Kolompár Orbán, der nicht unumstrittene Vorsitzende der Partei, gleichzeitig Chef der Roma-Landesselbstverwaltung, nennt daher den Antritt seiner Liste auch einen historischen Moment. Read the rest of this entry »
Tschechien: Die außerparlamentarische ultrarechte „Nationale Partei/Národní strana“ (NS) veröffentlichte im öffentlich-rechtlichen Tschechischen Fernsehen (ČT) im Zusammenhang mit den bevorstehenden Europawahlen einen Wahlspot, in dem sie die „Endlösung der Zigeuner-Frage“ verspricht – in offensichtlicher Anspielung auf die Nationalsozialisten und ihre „Endlösung der Judenfrage“. Der Spot (hier zu sehen auf YouTube – und mit sichtlichen Anleihen bei den Plakaten der Schweizerischen Volkspartei, Anm. dROMa) wurde im Rahmen der Zeit ausgestrahlt, die die zur Wahl registrierten Parteien laut dem Gesetz kostenlos zur Verfügung haben, sich im ČT sowie im öffentlich-rechtlichen tschechischen Rundfunk den Wählern zu präsentieren. Read the rest of this entry »
Nicht nur in Ungarn versuchen sich rechtsextreme Gruppen mit gegen Roma gerichteten Aufmärschen und Parolen zu profilieren. Auch in Tschechien marschieren Neonazis regelmäβig durch Städte und Viertel mit groβem Roma-Anteil. Laut Angaben des tschechischen Polizeipräsidiums ist die Zahl der registrierten öffentlichen Auftritte, Märsche und Versammlungen der Rechtsextremisten von 26 im Jahr 2007 auf 39 im Jahr 2008 gestiegen; und derzeit komme es „fast jede Woche zu irgendeiner öffentlichen Versammlung oder einem Marsch der Rechtsextremisten“.
Zuletzt sorgte Mitte April ein Brandanschlag auf eine Roma-Familie in Vítkov für Entsetzen in der Öffentlichkeit. Ein zweijähriges Mädchen erlitt dabei schwerste Verbrennungen. Zeugen gaben an, unmittelbar vor der Gewalttat den Ausruf „So, Zigeuner! Jetzt brennt ihr!“ gehört zu haben. Auch die Behörden gehen von einem rassistischen Anschlag aus. Ein offenbar dilettantisch vorbereiteter Verbotsantrag der Regierung gegen die rechtsextreme „Arbeiterpartei“ (Dělnické strany, DS) war erst kürzlich vom Gericht abgewiesen worden (siehe unsere Meldung). Unter dem Druck der Ereignisse versprach die scheidende Regierung neuerlich Taten und beschloss innerhalb weniger Tage ein Maßnahmenpaket: Gesetzesverstöße durch Extremisten sollen bald schon ad hoc geahndet werden, und zwar mit einem mobilen Gerichtssaal: Read the rest of this entry »
Anlässlich des Internationalen Romatages fordert Rudolf Sarközi, Vorsitzender des Volksgruppenbeirates der Roma, einen EU-Kommissar für Minderheiten sowie eine baldige europäische Romakonferenz. Und die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) beklagt, dass die zehn bis zwölf Millionen Roma in Europa in ihrer übergroßen Mehrheit bis heute in bitterer Armut leben müssen. Ihre Zahl „ist höher als die der jeweiligen Gesamtbevölkerung in 14 EU-Staaten, und doch entspricht ihre Situation der Lage der unterdrückten und diskriminierten Afroamerikaner in den USA in den 60er Jahren“, sagte der GfbV-Vorstandsvorsitzende Tilman Zülch.
Deschuduj milijoni Roma andi Europa
I flogoskeri grupn „buteder nipo hi sar o jekoschne 14 tikne EUakere schtotscha“, phenel o anglebeschto la manuschengera tschatschi-peskera organisacijatar, Tilman Zülch, uso „internacijonali Romengero di“ adi ande Hannover. Desch dschi deschuduj milijoni Roma iste palo aundipe la „Gesellschaftatar für bedrohte Völker“ (GfbV) andi Germanija telal o avre europitike schtotscha lek baro falato lendar iste ando tschoripe dschin. Palo aundipe la GfbVatar hi o tschavengero mulipe uso Roma dujvar asaj utscho sar uso avro nipo taj lengero dschivipeskero uscharipe paschlol desch dschi 15 berscha telal le avre nipostar le avre nacijonale khetanipendar. Butvar o tschave le Romendar ande separati ischkoli tschite on vaj mindschart andi sonder schul. But sidlungen lek feder andi ostitiki Europa nisaj fojnipeskere pajiha, kanalisacijonaha, schtromiha taj gasiha hi. O manuschengero tschatschipeskero mukel pal te gondolinel, hot le Sintijen taj Romen dschi 500.000 holocaustiskere opfertscha hi. Kaj vaschoda jek barikani faunvortinipe le prik dschivipenge te bartschol, mindig pobisterdo ol. Read the rest of this entry »
In einer gemeinsamen Stellungnahme aus Anlass des Internationalen Roma-Tags am heutigen 8. April bringen vier führende europäische Menschenrechtsstellen ihre große Sorge angesichts der fortdauernden Benachteiligung und Ausgrenzung der Roma zum Ausdruck. Die gemeinsame Aussendung (hier ungekürzt das englische Originaldokument im PDF-Format), die von der EU-Agentur für Grundrechte (FRA), dem Menschenrechtskommissar des Europarats, dem OSZE-Büro für demokratische Institutionen und Menschenrechte (OSCE Office for Democratic Institutions and Human Rights, ODIHR) und dem OSZE-Hochkommissar für nationale Minderheiten (OSCE High Commissioner on National Minorities, HCNM) unterzeichnet wurde, mahnt Politik und Medien vor dem Hintergrund der Wirtschaftskrise zu einem verantwortungsvolleren Umgang mit der Bevölkerungsgruppe der Roma:
Unsere Organisationen sind tief besorgt über die andauernde diskriminierende Behandlung und Ausgrenzung der Roma und im Besonderen über die jüngste Eskalation von rassistisch motivierten Vorfällen und rassistischer Rhetorik, wie sie in einer Reihe von Staaten festzustellen ist. In Zeiten ökonomischer Krisen geraten Bevölkerungsgruppen wie Roma, neben Migranten und anderen besonders angreifbaren Gruppen, leicht in Gefahr, zu billigen ,Sündenböcken‘ für extremistische Bewegungen und populistische Politiker zu werden. Solche Sündenbockpolitik hat mittlerweile schon dazu geführt, dass das zwischenethnische Zusammenleben Schaden genommen und die Anzahl rassistischer Gewaltverbrechen in mehreren Ländern zugenommen hat. (…)
volksgruppen.orf.at:I partraj Magyarországi Cigányszervezetek Fóruma Roma Összefogás Párt („MCF Roma-khetan“ )andar o Ungriko uso EUakere parlamentiskero völinipe ando 7. juni aun trejtinla. Ada adi o anglebeschte arkerde. Pedar o kanidatscha la völinipeskera cedulatar paloda entschajdinipe te del. Orbán Kolompár, anglebeschto la Roma partajatar taj la thaneskera söbst favojtungatar le Romendar (OCÖ) phenel, hot o Roma pumenge söbst schaj ande trejtinen taj pe sar mursch telal i Romengeri astava khetan te phandel. Use schaj la kojake le Romendar tschak „politischi soraha dinin ol“, so le pekamiske taj barikanipeske la Roma partajake vakerel.