Archive for Oktober, 2019

Facts & Figures (248)

Oktober 31st, 2019  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

EU-weit geben 49 Pro­zent der Be­frag­ten an, Roma wür­den wohl­wol­lend ak­zep­tiert, in Ös­ter­reich nur 39 Pro­zent.

(Quelle)

Eine Roma-Volkshochschule für alle

Oktober 31st, 2019  |  Published in Einrichtungen, Radio & TV, Romani

Ö1Ö1 | Moment, 24.10.2019
Lernen, feiern, gedenken
20 Jahre „VHS Roma“ in Oberwart
→Anhören (nur noch kurz verfügbar!)

Vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges lebte fast die Hälfte der zehn­tau­send Roma in Österreich im bur­gen­län­di­schen Be­zirk Oberwart. Nach ihrer Ver­fol­gung und Er­mor­dung durch das NS-Re­gime sind es heute nur noch we­nige hun­dert. Als der Ober­war­ter Horst Horvath vor 20 Jahren Kurse für Arbeits­lose or­gani­sierte, lernte er dabei viele Roma ken­nen. Das brach­te ihn auf die Idee, eine eige­ne Roma-Volks­hoch­schule zu grün­den – für Roma wie Nicht-Roma. Heute kom­men jähr­lich 2.500 Men­schen in die Bil­dungs­ein­rich­tung, bu­chen Roma­nes-Sprach­kurse oder be­su­chen Gedenk­ver­anstal­tungen, Dis­kus­sions­runden und Theater­auf­füh­run­gen. Das Por­trät einer Insti­tu­tion.

Gestaltung: Jonathan Scheucher

(Text: Ö1, 24.10.2019)

„Hier sind wir alle gleich“

Oktober 30th, 2019  |  Published in Einrichtungen, Jugend & Bildung, Sport

uefaUEFA: Der Fußball bietet den beiden jung­en Roma Nicușor „Beto“ Vasile und Raluca Petre, die in einem be­nach­tei­lig­ten Vier­tel in der ru­mä­ni­schen Haupt­stadt Bu­ka­rest leben, eine neue Zu­kunfts­per­spek­tive.

UEFA, 22.10.2019: Jeden Monat berichtet die UEFA im Rah­men ihrer Kam­­pag­ne #Equal­Game über eine Per­­son aus einem ihrer 55 Mit­glieds­ver­bände. Sie alle sind Bei­spiele da­für, wie der Fuß­ball In­klu­sion, Zu­gang zum Sport und Viel­falt för­dert und dass Be­hin­de­rung, Reli­gion, sexuel­le Orien­tie­rung, ethni­sche Zu­gehörig­keit und soziale Her­kunft kein Hin­dernis sind, Fuß­ball zu spie­len und Spaß daran zu haben.

Zwei junge Roma aus der rumänischen Hauptstadt Bu­ka­rest schau­en zu­ver­sicht­lich nach vorne und nutzen dabei Fuß­ball als Instru­ment für ihre per­sön­liche Ent­wick­lung. Nicușor „Beto“ Vasile (13) und Raluca Petre (14) le­ben in Ferentari, einem be­nach­teilig­ten Viertel in Bukarest. Beto wohnt zu­sam­men mit seiner Mut­ter und drei Brü­dern in einem ein­zi­gen Zimmer, wäh­rend Raluca mit ihren Eltern, drei Brü­dern und zwei Schwes­tern lebt. Ihr Leben hat sich deut­lich ver­bessert, seit­dem sie den loka­len „Alter­na­tive Education Club“ (AEC) be­su­chen – dieses Pro­jekt wird vom Zentrum für Roma und Min­der­heiten durch­geführt. Im Rah­men ver­schie­de­ner Ak­tivitä­ten wie Fußball wird den jun­gen Men­schen ver­mittelt, wieder Hoff­nung und den Glau­ben an einer bes­sere Zu­kunft zu be­kommen.

Beto und seine Familie leben in einem Raum ohne Strom­ver­sor­gung. „Das Leben ist nicht wirk­lich leicht in meinem Viertel. Es ist eigent­lich sogar ziem­lich schwer“, er­klärt Beto, der mit acht Jahren be­gon­nen hat, Fußball zu spie­len. Read the rest of this entry »

Facts & Figures (247)

Oktober 28th, 2019  |  Published in Facts & Figures, Rassismus & Menschenrechte

Laut einer EU-Umfrage mei­nen 54 Pro­zent der Ös­ter­rei­cher, dass Ro­ma oft dis­kri­mi­niert wer­den.

(Quelle)

Bulgarien: Elf Jahre und eine Tat

Oktober 27th, 2019  |  Published in Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht

Bild eines Solidaritätsaufrufs für Jock Palfreeman auf Twitter (Foto via Global Voices)Jock Palfreeman saß wegen Mordes elf Jahre in einem bul­ga­ri­schen Ge­fäng­nis. Der Austra­li­er hat­te stets be­teu­ert, in Not­wehr ge­han­delt zu ha­ben, um zwei Roma vor einem ras­sis­ti­schen An­griff zu schüt­zen.

Jungle World:
Jock Palfreeman ist frei. Der australische Anti­faschist (…) wurde am Diens­tag ver­gan­ge­ner Wo­che aus der Haft ent­las­sen. (…) Etwa einen Mo­nat zuvor hatte ein Beru­fungs­gericht in Sofia der vor­zei­ti­gen Ent­lassung auf Be­währung zu­ge­stimmt. Der mittler­weile 32jährige war 2009 wegen Mordes und ver­such­ten Mordes zu 20 Jahren Ge­fängnis ver­urteilt worden. Er hatte nach eige­ner Aus­sage im De­zem­ber 2007 in Sofias Innen­stadt ver­sucht, zwei Roma gegen eine Gruppe von mehr als einem Dut­zend junger Männer zu ver­teidigen. Bei der darauf­folgen­den Aus­einander­setzung war eine Person ums Leben ge­kommen. (…) Auf dem erst kürz­lich ver­öf­fent­lich­ten Video­material von Über­wachungs­kameras ist zu sehen, wie eine Gruppe (…) zu­nächst zwei Men­schen ver­folgt; an­schlie­ßend zeigen die Auf­nahmen eine Gruppe, die Steine auf Pal­free­man wirft und ihn nie­der­schlägt.

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dROMa 56 (2019): „Orte der Roma“

Oktober 25th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken, dROMa (Magazin)

droma_56 CoverSommer/Herbst | Linaj/Terno dschend 2019
Orte der Roma| Thana le Romendar

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Vor rund fünf Jahren sorgte das Wiener „Romano Centro“ mit der Aus­stel­lung über „Romane Thana“, über „Orte der Roma und Sinti“, für Furore. Als kleine Ver­beugung vor unseren Kol­le­ginnen und Kol­legen möchten wir diese Idee hier ein wenig weiter­spinnen und Orten nach­spüren, die für Roma eine beson­dere Bedeu­tung haben. Den Auftakt macht eine histo­rische Repor­tage, für die sich Michael Teichmann in die Ge­gend von Schwechat begeben hat, um das Geheimnis einer „Zigeunerkönigin“ zu lüften, die bei den dortigen Roma-Arbeitern in den 1960er Jahren das Sagen hatte. Tina Friedreich stellt die Erfolgs­geschichte des „Kindergarten Romano“ im slowenischen Roma­dorf Pušča vor, den in­zwi­schen sogar viele Nicht-Roma-Kinder aus den Nach­bar­orten be­suchen. Mit dem Ruf nach einem zentra­len Wiener Gedenkort für die österreichischen Opfer des Roma-Holocausts be­fasst sich Roman Urbaner, der sich darüber auch mit dem Historiker Tobias Neuburger unter­halten hat. In Tschechien wurde ein Massen­grab des Roma-KZs Lety entdeckt. Und ab­schlie­ßend wenden wir uns einem ganz spe­ziel­len „Roma-Ort“ zu: dem EU-Par­lament in Straßburg und Brüs­sel und seinen (viel zu weni­gen) Roma-Ab­ge­ord­neten.

Angle valami pantsch berscha o betschitiko „Romano Centro“ pre art­schi­jipeha pedar o „Romane Thana“, pedar „Orte der Roma und Sinti“, bare diki­peske sor­gintscha. Ojs tikno pati­jaripe kamaha amen ada gondo eknaj ar te bul­harel taj thana upre rodas, save le Romenge ba­rikane hi. O kes­dipe kerel jek histo­rischi re­portascha, savake pe o Michael Teichmann ando pa­schipe le forostar Schwechat dija, o recl jeka „Zigeu­neren­gera kiral­ki­jatar“ te pral, savi le odoj dschivde Romen­gere-butscha-schen­dar ando 1960te berscha o schero sina. I Tina Friedreich i jerini­pes­keri historija la „Tschaven­gera baratar Romano“ ando sloveni­tiko Romen­gero gav Pušča angle terdscha­rel, savi adi te but gadschi­kane tscha­vendar andar o noch­beris­kere gava kher rodim ol. Read the rest of this entry »

Patjiv le Mozesoske Heinschink

Oktober 25th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft

CoverAndaj Romengi ljuma
Patjiv le Mozesoske Heinschink

Petra Cech/Christiane Fennesz-Juhasz/Dieter W. Halwachs (eds.) (= Grazer Romani Publikationen/GRP 07), Graz: GLM, 2019 [369 Seiten, ISBN 978-3-901600-53-1]

Kaća knjiga sî jek dařo le Mozesoskê F. Heinschink ka les­ko oxtovar­dešto bi­jando djes. O Mo­zes sî jek sićar­do eksper­to, bar­vale źang­li­masa paj śib vi pa trajo taj paj tra­dicija le Řo­mengi. Peśća buća­sa kêre­las vo bare kontri­bu­cije pala nauko taj pala źang­limos pa l’ Řom. Aj vi maš­kar l’ Řom sî lo maj ašundo pala pesko zura­lo angaž­mano pe len­gi sama. Ande kaća knjiga arak­ha­djon but teme „an­daj Řomengi ljuma“. Kada­la tekstur ra­mo­sarde le Mozesos­kê ko­lege taj učeni­kur, leskê vor­taća taj amala.

Šaj gjinaven kathe linguistični artiklur, tekstur paj his­tori­ja, arta taj kultura, vi in­divi­dual­ni sêri­mata taj vi poezija, para­miča taj aver artakê buća. Katka arakha­djol vi jek ori­gi­nalno slika kata o August Krasa.

Avtorur & avtorke: Fevzije Bahar Maksut, Julia Blandfort, Norbert Boretzky, Lev Čerenkov, Beate Eder-Jordan, Ivana Ferencová, Victor Friedman, Emmerich Gärtner-Horvath, Fatma Heinschink, Ursula Hemetek, Ludwig Horvath, Heinz Husslik, Birgit Igla, Dragan Jevremović, Ilija Jovanović & Melitta Depner, Kirill Kozhanov, Daniel Krasa, Ismet Krasnići, Lars Lindgren, Samuel Mago, Ruzsa Nikolić-Lakatos, Rabie Perić-Jašar, Erich Prokosch, Claudia Seelich-Mayerhofer, Barbara Schrammel-Leber, Harri Stojka, Michael Teichmann, Erika Thurner, Manuel Weinrich, Sofiya Zahova.

Festschrift für Mozes F. Heinschink

Oktober 24th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Literatur & Bücher, Romani, Wissenschaft

CoverAndaj Romengi ljuma
Patjiv le Mozesoske Heinschink

Petra Cech/Christiane Fennesz-Juhasz/Dieter W. Halwachs (eds.) (= Grazer Romani Publikationen/GRP 07), Graz: GLM, 2019 [369 Seiten, ISBN 978-3-901600-53-1]

Der Sammelband ist Mozes F. Heinschink gewidmet, der sich nun­mehr über sechs Jahr­zehnte der Sprache der Roma in ihren unter­schied­lichen Varietä­ten ver­schrie­ben hat und längst zu den pro­fun­desten Ex­perten für Romanes zählt. Zu­gleich hat er sich auch im­mer mit den Spre­cher/in­ne/n und ihren Lebens­zusam­men­hängen, ihrer Kultur und Oral­tra­dition in­tensiv aus­einan­der­gesetzt. Er hat sich einer­seits um die Wissenschaft ver­dient ge­macht, und an­derer­seits – nicht zu­letzt durch sein un­gebro­chenes En­gage­ment – auch gro­ße An­erken­nung in Roma-Com­mu­ni­ties er­fahren.

Diese Festschrift anlässlich seines 80. Geburtstags ver­sammelt Texte anda l’ Romengi ljuma („aus der Welt der Roma“) – von Kol­leg/in­n/en und Schü­ler/in­ne/n, Weg­beglei­ter/in­ne/n und Freund/in­n/en. Die Bei­träge – in Romanes, Deutsch oder Englisch – um­fas­sen sprach­wis­sen­schaft­li­che Artikel, Texte zu Geschichte, Kunst und Kultur, wei­ters per­sön­li­che Er­innerun­gen, Gedichte, Märchen und ande­re Er­zäh­lun­gen sowie eine Origi­nal­zeich­nung von August Krasa.

Autor/inn/en: Fevzije Bahar Maksut, Julia Blandfort, Norbert Boretzky, Lev Čerenkov, Beate Eder-Jordan, Ivana Ferencová, Victor Friedman, Emmerich Gärtner-Horvath, Fatma Heinschink, Ursula Hemetek, Ludwig Horvath, Heinz Husslik, Birgit Igla, Dragan Jevremović, Ilija Jovanović & Melitta Depner, Kirill Kozhanov, Daniel Krasa, Ismet Krasnići, Lars Lindgren, Samuel Mago, Ruzsa Nikolić-Lakatos, Rabie Perić-Jašar, Erich Prokosch, Claudia Seelich-Mayerhofer, Barbara Schrammel-Leber, Harri Stojka, Michael Teichmann, Erika Thurner, Manuel Weinrich, Sofiya Zahova


25 Jahre Bgld. Minderheitenschulgesetz

Oktober 23rd, 2019  |  Published in Jugend & Bildung, Romani

Festakt und Podiumsdiskussion an der Pädagogischen Hochschule in Eisenstadt (Foto: ORF:at)Das Burgenland feiert dieser Tage 25 Jah­re Min­der­hei­ten­schul­ge­setz. Das Ge­setz von 1994 gilt als Mei­len­stein in der Ge­schich­te des mehr­spra­chi­gen Schul­we­sens. Seit­her kön­nen alle bur­gen­län­di­schen Schü­ler, wenn sie wol­len, die Volks­grup­pen­spra­chen er­ler­nen.

Der Staatsvertrag aus dem Jahr 1955 sichert den Volksgruppen in Österreich das Recht auf sprach­li­che Bildung zu. Die Um­set­zung die­ses Rechts war aber immer we­ni­ger zeit­gemäß, denn im Burgenland gab es bis Anfang der 1990er Jahre fest­ge­legte Schul­stand­orte in den Ge­mein­den der Volks­gruppen, an de­nen zwei­sprachig unter­rich­tet wurde. Ein Problem war, dass durch Zuzug, Misch­ehen und An­pas­sung in vie­len Familien zu­neh­mend Deutsch ge­spro­chen wurde. Der ver­pflich­tende zwei­sprachi­ge Unterricht wur­de dort schwie­riger, andern­orts gab es hin­gegen für Kroatisch, Ungarisch und Romanes gar kein An­gebot.

Gesetz gilt als Meilenstein im Minderheitenschulwesen

Das Minderheitenschulgesetz von 1994 sei ein Meilenstein, sagte Karin Vukman-Artner, die Lei­terin der Ab­teilung Min­der­heiten­schulwesen in der Bildungsdirektion Burgenland. Man sei damit mehr oder weniger aus der Beliebigkeit herausgekommen und habe eine gesetzliche Grundlage geschaffen, die zur damaligen Zeit wirklich modern gewesen sei und den Bedürfnissen der Volksgruppen sehr entgegengekommen sei, so Vukman-Artner.

Eltern können seither selber entscheiden, ob sie ihre Kinder vom zwei­spra­chi­gen Unterricht in den Volks­grup­pen­gemeinden ab­melden. Anderer­seits können bei Bedarf auch an allen an­de­ren bur­gen­län­di­schen Schul­stand­orten Volks­gruppen­sprach­klassen eröffnet werden. Heute sei es mög­lich, dass jede Schü­lerin und je­der Schü­ler im Burgenland eine Volks­gruppen­sprache er­lernt – sei es Ungarisch, Kroatisch oder Romanes, so Vuk­man-Art­ner.

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Facts & Figures (246)

Oktober 23rd, 2019  |  Published in Facts & Figures

Am 15.4.2015 verabschiedete das EU-Parlament eine Re­so­lu­tion, die sich für die of­fi­ziel­le An­er­ken­nung des 2. Au­gusts als Ro­ma-Ho­lo­caust-Ge­denk­tag aus­spricht.

(Quelle)