Archive for September, 2019
September 30th, 2019 |
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Interview, Medien & Presse, Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Diskriminierung ja, Volksverhetzung nein: Münchner Urteil zu NPD-Plakat sorgt für Empörung. Gespräch mit Herbert Heuß
Interview: Kristian Stemmler
Aus: junge Welt, Ausgabe vom 21.09.2019, S. 8
Am 19. September wies das Münchner Verwaltungsgericht eine Klage des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma gegen die Stadt Ingolstadt ab. Worum ging es dabei?
Seit Jahren plakatiert die NPD bei Bundes- wie bei Landtagswahlen den Spruch »Geld für die Oma statt für Sinti und Roma«. Dahinter steht die Ausgrenzung von Sinti und Roma, denen nicht zustehen soll, was anderen Deutschen zusteht. Immer wieder wurden wir vom Zentralrat kontaktiert, weil in den Städten und Gemeinden diese Plakate aushingen – mit der Folge, dass Schulkinder von ihren Klassenkameraden damit konfrontiert wurden. Diese Form von alltäglicher Diskriminierung ist in keiner Weise akzeptabel, verstößt gegen geltendes Recht und bereitet den Boden für gewaltbereiten Antiziganismus. Das Münchner Gericht urteilte nun aber, dass der Tatbestand der Volksverhetzung nicht gegeben sei.
Ein Gutachten der Würzburger Völkerrechtlerin Stefanie Schmahl im Auftrag des Bundesjustizministeriums hatte schon 2015 ergeben, dass derartige »fremdenfeindliche Wahlplakate« die öffentliche Sicherheit und Ordnung gefährden und abgehängt werden müssen. Wie argumentierte die Juristin?
Ihr entscheidendes Argument ist, dass die Gerichte nur auf Volksverhetzung abheben, aber alle anderen rechtlichen Gründe vollständig ignorieren. Es gibt eine Reihe internationaler Abkommen, die in Deutschland im Rang eines Bundesgesetzes stehen. Ein Beispiel ist das »Internationale Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung« der Vereinten Nationen, auf das man sich für ein Vorgehen gegen rassistische Wahlwerbung berufen kann. Diese menschenrechtlichen Übereinkommen wurden von den Gerichten, auch jetzt wieder vom Münchner Verwaltungsgericht, aber nicht herangezogen – obwohl sich der Zentralrat bereits in seiner Klageschrift ausdrücklich und umfangreich auf das Gutachten bezogen hatte. Read the rest of this entry »
September 27th, 2019 |
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Einrichtungen, Geschichte & Gedenken, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen
Gedenkarbeit am Dokumentationszentrum der Sinti und Roma
Radio Corax | Sendung vom 11.9.2019
8:21 min | 11 MB | →Anhören (mp3)
Seit 1997 gibt es in Heidelberg eine große Ausstellung, die den Völkermord an den Sinti und Roma im Nationalsozialismus thematisiert. Das Gedenken daran ist heute nicht weniger relevant, gerade angesichts wachsender Fremdenfeindlichkeit. Über die Arbeit des Dokumentationszentrums und die Ausstellung berichten André Raatzsch (Leitung des Referats) und Jan Kreutz.
→Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma: www.sintiundroma.de
(www.freie-radios.net)
September 25th, 2019 |
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Facts & Figures
Im Jahr 2014 existierten in der Slowakei in 14 Kommunen spezielle Mauern und Zäune, um die Roma-Siedlungen von der Mehrheitsbevölkerung zu trennen.
(Quelle)
September 23rd, 2019 |
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Geschichte & Gedenken, Interview, Radio, Podcast & TV, Veranstaltungen & Ausstellungen, Wissenschaft
Radio Corax | Sendung vom 11.9.2019
12:44 min | 18 MB | →Anhören (mp3)
„Sinti in der Frühen Neuzeit – Akzeptanz, Dissens und Kooperation“, so heißt eine Ausstellung, die die sechshundertjährige Präsenz der Sinti in Deutschland beleuchtet. Lange Zeit wurden selbst in der Fachliteratur vor allem Stereotype über diese Periode tradiert, nicht aber ein Wissen über die vielfältigen Lebensrealitäten der Sinti. Genau davon zu erzählen macht sich die Sonderausstellung in Heidelberg zur Aufgabe. Eine Führung durch die Ausstellung mit Jan Kreutz und André Raatzsch, die am Dokumentations- und Kulturzentrum der deutschen Sinti und Roma tätig sind.
Sonderausstellung: Sinti in der Frühen Neuzeit
9. Juli 2019 bis 18. November 2019
Dokumentations- und Kulturzentrum Deutscher Sinti und Roma
Bremeneckgasse 2, 69117 Heidelberg (mehr hier)
(Text: www.freie-radios.net)
September 21st, 2019 |
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Radio, Podcast & TV, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht, Religion
ORF-Religionsmagazin „Orientierung“
So., 22.9.2019, um 10.30 Uhr in ORF 2
Urteil gegen Obdachlose: Salzburger Pfarrer fordert Hilfe statt Strafe
Aufregung gab es vergangene Woche in der Festspielstadt Salzburg: Das dortige Landesverwaltungsgericht hat in einem vielbeachteten Entscheid die Verurteilung einer Gruppe obdachloser Roma bestätigt. Ihr Vergehen: Sie hatten sich in einer kalten Regennacht im November aus Zweigen und Plastikfolien notdürftig einen Regenschutz gebaut – ein Verstoß gegen das gesetzlich verankerte Campierverbot, so das erstinstanzliche Urteil. Doch die „Plattform für Menschenrechte“ in Salzburg beeinspruchte gemeinsam mit den Obdachlosen das Vorgehen des Magistrats. So wurde jetzt in zweiter Instanz zumindest eine Reduzierung der Geldstrafen von 200 auf 100 Euro erreicht. Selbst diese Summe ist für die Obdachlosen, die zumeist vom Betteln rund um die Altstadt leben, existenzbedrohend. Was bedeutet nun das Urteil für das soziale Klima in der Stadt? Ein „Orientierung“-Team hat sich bei den Roma, bei Menschenrechtlern, bei Sozialarbeitern, in der Notschlafstelle der Caritas, und bei Bürgerinnen und Bürgern auf der Straße umgehört. Die Lage, so geht aus den Beobachtungen hervor, ist seit Jahren viel weniger dramatisch, als dies bei oberflächlicher Betrachtung scheint. Und die verurteilten zahlungsunfähigen Roma werden nicht ins Gefängnis müssen: Auf Initiative von Pfarrer Alois Dürlinger, Koordinator für die kirchlichen Armutsprojekte für die Stadt, wurde eine Spendenaktion gestartet. Die Strafen wurden inzwischen bezahlt. Bericht: Peter Beringer.
(ORF-Programmaussendung)
September 20th, 2019 |
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Kunst & Fotografie, Veranstaltungen & Ausstellungen
Chad Evans Wyatt ist kommerzieller Fotograf aus Washington D. C. Für einen Fotoauftrag reiste er 2001 nach Tschechien und war schockiert über die Art und Weise, wie dort Roma in den Medien dargestellt werden. Wyatt, der in den USA als Sohn eines Afroamerikaners zur Zeit der erstarkenden Bürgerrechtsbewegung aufwuchs, wollte diesen rassistischen, stereotypen Bildern etwas entgegenstellen und startete das Fotoprojekt »RomaRising«. Die Ausstellung (Anm: die bereits zu Jahresbeginn im Heidelberger Forum für Kunst gezeigt wurde) umfasst 22 ausgewählte Porträtfotografien von Sinti und Roma aus Chad Wyatts »RomaRising«-Archiv und ist bis zum 25.10.2019 zu sehen.
Die feierliche Eröffnung am 20.9.2019 findet im Beisein von Chad Wyatt und im Rahmen der »Langen Nacht der Volkshochschulen« im Foyer der VHS Heidelberg statt. Read the rest of this entry »
September 19th, 2019 |
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Ehrungen & Nachrufe
Deutschland: Verleihung des Kultur- und Ehrenpreises der Sinti und Roma in Ulm – Preise für Rosa Gitta Martl, Petra Pau und Andreas Hoffmann-Richter
Der „Kultur- und Ehrenpreis der Sinti und Roma“ wird dieses Jahr am 20.9.2019 im Foyer des Rathauses Ulm um 11 Uhr im Rahmen des Romno-Power-Festivals vergeben. Grußwort u.a. des Oberbürvgermeisters der Stadt Ulm, Gunter Czisch. Die Preisträger 2019 sind:
- Rosa Gitta Martl │ Für ihr kulturelles Engagement und literarisches Werk
Laudatio: Ilona Lagrene, Autorin, Bürgerrechtlerin, frühere Landesvorsitzende des Verbands Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg e.V.
Gitta Martl war Mitbegründerin und langjährige Geschäftsführerin des Vereins Ketani, der im Jahr 1998 gegründet wurde und die Interessen der in Österreich lebenden Roma und Sinti vertrat. „Ketani“ bedeutet „gemeinsam“ und verweist auf den Grundsatz des Vereins: Gemeinsam mit allen Bürger*innen Österreichs die Wunden der Vergangenheit zu bewältigen und für eine gemeinsame, friedliche Zukunft zu arbeiten. Für ihren großen Einsatz für Roma und Sinti erhielt sie bereits den Elfriede-Grünberg-Preis, den Marianne-von-Willemer-Preis, den Demokratiepreis der Margaretha-Lupac-Stiftung sowie 2013 das Goldene Verdienstzeichen der Republik Österreich. Gitta Martl ist Autorin und erhielt kürzlich den Roma-Literaturpreis des österreichischen P.E.N.-Clubs.
- Petra Pau │ Für ihren Einsatz für die gleichberechtigte Teilhabe von Sinti und Roma in Europa
Laudatio: Romeo Franz, MdEP
Petra Pau, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, engagiert sich seit vielen Jahren und Jahrzehnten gegen Antiziganismus und für die Bürgerrechte von Sinti und Roma in Europa. Read the rest of this entry »
September 18th, 2019 |
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Facts & Figures
In den letzten 2 Jahren wurden nur 54 Roma, die als NS-Ghetto-Arbeiter später von Deutschland um ihre Pensionen geprellt wurden, mit einmalig 1.500 € „entschädigt“.
(Quelle)
September 18th, 2019 |
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Allgemeines

… and still counting.
September 17th, 2019 |
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Einrichtungen
In Prag soll bis 2023 ein neues Roma-Zentrum entstehen
Das Museum für Roma-Kultur mit Sitz in Brno/Brünn will im Jahr 2023 in Prag ein Zentrum der Roma und Sinti eröffnen. Der Bau wird rund eine Million Euro kosten, die Kosten dafür werden aus den sogenannten Norwegischen Fonds beglichen. Das sagte Museumsdirektorin Jana Horváthová am Dienstag der Nachrichtenagentur ČTK. Es werde kein sehr geräumiges Gebäude für ein Museum sein. Daher rechne man vielmehr damit, dass in Prag eine Art Gemeinschaftszentrum für Roma entstehen wird, erläuterte Roman Truksa vom Museum aus Brünn.
(Text: Lothar Martin/Radio Prague International)
September 16th, 2019 |
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Medien & Presse
Sich mit Wissenschaft vertieft journalistisch auseinanderzusetzen, frei von zeitlichem und finanziellem Druck – das ist das Ziel des neuen „Stipendium Forschung & Journalismus“ der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW). Dadurch sollen besonders jene Geschichten ermöglicht werden, für die im redaktionellen Alltag sonst oft kein Platz ist oder keine Zeit bleibt. Ab September recherchieren nun erstmals vier junge Journalist/innen – Valentine Auer, Benjamin Breitegger, Uli Jürgens und Katharina Kropshofer – von der ÖAW gefördert an ihren Themen. Die Stipendien sind jeweils mit 4.000 Euro dotiert und laufen zwei Monate lang.
Unter dem Arbeitstitel „Rom*nja: Kein Leben im Verborgenen“ recherchiert Valentine Auer aus anthropologischer und sozialpolitischer Perspektive den Kampf um Anerkennung heimischer Roma und Romnja. „Obwohl Roma und Romnja seit 1993 eine anerkannte Volksgruppe in Österreich sind, werden sie noch immer viel zu oft als Opfer oder als Täter/innen dargestellt. Mit meiner Recherche will ich daher politische Akteur/innen der Roma-Community sichtbar machen“, sagt Auer. Die ÖAW-Stipendiatin hat ihre Recherche bereits begonnen. Erste Einblicke gibt dieses Interview, das sie mit Irina Spataru vom Wiener Romano Centro geführt hat.
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September 14th, 2019 |
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Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Zum 6. Mal bringt das Festival „Djelem Djelem“ Alteingesessene und Neuzugewanderte zusammen. Bis 20. September werden die vielfaltigen Roma-Kulturen in Musik, Theater, Film und Tanz erlebbar gemacht, Diskussionen regen zum Meinungsaustausch an. Das Festival „Djelem Djelem“ mit über 30 beteiligten Partnern setzt ein deutliches Zeichen gegen jahrhundertealte Vorurteile, gegen Antiziganismus und neu belebte Feindbilder. Es wirbt für ein unverkrampftes Miteinander und den kulturellen Austausch. Inzwischen ist das Festival auch jenseits der Dortmunder Nordstadt zu einer festen kulturellen Größe in Dortmund und dem gesamten Ruhrgebiet aufgestiegen – ein Zeichen für eine beherzte Willkommenskultur.
(Text: Programmankündigung)
Programm:
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September 14th, 2019 |
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Musik, Veranstaltungen & Ausstellungen
Ein neues Roma-Kulturfestival in Deutschland: In Ulm beginnt die Sinti-&-Roma-Kulturwoche mit zahlreichen Konzerten und Lesungen
Kultur ist die Seele Europas. Ein einzigartiges Beispiel dafür ist die wunderbare Kultur der Sinti und Roma, ihre authentische Musik und Tanzkunst und die Poesie ihrer Sprache. Sie ist wahrhaft europäisch, weil sie – allen Ausgrenzungen zum Trotz – keine Grenzen kennt. Im Rahmen des „Romno Power Festivals“ vom 13. bis 21. September 2019 in Ulm wollen die Organisatoren mit Konzerten, Lesungen, Filmen, Diskussionen und vielen Begegnungen die Vielfalt der Kultur und Lebenswelt der Sinti und Roma den Besuchern nahebringen – auch als bewussten Beitrag gegen Rassismus, Hass und Rechtspopulismus in unserer Gesellschaft. Die Kulturwoche wird von der Europäischen Donau-Akademie in Zusammenarbeit mit dem baden-württembergischen Landesverband der Sinti und Roma veranstaltet und steht unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Winfried Kretschmann.
(Text: Romno Power Festival)
→„Romno Power Festival“ – Programmfolder (PDF-Download)
Programmübersicht: Read the rest of this entry »
September 13th, 2019 |
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Film & Theater, Frauenrechte, Veranstaltungen & Ausstellungen
Filmpremiere im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt
Am Montag, 16. September, findet um 18 Uhr im Kino des Deutschen Filmmuseums, Schaumainkai 41, die Premiere des Dokumentarfilms „Weil wir Romnja sind?!“ mit anschließendem Filmgespräch statt. Der Eintritt ist frei.
Die Protagonistinnen des Films, Dragiza, Anita und Alina, sind drei junge Romafrauen mit rumänischem Hintergrund aus Frankfurt. Dragiza ist in Frankfurt aufgewachsen und hat Hessen, weil sie keinen Ausweis hat, seitdem fast nie verlassen. Das soll sich jetzt aber ändern. Ihre Freundin Anita ist in Deutschland geboren, seitdem aber immer wieder umgezogen. Durch einen Krankenhausaufenthalt ohne Versicherung ist sie in eine Privatinsolvenz geraten. Alina ist mit 18 nach Frankfurt gekommen und hat anfangs Obdachlosenzeitungen auf der Straße verkauft. Inzwischen übersetzt sie für hilfesuchende Roma.
Die drei unterschiedlichen Freundinnen kämpfen gegen Diskriminierung und für ein besseres Leben. Ihr Optimismus kennt dabei, trotz bürokratischer und privater Hürden, fast keine Grenzen. Der Film begleitet sie über zwei Jahre bei ihren alltäglichen Kämpfen und Begegnungen mit anderen Roma.
Nach einer Begrüßung von Linda Kagerbauer vom Frauenreferat Frankfurt ist im Anschluss an die Vorstellung ein Filmgespräch vorgesehen.
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September 12th, 2019 |
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Ehrungen & Nachrufe, Musik
I flogoskeri grupn le Romendar taj Sintijendar jeke barikane muschikaschi naschatscha. Pal pharo nasvalipe kurke o cimbalakero khelaschi Stefan Pišti Horvath amendar gelo. Ov 70 berscha phurano sina.
O Stefan Pišti Horvath ando ungriko Bük 1949 upro them alo. Leskeri daj Anna, jek Romni andar Großwarasdorf, o logeri Ravensbrück prik dschivtscha. Oj ham naschtig buter upre oda than, kaj upro them ali pal geli, mint oja bibastali nacijengeri cajt naschtig pobistertscha. Palo befrajinipe oj Bük geli, taj odoj le Istvan Horvathiha jek familija kertscha. O Pišti lengero erschti tschau sina. Na dur iste on pumen papal vascho ungriko upre terdschavipe odotar upro drom kerde. Ando 17. novemberi 1956 ali i familija Horvath ande Großwarasdorf, kaj ando kher leskere papustar taj babatar ando Unterort 25, pumen tel mukle. Poar divesa paloda leskeri daj taj leskero dad le schovberschengere Stefanistar donde gele. Aja tschavengei cajt le Stefan Pišti Horvathiske but duk pal mukla. Kekaj o raschaj leske but pomoschinlahi, ham o gadsche andar o gav na latsche use leste sina.
O Pišti mindig pro khetanipe use pri hajmat gemajndi sikavlahi. Ham pal avlahi ov ande Großwarasdorf tschak te valaso te cidel delahi. O barikano kinstleri Stefan Pišti Horvath sakotan upre ada vilago sina taj 27 berscha dur la Austrija andar Tokio dschi Kairo fatretintscha. Read the rest of this entry »
September 11th, 2019 |
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Einrichtungen, Politik, Veranstaltungen & Ausstellungen
30 Jahre Roma-Bewegung und 20 Jahre Roma-Volkshochschule wurden groß gefeiert
Die Roma-Volkshochschule Burgenland feiert 2019 ihr 20-jähriges Bestehen. Gleichzeitig wird auch daran erinnert, dass zehn Jahre früher, 1989 in Oberwart, der erste Roma-Verein Österreichs (Anm.: „Verein Roma“) gegründet und ein Prozess gestartet wurde, der ein paar Jahre später zur Anerkennung als Volksgruppe führen sollte. „Mit dem ersten Roma-Verein Österreichs im Jahr 1989 in Oberwart wurde ein wichtiger und historischer Schritt gesetzt. Drei Jahre später, am 15. Oktober 1992, wurden die Roma und Sinti im Nationalrat einstimmig als österreichische Volksgruppe anerkannt“, erklärte Landtagspräsidentin Verena Dunst bei der Feier am Samstagabend im Offenen Haus Oberwart (OHO).
Mit einem großen Fest sorgten Bands, darunter das David Samer Trio, Ferry Janoska & Joschi Schneeberger Trio, Harri Stojka oder Romano Rath, für gute Stimmung im Offenen Haus Oberwart. Landtagspräsidentin Verena Dunst erklärte bei ihrer Rede, dass zwar in den letzten 30 Jahren sehr viel erreicht wurde, die Emanzipation der österreichischen Roma und Sinti aber noch lange nicht abgeschlossen ist. Sie zitierte dabei den Gründer des Kulturvereins österreichischer Roma, Professor Rudolf Sarközi, der am 12. März 2016 verstorben ist: „Ich bin ins kalte Wasser gesprungen, heute ist es warm.“ Read the rest of this entry »
September 10th, 2019 |
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Geschichte & Gedenken
Tschechien: Archäologen entdecken Gräber von Häftlingen des ehemaligen Roma-KZs in Lety
Beim ehemaligen Roma-Konzentrationslager in Lety bei Písek haben Archäologen die Gräber früherer Gefangener entdeckt. Sie legten das Grab mit den sterblichen Überresten einer Gefangenen frei, die damals jünger als 40 Jahre alt gewesen sein muss. Darüber hinaus das Grab eines Neugeborenen, dessen Skelett jedoch kaum erhalten geblieben ist, weil die Grube sehr seicht war. Zudem fanden sie sieben weitere Grabgruben. Laut schriftlichen Quellen sollen an dem unheilvollen Ort rund 120 Gefangene begraben sein, davon seien über 70 Kinder. Der Friedhof hat eine Fläche von 400 Quadratmetern.
Über die grausige Entdeckung haben Archäologen und Vertreter des Museums für Roma-Kultur in Brno/Brünn am Dienstag die Medien informiert. Im KZ im südböhmischen Lety waren zwischen August 1942 und Mai 1943 über 1.300 Roma inhaftiert. 327 von ihnen starben vor Ort, mehr als 500 wurden in Auschwitz ermordet. In Zukunft soll am Ort des früheren Konzentrationslagers eine Gedenkstätte entstehen. Read the rest of this entry »
September 8th, 2019 |
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Ehrungen & Nachrufe, Musik
Die Volksgruppe der Roma und Sinti hat einen bedeutenden Musiker verloren. Nach langer Krankheit verließ vergangenen Sonntag der Zymbalspieler Stefan Pišti Horvath diese Welt. Er wurde 70 Jahre alt.
volksgruppen.orf.at: Stefan Pišti Horvath erblickte eigentlich 1949 im ungarischen Bük die Welt. Die Mama Anna, eine Romni aus Großwarasdorf, überlebte das Konzentrationslager Ravensbrück, konnte jedoch auf Grund ihrer furchtbaren Erinnerungen aus der Nazizeit nicht mehr in ihren Geburtsort zurückkehren. Nach der Befreiung ließ sie sich in Bük nieder und gründete dort mit Istvan Horvath eine Familie. Pišti war ihr erstes Kind.
Wie das Schicksal so will, musste sich die Familie während des Ungarnaufstandes nochmals auf den Weg zu einem freien Leben machen. Am 17. November 1956 kam die Familie Horvath in Großwarasdorf an, bezog das Haus der Großeltern im Unterort 25. Ein paar Tage später trennten sich seine Eltern für eine lange Zeit vom damals sechsjährigen Stefan. Die Erinnerungen an seine Kindheit hinterließen bei Stefan Pišti Horvath tiefe Risse, die nicht zu heilen vermochten. Wenn er auch seitens des Pfarrers stets Unterstützung erfuhr, war die Dorfgemeinschaft, die er Gadsche nannte, mit dem kleinen Stefan nicht selig. Auch wenn Pišti unermüdlich seine Verbundenheit zu seiner Heimatgemeinde wiederholte, kehrte er später nur mehr zu den Auftritten nach Großwarasdorf zurück. Der Ausnahmekünstler Stefan Pišti Horvath reiste jedoch 27 Jahre lang die ganze Erdkugel und vertrat Österreich von Tokio bis Kairo. Read the rest of this entry »
September 5th, 2019 |
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Facts & Figures, Religion
1992 wurde in der Österr. Bischofskonferenz erstmals ein Vertreter mit der Roma-Pastoral betraut, eine offizielle Roma-Seelsorge wurde im Burgenland 1995 etabliert.
(Quelle/pdf)
September 4th, 2019 |
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Politik, Rassismus & Menschenrechte, Recht & Gericht
Gerichtsurteil: Milan Mazurek von Kotlebas ĽSNS verliert nach Hetze gegen die Minderheit der Roma sein Parlamentsmandat
In der Slowakei wurde erstmals einem Politiker wegen rassistischer Hetze sein Parlamentsmandat aberkannt. Am Dienstag bestätigte der Oberste Gerichtshof in Bratislava die Verurteilung des rechtsextremen Abgeordneten Milan Mazurek (mehr hier), weil dieser die Roma-Volksgruppe im Privatradio pauschal herabgewürdigt hatte. Darüber hinaus verschärfte das Höchstgericht nun auch das Strafmaß des früheren Urteils, gegen das der Politiker 2018 Berufung eingelegt und das er als „Politjustiz“ tituliert hatte. Mazurek verliert nicht nur sein Mandat, sondern muss zudem eine Strafzahlung in der Höhe von 10.000 Euro (statt 5.000 Euro) entrichten. Mit diesem Urteil endet jetzt das schon seit 2017 laufende Gerichtsverfahren in letzter Instanz.
Der heute 25-jährige Politiker hatte 2016 in einer Radiosendung von einem angeblichen „Zigeuner-Terror gegen anständige Leute“ gesprochen und Roma als asoziale Schmarotzer beschimpft, die „nichts für unser Volk tun und nichts zu unserem Staatshaushalt oder unserer Kultur beitragen, sondern sich umgekehrt entschieden haben, ein asoziales Leben zu führen und unser Sozialsystem auszusaugen“.
Der stellvertretende Vorsitzende des Nationalrats, Andrej Hrnčiar (Most-Híd), begrüßt das das Urteil gegen Mazurek: „Endlich hat die Gerechtigkeit gesiegt. Denn faschistische und rassistische vÄußerungen werden in unserer Gesellschaft bereits seit langem übermäßig toleriert. Nun wurde endlich ein grundsätzlicher Beschluss gefällt und ich bin davon überzeugt, dass dies ein gutes Signal für die Zukunft sein kann.“
Mazurek war seit 2016 Abgeordneter der rechtsextremen Partei „Kotleba – Volkspartei Unsere Slowakei“ (Kotleba – Ľudová strana Naše Slovensko – ĽSNS) und war bereits wiederholt mit extremistischen Aussagen und Auftritten aufgefallen. So leugnete er unter anderem auf Facebook öffentlich den Holocaust.
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