KZ-Gräber in Lety entdeckt

September 10th, 2019  |  Published in Geschichte & Gedenken

Skizze des Lagers Lety von 1943 (Foto: Muzeum romské kultury in Brno/Brünn, Original im Staatlichen Zentralarchiv in Prag)) Tschechien: Archäologen entdecken Gräber von Häft­lin­gen des ehe­mali­gen Roma-KZs in Lety

Beim ehemaligen Roma-Konzentrationslager in Lety bei Písek haben Archäo­lo­gen die Gräber frü­herer Ge­fan­gener ent­deckt. Sie legten das Grab mit den sterb­li­chen Über­resten einer Gefan­ge­nen frei, die da­mals jün­ger als 40 Jahre alt ge­wesen sein muss. Darüber hinaus das Grab eines Neu­gebore­nen, des­sen Skelett je­doch kaum er­halten ge­blieben ist, weil die Grube sehr seicht war. Zu­dem fan­den sie sieben wei­te­re Grab­gruben. Laut schrift­li­chen Quel­len sollen an dem un­heil­vollen Ort rund 120 Gefan­ge­ne be­gra­ben sein, davon seien über 70 Kinder. Der Fried­hof hat eine Flä­che von 400 Quadrat­me­tern.

Über die grausige Entdeckung haben Archäologen und Ver­tre­ter des Muse­ums für Roma-Kul­tur in Brno/Brünn am Diens­tag die Me­dien in­for­miert. Im KZ im süd­böh­mi­schen Lety waren zwi­schen August 1942 und Mai 1943 über 1.300 Roma in­haftiert. 327 von ihnen starben vor Ort, mehr als 500 wur­den in Auschwitz ermordet. In Zukunft soll am Ort des frü­he­ren Kon­zentra­tions­lagers eine Gedenk­stätte ent­ste­hen. Der tsche­chi­sche Staat hat des­wegen die Schweine­farm auf­ge­kauft, die in den 1970er Jahren auf dem ehe­mali­gen KZ-Ge­lände ge­baut wurde.

(Text: Lothar Martin/Radio Prague International)

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