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Stefan Pišti Horvath verstorben

September 8th, 2019  |  Published in Ehrungen & Nachrufe, Musik

Der Roma-Musiker Stefan Pišti Horvath im ORF-Porträt 2019 (Foto ORF)Die Volksgruppe der Roma und Sinti hat einen be­deu­ten­den Musiker ver­loren. Nach lan­ger Krank­heit ver­ließ ver­gan­ge­nen Sonn­tag der Zymbal­spie­ler Stefan Pišti Horvath diese Welt. Er wurde 70 Jahre alt.

volksgruppen.orf.at: Stefan Pišti Horvath er­blick­te eigent­lich 1949 im ungari­schen Bük die Welt. Die Mama Anna, eine Romni aus Groß­waras­dorf, über­lebte das Kon­zentra­tions­lager Ravensbrück, konn­te je­doch auf Grund ihrer furcht­baren Erin­nerun­gen aus der Nazizeit nicht mehr in ihren Geburts­ort zu­rück­kehren. Nach der Befrei­ung ließ sie sich in Bük nieder und grün­de­te dort mit Istvan Horvath eine Familie. Pišti war ihr ers­tes Kind.

Wie das Schicksal so will, musste sich die Familie während des Ungarn­auf­standes noch­mals auf den Weg zu einem freien Leben ma­chen. Am 17. No­vem­ber 1956 kam die Fa­milie Horvath in Großwarasdorf an, be­zog das Haus der Großeltern im Unterort 25. Ein paar Tage später trenn­ten sich seine Eltern für eine lange Zeit vom da­mals sechs­jähri­gen Stefan. Die Erin­nerun­gen an seine Kindheit hin­ter­lie­ßen bei Stefan Pišti Horvath tiefe Risse, die nicht zu heilen ver­moch­ten. Wenn er auch sei­tens des Pfarrers stets Unter­stützung erfuhr, war die Dorf­gemein­schaft, die er Gadsche nann­te, mit dem klei­nen Stefan nicht selig. Auch wenn Pišti un­ermüd­lich seine Ver­bunden­heit zu seiner Heimat­gemeinde wieder­holte, kehrte er später nur mehr zu den Auf­tritten nach Großwarasdorf zu­rück. Der Aus­nahme­künstler Stefan Pišti Horvath reiste jedoch 27 Jahre lang die ganze Erd­kugel und ver­trat Österreich von Tokio bis Kairo. Read the rest of this entry »