25 Jahre Bgld. Minderheitenschulgesetz

Oktober 23rd, 2019  |  Published in Jugend & Bildung, Romani

Festakt und Podiumsdiskussion an der Pädagogischen Hochschule in Eisenstadt (Foto: ORF:at)Das Burgenland feiert dieser Tage 25 Jah­re Min­der­hei­ten­schul­ge­setz. Das Ge­setz von 1994 gilt als Mei­len­stein in der Ge­schich­te des mehr­spra­chi­gen Schul­we­sens. Seit­her kön­nen alle bur­gen­län­di­schen Schü­ler, wenn sie wol­len, die Volks­grup­pen­spra­chen er­ler­nen.

Der Staatsvertrag aus dem Jahr 1955 sichert den Volksgruppen in Österreich das Recht auf sprach­li­che Bildung zu. Die Um­set­zung die­ses Rechts war aber immer we­ni­ger zeit­gemäß, denn im Burgenland gab es bis Anfang der 1990er Jahre fest­ge­legte Schul­stand­orte in den Ge­mein­den der Volks­gruppen, an de­nen zwei­sprachig unter­rich­tet wurde. Ein Problem war, dass durch Zuzug, Misch­ehen und An­pas­sung in vie­len Familien zu­neh­mend Deutsch ge­spro­chen wurde. Der ver­pflich­tende zwei­sprachi­ge Unterricht wur­de dort schwie­riger, andern­orts gab es hin­gegen für Kroatisch, Ungarisch und Romanes gar kein An­gebot.

Gesetz gilt als Meilenstein im Minderheitenschulwesen

Das Minderheitenschulgesetz von 1994 sei ein Meilenstein, sagte Karin Vukman-Artner, die Lei­terin der Ab­teilung Min­der­heiten­schulwesen in der Bildungsdirektion Burgenland. Man sei damit mehr oder weniger aus der Beliebigkeit herausgekommen und habe eine gesetzliche Grundlage geschaffen, die zur damaligen Zeit wirklich modern gewesen sei und den Bedürfnissen der Volksgruppen sehr entgegengekommen sei, so Vukman-Artner.

Eltern können seither selber entscheiden, ob sie ihre Kinder vom zwei­spra­chi­gen Unterricht in den Volks­grup­pen­gemeinden ab­melden. Anderer­seits können bei Bedarf auch an allen an­de­ren bur­gen­län­di­schen Schul­stand­orten Volks­gruppen­sprach­klassen eröffnet werden. Heute sei es mög­lich, dass jede Schü­lerin und je­der Schü­ler im Burgenland eine Volks­gruppen­sprache er­lernt – sei es Ungarisch, Kroatisch oder Romanes, so Vuk­man-Art­ner.

Heute doppelt so viele Sprachschüler

Ängste innerhalb der Volksgruppen, dass sich durch die Wahlfreiheit nun alle vom Sprach­unter­richt ab­melden, ha­ben sich nicht be­wahr­heitet. Ak­tuell be­su­chen 4.321 burgen­ländi­sche Schü­lerin­nen und Schüler den Sprach­unterricht in Kroatisch, Ungarisch oder Romanes. Das sind fast doppelt so viele wie vor 25 Jahren.

(Text: burgenland.ORF.at)

Siehe auch:
Wieder Romani-Schulunterricht im Burgenland
, 1910.2019

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